Die Eisenerzer Alpen sind der südliche Teil der Ennstaler Alpen. Sie werden im Norden begrenzt vom Ennstal, Erzbach- und Vordernbergertal, im Süden vom Mur-, Liesing- und Paltental, wo die wichtige Alpentraverse über den Schoberpass (849 m) verläuft. Im Gegensatz zu den Kalkstöcken der Ennstaler Alpen gehören sie aber zur Grauwackenzone. Im Norden werden sie durch Radmer- und Johnsbachgraben und die Kaiserau von den Gesäusebergen getrennt.
Höchster Gipfel ist das Gößeck (2.214 m) im Reiting-Massiv (Südosten des Gebirges), gefolgt vom Doppelgipfel des Lugauer (2.209 m) im Westen. Der bekannteste Berg ist jedoch der Eisenerzer Reichenstein (2.165 m), benannt nach der historischen Montanstadt am Erzberg. Dies vor allem deshalb, damit er nicht mit dem Admonter Reichenstein im Gesäuse verwechselt wird.
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Der geradlinige Hauptkamm der Eisenerzer Alpen zieht sich über eine Länge von etwa 60 Kilometer: von Selzthal bei Liezen im Westen bis zur Paßstraße des Präbichl (1.226 m) bei Eisenerz im Osten. Dabei führt ein fast durchgehender Panoramaweg über seinen Kamm - ein Geheimtipp für Bergwanderer, die einsame Pfade, schöne Aussichten und unberührte Natur suchen. Allerdings verlangt diese Marathonstrecke vom Wanderer große Ausdauer und an einigen markanten Stellen Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. In verschiedenen Wanderführern wird für den rund 40 Kilometer langen Eisenerzer-Alpen-Höhenweg zwischen den Stützpunkten Mödlinger Hütte und Reichensteinhütte eine Wanderzeit von 12-14 Stunden angegeben! Während der gesamten Strecke bieten sich hervorragende Blicke auf die Gesäuseberge und den Hochschwab im Norden und auf die Niedere Tauern im Süden. Von den meisten Gipfeln geht die Aussicht bis zum Dachstein und zum Toten Gebirge im Westen und ins Grazer Bergland mit den Fischbacher Alpen im Osten. Geologisch interessant ist der Bereich über dem Gaishorner Fenster in der Nähe der Treffner Alm unweit der Mödlinger Hütte. Hier trifft die Grauwackenzone der Eisenerzer Alpen auf die Kalksteinberge der Admonter Reichensteingruppe.
Die wichtigsten Gipfel im Hauptkamm sind von West nach Ost:
Einige Bergtouren lassen sich gut über 3-4 Gipfel anlegen, z.B. die Route Wildfeld, Stadel-, Schwarzenstein und Höchstein, die je nach Aufstieg 15-20 km lang ist, entlang der Grate aber relativ geringe Höhenunterschiede aufweist. Vom Südosten her kann man den langen Trofaiacher Einige Varianten kann man auch abseits der Wegmarkierungen über steile Wiesenflächen und sanfte Grate führen.
