Dortmund

Wappen Karte
Wappen der Stadt Dortmund Lage der kreisfreien Stadt Dortmund in Deutschland
Wahlspruch:

Das Herz Westfalens, stark in Europa

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Regionalverband: Regionalverband Ruhr
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 280,4 km²
Einwohner: 585.045 (31. Dez 2006)
Bevölkerungsdichte: 2.098 Einwohner/km²
Höhe: 50-254 m ü. NN
Postleitzahlen: 44001 bis 44388
Vorwahlen: 0231 (Ortsnetz Dortmund)
02304 (Ortsnetz Schwerte)
Geografische Lage: 51° 31′ N, 7° 28′ O
Kfz-Kennzeichen: DO
Gemeindeschlüssel: 05 9 13 000
UN/LOCODE: DE DTM
NUTS-Region:: DEA52 (Dortmund)
Stadtgliederung: 12 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Friedensplatz 1
44122 Dortmund
Website: www.dortmund.de
Politik
Oberbürgermeister: Gerhard Langemeyer (SPD)
Mehrheit im Stadtrat: SPD, Bündnis 90/Die Grünen
Letzte Wahl: 26. September 2004
(Stichwahl: 10. Oktober 2004)
Nächste Wahl: Herbst 2009
Schuldenstand: 1.475 Mio. € (1. Januar 2006)
Bevölkerung
Arbeitslosenquote 14,2 % (1. Juni 2007)
Arbeitslosenzahl 40.619 (1. Juni 2007)
Ausländeranteil 12,6 % (1. Januar 2007)
Ausländerzahl 73.830 (1. Januar 2007)
Eingeschriebene Studenten (Uni/FH/etc.) 34.170 (Sommer 2006)
Altersstruktur:
(31. Dezember 2003)
0-18 J. 17,2 %
18-65 J. 63,6 %
über 65 J. 19,2 %
Blick auf das Dortmunder Zentrum
Blick auf das Dortmunder Zentrum


Dortmund (westfälisch Düörpm, lateinisch Tremonia) ist eine kreisfreie Stadt im östlichen Ruhrgebiet. Sie ist das Wirtschafts- und Handelszentrum Westfalens und die größte Stadt sowohl dieser Region als auch des Ruhrgebiets.

Dortmund entwickelt sich von einer Industriestadt zu einem bedeutenden Hightech-Standort in Nordrhein-Westfalen: Früher vor allem bekannt durch Stahl, Kohle und Bier, vollzieht sich der Wandel von der Schwerindustrie über Dienstleistung und Forschung bis zur Hochtechnologie. Trotz des weitgehend vollzogenen Strukturwandels besitzt die Stadt noch eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Westdeutschland. Dortmund ist der wichtigste Verkehrsknoten im östlichen Ruhrgebiet und Anziehungspunkt für das vor allem östlich der Stadt gelegene ländlich geprägte Umland. Seit dem Überschreiten der 100.000-Einwohner-Grenze 1895 ist Dortmund eine Großstadt.

Wahrzeichen der Stadt sind die Reinoldikirche, das Dortmunder U und der Florianturm, sowie der Signal Iduna Park (Westfalenstadion), der Westfalenpark und die Westfalenhallen. Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der Fußballverein Borussia Dortmund.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Dortmund liegt im Südwesten der Westfälischen Bucht; südlich erheben sich die Ausläufer des Ardeygebirges und des Sauerlandes, nördlich grenzt das Münsterland an. Im Osten liegt die Soester Börde und im Westen der Ballungsraum Ruhrgebiet, dessen westfälischem Teil auch Dortmund angehört. Die Stadt liegt am Oberlauf der Emscher und am Mittellauf der Ruhr. In Letztere mündet südlich der Stadtgrenze (unterhalb der Hohensyburg und bereits auf dem Stadtgebiet von Hagen) die Lenne. Nördlich der Stadt fließt die Lippe. Der Dortmund-Ems-Kanal bindet Dortmund an das Binnenschifffahrtskanalnetz an.

Höchste Erhebung Dortmunds ist der im Stadtteil Syburg gelegene Klusenberg mit 254 Metern über Normalnull. Der niedrigste Punkt befindet sich mit 50 Metern über Normalnull im Nordwesten des Stadtteils Mengede an der Stelle, an der die Emscher aus dem Stadtgebiet austritt. Als Stadtmittelpunkt und damit allgemeiner Referenzpunkt gilt die Reinoldikirche, genauer gesagt deren Turmbolzen auf der Westseite, auf 85,42 Metern über Normalnull, 7° 28' 6" östlicher Länge und 51° 30' 58" nördlicher Breite gelegen. In Dortmund gilt wie in ganz Deutschland die Mitteleuropäische Zeit, die mittlere Ortszeit bleibt dieser gegenüber 30 Minuten und 7,7 Sekunden zurück.

Nach Angaben des Landesvermessungsamts Nordrhein-Westfalen liegt der planimetrische festgestellte Mittelpunkt des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen im Dortmunder Stadtteil Aplerbecker Mark auf 51° 28,7′ nördlicher Breite und 7° 33,3′ östlicher Länge.

Dortmund Panorama vom Ardeygebirge

Blick auf Dortmund vom Ardeygebirge

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet Dortmunds umfasst 280,347 km². Die längste Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt 21 km, in Ost-West-Richtung 23 km. Dortmunds Stadtgrenze ist insgesamt 126 km lang, 76 km teilt sie sich mit dem Kreis Unna, 21 km mit dem Kreis Recklinghausen, 17 km mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis, 10 km mit der Stadt Bochum und 2 km mit der Stadt Hagen.

Nachbargemeinden

Im Nordwesten grenzt der Kreis Recklinghausen mit den Städten Castrop-Rauxel und Waltrop an Dortmund. Von Nordosten bis Südosten ist Dortmund vom Kreis Unna mit den Städten Lünen, Kamen, Unna, der Gemeinde Holzwickede sowie der Stadt Schwerte umklammert. Daran schließt sich die kurze Stadtgrenze zur kreisfreien Stadt Hagen direkt im Süden an. Weiter westlich stößt Dortmund an den Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Städten Herdecke und Witten. Genau im Westen liegt schließlich die kreisfreie Stadt Bochum. Wenn man alle Nachbarstädte, mit denen Dortmund eine direkte gemeinsame Grenze verbindet hinzuzählt, umfasst das Gebiet nahezu 1,7 Millionen Einwohner und würde für sich selbst eine Metropolregion bilden.

Stadtgliederung

Hauptartikel: Liste der Stadtteile in Dortmund

Blick auf die City von Huckarde aus
Blick auf die City von Huckarde aus
Lage der Stadtbezirke Dortmunds
Lage der Stadtbezirke Dortmunds

Die Stadt Dortmund gliedert sich in insgesamt zwölf Stadtbezirke. Dieses sind die drei Innenstadtbezirke West, Nord und Ost sowie der sie umgebene Ring aus den im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden) neun weiteren Bezirken Eving, Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck, Hörde, Hombruch, Lütgendortmund, Huckarde und Mengede.

