| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Regierungsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz | |
| Verwaltungsge- meinschaft: |
Dohna-Müglitztal | |
| Koordinaten: | 50° 57′ N, 13° 51′ O | |
| Höhe: | 130–150 m ü. NN | |
| Fläche: | 28,57 km² | |
| Einwohner: | 6119 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 214 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01809 | |
| Vorwahl: | 03529 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 2 87 100 | |
| Stadtgliederung: | 12 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 11 01809 Dohna |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Friedhelm Putzke (seit 1990) | |
Dohna ist eine Stadt im Freistaat Sachsen. Sie befindet sich im Landkreis Sächsische Schweiz und ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Dohna-Müglitztal.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Dohna liegt südlich von Heidenau am Eingang zum Müglitztal als Tor zum Osterzgebirge. Sie befindet sich damit am westlichen Rand der Nordabdachung des östlichen Erzgebirges, dem so genannten Elbtalschiefergebiet zwischen Gottleuba und Dohna.
Dohna gehört zu den ältesten Städten Sachsens. Archäologisch lassen sich Siedlungen bis in die Bronzezeit etwa 1800 - 1600 v. Chr. (Wallanlagen Robisch und Burgberg) zurückverfolgen. Der Burgberg beherrscht den Eingang in das Müglitztal und wird durch eine Schleife der Müglitz gesichert. Daher waren Burg und Siedlung an dieser Stelle für die Kontrolle der Handelswege (Salzstraßen) im Müglitztal (Böhmischer Weg) und über die Höhen (Kulmer Steig beziehungsweise Alte Dresden Teplitzer Poststraße) von besonderer Bedeutung. Die Burg Dohna wurde vermutlich 960 von Kaiser Otto I. erbaut. Ihre erstmalige urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1040. 1076 belehnt Heinrich IV. den Herzog Vratislav II. von Böhmen mit der Burggrafschaft Dohna. Dieser gab Dohna als Mitgift seiner Tochter in die Ehe mit Wiprecht von Groitzsch, allerdings unter der Lehnshoheit von Vratislav II.
1152 kommt sie als Reichslehen von Kaiser Friedrich I. Barbarossa an Heinrich von Rothowa (Rötha), der urkundlich erstmals als Zeuge 1144 erwähnt und zum Begründer des edelfreien Adelsgeschlechts der Donins (erstmalige Erwähnung 1127 im Pleißeland zwischen Altenburg, Chemnitz und Zwickau beiderseits der Pleiße) wird.
Als reichsunmittelbare Burggrafen hatten die Donins großen Einfluss auf die Besiedlung des Osterzgebirges. Mit der weiträumigen Rodung und Anlage einer Vielzahl von Dörfern gelangten sie zu großem Besitz und dadurch auch zu Macht und Einfluss, sie strebten sogar die Landesherrschaft an. Zeugnisse dafür sind das ausstellen eigener Urkunden, Städtegründungen, eigene Ministerialien, ein eigenes Münzregal und Rechtsprechung. Große Bedeutung erlangte der "Dohnaer Schöppenstuhl" als adliges Lehnsgericht.Ihre Burggrafschaft lag zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen und reichte von Gottleuba im Osten bis Lockwitz im Westen sowie von der Elbe im Norden bis zum Erzgebirge im Süden (einschließlich Lauenstein, Bärenstein und Frauenstein). Sie hatten die Befestigungshoheit, da sie königliche Statthalter waren. Ihnen stand der 3. Pfennig und 1/3 des Zolls der Dresdner Elbbrücke zu. Den Auftrag zur Errichtung der Planstadt Dresden erhielt der Burggraf Conrad von Dohna 1070 vom Kaiser Barbarossa, welcher auch den Bau der ersten steinernen Dresdner Brücke im 13. Jahrhundert. Um 1221 oder eventuell bis 1226 legte der Burggraf von Dohna am Brückenkopf eine kastellartige Curie, seinen Gerichtshof. 1228 befestigte er den Hof zu einer Wasserburg, da er Streit um seine Rechte in Dresden, mit dem Meißner Markgrafen hatte. Den Adelstanz zu Dresden, im Jahre 1400 ,nutzte der Burggraf die gesuchte Gelegenheit eine offene Fehde mit dem Meißner Markgrafen Wilhelm den Einäugigen ausbrechen zu lassen. Dieser jedoch belagerter fortan die Burg Dohna, was Burggrafen Jeschke zur Flucht aus dieser drängte. Er flüchtete nach Weesenstein, weiter nach Königstein und anschließend nach Ungarn, wo er als Landesfriedensbrecher in Ofen (Budapest) nach seiner Ergreifung enthauptet wurde. Die Burg Dohna war bis zur Niederlage der Donins in der Dohnaischen Fehde 1402 Mittelpunkt der reichsunmittelbaren Herrschaft. 1402 wurde die Burg durch Bergleute aus Dippoldiswalde und Freiberg vollständig zerstört. Die Burggrafschaft wurde vom Meißner Markgrafen in Besitz genommen.
