Ernst August Friedrich Ruska (* 25. Dezember 1906 in Heidelberg; † 27. Mai 1988 in Berlin) war ein deutscher Elektrotechniker und Erfinder des Elektronenmikroskops.
Inhaltsverzeichnis |
Ernst Ruska wurde als Sohn von Julius Ruska (1867–1949), Orientalist, und Elisabeth Ruska, geb. Merx, (1847–1945) geboren. Sein Bruder war der Arzt Helmut Ruska (1908–1973).
Ruska besuchte das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in Heidelberg, studierte ab 1925 Elektrotechnik in München, ab 1927 an der TH Berlin und promovierte im August 1933 Über ein magnetisches Objektiv für das Elektronenmikroskop. Danach war er in der Entwicklungsabteilung der Berliner Fernseh AG tätig. Ab Februar 1937 leitete er mit Bodo von Borries die industrielle Entwicklung der Elektronenmikroskopie bei der Siemens & Halske AG in Berlin. 1944 habilitierte er an der TH Berlin. Nach dem Krieg baute er das Laboratorium für Elektronenoptik bei Siemens wieder auf und übernahm 1949 die Abteilung für Elektronenmikroskopie beim Fritz-Haber-lnstitut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem, die 1955 zu einem eigenen Institut ausgebaut wurde und seitdem seinen Namen trägt. 1949 wurde er außerdem zum Professor an der Freien Universität Berlin ernannt, ab 1959 lehrte er auch an der Technischen Universität Berlin.
Ernst Ruska liegt neben seinem Bruder Helmut Ruska auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf beerdigt.
Ruska gilt als einer der Wegbereiter der Elektronenmikroskopie. Am 7. April 1931 gelang es ihm und Max Knoll, mit magnetischen Linsen die erste zweistufige elektronenoptische Vergrößerung zu erzielen und damit das technische Grundprinzip des Elektronenmikroskops umzusetzen. Es beruhte auf der Tatsache, dass Magnetfelder Elektronen wegen ihrer Ladung ablenken können und sich Elektronenstrahlen in gleicher Weise bündeln und fokussieren lassen wie Lichtstrahlen durch Linsen und wurde seinerzeit „Übermikroskop“ genannt. Da die Wellenlängen der Elektronen beträchtlich kürzer sind als diejenigen des Lichtes, ist mit Elektronenmikroskopen eine wesentlich bessere Auflösung als mit einem optischem Mikroskop möglich.
Ruska vervollkommnete seine Erfindung mit dem Ingenieur Bodo von Borries, so dass es ab 1938/39 serienmäßig hergestellt werden konnte.
Ernst Ruska wurden zahlreiche Preise und Ehrenmitgliedschaften in wissenschaftlichen Gesellschaften verliehen.
1986 erhielt Ruska gemeinsam mit Gerd Binnig und Heinrich Rohrer (Erfinder des Rastertunnelmikroskops) den Nobelpreis für Physik.
Seit dem 24. November 2005 ist ein Gebäude der Physikalischen Institute an der Technischen Universität Berlin nach ihm benannt.