Unterhalb der Stadtbezirke wird die Stadt weiter in 62 statistische Bezirke und diese wiederum in 157 zusätzliche Unterbezirke unterteilt. Außerhalb der Innenstadtbezirke entsprechen diese häufig den in die Stadt Dortmund eingemeindeten ehemals eigenständigen Ortschaften. Neben dieser offiziellen Einteilung existieren auch noch die weiter unten aufgeführten urbanen Viertel.

Klima

Dortmund liegt wie ganz Deutschland in einer gemäßigten Klimazone. Tendenziell ist das Klima in Dortmund eher maritim als kontinental geprägt, es zeigen sich einige typische klimatische Merkmale dicht besiedelter Räume. Die Niederschlagsmenge ist mit jährlich 750 mm im langjährigen Durchschnitt deutlich niedriger als in den umliegenden Mittelgebirgen. Der meiste Regen fällt im Sommerzeitraum (Juli durchschnittlich 80-90 mm), der wenigste im Winterzeitraum (Februar durchschnittlich 40-50 mm). Die Winter sind mit -6 bis 11 °C im Januar mild und die Sommer mit 10 bis 35 °C im August relativ kühl. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9 bis 10 °C.

Demografie

In Dortmund leben mehr Frauen als Männer. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung liegt bei 51,6 Prozent, der der männlichen Bevölkerung entsprechend bei 48,4 Prozent.

Seit gut 20 Jahren zeigt die natürliche Bevölkerungsbewegung eine negative Tendenz. Das bedeutet, dass die Anzahl der Sterbefälle höher ist als die der Geburten. Diese Bevölkerungsverluste werden teilweise durch den Zuzug von Menschen ausgeglichen. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete Dortmund einen Wanderungsüberschuss.

Der Ausländeranteil an der Dortmunder Bevölkerung liegt bei 12,7 Prozent, davon wiederum kommen 23,5 Prozent aus den EU-Mitgliedstaaten. Die größte Gruppe der ausländischen Einwohner bilden Türken, gefolgt von Jugoslawen und Polen. Zwischen den Stadtbezirken gibt es große Unterschiede beim Anteil der ausländischen Bevölkerung. Leben in den Stadtbezirken Brackel und Aplerbeck nur etwa 5 Prozent ausländische Bürger, so sind es im Stadtbezirk Innenstadt-Nord 41,5 Prozent.

Quelle: Jahresbericht Dortmunder Bevölkerung 2005, Stadt Dortmund - Amt für Statistik und Wahlen

Geschichte

Stadtgeschichte

Kupferstich der Stadt von 1647
Kupferstich Merians der Stadt Dortmund von 1647

Erste Erwähnung Dortmunds in der Hebeliste des Klosters Werden gemeinsam mit dem heutigen Vorort Bövinghausen
Erste Erwähnung Dortmunds in der Hebeliste des Klosters Werden gemeinsam mit dem heutigen Vorort Bövinghausen

Erste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet reichen bis in die Bronzezeit zurück. Dortmund wurde um 880 bis 885 das erste Mal als „Throtmanni“ (altsächsisch für „Schlundberg“) erwähnt. 990 findet sich die Ersterwähnung der Dortmunder Marktrechte. Im 11. Jahrhundert wurde der Legende nach Reinoldus der Schutzpatron der Stadt. 1152 fand in Dortmund eine große Reichsversammlung unter Kaiser Friedrich Barbarossa statt. Im Jahr 1293 wird der Stadt Dortmund das Braurecht verliehen.

Altes Stadthaus: Personifikation des Handels mit Hansekogge und mittelalterlichem Rathaus
Altes Stadthaus: Personifikation des Handels mit Hansekogge und mittelalterlichem Rathaus

Im Grundriss der Hansestadt spielt der Hellweg als Handelsstraße eine besondere Rolle. Infolge des Dreißigjährigen Kriegs verlor Dortmund sehr an Bedeutung. Die Einwohnerzahl Dortmunds sank bis zum Jahre 1793 auf 4500 Einwohner.

Bis 1802 war das zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis gehörende Dortmund Freie Reichsstadt, dann kam die Stadt als Exklave zum Fürstentum Oranien-Nassau. 1806 wurde Dortmund als Teil des französischen Großherzogtums Berg Präfektur des Ruhrdepartements. Nach dem preußischen Sieg über Napoleon fiel Dortmund 1815 schließlich an die preußische Provinz Westfalen. Hier wurde Dortmund 1817 Sitz eines Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg, aus dem Dortmund 1875 als neuer Stadtkreis ausschied.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann durch die Kohlenförderung und Stahlverarbeitung der erneute Aufstieg Dortmunds und der Wandel zu einer Industriestadt. Seit der Eröffnung der Cöln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 wurde Dortmund zu einem wichtigen Verkehrsknoten im Ruhrgebiet. Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leistete 1899 die Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals und damit des Hafens.

Bereits 1905 begann mit der Eingliederung von Körne eine Welle von Eingemeindungen, die mit dem Gesetz über die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets von 1928 ihren Höhepunkt mit der Eingemeindung der Stadt Hörde (die bereits 1340 Stadtrechte erhielt) erreichte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt mitsamt ihrer historischen Kirchen stark zerstört. 98 % der innerstädtischen Besiedlungsflächen lagen in Trümmern. Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde zunächst erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau ging insgesamt gesehen aber so schnell voran, dass 1950 der 500.000ste Einwohner geboren wurde.

Siehe auch: Geschichte der Stadt Dortmund

Entwicklung des Ortsnamens

Dortmund wurde um das Jahr 882 erstmals im Urbar des Klosters Werden namentlich erwähnt. Der knappe, lateinische Eintrag lautet „In throtmanni liber homo arnold[us] viii den[arios] nob[is] soluit [solvit].“ (Deutsch: „In Throtmanni zahlt uns der freie Mann Arnold 8 Pfennige.“) Wenige Jahre später, im Jahr 899, wurde Dortmund erneut in einer Urkunde erwähnt, diesmal als Trutmania. Aus den folgenden Jahren finden sich viele verschiedene Einträge wie Trutmenni (928), Thortmanni (939), Trotmannia (941), Drotmanni (953), Thrutmanniu (978), Therotmani, Thertmanni, Thertamanni (983-1002), Trutmundi (997), Dretmonna und Thortmanne (1002-34), Trutmonia (1024), Trytemanne (1030), Trudimonia (1033) und so weiter, die aber alle auf denselben Lautstamm zurückzuführen sind. Die Verwendung der einzelnen Bezeichnungen erscheint dabei willkürlich. 1152 und damit ein Jahr nach seinem Aufenthalt in Dortmund stellte Kaiser Friedrich I. dem Kölner Erzbischof Arnold II. eine Urkunde aus, die die lateinische Bezeichnung „in burgo Tremonia“ (deutsch: „in der Stadt Tremonia“) enthält. Von diesem Zeitpunkt an findet sich in den lateinischen Quellen nur noch die Bezeichnung Tremonia und es wird vermutet, dass dies auf eine Anordnung Friedrich Barbarossas zurückgeht.