Wie die gesamte Region wechselte auch die Zugehörigkeit des Ortes Dohna zwischen Böhmen und der Mark Meißen.
Die Wettiner belehnten nach der militärischen Niederlage der Donins im Jahr 1402 ihre Vasallen für Treue und militärische Verdienste mit den Gütern der Burggrafschaft Dohna, beispielsweise 1410 Günther und Heinrich von Bünau mit Liebstadt und der Burg Kuckuckstein sowie den dazugehörigen Dörfern.
Die Burg Dohna blieb bis 1460 Verwaltungssitz (dieser wurde 1457 nach Pirna in die Burg Sonnenstein verlegt) und verfiel danach. Auf dem benachbarten Taschenberg entstand unter dem Schutz der Burg eine Ansiedlung. Diese wird 1445 erstmalig als „Stettichin“ (Kleinstadt) bezeichnet und erscheint ab 1590 in den Urkunden als Stadt. Die volle Stadtverfassung erhielt Dohna allerdings erst 1845.
Der Name des Städtchens variierte von Donin (1107, 1160, 1206), Donyn (1288, 1408), Doneyn (1454) bis Dhonin, Donow und schließlich Dohna. Seine Herkunft erklärt Hey (Lit.: Hey, S. 68) mit „Besitz des Doň“ (vom böhmischen Personennamen Zdoň).
Die Wirtschaft wurde hauptsächlich von Bauern und Handwerkern geprägt, insbesondere von Fleischern, Posamentierern und der Strohhutherstellung.
Die Fleischerzunft von Dohna hatte 1462 das Recht erhalten, nach Dresden zu schlachten. vergleiche auch (Lit.: Meiche, S. 153). Davon zeugt noch heute das „Freigut“ am Markt sowie der 1912 geweihte Fleischerbrunnen.
Da die gesamte Region oft von Kriegen betroffen war, hatte selbstverständlich auch Dohna unter Not, Elend und Krankheiten im Dreißigjährigen, im Siebenjährigen und im Napoleonischen Krieg zu leiden. Im Letzteren wurde in der „Kaisernacht“ 1813 die Stadt während der Kämpfe zwischen russischen und französischen Truppen stark verwüstet. Daran erinnern noch eine Reihe von Kanonenkugeln und Hausinschriften.
1927 wütete ein starkes Hochwasser im Ort und die Müglitz richtete schwere Schäden an.
Mit der Gemeindegebietsreform im Freistaat Sachsen von 1994 wurden die Orte Köttewitz und Krebs eingemeindet. 1999 kamen dann auch die Dörfer Borthen, Bosewitz, Burgstädtel, Gamig, Gorknitz, Meusegast, Röhrsdorf, Sürßen und Tronitz zur Stadt Dohna. Seit dem 1. Januar 2002 bildet die Stadt Dohna mit der Nachbargemeinde Müglitztal eine Verwaltungsgemeinschaft.
Viele der heute noch im Stil der slawischen Rundlingsdörfer erkennbaren Dorfplätze sind über die Jahrhunderte erhalten geblieben. Beispiele hierfür sind die Rundplatzdörfer (Rundlinge) Sürßen, Borthen, Burgstädtel, Gorknitz und Bosewitz.
Borthen
Der Ortsteil Borthen bestand zunächst aus Groß-Borthen und Klein-Borthen. Als Rundling fand er seine erste Erwähnung 1286 unter dem Namen Borrenthin und zwei Jahre später als Boretin (so viel wie Borantin, Bořetin; tschechisch für „Besitz des Boranta, Bořeta“).
Bosewitz
Bosewitz ist ein aufgelockerter Rundling. Er wurde erstmals 1288 als Pozevitz (so viel wie Pozdovici; tschechisch für „Sippe des Pozd“) erwähnt.
Burgstädtel
Burgstädtel ist ein zum Teil aufgelockerter Rundling und wurde 1378 als Borgstadtel erstmals erwähnt.
