Ernest Jones

Gruppenphoto 1909 vor der Clark University. Vorne: Sigmund Freud, Granville Stanley Hall, C.G.Jung. Hinten: Abraham A. Brill, Ernest Jones, Sandor Ferenczi.
Gruppenphoto 1909 vor der Clark University. Vorne: Sigmund Freud, Granville Stanley Hall, C.G.Jung. Hinten: Abraham A. Brill, Ernest Jones, Sandor Ferenczi.

Ernest Alfred Jones (* 1. Januar 1879 in Glamorgan, Wales; † 11. Februar 1958 in London) war ein walisischer Psychoanalytiker.

Leben und Werk

Jones wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf und entschied sich frühzeitig für den Beruf des Mediziners. Er studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität London. Er lernte die deutsche Sprache um bei Kraeplin in München Psychiatrie zu studieren. Von dort wechselte er nach Zürich, wo er 1907 C. G. Jung kennenlernte. 1908 traf er in Wien zum ersten Mal mit Sigmund Freud zusammen, woraus sich eine lebenslängliche Freundschaft entwickelte. Im gleichen Jahr nahm er eine Direktorenstelle an der psychiatrischen Klinik in Toronto an. 1910 war er Mitbegründer der Amerikanischen Psychopathologischen Vereinigung, ebenso ein Jahr später bei der Amerikanischen Psychoanalytischen Vereinigung. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kehrte er nach Europa zurück und siedelte sich in London an, wo er 1919 die British Psychoanalytic Society gründete. Zudem rief er das International Journal of Psychoanalysis ins Leben, das bis heute international bedeutendste psychoanalytische Publikationsorgan. Für dessen Herausgeberschaft zeichnete er auch von 1920 bis 1939 verantwortlich. Jones half seinem Lehrer und Freund Sigmund Freud nach dem Anschluss Österreichs 1938 an das Großdeutsche Reich bei dessen Emigration. Jones blieb in engem Kontakt mit Freud bis zu dessen Tod im Jahre 1939.

In den Jahren zwischen 1953 und 1957 veröffentlichte Ernest Jones eine voluminöse, dreibändige Freud-Biographie, welche nach wie vor als Meilenstein und wichtige Quelle der Freud-Biographik angesehen wird. Für dieses Werk konnte Jones unter anderem auch auf bisher unveröffentlichte Privatbriefe Freuds an seine Verlobte Martha Bernays zurückgreifen, die zur Korrektur eines teilweise legendenhaft-verklärten Freud-Bildes beitrugen. Jones galt überhaupt als produktiver Autor und verfasste in den fünf Jahrzehnten seiner wissenschaftlichen Karriere mehrere hundert Publikationen. Ein bedeutender Aufsatz von ihm setzt sich mit der psychoanalytischen Symboltheorie auseinander.

Werke

  • Papers on Psycho-analysis. (1913)
  • Therapie der Neurosen. (1921)
  • Essays in Applied Psycho-Analysis, 2. Bd. (1923 und 1951)
  • The Nightmare. (1931)
  • What is Psychoanalysis? (1948)
  • Hamlet and Oedipus. (1949)
  • Sigmund Freud. Life And Work. (1953-1957)
  • Free association: Memories of a Psycho-Analyst. (1959)

Weblinks

Quelle:
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