Auf Tremonia geht auch die altfranzösiche Bezeichnung Trémoigne und Trimoniaborg in den Karlsepen zurück. Erst als im 14. Jahrhundert wieder deutsche Quellen aufkamen, finden sich auch wieder sprachlich weiterentwickelte Formen des ursprünglichen Namens wie Dorpmunde . Diese Form wurde dann im westfälischen Platt zu Düörpm (seltener auch Düöpm) verkürzt. Da für das Westfälische keine normierten Rechtschreibregeln existieren, findet man zum Teil auch die Schreibung Döä(r)pm. Da das Platt aber allmählich aus der Alltagskultur verschwindet, wird diese Bezeichnung nur noch äußerst selten verwendet. Die lateinische Bezeichnung Tremonia trifft man hingegen noch häufiger an (beispielsweise in Form des Tremoniaparks oder der Image-Zeitschrift der Stadt „tremonia nova“).

Die dem Wortstamm Throtmanni ähnlichen Namensformen leiten sich aus dem Altsächsischen her und geben bis heute Rätsel auf. Hermann Jellinghaus übersetzte Throtmanni mit „Siedlung am gurgelnden Gewässer“ (wörtlich: „Gurgel-“ oder „Kehlbach“), Jürgen Udolph hingegen führte in einer ausführlichen Untersuchung Dortmund auf Throtmande zurück und übersetzt dies mit „Schlundberg“, also ein Berg mit einem oben befindlichen, tiefen Einschnitt. Beide Interpretationen schließen auf die Beschreibung besonderer geografischer Gegebenheiten, die heute aber aufgrund der Bebauung nicht mehr nachvollziehbar sind. Die Bezeichnung Tremonia leitet sich nicht direkt aus diesem Wortstamm ab. Man vermutet, dass bei Verwendung dieser Bezeichnung der gute phonetische Klang und der aus volksetymologischer Perspektive vorhandene Sinngehalt eine Rolle spielten. Der Name würde sich dann aus den Wörtern tres oder tria (lateinisch für drei) und moenia (Mauer) zusammensetzen und soviel wie Dreimauernstadt bedeuten. Nicht nachvollziehbar ist dabei aber, inwieweit damit tatsächlich auf eine dreifache Ummauerung der Stadt angespielt wird. Auch die Namensform Throtmanni unterlag volksetymologischen Deutungen. So verweisen Chronisten des Spätmittelalters auf zwei Dörfer, das „alde“ und das „neue Dorp“, die beide bei einer Burg „Munda“ gelegen haben sollen und den Siedlungskern der Stadt Dortmund darstellen. Diese sächsische Burg sei durch die Römer (oder auch die Franken) belagert und erobert worden. Vom römischen Schlachtruf „trucide, trucide“ (deutsch: „Metzelt sie nieder, metzelt sie nieder“) hätten die Sachsen in Ermangelung von Lateinkenntnissen nur trutz oder trot verstanden und daraufhin zunächst die Römer und später den Ort selbst spöttisch als Trotmanni (Trutzmänner) bezeichnet.

Stadtplan Dortmund 1894
Stadtplan Dortmund 1894

Eingemeindungen

In die Stadt Dortmund wurden folgende Gemeinden eingemeindet:

Einwohnerentwicklung

Siehe auch Einwohnerentwicklung von Dortmund

1895 überschritt die Stadt Dortmund die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zur Großstadt machte. Nach der Eingemeindung der Stadt Hörde und der Landkreise Dortmund und Hörde lebten 1929 etwa 536.000 Personen in der Stadt. Der Zweite Weltkrieg entvölkerte das zerstörte Dortmund. Im April 1945 zählte man 340.000 Menschen. Danach siedelten sich viele ins ländliche Umland evakuierte Menschen und Flüchtlinge in Dortmund an. Die Einwohnerzahlen stiegen rasch. 1965 wurde mit 657.804 Bürgern ein Höchststand erreicht. Stadtplaner träumten von einer Millionenmetropole, doch es kam anders. Am 30. Juni 2006 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Dortmund nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 587.717 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Entgegen den vergangenen Prognosen, ist die absolute Bevölkerungszahl zum Vergleich des Jahres 2005 (585.678 Stand 31. Dezember 2005), um 2042 Einwohner gestiegen. Dennoch gibt es seit 1965 einen Rückgang um elf Prozent (rund 70.000 Personen). Einer aktuellen Studie des Wirtschaftsmagazin Capital zufolge wird Dortmund entgegen dem deutschen Trend bis zum Jahr 2013 einen Einwohnerzuwachs von 0,9% vorweisen.

Weltanschauungen

Hauptartikel: Religionsgeschichte der Stadt Dortmund

Die Dortmunder Stadtkirchen 1611
A=Reinolditurm;
B=Marienkirche;
G=alte Nicolaikirche;
M=Burgthor;
P=Dominikanerkloster (heute Propsteikirche);
N=Katharinenkloster;
O=Petrikirche

Von den 588.168 Einwohnern Dortmunds sind 34,8% der Bevölkerung konfessionslos oder gehören anderen Religionen an. Konfessionslose stellen somit knapp die größte Bevölkerungsgruppe, gefolgt von 34,6% evangelischen, 29,6% katholischen und 0,7% jüdischen Einwohnern. Die islamische Religion wird vom Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Dortmund nicht gesondert erfasst, berücksichtigt man jedoch die Zahlen zur Herkunft der Dortmunder Bevölkerung, ergibt sich ein Anteil von 6% - 8% islamischen Glaubens.

Christentum

Die Propsteikirche vom Hansaplatz aus gesehen
Die Propsteikirche vom Hansaplatz aus gesehen

Dortmund gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war Sitz eines Archidiakonats. Ab 1523 fasste allmählich die Reformation Fuß. Doch wurde erst ab 1562 das Abendmahl in beiderlei Gestalt ausgeteilt. Die Stadt war danach überwiegend protestantisch. Als Freie Reichsstadt konnte Dortmund auch die religiösen Angelegenheiten selbst regeln und so erhielt die Stadt 1570 ein neues Kirchenregiment. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Das reformierte Bekenntnis war bis 1786 überhaupt nicht zugelassen. 1625 errichtete der Rat die Superintendentur Dortmund. Hieraus entstand nach dem Übergang an Preußen der spätere Kirchenkreis Dortmund innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Provinzialkirche. Später wurde der Kirchenkreis Dortmund in vier Kirchenkreise aufgeteilt. Heute bilden die Kirchenkreise Dortmund-Mitte-Nordost (22 Kirchengemeinden), 2002 fusioniert aus den Kirchenkreisen Dortmund-Mitte und Dortmund Nordost, Dortmund-Süd (14 Kirchengemeinden) und Dortmund-West (14 Kirchengemeinden) mit ihren zugehörigen Kirchengemeinden zusammen mit dem benachbarten Kirchenkreis Lünen (5 Kirchengemeinden) den „Verband der evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreise in Dortmund und Lünen“, die Evangelische Kirche in Dortmund und Lünen innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Auch nach Einführung der Reformation gab es noch wenige Katholiken in Dortmund, die weiterhin zum Erzbistum Köln gehörten. Ihnen verblieben zunächst nur die Klosterkirchen für gottesdienstliche Nutzungen. 1616 erhielt jedoch das Dominikanerkloster wieder Pfarrrechte. Nach 1803 wurden die katholischen Klosterkirchen entweder säkularisiert oder gar abgebrochen. Die Kirche des aufgehobenen Dominikanerklosters blieb als Propsteikirche erhalten. 1821 wurden die Katholiken dem Bistum beziehungsweise Erzbistum Paderborn zugeordnet. Infolge starker Zuwanderung im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert, insbesondere aus der damaligen Provinz Posen, nahm auch die Zahl der Katholiken stark zu. 1832 wurde Dortmund Sitz eines katholischen Dekanats, das später in die Dekanate Mitte, Nordost, Süd und West unterteilt wurde, zu denen heute alle Pfarrgemeinden der Stadt Dortmund gehören. Die Dekanate Dortmund-Nordost und Dortmund-Süd umfassen jedoch auch Pfarrgemeinden, die nicht zum Stadtgebiet Dortmunds gehören.