Gamig
Das 1,5 km nordwestlich von Dohna gelegene Gamig wurde erstmals 1411 als Kamenig erwähnt. Der Name ist möglicherweise vom tschechischen Wort jamĭka, jamka oder jamky abgeleitet, was soviel wie kleine Gruben bedeutet und auf einen frühen Bergbau hindeutet. Das ehemalige schloßartige Rittergut ohne Dorf mit eigener Kirche war ein selbstständiger Gutsbezirk. Es wurde wahrscheinlich als Vorposten der Burg Dohna angelegt. Ihre Form erhielt die heute unter Denkmalschutz stehende Anlage nach Umbauten in den Jahren 1690 und 1840. Heute betreut hier das Rehabilitationszentrum Gut Gamig e. V. psychisch Kranke. Das Gut ist dabei landwirtschaftlicher Selbsterzeuger und pflegt alte Handwerkskunst.
Gorknitz
Gorknitz ist ein Doppelrundling. Seine erste Erwähnung fällt in das Jahr 1312 als Chorkenuz, später Gorkewitz (tschechisch Krkonosy vom Personennamen Korkonos). Es gehörte ursprünglich den Burggrafen von Dohna.
Köttewitz
Das zwei Kilometer südöstlich von Dohna gelegene Köttewitz wurde erstmals 1288 als Villa Kothenuitz oder Kothennitz erwähnt. Auch der Name Chotěnici ist überliefert, der so viel wie Sippe des Chotěj bedeutet. Der heutige Name ist seit 1587 geläufig. Der Ort war ein Rittergut mit selbstständigem Gutsbezirk. Das Rittergut wechselte wiederholt die Besitzer und gehörte u.a. von 1608-1764 dem Zweig der auf Schloss Weesenstein sitzenden von Bünaus. Die wirtschaftliche Grundlage des Dorfes war die Landwirtschaft, ein Teil der Einwohner arbeitete auch im Handwerk in Dohna und Pirna. Über die Jahrhunderte ist Köttewitz ein kleines (und bis zum Bau der Bundesautobahn 17 verkehrlich relativ abgeschiedenes) Dorf gewesen. 1501 zählte es erst drei Ansässige, 1646 waren es 29 Ansässige, 1919 wohnten hier 200 Einwohner, 1947 waren es etwa 250 Einwohner. Seit 1970 bildete Köttewitz zusammen mit Krebs die Gemeinde Köttewitz-Krebs. 1994 erfolgte die Eingemeindung nach Dohna.
Krebs
Krebs ist ein Reihendorf mit Rittergut. Seine erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1378 als Krauwes oder Crawas (vom Personennamen Krawaž). Es gehörte zu Zehista und Zuschendorf. Seit dem 30. Juli 1831 hatte Krebs eine eigene Schule ("Sophienschule" heute Wohnhaus und Jugendclub).
Meusegast
1288 wird der Gutsrundling Meusegast mit seinem Rittergut erstmals unter dem Namen Musegost urkundlich erwähnt. Hey führt für die Namensdeutung zwei mögliche Ursprünge an: vom Personennamen Musochvost (Lit.: Hey, S. 91) oder von myši chvost, so viel wie „Mäuseschwanz“ oder „Mäusezagel“ (Lit.: Hey, S. 269).
Die Bewohner betrieben neben Ackerbau und Viehzucht auch die Strohflechterei. Die bedeutendste Poststraße von Dresden nach Teplice führt auch durch Meusegast. Noch heute ist die Ganzmeilensäule an der „Alten Dresden Teplitzer Poststraße“ zu sehen.
Während 1900 nur 177 Personen in Meusegast wohnten, waren es zu Beginn 2002 immerhin 555 Einwohner. Dies ist Ergebnis der seit 1994 entstehenden zwei neuen Wohngebiete im Ort.
Röhrsdorf
Die Siedlungsgeschichte von Röhrsdorf und seines etwas außerhalb liegenden Rittergutes (heute Schlosshotel Röhrsdorf) reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück. 1184 wird der Ort erstmals erwähnt. Der Name Rudigistorff findet sich 1346 erstmals in einer Urkunde.
1771 entsteht die Parkanlage „Röhrsdorfer Grund“ und 1787 das Orangeriegebäude im Schlosspark mit den Figuren „Bacchus“ und „Flora“ des Dresdner Bildhauers Gottfried Knöffel auf Veranlassung des Rittergutsbesitzers Georg Heinrich von Carlowitz (nach Abriss 1970 wurden die Figuren 1980 im Gut Gamig aufgestellt).
