Einfluss bezeichnet die potentielle oder effektive Wirkung eines Subjekts oder einer Interessengruppe auf eine Zielperson oder -gruppe. Zu unterscheiden ist zwischen Einflusshaben (passiv, evtl. unbewusst) und Einflussausüben (aktiv, bewusst). Wenn Einfluss bewusst ausgeübt wird, zielt er auf die Veränderung von Einstellungen oder die Korrektur von Überzeugungen; manche Definitionen fassen auch die Herbeiführung einer bestimmten Entscheidung oder eines gewünschten Verhaltens unter die möglichen Ziele der Ausübung von Einfluss; in diesem Fall ist Einfluss von Macht kaum zu unterscheiden. Das bewusste Ausüben von Einfluss setzt notwendigerweise eine persönliche Beziehung zwischen Einflussnehmer und Beeinflusstem voraus; die Grundlagen gelungener Einflussnahme sind oft persönliches Charisma des Einflussnehmers oder (psychische oder materielle) Abhängigkeit des Beeinflussten. Einfluss auf Andere kann man allerdings auch unbewusst und ungewollt haben: Heimliche Vorbilder wissen von ihrem Einfluss ebenso wenig wie längst verstorbene Klassiker.
Von besonderer sozialer Relevanz ist politischer Einfluss. Die Abgrenzung zur politischen Macht ist schwierig und umstritten.
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nach (Meier, Slembeck [1994] ):
Im Geschäftsverkehr und in der Politik sind der Beeinflussung durch Vorteilsgewährung moralische und rechtliche Grenzen gesetzt (Korruptionsverbot).
Sozialer Einfluss der Gesellschaft entspringt dem Wunsch des Individuums nach Zugehörigkeit zur Gemeinschaft. Über Präferenzen und Wertvorstellungen der Gemeinschaft prägen sich soziale Normen aus, welchen sich die Individuen anpassen. Durch die Angleichung eigener Wertvorstellungen an Gruppenpräferenzen findet eine individuelle Anpassung an gleichgesinnte Gruppen statt. Innerhalb der Gruppen wird die Konformität der Gruppenmitglieder durch Gruppendruck gefördert. Der Zusammenhalt der Gruppe (siehe Kohäsion) setzt ein Mindestmaß an Konformität voraus.
Soziale Normen wirken in dem Sinne ansteckend und führen zur Ausprägung von Angleichungen im Verhalten und den Wertvorstellungen. Gruppenzugehörigkeit funktioniert über Identifikation, die teilweise auch aus gemeinsam geteilter Geschichte beeinflusst wird. Die Mechanismen können sowohl über die angesprochene kollektive Historizität, als auch über symbolische Ortsbezogenheit, Generation (-enschicksal) oder ähnlichem hergestellt werden. Eine Angleichung umfasst einen kollektiven Erfahrungsraum, der zu gleichen (kollektiv erarbeiteten) Normalvorstellungen führt. Auch weitere Personen können diesen teilen. Üblicherweise gibt es hierfür Initiationsriten, Intronisationen innerhalb von Schlüsselsituationen oder -prozessen oder auch durch Rahmenbedingungen bestimmte Anlässe (z.B. gemeinsamer Schulbesuch). Dadurch steigt innerhalb der Gruppe die Verlässlichkeit und Voraussehbarkeit des Verhaltens der Gruppenmitglieder, was die Interaktion in der Gruppe fördert. Dieser Konformitätsdruck kann zu Gleichförmigkeit, vorauseilendem Gehorsam und Obrigkeitshörigkeit und sinkender Toleranz führen.
Zum Einen ist die Anpassung an Konformitätsforderungen des sozialen Umfeld eine verbreitete und oft unabdingbare Voraussetzung in vielen Situationen. Zum Anderen führt sozialer Einfluss auch zu Widerstand gegen diesen Einfluss. Konformitätsdruck kann deshalb als Gegenbewegung Unabhängigkeitsbestrebungen auslösen. Der Wunsch nach Einmaligkeit und Individualität stellt sich damit in Kontrast zum Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit (nach K.J Gergen und M.M. Gergen [1986] ).
Dieser Artikel behandelt Einfluss als soziales, gesellschaftliches und politisches Phänomen. Für Erläuterung von deterministischen Gesetzmäßigkeiten in naturwissenschaftlichen oder technischen Systemen i.S.v. Einfluss von Ursache auf nachfolgende Wirkung siehe unter Kausalität bzw. Einfluss i.S.v. Einwirkung.