Ansicht der Reinoldi- und Marienkirche
Ansicht der Reinoldi- und Marienkirche

Neben den landeskirchlich-evangelischen (34,7 % der Dortmunder gehören der evangelischen Landeskirche an) und katholischen Gemeinden (29,7 % der Dortmunder gehören der Römisch-katholischen Kirche an) in Dortmund gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter mehrere evangelisch-freikirchliche Gemeinden (Baptisten) (Christuskirche Dortmund-Mitte, Feldherrnstraße, Brückengemeinde Dortmund-Hörde, Auferstehungsgemeinde Dortmund-Eving, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Asseln, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Mitte, Saarbrücker Straße (Brüderbewegung) und Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Huckarde), die Freie Evangelische Gemeinde Dortmund-Körne und die Evangelisch-methodistische Kirche Dortmund-Mitte. Auch eine Orthodoxe Kirche und die Alt-Katholische Kirche sind in Dortmund vertreten.

Daneben gibt es als weitere Religionsgemeinschaften, die ihre Wurzeln im Christentum haben, die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“). Die Mormonen betreiben in Dortmund eine genealogische Forschungsstelle.

Siehe ergänzend auch Religionsgeschichte der Stadt Dortmund.

Islam

Bedeutendste nichtchristliche Religionsgemeinschaft in Dortmund ist der Islam. Viele Moscheen und Gebetshäuser (vor allem in der stark türkisch besiedelten nördlichen Innenstadt) machen dies deutlich. Zur Zeit (Mitte 2006) gibt es in Dortmund etwa 30 Moscheevereine.

Die islamischen Strukturen in Dortmund gründeten in Vereinen meist türkisch stämmiger Arbeitsmigranten. Der 1966 gegründete Verein Türkischer Arbeitnehmer in Dortmund und Umgebung richtete 1973 die erste islamische Gebetsstätte in einem ehemaligen evangelischen Gemeindehaus in der Dortmunder Nordstadt ein. Mitte der siebziger Jahre gab es zahlreiche Gründungen von Vereinen gemeinsamer religiöser Identität. Unterstützt wurden diese Gemeinden häufig durch das Amt für Religiöse Angelegenheiten (türkisch: Diyanet İşleri Başkanlığı, kurz: DİB), welches seit Anfang der 70er Jahre in der Türkei ausgebildete islamische Theologen in die deutschen Moscheevereine entsandte. Im November 1976 wurde der erste islamische Theologe als Lehrer und Vorbeter in Dortmund begrüßt.

Zwischen 1979 und 1983 bestand die Islamische Gemeinde Dortmund als selbstständiger Dachverband der islamischen Gemeinden in Dortmund. Diese löste sich 1983 auf, da die Gründung einer sogenannten Diyanet-Stiftung seitens des Religionsattachés der türkischen Botschaft angedacht war. Diese Stiftung wurde letztlich nicht realisiert und die Dortmunder Gemeinden schlossen sich schließlich der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (türkisch: Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, kurz: D.I.T.I.B.) an. Zur D.I.T.I.B. gehören heute zehn Gemeinden in Dortmund.

Neben den an den nationalen Gegebenheiten in der Türkei orientierten Moscheevereinen existieren in Dortmund weitere islamische Gemeinden, zum Beispiel die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş mit anderen spirituellen Ausrichtungen.

Als sich in den 90er Jahren abzeichnete, dass die Arbeitsmigranten dauerhaft in Dortmund bleiben würden, hatte dies auch Auswirkung auf die Moscheevereine. Die bis dahin lose organisierten Vereine organisierten sich nach deutschem Vereinsrecht und strebten Gemeinnützigkeit an. Die zuvor häufig in Hinterhäusern untergebrachten Gebetsstätten zogen in die Vorderhäuser. Der Islam wurde sichtbarer. Der Trend zum Bau repräsentativer Moscheen, wie er in ganz Deutschland zu beobachten ist, hält auch in Dortmund an.

Zu Auseinandersetzungen mit der meist nichtmuslimischen Umwelt führte, wie in anderen deutschen Städten auch, der Ezan, der Gebetsruf des Muezzin.

Judentum

Tafel zum Gedenken an die alte Dortmunder Synagoge am Opernhaus
Tafel zum Gedenken an die alte Dortmunder Synagoge am Opernhaus

Schon für das Mittelalter ist die Ansiedlung von Juden in Dortmund urkundlich belegt. Man betete damals in einem eigenen Bethaus mit Mikwe. Nach Pogromen im 16. Jahrhundert siedelten sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder Juden in größerer Zahl an. 1895 entstand als zentrale, repräsentative Betstätte die Alte Synagoge Dortmund. Die erzwungene Auswanderung im Nationalsozialismus und der Holocaust dezimierten die jüdische Bevölkerung Dortmunds drastisch.

In den 90er Jahren ist die Jüdische Gemeinde durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wieder erheblich gewachsen. Heute umfasst die orthodoxe jüdische Kultusgemeinde 4200 Mitglieder. Sie betreibt neben einer Synagoge auch einen Kindergarten. Auch der jüdische Teil des Dortmunder Hauptfriedhofs wird heute wieder aktiv genutzt.

Dortmund ist Sitz des Landesverbandes der jüdischen Kultusgemeinden in Westfalen/Lippe.

Weitere Religionsgemeinschaften

In Dortmund existieren zwei Thai-Buddhistische Gemeindezentren: Wat Pah Analayo und Wat Dhammabharami. Neben diesen beiden Gemeinden, die am Theravada-Zweig des Buddhismus orientiert sind, gibt es auch ein Zentrum, dass eine Form des Vajrayana vertritt. Dieses gehört dem Buddhistischen Dachverband Diamantweg e.V. an.

Für die hinduistische Gemeinde der in Dortmund lebenden Tamilen ist der Sri Kamadchi Ampal-Tempel in Hamm von großer Bedeutung.

Außerdem existiert eine Bahai-Gemeinde.

Interreligiöser Dialog

Die Ursprünge des christlich-islamischen Dialogs in Dortmund finden sich im 1969 initiierten Arbeitskreis für Religion und Weltanschauung der Rheinisch-Westfälische Auslandsgesellschaft. In den 1990er Jahren fanden erste direkte Kontakte zwischen christlichen und islamischen Gemeinden im Arbeitskreis Kirche und Moschee statt. Diese Arbeitskreise existieren heute nicht mehr.