Röhrsdorf verfügt über eine Kirche mit eigenem Kirchspiel und Friedhof aus dem Jahr 1749. Die Schule stammt aus dem Jahr 1881.
Sürßen
Der Doppelrundling Sürßen wird 1309 als Sursen (von Žurišin, so viel wie „Hof des Žuriš“) erstmals erwähnt. Der Ort gehörte ursprünglich zur Burggrafschaft Dohna.
Die Schule aus dem Jahre 1900 wurde für die Gemeinden Gorknitz, Bosewitz, Gamig und Tronitz erbaut und gehörte zur Grundschule Dohna.
Tronitz
Tronitz findet seine erste Erwähnung 1445 als Tronicz, Thrunitz beziehungsweise Thronitz (vom Personennamen Struna, Truna oder Strunka) und gehörte zum "slosse Donin".
Dohna verfügt über ein Heimatmuseum mit der Dauerausstellung zu Burgen und Gräberfelder am „Kulmer Steig“ (Dohna von der Steinzeit bis zur Eisenzeit), zu Burg, Burggrafen und Burggrafschaft Dohna, mit einem Mineralien- und Fossilienkabinett und zur Ackerbürgerstadt Dohna und dem Dohnaer Handwerk (insbesondere Fleischer, Strohflechterei, Strohhutherstellung). Dazu gibt es jährlich Sonderausstellungen zum Beispiel zu Ostern und Weihnachten.
Seit 1975 findet jährlich Anfang Mai zur Apfelblüte das Blütenfest im Obstanbaugebiet Borthen-Röhrsdorf statt.
Dohna verfügt über eine Grund- und eine Mittelschule. Die Schule wurde bereits am 7. September 1891 eingeweiht und bereits ab 1897 erweitert (Einweihung des Anbaus mit Aula am 7. September 1908). Die Turnhalle stammt aus dem Jahr 1892, an die ein neuer Anbau mit moderner Technik gebaut und 2003 eingeweiht wurde. Am 4. Oktober 1969 erhielt die Schule den Namen „Marie Curie“.
Dohnas Wirtschaft ist einerseits durch einige Industriebetriebe und andererseits durch Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau geprägt.
Die Fluorchemie Dohna GmbH produziert innerhalb der Fluorchemiegruppe Fluorwasserstoff, Fluorwasserstoffsäure und Anhydrit sowie die Dohna Anhydrit Mischwerk GmbH hochwertige Füllstoffe.
Innerhalb der DGH-GROUP bietet die Zerspanungs- und Industrietechnik Dohna GmbH Leistungen im Bereich mechanischer Bearbeitungen, Oberflächenveredlungen und Montage von Baugruppen an.
Die Firma F&S Prozessautomation GmbH erstellt Automatisierungslösungen weitgehend auf der Basis marktverfügbarer Produkte. Ergänzend dazu entwickelt und pflegt diese Firma eigenständig oder in Kooperation Soft- und Hardwarekomponenten zur Produktreife.
Neben diesen Beispielen für industrielle Produktionsbetriebe bietet Dohna natürlich auch eine Vielzahl von Handwerks-, Dienstleistungs- und Handelsbetrieben. Besondere Bedeutung hat aber auch der Obstanbau auf den linksseitigen Höhen des Müglitztales um Borthen, Röhrsdorf, Gamig, Gorknitz, Bosewitz, Sürßen und Tronitz. Die Eigenvermarktung des hier angebauten Obstes (Äpfel, Süß- und Sauerkirschen usw.) gelingt in einem Kooperationsmarkt, der auch von böhmischen Händlern genutzt wird, dem Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt in Röhrsdorf.
Dohna ist über die S 178 von Heidenau (Abfahrt von der B 172) zu erreichen. Die Straße führt weiter nach Altenberg. Von Pirna aus ist die Stadt über die B 172a erreichbar.
Die A 17 führt unmittelbar an Dohna vorbei (etwa ein Kilometer Luftlinie bis zum historischen Markt der Stadt). Die Abfahrt Pirna liegt direkt am Stadteingang zwischen den Ortsteilen Köttewitz und Krebs.
Der Regionalverkehr wird zum einem durch Busverbindungen nach Heidenau, Pirna und Altenberg sowie durch die Stadtlinie Dresden nach Borthen und Röhrsdorf, zum anderen durch die Müglitztalbahn von Heidenau nach Altenberg realisiert.
Stadtrat (13. Juni 2004)
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