Eduard Büchsel

Eduard Büchsel (* 1. Mai 1917 in Schweicheln bei Herford, † 17. Juni 1980 in Dortmund) war ein deutscher Organist und Kantor und Kirchenmusikdirektor.

Leben

Eduard Büchsel wird am 1. Mai 1917 als Sohn eines Anstaltspfarrers in Schweicheln geboren. Im Alter von 18 Jahren beginnt er sein Musikstudium in Leipzig am dortigen Landeskonservatorium der Musik. Dort überträgt ihm der Thomaskantor Günther Ramin im Jahr 1936 bereits als Student die Stelle des stellvertretenden Organisten an der Thomaskirche.

Im Jahr 1939 übernimmt Büchsel das Organistenamt in Völklingen (Saar), 1941 schließt er sein Kirchenmusikstudium mit der A-Prüfung ab und geht als Kantor an die Trinitatiskirche im 1940 bis 1945 von Deutschland besetzten und damals so bezeichneten Litzmannstadt (polnisch Łódź). Im Jahr 1945 gerät er in Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft wirkt Büchsel im Oktober 1945 als Kantor in Münster (Westfalen). Im Mai 1946 bewirbt er sich als Organist und Kantor nach Gütersloh, wo er im Juli 1946 seine Stellung an der Martin-Luther-Kirche aufnimmt.

Noch im September des gleichen Jahres gründet er den Bachchor Gütersloh, den er und sein Nachfolger Hermann Kreutz in der Folge zu überregionaler Bekanntheit führen soll. Ende 1947 gründet er einen Kinderchor. Im Frühjahr 1948 fällt Büchsel dem Nordwestdeutschen Rundfunk als herausragender Organist auf und verpflichtet ihn für zahlreiche Rundfunkaufzeichnungen mit Orgelmusik.

Im Jahr 1955 wird von der Kirchengemeinde Gütersloh die Teilung der kirchenmusikalischen Arbeit erwogen. Büchsel gibt 1957 die Leitung der Chöre an seinen Nachfolger Hermann Kreutz ab und widmet sich in der Folge vor allem dem künstlerischen Orgelspiel. Unter anderem betreibt er hier maßgeblich den Bau einer neuen Steinmeyer-Orgel in der Gütersloher Martin-Luther-Kirche.

1960 folgt er dem Ruf als Reinoldikantor an die St. Reinoldi-Kirche in Dortmund, wo er zum Kirchenmusikdirektor ernannt wird. Hier leitet er den Chor des Bachvereins Dortmund, seit 1973 Dortmunder Bachchor (an St. Reinoldi). Mit ihm führt er Hauptwerke für Chor, Soli und Orchester vom Barock bis zur gemäßigten Moderne und unbegleitete Chormusik auf. Auch führt er seine Tätigkeit als Organist fort, unter anderem in den regelmäßigen "Orgelfeierstunden" an der großen Orgel der Reinoldikirche (V/P 72, Walcker, 1958). Dabei sind Werke von J. S. Bach und Max Reger die Eckpfeiler seines Repertoires.

Im Jahr 1980 stirbt Büchsel in Dortmund nach langjähriger Krankheit.

Büchsels künstlerische Auffassungen als Organist sind durch die Leipziger Schule geprägt. Seine Reger-Interpretationen verstehen diese Musik aus der Tradition der Spätromantik und suchen sie nicht im Sinne der Orgelbewegung zu versachlichen. Als Bach-Interpret steht Büchsel seinem Lehrer Günther Ramin nahe. Auch seine Aufführungen der Passionen Bachs erinnern mit breiten Tempi, großer Besetzung, modernem Orchesterklang und hochexpressiver Gestaltung der Chorpartien an Ramin.

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