Seit 1993 widmet sich das gemeinsam von Christen und Muslimen initiierte Dortmunder Islamseminar der interreligiösen Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Christen. Träger des Islamseminars sind die Abu-Bakr-Moschee Dortmund, die Moschee Bachstraße des VIKZ, die (evangelischen) Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und Lünen und das Katholische Forum Dortmund.

Dem Zusammenleben von Juden und Christen in Dortmund widmet sich die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V.

Politik

Dortmunder Rathaus
Dortmunder Rathaus
Das alte (links) und das mittlere Stadthaus (rechts) vom Dortmunder Friedensplatz aus gesehen beherbergen immer noch Teile der Stadtverwaltung
Das alte (links) und das mittlere Stadthaus (rechts) vom Dortmunder Friedensplatz aus gesehen beherbergen immer noch Teile der Stadtverwaltung

An der Spitze der Stadt Dortmund stand in Zeiten der Freien Reichsstadt der 18köpfige später 12köpfige Rat, welcher im Laufe der Zeit verschiedentlich zusammengesetzt war. Die Amtszeit dauerte zunächst ein Jahr, wobei die Mitglieder turnusmäßig wechselten, sodass es einen „alten Rat“ und einen „neuen Rat“ beziehungsweise „sitzenden Rat“ gab. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Ratsherren auf Lebenszeit gewählt. Von den 6 Obersten Ratsherren führten zwei den Titel „Bürgermeister“. Der 7. Sitz war dem Freigrafen vorbehalten. Nach 1803 übernahm ein fürstlich-oranischer Stadtmagistrat die Amtsgeschäfte und in französischer Zeit gab es einen Maire, dem ein Munizipalrat zur Seite stand. Nach 1815 gab es einen Bürgermeister und einen Gemeinderat. Mit Einführung der Städteordnung 1835 leiteten der Magistrat und das Stadtverordnetenkolleg unter Vorsitz des Bürgermeisters die Verwaltung. Ab 1860 trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Der Oberbürgermeister wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt und rekrutiert sich seit nunmehr 61 Jahren in ununterbrochener Folge aus den Reihen der SPD. Die dominierende Stellung der SPD führte zur Metapher von Dortmund als „Herzkammer der Sozialdemokratie“.

Bundestagsabgeordnete

Das Dortmunder Stadtgebiet bildet zwei Bundestagswahlkreise.

Der Wahlkreis 143 Dortmund I umfasst die westlichen Stadtbezirke. Hier entfiel 2005 mit 56,3 Prozent der abgegebenen Erststimmen das Direktmandat in den Jahren 2002 und 2005 auf den SPD-Abgeordneten Marco Bülow. Über die Landliste zogen Markus Kurth, Bündnis 90/Die Grünen sowie Michael Kauch, FDP in den 16. Deutschen Bundestag ein.

Die östlichen Stadtbezirke bilden den Wahlkreis 144 Dortmund II. Hier fiel das Direktmandat 2005 mit 57,9 Prozent erneut auf Ursula Burchardt, SPD. Über die Landesliste wurde Erich G. Fritz, CDU gewählt.

Kommunalwahlergebnisse

Ergebnisse der Kommunalwahlen seit 1946 in Prozent
Ergebnisse der Kommunalwahlen seit 1946 in Prozent

Eine Übersicht der Ergebnisse der Dortmunder Kommunalwahlen nach dem 2. Weltkrieg:

1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004
SPD 46,2 46,0 49,7 57,0 54,2 61,2 57,3 57,2 57,3 55,4 52,9 51,4 41,0 41,3
CDU 35,1 31,1 29,5 31,0 35,2 33,4 35,6 35,2 34,3 30,7 25,7 30,4 41,7 32,7
Grüne 10,7 9,8 12,2 9,9 11,5
FDP 3,6 7,8 10,9 6,7 7,8 5,4 5,3 6,2 4,6 2,3 3,9 2,1 1,8 3,8
Sonstige 15,0 15,1 9,9 5,3 2,8 1,8 1,3 3,7 0,9 7,7 3,9 5,6 10,6
Sitzverteilung im Stadtrat 2004
Sitzverteilung im Stadtrat 2004

Sitzverteilung im Stadtrat

SPD CDU Grüne FDP Bürgerliste DVU PDS-Offene Liste Linkes Bündnis Offensive D Gesamt
2004 36 28 10 4 3 3 2 1 1 88
1999 34 34 8 1 2 2 0 1 0 82

Bei der Kommunalwahl 2004 errangen 36 SPD-Kandidaten einen direkten Sitz im Stadtrat, obwohl der SPD nur 34 Sitze zugestanden hätten. Aufgrund dessen wurden sechs Überhang- und Ausgleichsmandate eingerichtet (SPD: 2, CDU: 2, Grüne: 1, Bürgerliste: 1). Ein CDU-Ratsherr wechselte wenige Tage nach der Wahl zur FDP. Das für die Offensive D gewählte Ratsmitglied trat Ende 2004 aus der Partei aus. FDP und Bürgerliste bilden im Rat eine gemeinsame Fraktion.

In der Stichwahl zum Bürgermeisteramt am 10. Oktober 2004 erhielt Dr. Gerhard Langemeyer (SPD) 62,53 % der abgegebenen Stimmen gegenüber 37,46 % für den CDU-Kandidaten Frank Hengstenberg.

Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister

Oberstadtdirektoren

Landräte des Landkreises Dortmund (bis zum 22. März 1928)

  • 1860-1899: Otto Freiherr von der Heyden-Rynsch
  • 1899-1916: Kurt Freiherr von der Heyden-Rynsch
  • 1918-1919: Adolph Overweg
  • 1919-1928: Dr. Robert Klauser

Landräte des Landkreises Hörde (bis 1929)

  • 1887-1900: Heinrich Philipp Spring
  • 1900-1905: Karl von Starck
  • 1905-1907: Dr. Felix Busch
  • 1907-1919: Dr. Alfred Luckhaus
  • 1919-1929: Wilhelm Hansmann

Wappen und Farben

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Dortmund
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Dortmund

Das Wappen zeigt in Gold den rechtsblickenden, einköpfigen, staufischen, reichsstädtischen schwarzen Adler. Er ist rot bewehrt und bezungt. Das Siegel zeigt dasselbe Symbol mit der Inschrift „Stadt Dortmund“.

Nachdem Dortmund sich im 13. Jahrhundert zur Freien Reichs- und Hansestadt entwickelt hatte, führte es den Reichsadler in Wappen und Siegel als imperiales Symbol der kaiserlichen Stadt. Das älteste bekannte Siegel der Stadt Dortmund von 1241 zeigte einen Turm hinter Stadtmauern, die Darstellung des Reichsadlers erscheint wenig später als Symbol der Stadt in Wappendarstellungen. Als Siegelbild findet sich der Adler zunächst im Sekretsiegel, dem kleinen Siegel des Rates.