Gebirgsstock am südlichen Rand der Eisenerzer Alpen. Mit seinen vier Gipfeln - Gösseck (2214 m), Grieskogel (2148 m), Kahlwandspitze (2049 m) und Klauen (1849 m), zwanzig zum Teil wüsten Gräben und steilen Waldleiten ist er fast ein eigenes kleines Gebirge. Er liegt zwischen Trofaiach, Gai und dem Liesingtal. Das Massiv besteht hauptsächlich aus Devonkalken, nur die im Süden vorgelagerten Vorberge und Westhänge sind aus Grauwackenschiefern aufgebaut. Der Reiting ist ein Blumenberg und seine Flora ist besonders reichhaltig. Über 70 Orchideenarten wachsen hier. Ausnehmend reizvoll sind seine Petergstammwiesen (Aurikel - Primula auricula) unterhalb des Grieskogelgipfels, aber auch das zahlreiche Vorkommen des stengellosen Enzians, verschiedener Kohlröserlsorten und vieler sonstiger Alpenblumen ist bemerkenswert. Auch die seltenen Eiben und die fremdländische Spirke sind hier beheimatet. Der Reiting ist auch ein Jagd- und Wildberg. Auf dem Reiting und den benachbarten Bergen ziehen heute die besten Gebirgshirsche Österreichs. Er ist auch ein bedeutendes Gämsen- und Steinbockrevier. Fast der ganze Berg gehört zum Forstbetrieb der Gutsherrschaft Franz Mayr-Melnhof, der zu den größten privaten Waldbesitzern Österreichs zählt. Der Reiting war auch immer ein Industrieberg. Schon im Mittelalter wurde in den Bereichen der heutigen Gemeinden Gai und Kammern Eisenerz abgebaut und geschmolzen. Der Berg hat für die Eisenindustrie schon sehr früh Holz geliefert, er ist heute Freizeitbereich für die in der Industrie tätigen Menschen. Er bildet einen Kontrast zur Industriestadt Leoben-Donawitz. Typisch ist das Bild des frisch angeschneiten Reiting als Hintergrund für die Schlotlandschaft des Hüttenwerkes Donawitz der voestalpine AG. Ein markierter Weg führt von Schardorf bei Trofaiach durch den Bechelgraben (eigentlich Pechölgraben) auf das Gösseck. Weitere markierte Zustiege gibt es von Kammern und Mautern aus.
siehe auch: Erzberg
Der Eisenabbau auf dem Erzberg, auch „Steirischer Brotlaib“ genannt, bei Eisenerz ist bereits seit der Römerzeit (Anfang des 4. Jahrhunderts) bekannt. Vermutlich wurde er aber auch schon von den Kelten genutzt. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Erzberg 1171. Im 19. Jahrhundert erlebt die Eisengewinnung unter Erzherzog Johann einen großen Aufschwung, von dem die ganze Region profitiert. 1986 wird der Untertageabbau eingestellt, in den Stollen wird ein Schaubergwerk eingerichtet.
Der Erzberg gilt als das größte Sideritvorkommen (FeCO3) der Welt, hat aber aufgrund der Durchmischung mit anderen Erzen nur einen Eisengehalt von 20-40 %. Die abgebauten Erze werden über die Rudolfsbahn in die Stahlhütten nach Leoben und Linz transportiert.
Der Sage nach ist das Auffinden der Eisenvorkommen am Erzberg auf das Wissen eines Wassermanns zurückzuführen. Dieser wurde von Eisenerzern am Leopoldsteinersee gefangen und wollte sich die Freiheit wieder erkaufen. Dafür bot er "Gold für zehn Jahr', Silber für hundert Jahr' oder Eisen für immerdar". Die klugen Eisenerzer wählten letzteres worauf ihnen der Wassermann den Erzberg zeigte. Nachdem sie sich von den Erzvorkommen überzeugt hatten, ließen sie den Wassermann frei und dieser verschwand in einer Karstquelle, die seither "Wassermannloch" genannt wird.
Auf dem Erzberg wird jährlich ein Enduro-Rennen durchgeführt, das ErzbergRodeo. Es gilt als eines der härtesten Rennen seiner Art weltweit.
Touristisch ist das Gebiet mit zahlreichen Wanderwegen erschlossen, bietet aber mit der Reichensteinhütte am Gipfel des Eisenerzer Reichensteins (2.165 m) nur eine bewirtschaftete Berghütte mit Nächtigungsmöglichkeit an. Außerdem stehen die Eisenerzer Alpen im Schatten der großen Nachbarn, den Niederen Tauern, dem Gesäuse und dem Hochschwab. Sehr beliebt ist der über die Grate der Vordernberger Mauern führende Grete-Klinger-Steig, der Schwindelfreiheit und Trittsicherheit verlangt, aber ausgezeichnet mit Seilsicherungen ausgestattet ist.
In den Randgebieten (Präbichl, Wald am Schoberpass, Kaiserau) sind kleine Wintersportgebiete angesiedelt, welche die Möglichkeit für alpinen Skilauf und Skilanglauf bieten.
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