El Greco

El Greco. Büste in Fodele, Kreta
El Greco. Büste in Fodele, Kreta
„Die Verkündigung“, 1575
„Die Verkündigung“, 1575
„Pius V.“, um 1600
Pius V.“, um 1600

El Greco (spanisch „Der Grieche“) (* um 1541 in Fodele oder in Kandia (heute Heraklion) auf Kreta; † 7. April 1614 in Toledo; eigentlich griechisch Δομήνικος ΘεοτοκόπουλοςDomínikos Theotokópoulos“) war ein Maler, Bildhauer und Architekt griechischer Herkunft und Hauptmeister des spanischen Manierismus beziehungsweise der ausklingenden Renaissance.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Vor seiner Auswanderung aus Kreta wirkte El Greco als Ikonenmaler. In der byzantinischen Schule galt er als Meister seiner Kunst, wenn sich auch bereits in seiner kretischen Phase eine Verbindung von östlicher und westlicher Maltechnik anbahnte. El Greco arbeitete seit etwa 1565 im Atelier von Tizian in Venedig, ließ sich von der Malerei Jacopo Bassanos und Tintorettos beeinflussen, ging 1570 nach Rom und weilte 1577 zunächst in Madrid, kurze Zeit später in Toledo, wo er Aufträge vor allem für den spanischen Hofadel ausführte und eine große Werkstatt unterhielt. Der sterbende El Greco bat darum, seine Gebeine nach Griechenland zu überführen; seine genaue Grabstätte ist unbekannt.

Werk

In Rom war er in der Hauptsache als Bildnismaler tätig und stand unter dem Einfluss der Werke des Florentiner Bildhauers, Malers, Architekten und Dichters Michelangelo. Dem damals herrschenden Stil von Michelangelo wollte El Greco aber nicht folgen, weshalb er Rom wieder verließ. Im Jahr 1577 zog El Greco nach Spanien und wirkte zunächst in Madrid. Doch schon bald zog er nach Toledo. Dort realisierte er nicht nur kirchliche Auftragsarbeiten und fertigte Porträts an, sondern wurde zunächst auch Hofmaler Philipps II. In der Zeit von 1580 bis 1584 entstand sein Altargemälde mit dem Titel „Martyrium des heiligen Mauritius und der thebanischen Legion“. Dieses Werk löste wegen El Grecos Malstil einen Skandal aus. Die Interpretation religiöser Themen, die Figuren mit ihren Überlängungen und die grelle Farbgebung entsprachen nicht dem Geschmack der Zeit und seiner Auftraggeber. Mit diesem Gemälde wurden ihm die Aufträge vom Königshof entzogen. Danach schuf er seine Hauptwerke, die sich der Gegenreformation verpflichteten.

Der Schriftsteller Stefan Andres schildert in seiner 1936 erschienenen Novelle "El Greco malt den Großinquisitor" die Bedingungen von Kunst in einer Diktatur anhand des Porträts des Großinquisitors, das El Greco um 1600 malte.

Literatur

  • David Davies; John Huxtable Elliott: El Greco. National Gallery Company, London 2003. ISBN 1-857-09933-8
  • Irma Emmrich: El Greco. Koehler & Amelang, Leipzig 1988. ISBN 3-733-80043-5
  • Michael Scholz-Hänsel: El Greco 1541–1614. Taschen, Köln 2004. ISBN 3-822-83170-0

Weblinks

Commons
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Quelle:
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