Im Unterschied zum Reichsadler im kaiserlichen Wappen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit war der Dortmunder Adler ursprünglich auf silbernem Grund. Bereits Anfang des 16. Jh. findet sich im Schichtbuch Hermann Botes die heutige Kolorierung. Doch zeigte das offizielle Wappen den Adler lange in Silber. Erst 1946 wurden die historischen / weimarer Reichsfarben mit goldenem Schild endgültig übernommen. 1871 wurden zwei Löwen als Wappenhalter und eine Krone auf den Schild hinzugefügt. Diese wurden jedoch 1888 beziehungsweise 1908 wieder entfernt.

Flagge der Stadt Dortmund
Flagge der Stadt Dortmund

Die Flagge der Stadt ist Rot und Weiß in Längsstreifen. Dies sind die Farben der Hanse.

Neben Wappen und Farben gab es seit 1994 ein Logo, das die stilisierten Buchstaben DO in einem rechtsoffenen Halbkreis aus neun dunkelblauen fünfzackigen Sternen zeigt. Die Sterne werden nach unten hin kleiner. Der senkrechte Strich im D ist nach oben verlängert und nochmals kurz gekreuzt. Er soll den Florianturm darstellen, während zwei gebogene Striche über dem O auf die große Westfalenhalle anspielen. Die beiden Buchstaben sind in Petrol gehalten. Die Darstellung mit Sternen galt als Europalogo, teilweise fand man das Logo auch ohne Sterne. Im Frühjahr 2005 wurde das städtische Corporate Design aber wieder auf die traditionellen Farben und Symbole umgestellt. Außerdem stellt die Stadt Dortmund für Bürger oder Unternehmen, die ihre Verbundenheit mit Dortmund zeigen wollen, noch eine Stadtsilhouette mit mehreren markanten Gebäuden in der Farbe des ehemaligen Logos zur Verfügung.

Städtepartnerschaften

Dortmund pflegt offiziell sieben internationale Städtepartnerschaften. In der Reihenfolge des Zustandekommens sind dies (in Klammern die Jahreszahl, seit der die Partnerschaft besteht):

Frankreich Amiens, Frankreich (1960)
Vereinigtes Königreich Leeds, Vereinigtes Königreich (1969)
Vereinigte Staaten von Amerika Buffalo (New York), Vereinigte Staaten (1977)
Russland Rostow am Don, Russland (1978)
Israel Netanya, Israel (1981)
Serbien Novi Sad, Serbien (1982)
China Xi'an, China (1992)

Außerdem unterhält Dortmund seit 1988 eine innerdeutsche Städtefreundschaft zu Zwickau in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das Opernhaus des Theaters Dortmund
Das Opernhaus des Theaters Dortmund
Harenberg City-Center Dortmund
Harenberg City-Center Dortmund

Das 1904 gegründete Theater Dortmund bietet Oper, Ballett, Schauspiel und ein Kinder- und Jugendtheater. Auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Spielstätten Opernhaus, Schauspielhaus und die Studiobühne neu errichtet und galten als wichtiges Symbol des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Stadt. Ein Gedenkstein vor dem Opernhaus erinnert an die Zerstörung der Synagoge in der Reichspogromnacht. Das Kinder- und Jugendtheater „Theater Sckellstraße“ hat seine Spielstätte an der gleichnamigen Straße in unmittelbarer Nähe des Westfalenparks.

Das Ensemble Fletch Bizzel wurde 1979 gegründet. Seit 1985 verfügt das Theater Fletch Bizzel über eine eigene Bühne am Alfons-Spielhoff-Platz. Neben eigenen Inszenierungen des Ensembles werden im Theater auch regelmäßig Kindertheater- und Puppentheaterproduktionen gezeigt. Zum Theater gehören eine Galerie und eine Kulturwerkstatt, die als Weiterbildungsstätte im Bereich Theater, Tanz und Gesang dient. Die wohl bekannteste Produktion des Theaters ist die alljährlich in der Zeche Zollern stattfinde Veranstaltungsreihe Geierabend.

In einem ehemaligen Straßenbahndepot an der Immermannstraße in der Dortmunder Nordstadt hat das Theater im Depot seine Spielstätte gefunden. Die sich als Zentrum der freien Theaterkunst verstehende Bühne bietet seit Januar 2001 zum großen Teil Eigenproduktionen, aber auch andere freie Theatergruppen ohne eigene Spielstätte finden hier ein Zuhause. Eine Theaterwerkstatt mit Kursen und Workshops für Amateure und Laienschauspieler rundet das Programm ab.

Das private Theater Olpketal ist die Heimatbühne des Dortmunder Originals Bruno Knust, genannt Günna. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Günna widmet sich in seinen mit viel Lokalkolorit gewürzten Produktionen immer wieder den Themen Ruhrgebiet, den Bewohnern dieser Region sowie dem Fußball. Auch als Autor regelmäßiger Kolumnen in den Ruhr-Nachrichten erfreut sich Knust in der Stadt großer Beliebtheit.

Über die landschaftlich schönste Spielstätte verfügt die Naturbühne Hohensyburg mitten im Syburger Wald am Fuße der Hohensyburg. Seit 1952 werden hier in den Sommermonaten unterschiedliche Inszenierungen für große und kleine Theaterfreunde von Laienschauspielern aufgeführt. Seit 2003 wird in den Wintermonaten die Spielsaison im Studio der Naturbühne fortgesetzt. Besonders beliebt sind die regelmäßigen Kindermusicals.

Die Seebühne im Westfalenpark
Die Seebühne im Westfalenpark

Die „Schule für Tanzkunst“ bildet das Tanztheater Cordula Nolte. In einer historischen Turnhalle an der Rheinischen Straße finden seit 1998 regelmäßig Tanztheaterinszenierungen auf einer privaten Studiobühne statt.

Die Absolventen der Theaterschule Là Bouche bilden das freie Roto-Theater. Theaterschule und Roto-Theater verfügen über eine Bühne im Dortmunder Norden.

Das mit nur 45 Plätzen kleinste Dortmunder Theater ist das Nostalgische Puppentheater im Westfalenpark.

Weitere Dortmunder Spielstätten sind:

Musik

Das Konzerthaus aus der Luft
Das Konzerthaus aus der Luft
Strassenfront mit Konzerthaus in der Brückstraße
Strassenfront mit Konzerthaus in der Brückstraße

Das 2002 eröffnete, neu erbaute Konzerthaus Dortmund - die Philharmonie für Westfalen - gilt als Leuchtturmprojekt der Dortmunder Musikkultur. Das in einer modernen Stahl-Glas-Architektur errichtete Konzerthaus verfügt über 1500 Plätze und gilt als Klangkörper mit einer herausragenden Akustik. Das Konzerthaus ist Sitz der Dortmunder Philharmoniker, die 1887 gegründet wurden.

