Eberhard Waechter (* 9. Juli 1929 in Wien; † 29. März 1992 ebenda) war ein österreichischer Sänger und Operndirektor. Er galt als einer der bedeutendsten Baritone des 20. Jahrhunderts im deutschen und italienischen Zwischenfach.
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Eberhard Waechter wurde als Sohn einer jüdisch-aristokratischen Familie in Wien geboren. Angehörige gingen im Ghetto Theresienstadt zugrunde oder wurden in Auschwitz ermordet. Waechter studierte in Wien bei der Gesangspädagogin Elisabeth Rado und debütierte 1953 als Silvio in Leoncavallos I pagliacci an der Wiener Volksoper. Ab 1955 war er Mitglied der Wiener Staatsoper, der er bis an sein Lebensende treu blieb, obwohl er früh zu einer Weltkarriere an die bedeutendsten Häuser aufbrach. Waechter sang bei den Salzburger Festspielen die Titelpartie in „Don Giovanni“ und den Grafen in „Die Hochzeit des Figaro“, in Bayreuth als einer der bevorzugten Künstler Wieland Wagners den Amfortas in „Parsifal“, den Kurwenal in „Tristan und Isolde“ und seine Glanzpartie, den Wolfram im „Tannhäuser“. Waechter gastierte unter anderem an der Scala in Mailand, an der Metropolitan Opera in New York, an der Covent Garden Opera in London und am Teatro Colón in Buenos Aires. Er war einer der Lieblingssänger Herbert von Karajans während dessen Direktionszeit an der Wiener Staatsoper. Mitte der sechziger Jahre ereilte ihn früh eine Stimmkrise, von der er sich nicht mehr ganz erholte. Die Schönheit der Stimme kam nicht wieder, dafür entwickelte sich Waechter zu einem der charismatischeten Singschaupieler des 20. Jahrhunderts. Späte Höhepunkte waren Produktionen mit Claudio Abbado („Simone Boccanegra“) und Carlos Kleiber („Die Fledermaus“), beide an der Bayerischen Staatsoper in München. 1987 bis 1992 war er Direktor der Wiener Volksoper, 1991 bis 1992 auch Direktor der Wiener Staatsoper, beides mit Ioan Holender. Sein besonderes Augenmerk galt dem Wiederaufbau des Ensembles. Am 29. März 1992 erlag er während eines Waldspaziergangs einem Herzinfarkt. Seine Grabstelle ist am Zentralfriedhof Wien.
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