Ein Drehmeißel - in der Schweiz und ugs. in deutschen Betrieben auch Drehstahl - ist ein Werkzeug, das in der spanabhebenden Bearbeitung zum Drehen eingesetzt wird. Ein Drehmeißel besteht in der Regel aus einem Stahlschaft, auf den eine Wendeschneidplatte geschraubt oder geklemmt wird.
Als Schneidstoff für Drehwerkzeuge werden vorwiegend Wendeschneidplatten aus beschichtetem Hartmetall oder Schneidkeramik eingesetzt. Weitere Schneidstoffe sind polykristallines kubisches Bornitrid, polykristalliner (PD) sowie monokristalliner Diamant (MD). PD/MD-Schneidstoffe werden heute bei der Bearbeitung von NE-Metallen wie z.B. Messing, Al-Legierungen oder Ti-Legierungen eingesetzt. Für harte Werkstoffe ist polykristallines kubisches Bornitrid, für Gusseisen Siliciumnitrid einsetzbar. Vereinzelt (z. B. bei schwierigen Formen oder bei Schwingungsproblemen) werden auch heute noch Drehmeißel aus Schnellarbeitsstahl (HSS) verwendet.
Drehmeißel werden grundsätzlich nach zwei Gesichtspunkten unterschieden.
Je nach angewandtem Drehverfahren gibt es unterschiedliche Arten von Drehmeißeln. Dies sind Drehmeißel mit genormten DIN-Wendeschneidplatten für die gängisten Bearbeitungen, Stechmeißel zum Einstechen von Nuten und Abstechen von Bauteilen, sowie Gewindedrehmeißel zum Gewindedrehen.