Ernst-Happel-Stadion

Ernst-Happel-Stadion
Ernst-Happel-Stadion
Außenansicht des Ernst-Happel-Stadions
Daten
Ort Wien, Österreich
Eigentümer Stadt Wien
Eröffnung 11. Juli 1931
Kapazität 49.825 Plätze
Veranstaltungen

Das Ernst-Happel-Stadion (bis 1992 Praterstadion, manchmal auch Wiener Stadion genannt) in Wien ist das größte Stadion Österreichs. Es fasst 49.825 Zuschauer und zählt zur Kategorie der Fünfsternestadien. In ihm finden die Heimspiele der österreichischen Fußballnationalmannschaft und UEFA-Cup und Champions-League-Spiele der Wiener Clubs statt. Ferner werden zeitweise das ÖFB-Cup-Finale und die Wiener Stadt-Derbys im Ernst-Happel-Stadion ausgetragen. Das Stadion ist Austragungsort von sieben Spielen (unter anderem des Finals) im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008 und wird im Hinblick auf das Turnier umfassend renoviert.

Das Ernst-Happel-Stadion steht im Besitz der Stadt Wien (Magistratsabteilung 51 - Sportamt der Stadt Wien). Verwaltet wird es von der Wiener Stadthalle Betriebs- und Veranstaltungsgesellschaft, einem Unternehmen der Wien Holding.

Inhaltsverzeichnis

Infrastruktur

Als einziges Fünfsternestadion hat es weniger als 50.000 Sitzplätze. Bei Konzerten im Stadion können auf dem Rasen bis zu 19.000 Plätze dazukommen. Neben den Sportstätten befinden sich in einem rund um das Stadion an- und teilweise unter das Stadiondach eingebauten Bürogebäude verschiedene Magistratsabteilungen der Stadt Wien.

Geschichte

1928–1945

Die Grundsteinlegung erfolgte im November 1928 zur 10-jährigen Republiksfeier der damals noch jungen Republik Österreich. Das Stadion wurde von 1929 bis 1931 nach Plänen des Tübinger Architekten Otto Ernst Schweizer in 23 Monaten erbaut und anlässlich der 2. Arbeiter-Olympiade am 11. Juli 1931 eröffnet. Schweizer erbaute auch das daneben liegende Stadionbad. (mit 400.000 m² Grundfläche das größte Freibad Europas). Nach seiner Lage im Wiener Prater hieß die Anlage ursprünglich Praterstadion. Es galt damals als modernstes Stadion Europas, insbesondere wegen seiner kurzen Entleerungszeit von nur 7–8 Minuten. Anfänglich hatte es ein Gesamtfassungsvermögen von circa 60.000 Personen. Nach seiner Eröffnung fanden hier neben Sportveranstaltungen auch immer wieder politische Spektakel statt.

In den Jahren 1938 bis 1945 wurde das Stadion zu militärischen Zwecken (Planungsbüro) und als Sammelstelle zur Deportation von jüdischen Mitbürgern missbraucht. Im VIP-Bereich erinnert auch noch heute daran eine Gedenktafel.

1944 wurde es bei einem Bombenangriff beschädigt.

1945–2000

Nach Kriegsende und dem Wiederaufbau wurde das Stadion wieder seiner ursprünglichen sportlichen Nutzung zurückübergeben.

1956 wurde die Kapazität durch Erweiterungen von Theodor Schöll auf 92.708 Personen erweitert, was aber 1965 wieder reduziert wurde. Der Zuschauerrekkord wurde mit 91.000 Zuschauern am 30. Oktober 1960 beim Fußball-Länderspiel Österreich-Spanien (3:0) erzielt.

1986 wurden die Zuschauerplätze überdacht und komplett mit Sitzplätzen ausgestattet. Nach dem Tod des ehemaligen österreichischen Spitzenspielers und Trainers Ernst Happel wurde das Stadion 1992 nach ihm benannt.

1964, 1987, 1990 und 1995 wurde jeweils das Endspiel der UEFA Champions League (bis 1992 Europapokal der Landesmeister) im Ernst-Happel-Stadion ausgetragen.

Fußball-Europameisterschaft 2008

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 wird das Stadion Austragungsort des Finales sein. Zuvor werden die drei Gruppenspiele der österreichischen Nationalmannschaft, zwei Viertelfinalspiele und ein Halbfinalspiel in Wien ausgetragen. Im Hinblick auf das Turnier werden im ersten und zweiten Rang zusätzliche Sitzreihen eingebaut, die die Stadionkapazität auf 53.008 Plätze erhöhen. Die neuen Sitzreihen im ersten Rang müssen nach der EM wieder entfernt werden, weil der Leichtathletikverband auf der Nutzung der Laufbahn besteht. Die Sitzreihe im 2. Rang bleibt hingegen erhalten und erhöht die Kapazität um ca. 1000 Zuschauer.

Im Rahmen des Umbaus erhielt es im Sommer 2005 eine Rasenheizung und wird bis zur EM 2008 auch einen U-Bahn-Anschluss erhalten. Weiters werden das Hauptmedienzentrum und das Stadionmedienzentrum zusammengelegt. Dafür wird ein temporärer Zubau mit direktem Zugang zum Stadion errichtet. Für die VIP-Gäste werden neue Parkplätze geschaffen. Da für die Vorbereitung der Schlusszeremonie spezielle Räumlichkeiten mit direktem Zugang zum Innenraum des Stadions benötigt werden, müssen auch Lagerbereiche und Büros errichtet werden. Die Kosten des Umbaus betragen 39,6 Millionen Euro.

Um die Sicherheit der EM 2008 zu gewährleisten, sowie VIP-Parkplätze zu schaffen und Fanshops einzurichten, wurden im November und am 8. Dezember 2006 56 Bäume um das Stadion gefällt. Dies wurde zum Teil kritisiert, da von der UEFA zwar eine Sicherheitszone, jedoch nicht explizit die Fällung von Bäumen gefordert wurde. Von Seiten der politisch Zuständigen wurde den Baumfällungen zugestimmt, da die Fällungen in Hinblick auf eine nicht auszuschließende Terrorgefahr und die Sicherstellung von bis zu 1.500 Verletzten unumgänglich gewesen seien.

Quelle:
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