Der Dortmunder Oratorienchor wurde 1899 als „Lehrer-Gesangverein Dortmund“ gegründet und gab seinen ersten musikalischen Vortrag zur Eröffnung des Dortmunder Hafens in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm. Seit 1905 besteht eine Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester Dortmund. Während der nationalsozialistischen Diktatur werden viele Mitglieder des Chores aufgrund ihrer jüdischen Abstammung ausgeschlossen und die Kriegswirren bedeuten das vorläufige Ende des Chors. Erst 1957 findet der Lehrerchor wieder zusammen und wird mangels sangesfreudiger Lehrer 1986 zum Dortmunder Oratorienchor. Das Repertoire des Chores umfasst klassische Musik von Bach bis Vivaldi.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 im zerbombten Dortmund von Emil Rabe der Dortmunder Kammerchor aus der Taufe gehoben. Auf zahlreichen Auslandsreisen errang der Chor eine Vielzahl von internationalen Auszeichnungen, so zum Beispiel im Jahre 1954 den „Großen Preis der Republik Irland“. Der Dortmunder Kammerchor wurde bereits vier Mal mit dem Titel Meisterchor des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Das 1968 von der Stadt Dortmund eröffnete Freizeitzentrum West (FZW) gilt als Veranstalter innovativer Jugend- und Popkultur. Der vom Verein für Unabhängige Kultur (VUK) getragene Club bietet jährlich über 250 Veranstaltungen für verschiedene jugendliche Subkulturen und musikalische Szenen. Im FZW spielen in den Locations Halle, Club und Biergarten neben regionalen Größen auch regelmäßig internationale Topacts verschiedener Musikrichtungen. Auch als Partylocation hat das FZW einen guten Ruf. Legendär ist die Ü-30-Party. Als einer der ersten Clubs Deutschlands erkannte das FZW früh den Bedarf mittelalter Menschen an guter Musik und Tanz und gründete den Club30. Das Electronic Music Festival Juicy Beats wird von FZW organisiert.

Seit 1969 existiert der Jazzclub domicil. Ursprünglich in den Kellerräumen einer Kindertagesstätte beheimatet, fand dieser 2005 eine Heimat im früheren Studio-Kino im Westfalenhaus an der Hansastraße. Der als Verein organisierte Jazzclub veranstaltete in seiner Geschichte unzählige Konzertveranstaltungen mit regionalen und internationalen Interpreten. Die Webseite des Clubs verfügt über ein umfangreiches Veranstaltungsarchiv. Der WDR und der Deutschlandfunk nutzen den Club regelmäßig zu Konzertmitschnitten. Das renommierte New Yorker Jazzmagazin downbeat zählt das domicil zu den hundert besten Jazzclubs der Welt.

Das Jugendjazzorchester Nordrhein-Westfalen wird 1975 mit dem Ziel der Nachwuchsförderung als erstes Jugendjazzorchester Deutschlands etabliert. Von den mittlerweile 400 Künstlern, die im Jugendjazzorchester ihre ersten Meriten sammelten, konnte gut ein Drittel den Weg des professionellen Musikers einschlagen.

Auf eine mittlerweile mehr als 50-jährige Geschichte kann die Jazzband Siggi Gerhard-Swingtett zurückblicken. Im 1948 gegründeten Hot Club Dortmund fanden Siggi Gerhard und Hilbert Homberg zueinander und gründeten die Formation. Es folgten Auftritte im WDR und beim Deutschen Jazzfestival. Bis heute besitzt das Siggi Gerhard-Swingtett mit ihrem eingängigen Swing große Popularität.

Für die Ausbildung junger Musiker ist die Musikschule Dortmund zuständig. Schon 1901 als Musikkonservatorium gegründet blickt die Musikschule auf eine lange Geschichte zurück. Heute betreut die Musikschule mit 150 Lehrkräften jährlich mehr als 4000 junge Musiker.

Der Barbershop-Chor Ladies First gehört zu den erfolgreichsten Chören dieses Genres in Deutschland.

Auch im Bereich der U-Musik gibt es einige nennenswerte Interpreten:

Anfang der 80er Jahre erlangte die in der Hausbesetzerszene beheimatete Folkrock-Band Cochise überregionale Bedeutung. Auf der Friedensdemo gegen den NATO-Doppelbeschluss am 10. Juni 1982 in Bonn spielte die Band vor 350.000 Menschen.

Auch die Punkformation The Idiots, rund um das Dortmunder Urgetüm Hannes, erspielte sich eine dankbare Fangemeinde. Nach deren Auflösung gründete Sänger Sir Hannes die Phantoms of Future, die sich in den 90er Jahren als einer der bekanntesten deutschen Independent-Rock-Acts etablieren konnten.

Heute wird die vielfältige unabhängige Musikszene durch Bands und Interpreten wie Cosmo Klein, Jelly Planet, Sasha und Too Strong deutschlandweit wahrgenommen.

Die Chorakademie Dortmund ist europaweit eine der größten Singschulen ihrer Art.

Museen

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Der Adlerturm
Der Adlerturm
Zeche Zollern II/IV
Zeche Zollern II/IV
Hoesch-Museum Dortmund, Eberhardtstr.13.
Hoesch-Museum Dortmund, Eberhardtstr.13.

Das 1947 gegründete Museum am Ostwall für moderne und zeitgenössische Kunst sammelt Gemälde, Skulpturen, Objekte, Fotos des 20. Jahrhunderts. Es beherbergt die größte Sammlung von Werken des Malers Alexej von Jawlensky in Deutschland sowie die Sammlung „Die Brücke“ aus dem Umfeld des „Blauen Reiters“. Zudem wurden Anfang der 90er-Jahre über tausend Arbeiten von Marcel Duchamp bis Joseph Beuys, von Günther Uecker bis Jean Tinguely aus der Sammlung von Siegfried Cremer erworben, die einen weiteren Schwerpunkt des Museums bilden (Informelle Kunst, Zero und Fluxus).

Das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte findet sich heute in einem 1924 von Hugo Steinbach als Städtische Sparkasse erbauten Art-Déco-Bau. Die Sammlung des Museums gibt anhand von Gemälden, Skulpturen, Möbeln und Kunsthandwerk einen Einblick in die Kulturgeschichte der Stadt. Zeitlich umfasst die Sammlung Exponate der Ur- und Frühgeschichte bishin zu Exponaten des 20. Jahrhunderts. Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. unterhält eine ständige Ausstellung zur Geschichte des Vermessungswesens und präsentiert seltene geodätische Instrumente. Die Räumlichkeiten des Museum werden regelmäßig zur Präsentation von überregional bedeutenden Kunst- und Kulturausstellungen genutzt.

Das Museum Adlerturm beherbergt eine Ausstellung zur mittelalterlichen Stadtgeschichte. Zu sehen sind Ausgrabungsfunde und ein Modell der mittelalterlichen Stadt. Zeitgenössische Darstellungen, historische Waffen und Gebrauchsgegenstände veranschaulichen das Erscheinungsbild Dortmunds im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte.

Das Museum für Naturkunde wurde 1912 gegründet und versucht die Erdgeschichte, Mineralien und die heimische Tier- und Pflanzenwelt dem Publikum näher zu bringen. Die Geologie bildet einen Schwerpunkt des Museum. Höhepunkte des Museums sind ein Mineralien-Kabinett mit einer wunderschönen Bergkristall-Gruppe, ein Besucher-Schaubergwerk und ein Amazonas-Aquarium mit tropischen Süßwasserfische.

