Erminger Turritellenplatte

Die Erminger Turritellenplatte ist eine massenhafte Anhäufung von fossilen Gehäusen der Turmschnecke Turritella turris aus der Zeit des unteren Miozäns bei Ulm-Ermingen (Hochsträß). Von Johannes Baier konnte gezeigt werden, dass die Ablagerung vor rund 18,5 Millionen Jahren (Unteres Ottnangium) unter flachmarinen, küstennahen Bedingungen gebildet wurden. [1] Es konnten darüber hinaus von Baier et al. (2004) bathyale Haie (Notorhynchus primigenius, Mitsukurina lineata) nachgewiesen werden. Diese Vertreter deuten sowohl auf gute Verbindungen zu den Tiefwasserregionen als auch auf ein gutes Nahrungsangebot im küstennahen Bereich hin. [2] Die Mineralführung der Ablagerung belegt ein moldanubisch-saxothurigisches Liefergebiet (vgl. Lit. Baier 2008). Die Fundstelle wurde in mehreren wissenschaftlichen Arbeiten beschrieben. [3] [4] [5]

Einzelnachweise

  1. J. Baier: Ein Beitrag zur Erminger Turritellenplatte (Mittlere Schwäbische Alb, SW-Deutschland). - Jahresbericht Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 90; Stuttgart, 2008. - [im Druck]
  2. J. Baier, K.-H. Schmitt und R. Mick: Notizen zur untermiozänen Hai- und Rochenfauna der Erminger Turritellenplatte (Mittlere Schwäbische Alb, SW-Deutschland). - Jahresbericht Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 86, 361-371; Stuttgart, 2004
  3. vgl. Lit. 1-2
  4. H. Lutzeier: Beiträge zur Kenntnis der Meeresmolasse in der Ulmer Gegend. - N. Jb. Miner. Geol. Paläont., Beil.-Bd., 46, 117-180; Stuttgart, 1922.
  5. O. Höltke: Die Molluskenfauna der Oberen Meeresmolasse von Ermingen und Ursendorf. Dipl.-Arb., Geowiss. Inst., Univ. Tübingen, 2005

Weblinks

Quelle:
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