| Duszniki Zdrój | |||
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| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Staat: | Polen | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | ||
| Landkreis: | Kłodzko | ||
| Fläche: | 22,28 km² | ||
| Geographische Lage: | 50° 24' N, 16° 23' O | ||
| Höhe: | 583 m n.p.m | ||
| Einwohner: | 5.138 (30. Juni 2005) | ||
| Postleitzahl: | 57-340 | ||
| Telefonvorwahl: | (+48) 74 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | DKL |
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| Wirtschaft & Verkehr | |||
| Straße: | E67 Kłodzko–Hradec Králové | ||
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | ||
| Gemeinde | |||
| Gemeindeart: | Stadtgemeinde | ||
| Verwaltung (Stand: 2006) | |||
| Bürgermeister: | Bolesław Krawczyk | ||
| Adresse: | Rynek 6 57-340 Duszniki Zdrój |
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| Webpräsenz: | www.duszniki.pl | ||
Duszniki Zdrój [duʃˈɲici ˈzdruɪ̯] (deutsch Bad Reinerz) ist eine Stadt und Kurort an der Weistritz im Südwesten Polens, zwischen Heuscheuergebirge, Habelschwerdter Gebirge und Adlergebirge. Sie gehört zum Powiat Kłodzki der Woiwodschaft Niederschlesien.
Inhaltsverzeichnis |
Das heutige Duszniki Zdrój entwickelte sich aus einem Dorf Dusnik und wurde erstmals 1324 als Reinharcz (oppidum Reinhardi) erwähnt. Es gehörte zur ehemaligen böhmischen Herrschaft Hummel. Im Jahre 1408 verlieh der damalige Herrschaftsbesitzer Dietrich von Janowitz der Stadt verschiedene Privilegien. In den Hussitischen Kriegen wurde Reinerz mehrmals drangsaliert und zerstört. 1477 wurde die Herrschaft Hummel durch Georg von Podiebrads Sohn Herzog Heinrich d. Ä. von Münsterberg, der zugleich Graf von Glatz war, in die Grafschaft Glatz eingegliedert. Ab dieser Zeit ist die politische und kirchliche Zugehörigkeit von Reinerz weitgehend identisch mit der Geschichte der Grafschaft Glatz. Als Ende des 16. Jahrhunderts die Herrschaft Hummel durch Verkauf der einzelnen Dörfer aufgelöst wurde, erwarb Reinerz 1595 das Vorwerk beim Hummelschloss und wurde rentamtliche Kameralstadt. Der Dreißigjährige Krieg, unter dem es viele Plünderungen zu erleiden hatte, brachte eine wirtschaftliche Verarmung. 1648 wurde Reinerz königliche Stadt, 1684 folgte die Landstandschaft. Nach den Schlesischen Kriegen 1742 und endgültig nach dem Hubertusburger Frieden 1763 kam Reinerz zusammen mit der Grafschaft Glatz an Preußen. 1844 vernichtete ein Feuer weite Teile der Stadt. Die Eisenbahnstrecke Glatz-Rückers erreichte 1902 Reinerz und wurde 1905 bis nach Kudowa verlängert.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Reinerz wie ganz Schlesien an Polen und wurde in Duszniki Zdrój umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde 1946 vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum großen Teil ihrerseits Heimatvertriebene aus Ostpolen. In der Folgezeit entwickelte sich Duszniki Zdrój zu einem der beliebtesten Ferien- und Kurorte Polens.
Durch seine Lage an der bedeutenden Heer- und Handelsstraße Prag–Náchod–Glatz–Breslau erlebte Reinerz mehrere Perioden des wirtschaftlichen Aufschwungs und Wohlstands. Neben der Entwicklung durch den Badebetrieb und dem Aufstieg zum Kurort erlangen besondere Bedeutung:
Die Eisenerzlager von Reinerz und Umgebung waren seit Anfang des 15. Jahrhunderts bekannt. Wegen Abwanderung der protestantischen Bergleute in den Religionswirren nach dem Dreißigjährigen Krieg ging der Bergbau Ende des 17. Jahrhunderts ein. Durch Gründung einer Eisenschmelze und eines Hammerwerks im Schmelzetal (auch Weistritztal oder Grünwalder Tal genannt) versuchte 1822 Nathan Mendelssohn mit finanzieller Hilfe seines Bruders Joseph Mendelssohn den Bergbau wiederzubeleben. Die Grundsteinlegung für den Schmelzofen fand am 18. August 1823 statt, bald danach wurde der Betrieb der Eisenhütte aufgenommen. Das Unternehmen hatte jedoch keinen dauerhaften Erfolg. Vermutlich wegen der schweren Hochwasserschäden von 1827 und 1829 gab Nathan Mendelssohn den Betrieb, der unmittelbar an der Weißtritz lag, Ende 1829 auf. Die Eisenhütte ging an den Berliner Maschinenbaumeister Franz Anton Egells über und soll noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestanden haben.
Die alte Papiermühle wurde 1562 von dem aus Sachsen stammenden Papierfabrikanten Nikolaus Kretschmer übernommen und 1605 nach einer Überschwemmung neu errichtet. Sie war berühmt für die Herstellung von milbenfreiem Büttenpapier, das u. a. für die Urkunden des Heiligen Römischen Reiches verwendet wurde. Der Gründer Georg Kretschmer wurde von Kaiser Rudolf II. mit dem Zusatz von Schenkendorf geadelt. 1706 verkauften seine Nachkommen die Mühle an die böhmische Familie Heller. Seit 1822 war sie im Besitz der Familie Wiehr. 1937 wurde die Produktion eingestellt.
Bereits vor 1583 entstand die Gilde der Tuchmanufaktur, die bis Ende des 18. Jahrhunderts Handelsbeziehungen bis nach Russland und China unterhalten haben soll. 1751 waren 106 Tuchmachermeister in der Gilde eingetragen. 1895 gründete Hermann Hanke eine mechanische Leinwandweberei. 1897 wurde eine Stickschule eröffnet.
Sie wurde seit 1770 durch die Fabrikantenfamilie Rohrbach aus Rückers gefördert. 1894 gründete die Firma Knittel eine Glasschleiferei.
Das Kurviertel liegt auf der Gemarkung des früheren Dorfes Vorder-Kohlau, etwa 1 km südwestlich der Stadt Reinerz, mit der es durch eine Allee verbunden ist.
Die erste Quelle wurde 1408 erwähnt. 1605 wurden die Quellen für Heilzwecke genutzt. Nach Entdeckung weiterer Quellen begann ab Anfang des 19. Jahrhunderts der Bau des Kurbades, das 1822 in städtischen Besitz überging. 1866 diente das Kurbad als Lazarett für die Kriegsverletzten des Deutschen Krieges. Die Kureinrichtungen, Sanatorien und Pensionen an den Hängen des Weistritztales wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts während der Amtszeit des Bürgermeisters Paul Dengler, der gleichzeitig Kurdirektor war, errichtet.
Durch die Wirksamkeit der natürlichen Kohlensäurebäder gehörte Reinerz Anfang des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Herzheilbädern Europas.
Die vier arsenhaltigen Kohlensäure-Stahlsprudel entspringen aus dem Glimmerschiefer des Reinerzer Tales. Sie werden als Bade- und Trinkkuren bei Herz-, Kreislauf-, Gefäß- und Stoffwechselkrankheiten sowie Nerven- und Frauenleiden verordnet. Auch das thermisch hochwertige Mineralmoor und eine Molkenkuranstalt wurden in früherer Zeit für Heilzwecke eingesetzt.
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