Ernst II. (Sachsen-Coburg und Gotha)

Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha

Ernst II. (* 21. Juni 1818 in Coburg; † 23. August 1893 in Reinhardsbrunn bei Gotha) war Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha und stammte aus dem gleichnamigen deutschen Fürstenhaus. Mit vollem Namen Ernst August Karl Johann Leopold Alexander Eduard war er der Sohn von Herzog Ernst I. und Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg.

Leben

Am 29. Januar 1844 übernahm Ernst II. nach dem Ableben seines Vaters, Herzog Ernst I., die Regentschaft über das Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. In Deutschland wurde er vor allem 1849 nach dem Sieg der deutschen Bundestruppen gegen Dänemark beim Seegefecht von Eckernförde bekannt, an dem er als ranghöchster Kommandant teilnahm.

Die Regentschaft Ernst II. war anfangs durch eine Politik, welche die Interessen des liberalen Bürgertums vertrat, gekennzeichnet. So wurden wesentliche Teile der Grundrechte aus der Verfassung der Frankfurter Nationalversammlung, darunter auch die volle Vereins- und Versammlungsfreiheit, in das gemeinschaftliche Grundgesetz der beiden Herzogtümer 1852 übernommen. Auch das in der 1849 gescheiterten Märzrevolution geschaffene allgemeine, gleiche, aber indirekte Wahlrecht aller männlichen Staatsbürger über 25 Jahren ohne Klasseneinteilung wurde darin bestätigt und bis 1918 beibehalten. Ernst II. strebte als Förderer der deutschen liberalen Nationalbewegung die Erneuerung und Einigung des deutschen Volkes an. Unter seinem Protektorat wurde im Juli 1860 in Coburg das Erste Deutsche Turn- und Jugendfest sowie im September die Erste Generalversammlung des Deutschen Nationalvereins veranstaltet, 1861 in Gotha das 1. Deutsche Schützenfest durchgeführt und der Deutsche Schützenbund sowie 1862 in Coburg der Deutsche Sängerbund gegründet.

Aufgrund seiner weitreichenden internationalen Beziehungen zu den Herrschaftshäusern in Europa profilierte er sich in der Opposition zur Politik Otto von Bismarcks, war aber trotzdem im Deutschen Krieg von 1866 Bundesgenosse Preußens.

In der Kunst und Kultur war Ernst II. als Regisseur und Schauspieler aktiv und komponierte unter anderem Opern wie „Santa Chiara“. Daneben war er auch Freund und Gönner des damals bekanntesten Schriftstellers Gustav Freytag und des Walzerkönigs Johann Strauß.

Da seine Ehe mit Prinzessin Alexandrine von Baden kinderlos blieb, wurde sein Neffe, der zweitgeborene Sohn seines Bruders Prinz Albert und Königin Victorias, Alfred, sein Nachfolger als Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha.

1857 gründete er die Freimaurerloge Ernst zum Kompass in Gotha und war dort Meister vom Stuhl. Ernst II. ist Gründer und Namensgeber des Gymnasium Ernestinum Coburg.

Literatur

Edmund Frey: „Ich werde immer nur ein Dilettant bleiben“: Herzog Ernst II. (1818-1893) und die Künste, in: Edmund Frey; Reinhard Heinritz (Hrsg.): Coburg aus dem 'Dintenfas'. Literarische Streifzüge durch vier Jahrhunderte, quartus-Verlag, 2005, ISBN 3-936455-32-5, S. 182-193

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