Dreifaltigkeitsikone

Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow
Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow

Die Dreifaltigkeitsikone (russisch троица, wiss. Transliteration troica) von Andrei Rubljow gilt als einer der Höhepunkte der russischen Malerei. Das gleiche Motiv findet sich auch auf zahllosen weiteren Ikonen im ganzen orthodoxen Bereich.

Das etwa 1411 entstandene Gemälde ist 114 x 112 cm groß.

Das Bild stellt die Dreifaltigkeit nicht direkt dar, denn direkte bildliche Darstellungen von Gott Vater sind in der Orthodoxie unüblich (da es von Gott Vater kein in der Bibel überliefertes inkarniertes Bild gibt). Es symbolisiert sie vielmehr anhand einer Szene aus dem Alten Testament: dem Besuch der drei Engelsboten bei Abraham und Sara (1. Mose 18,1-33). Die drei Engel sitzen um einen Tisch, auf dem ein Kelch steht. Jede der drei Personen hält einen Stab, das Sinnbild der Autorität, alle drei haben danach die gleiche göttliche Autorität.

Der Tisch ist das Symbol für den Altar, der Kelch ist das Symbol für das göttliche Opferlamm der Eucharistie, und jede der drei Personen zeigt mit einer Handbewegung ihre Beziehung zu ihm an. Der Vater, in der Mitte, deutet mit zwei Fingern darauf, die auf die göttliche und menschliche Natur des Opferlamms hinweisen. Der Sohn, links vom Vater (der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters) hat die Hand in einer Segensgeste erhoben und zeigt damit, dass er die Sendung, die ihm bestimmt ist, annimmt. Der Heilige Geist, rechts vom Sohn zeigt auf eine rechteckige Öffnung im Tisch, die die Welt symbolisiert und weist dadurch darauf hin, dass die Sendung des Sohnes in die Welt und zur Errettung der Welt geschieht.

Die drei Figuren bilden zusammen einen Kreis als Zeichen der Einheit, gleichzeitig ist ein Kreuz dargestellt gebildet aus den drei Köpfen in der Waagrechten und dem Vater, dem Kelch und der Welt in der Senkrechten.

Die drei Gestalten sind sich sehr ähnlich, aber nicht gleich; es sind jedoch keine Rang- oder Altersunterschiede zu erkennen.

Die "falsche" Perspektive (der Fluchtpunkt liegt vor dem Bild) bezieht den Betrachter ein, lässt ihn am heiligen Geschehen teilhaben.

Das Meisterwerk der Ikonenmalerei ist gleichzeitig eine Theologie in Farbe. Die Darstellung der Dreifaltigkeit durch Rubljow wird 1551 von einer Moskauer Synode als dogmatisch vorbildlich und verpflichtend bezeichnet.

Heute ist die Ikone in der Tretjakow-Galerie in Moskau ausgestellt.

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