Diskursanalyse ist ein Oberbegriff für die sprachwissenschaftliche Analyse von Diskursphänomenen. Je nachdem, was als Diskurs betrachtet wird, gibt es dafür unterschiedliche Interpretationen. In den Sozialwissenschaften ist nicht nur die Form, sondern auch der Inhalt des Diskurses Gegenstand der Analyse.
Die Diskursanalyse geht im wesentlichen auf die Arbeiten von Michel Foucault zurück, der damit die traditionelle Geistesgeschichte in Frage stellte. Foucault schuf aber keine Methode, sondern legte mit seinen theoretischen Überlegungen Grundsteine für eine neue Art des Denkens, ein epistemologisches Modell, das erst in den letzten Jahrzehnten methodisch in der Literaturwissenschaft, der Soziologie und zunehmend auch in der Geschichtswissenschaft angewendet und reflektiert wird. Als wissenschaftliche Methode spielt die Diskursanalyse auch im Bereich der Politikwissenschaft, v. a. im Teilgebiet der Internationalen Beziehungen eine zunehmend wichtige Rolle. In Frankreich trug insbesondere der Diskursforscher Michel Pêcheux dazu bei, die methodologische Umsetzung einer empirisch orientierten Diskursanalyse voranzutreiben. Nach wie vor ist die Diskursanalyse jedoch kein einheitliches Verfahren, sondern vielmehr eine epistemologische Herangehensweise, die auf bestimmte Grundannahmen aufbaut.
Allgemein untersucht sie den Zusammenhang von sprachlichem Handeln und sprachlicher Form, sowie den Zusammenhang zwischen sprachlichem Handeln und gesellschaftlichen, insbesondere institutionellen, Strukturen. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist dabei die Abgrenzung des Diskurses (als pragmatisches Phänomen) gegenüber dem Text (als sprachliche Struktur des Diskurses, welcher u. a. in der Textlinguistik untersucht wird) bemerkenswert.
Bei einer Diskursanalyse können folgende Themen Beachtung finden:
Ähnliche Konzepte sind:
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Die historische Diskursanalyse (DA) geht von einer doppelten Vermittlung von Geschichte aus. Zum einen durch Quellen, zum anderen durch ihre Darstellung (in Geschichtsbüchern/ geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen). Geschichte wird stets von Zeichensystemen vermittelt und ist insofern immer konstruiert, indem sie genau diese sinnhaften (Zeichen-) Konstruktionen zum Gegenstand ihrer Untersuchung erhebt - anders gesagt: Historische Ereignisse, Strukturen und Prozesse sind untrennbar mit ihrer Repräsentation verknüpft. Geschichte ist nur in vermittelter Form zugänglich, also als "re-präsentierte Realität". Die DA spürt also den Formen und Regeln der Repräsentation nach.
Sie untersucht die Regeln und Regelmäßigkeiten des Diskurses, seine Möglichkeiten zur Wirklichkeitskonstruktion, seine gesellschaftliche Verankerung und seine historischen Veränderungen. Sie stellt insbesondere Fragen nach den sozialen und institutionellen Zusammenhängen, in denen Aussagen des Diskurses auftauchen, sowie nach der Organisation der Aussagen, das heißt nach den Prinzipien ihrer Anordnung. Das Forschungsinteresse richtet sich insbesondere auf die Existenz der Aussagen. (Warum treten gerade diese Aussagen auf? Warum in dieser Form und in diesen Zusammenhängen?)Die DA beabsichtigt also nicht, einen (literarischen) Text in seiner Ganzheit zu verstehen und zu interpretieren wie etwa die Hermeneutik, sondern es geht ihr vielmehr um Diskursformationen (Strukturen, Praktiken), die sich durch die unterschiedlichsten Texte hindurchziehen.
Nach Dominique Maingueneau, einem Vertreter der linguistischen Diskursanalyse in Frankreich, lassen sich vier Charakteristika in der DA nach Foucault ausmachen:
Darüber hinaus ist die Eigenlogik folgender Elemente zu bedenken und im Auge zu behalten:
Zentrale Analysekategorien sind dabei die Diskursstränge, der diskursiven Ereignisse, Diskursebenen und Diskurspositionen
(Vgl. Jäger (2004))