Enkirch

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Enkirch
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Enkirch hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Traben-Trarbach
Koordinaten: 49° 59′ N, 7° 8′ O
Höhe: 105 m ü. NN
Fläche: 25,43 km²
Einwohner: 1654 (30. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56850
Vorwahl: 06541
Kfz-Kennzeichen: WIL
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 029
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 3
56841 Traben-Trarbach
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Karl-Heinz Weisgerber (SPD)

Enkirch ist eine Ortsgemeinde an der Mosel unterhalb von Traben-Trarbach. Sie gehört zur Verbandsgemeinde Traben-Trarbach im rheinland-pfälzischen Landkreis Bernkastel-Wittlich (Deutschland).

Enkirch im August
Enkirch im August

Inhaltsverzeichnis


Geografie

Enkirch liegt an der Mündung eines verzweigten Bachlaufes aus dem Hunsrück auf der rechten Moselseite, ca. 31 km nordöstlich von Bernkastel-Kues und ungefähr 52 km südlich von Cochem. Die Mosel legt von Enkirch bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutsches Eck in Koblenz eine Strecke von 102 km zurück.

Bei Enkirch liegt eine Staustufe der Mosel. In Enkirch mündet der vom Hunsrück kommende Ahringsbach in die Mosel.

Geschichte

Wechselnde Klimaeinflüsse im Erdmittelalter (Mesozoikum, vor 200-60 Mio.J.) und in der Erdneuheit (Neozoikum, vor 60-1 Mio.J.) hinterließen Hochflächen und Täler, wie sie das Bild von Hunsrück und Eifel eindrucksvoll prägen.

Steinwerkzeuge aus der Jungsteinzeit (5000-2000 v.Ch.), Bronzezeitfunde (1200 v.Ch.) und aus der Hallsteinzeit (800-450 v.Ch.) in und um Enkirch belegen eine kontinuierliche Besiedlung dieser Landschaft. Aus der Zeit der Kelten (um 400 v.Ch.) stammen Siedlungs- und Grabfunde in der Umgebung von Starkenburg (u.a. Wederath).

Enkirch verdankt seinen Namen dem Königshof Anchiriachus, der im Testament der fränkischen Königstochter Adela von 690 bezeugt ist. Sie vermachte ihre Besitzungen in Anchiriachus dem Kloster Pfalzel, dessen Äbtissin sie war. Er ist damit einer der ältesten Ortsnamen des Mosellandes.

Man kann für Enkirch eine kontinuierliche Besiedlung seit etwa 2 500 Jahren annehmen, jedoch gehen die ersten Siedlungsspuren bis in die Steinzeit zurück. In der Kelten- und anschließenden Römerzeit war Enkirch schon sehr bedeutend. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte durch das Testament der Adelstochter Adela als Anchiriacum vom 1. April 733. Die zweite urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 908 erfolgte durch König Ludwig IV. Er war der letzte Karolingerkönig und wurde auch "Ludwig das Kind" genannt. In dieser Urkunde wurde der Ort als Ancaracha bezeichnet. Über Enkricha, Einkirke und Enkerich hat sich dann der heutige Ortsname entwickelt.

Seit dem 11. Jahrhundert gehörte Enkirch zur Grafschaft Sponheim. Im 12. Jahrhundert bauten die Sponheimer oberhalb Enkirchs die "Starkenburg". Etwa im Jahre 1240 wurde die Grafschaft in die "Vordere" und "Hintere Grafschaft Sponheim", auch "Sponheim Starkenburg", geteilt.

Enkirch war damals der Hauptort der Grafschaft und erhielt deshalb bereits 1248 den Freiheitsbrief mit Stadt- und Marktrechten sowie eigener Gerichtsbarkeit. Enkirch war damals befestigt und mit einer Stadtmauer mit 7 Toren umgeben. Nach der Fehde zwischen Gräfin Loretta von Sponheim und dem Erzbischof und Kurfürst Balduin von Trier und dessen Gefangennahme durch Loretta, baute Lorettas Sohn Johann III bei Trarbach eine neue Burg, die Grevenburg. Dadurch wurde Trarbach Sitz der Grafschaft Sponheim und Enkirch verlor an Bedeutung, obwohl es bis ins 19. Jahrhundert hinein wesentlich größer war als Traben und Trarbach zusammen.

Blick von Starkenburg auf Enkirch und die Schleuse.
Blick von Starkenburg auf Enkirch und die Schleuse.

Da Enkirch zwar befestigt war, aber keine Burg besaß, diente die schon 908 erwähnte Kirche als befestigte Wehrkirche. 1557 führte Friedrich II von Simmern, der spätere Kurfürst Friedrich III von der Pfalz, im Oberamt Trarbach die Reformation ein. Seit dieser Zeit ist die Kirche evangelisch.

Im Jahre 1135 errichtete das Kloster Ravengiersburg am Ortsrand von Enkirch eine Marien-Wallfahrtskapelle. Die Kapelle wurde später zur Probsteikirche erweitert und 1685 in ein neu gegründetes Franziskanerkloster eingegliedert. Nach der Auflösung des Klosters durch Napoleon Ende des 18.Jahrhunderts wurde die Kirche der Kath. Pfarrgemeinde als Gotteshaus überlassen.

Wegen seiner hervorragenden Weinlagen war Enkirch schon sehr früh bekannt, was durch 15 ehem. kirchliche und gräfliche Weinhöfe belegt wird.

Durch die vielen Fachwerkhäuser, die im 15.- 18. Jahrhundert erbaut wurden, nennt man Enkirch auch die "Schatzkammer rheinischen Fachwerkbaues".

Im 20. Jahrhundert lebte unter anderem der Künstler Josef Candels in Enkirch.

Wappen von Enkirch

Der Anker in den Armen ist ein kippendes Element wahrscheinlich (Enkirch, von Ankerich?) und bereits auf der ältesten bekannten Dichtung, erscheint die Datierung von 1248. Die Dichtung zeigt auch die zwei kleinen Schilder mit den Armen der Zählimpulse von Sponheim, die zu der Zeit das Dorf anordneten. Als das Dorf ein verbindender Besitz des Pfalz und des Baden wurde, zeigten die zwei Schilder den Löwe des Pfalz und die Schlaufe von Baden. Die Sponheim Arme wurden wie ein drittes Schild auf der Unterseite des Ankers addiert. Im des späten 19. Jahrhundert wurden die alten Arme wieder hergestellt.

Religionen

Etwa 1100 Einwohner sind evangelisch und 450 katholisch.

Politik

Gemeinderat

Bei den Gemeinderatswahlen vom 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:

  1. SPD 43,0% (-3,9) - 7 Sitze (=)
  2. CDU 35,9% (+6,7) - 6 Sitze (+1)
  3. WGR 15,9% (-1,9) - 2 Sitze (-1)
  4. FDP 5,3% (-0,9) - 1 Sitz (=)

Bauwerke

Touristisch hervorzuheben ist die evangelische Kirche. Sehr anschauliche alte Fachwerkhäuser in engen sehr beeindruckenden Gassen, die das Flair des Mittelalters wieder aufleben lassen.

Weblinks

Quelle:
Artikel Enkirch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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