Sr. Maria Emilie Engel (* 6. Februar 1893 in Husten/Drolshagen; † 20. November 1955 in Koblenz-Metternich) war eine katholische Lehrerin, Ordensfrau und Provinzoberin und starb "im Rufe der Heiligkeit", mittlerweile ist ein Seligsprechungsprozess im Gange.
Emilie Engel ist als große historische Gestalt und Oberin der Schönstatt-Bewegung bekannt, vor allem als Vorbild in Sachen Hingabe an Gott und erlöstes Auftreten eines modernen gläubigen Christen im Sinne der Erneuerungsbewegung Schönstatt, gleichzeitig aber war Emilie Engel ein Beispiel für den Weg einer Angstneurotikerin, die durch die seelische Führung und Begleitung des Psychologen und Pädagogen P. Josef Kentenich (Gründer der Schönstatt-Bewegung) Heilung gefunden hat. Erst dadurch wurde sie zu der charismatischen Persönlichkeit, als die man sie heute kennt.
Seit 12. Oktober 1999 läuft ein Seligsprechungsprozess über sie.
Ihr Mentor und Lehrer war Josef Kentenich, den sie im Zuge ihrer Tätigkeit als Lehrerin kennengelernt hatte und der jungen Engel gleichzeitig Mentor und Therapeut wurde. Sie litt seit einem traumatischen Kindheitserlebnis im Alter von sechs Jahren unter Angstzuständen und war von einer strengen religiösen Erziehung geprägt, wo eher ein strenger strafender Gott gefürchtet wird. Kentenich, der neben seiner geistlichen Tätigkeit auch ein erfahrener Psychologe und Pädagoge war, half der jungen Frau aus ihrem neurotischen Gottesbild.
Ein wichtiger Punkt dieser jahrelangen Therapie war der marianische Zugang der Theologie Kentenichs. Durch ein "Liebesbündnis" mit Maria konnte die junge Lehrerin im Rahmen der neu entstandenen Kentenich-Pädagogik ein liebevolleres Gottesbild aufbauen. So verschwanden nicht nur die Angstzustände, sondern Engel wurde zu einer selbstsicheren fröhlichen Frau, die ihren Glauben ohne Angst leben konnte.
Nach dieser Heilungsgeschichte begann sich Engel selbst intensiv mit der Theologie Kentenichs zu beschäftigen und wurde eine der ersten Schönstätter Marienschwestern der jungen und damals umstrittenen katholischen Schönstatt-Bewegung.