Im Mittelpunkt des Deutschen Kochbuchmuseums Dortmund steht die Kochbuchautorin Henriette Davidis, die von 1856-1876 in Dortmund lebte. Das Museum möchte anhand der ausgestellten Exponate Gesellschaftsleben und Küchentechnik, Sozialunterschiede und Tischkultur des 19. Jahrhunderts erlebbar machen.

1910 als Einrichtung zur Lehrerfortbildung und als Lehrmittel-Schausammlung gegründet, blickt das Westfälische Schulmuseum auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten schulhistorischen Sammlung in Deutschland und besticht durch ein umfangreiches museumspädagogisches Programm.

Das Westfälisches Industriemuseum hat seine Zentrale auf der Zeche Zollern II/IV, einem Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Die 1903 fertig gestellte Musterzeche der Gelsenkirchener Bergwerks-AG glänzt durch eine Jugendstilarchitektur mit Zügen norddeutscher Backstein-Gotik. Das Jugendstilportal rettete die Halle 1969 vor dem drohenden Abriss und machte sie damit zum Pionierbau der Industriedenkmalpflege in Deutschland. Heute ist Zollern Museum der Sozial- und Kulturgeschichte des Ruhrbergbaus.

Die 1992 stillgelegte Kokerei Hansa bietet als begehbare Großskulptur faszinierende Einblicke in die Geschichte der Schwerindustrie des vergangenen Jahrhunderts. Auf einem Erlebnispfad Natur und Technik können Besucher die unter Denkmalschutz stehenden Produktionsbereiche der Kokerei begehen. Herausragend ist eine erhaltene Maschinenhalle mit fünf Gaskompressoren der Demag. Hansa ist Sitz der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Deutsche Arbeitsschutzausstellung
Deutsche Arbeitsschutzausstellung

Die Deutsche Arbeitsschutzausstellung (DASA) ist ein 1993 gegründetes technisches Museum im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld in der Nähe der Universität Dortmund. Die Ausstellung zeigt moderne und vergangene Technik-Welten. Die Technik wird dabei nicht als Selbstzweck dargestellt, sondern immer der Bezug zum damit arbeitenden Menschen hergestellt.

Das 2005 wiedereröffnete Hoesch-Museum findet sich im ehemaligen Portierhaus I der Westfalenhütte. Das durch die Zusammenarbeit ehemaliger „Hoeschianern“, dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv entstandene Museum zeigt die Bedeutung des Unternehmens Hoesch AG für die Stadt auf und präsentiert die Industriegeschichte der Stahlindustrie von 1871 bis zum Niedergang Ende des 20. Jahrhundert.

Die Steinwache in Dortmund ist eine Mahn- und Gedenkstätte an die Gräuel der Nazi-Zeit und beherbergt die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945“ des Dortmunder Stadtarchivs.

Brauereimuseum
Brauereimuseum

Im April 2006 wurde das Brauereimuseum Dortmund wiedereröffnet. Untergebracht im historischem Maschinenhaus der ehemaligen Hansa-Brauerei mit angrenzender Produktionshalle aus den 60er Jahren gibt das Museum einen Überblick über die Brauhistorie der Stadt.

Die Ausstellung Hafen und Schifffahrt im Alten Hafenamt informiert anhand von Schiffs- und Hafenmodellen über das Schifffahrtswesen und die moderne Hafenwirtschaft.

In den Kellerräumen der Adler-Apotheke, der ältesten Apotheke in Nordrhein-Westfalen, befindet sich ein kleines privates Apotheken-Museum. Auf knapp 100 m² Ausstellungsflächen findet sich eine historische Apotheke mit Offizin (Handverkaufsraum), Materialkammer, Labor, Vorratsräumen sowie einer Kräuterkammer.

Galerien

Das Künstlerhaus Dortmund wird seit 1983 von Künstlern in Selbstorganisation geführt und als Ausstellungsort für zeitgenössische und experimentelle Kunst genutzt. Es befindet sich in der Dortmunder Nordstadt in einem ehemaligen Betriebsgebäude der Zeche Westphalia.

Die Volkshochschule im Löwenhof
Die Volkshochschule im Löwenhof

Der Dortmunder Kunstverein wurde 1984 gegründet und hat seinen Sitz in der Volkshochschule. Das Ausstellungsprogramm umfasst jährlich vier bis sechs Präsentationen zeitgenössischer junger Kunst aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Fotografie oder Videokunst.

Auch das Torhaus Rombergpark des ehemaligen Schloss Brünninghausen der Familie von Romberg wird als städtische Galerie genutzt.

Kino

Das große Kinosterben hat auch Dortmund erfasst. Die Eröffnung des Multiplexkinos CineStar am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs bedeutet das Ende für die vielen kleinen Innenstadtkinos vor allem auf der Brückstraße. Überlebt hat auf dieser ehemaligen Kinostraße nur noch die Schauburg als unabhängiges Lichtspieltheater.

Im Dortmunder Norden bedienen die beiden Programmkinos Roxy und Camera den anspruchsvollen Cineasten mit einem ausgewogenen Filmangebot.

Von den ehemals zahlreichen Kinos in den Dortmunder Stadtteilen hat nur die Filmbühne Postkutsche Aplerbeck den Sprung ins dritte Jahrtausend geschafft.

Bauwerke

Altes Dortmunder Stadthaus
Altes Dortmunder Stadthaus
Die Stadt- und Landesbibliothek mit IWO-Hochhaus, RWE-Tower und Sparkassenhochhaus im Hintergrund
Die Stadt- und Landesbibliothek mit IWO-Hochhaus, RWE-Tower und Sparkassenhochhaus im Hintergrund
Die bekannteste Häuserzeile am Westenhellweg
Die bekannteste Häuserzeile am Westenhellweg
Krügerpassage)
Krügerpassage)

Das Alte Stadthaus wurde 1899 nach einem Entwurf von Stadtbaurat Friedrich Kullrich im Stil der Neurenaissance errichtet. Wie viele Gebäude Dortmunds wurde es im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Zwischen zwei Fenstern der Westseite befindet sich der westfälische Spruch „So fast as düörpm“, zu deutsch: „So fest wie Dortmund“. An der Frontseite sind die Wappen von acht Hansestädte zu sehen, unter anderem von Bremen, Lübeck, Hamburg, Münster und Köln. Den Balkon über dem Portal umrahmen zwei weibliche allegorische Figuren, deren linke die Blütezeit Dortmunds im Mittelalter symbolisiert. In einer Hand hält die Figur das mittelalterliche Rathaus, in der anderen die Hansekogge. Die rechte Figur ist ein Symbol für das neu herangebrochene Industriezeitalter, denn die Figur stützt sich mit dem Arm auf einem Dampfhammer ab, in den Händen hält sie ein Meßgerät und einen Plan.

Die Krügerpassage in der Dortmunder Innenstadt ist die älteste Passage auf Dortmunder Stadtgebiet; sie wurde 1912 im Stil der Neorenaissance von Paul Lutter und Hugo Steinbach erbaut. Jedoch fiel sie im Zweiten Weltkrieg wie viele bedeutende Dortmunder Bauwerke dem Krieg zum Opfer und wurde erst 1953 wieder aufgebaut.

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