Erwin Pröll

LH Dr. Erwin Pröll im Juli 2005
LH Dr. Erwin Pröll im Juli 2005

Erwin Pröll (* 24. Dezember 1946 in Radlbrunn, Niederösterreich) ist ein österreichischer Politiker (ÖVP).

Nach der Matura in Tulln studierte er in Wien an der Universität für Bodenkultur. Am 22. Oktober 1992 wurde Pröll Landeshauptmann von Niederösterreich. Er ist der aktuell längstdienende Landeshauptmann (Eduard Wallnöfer zB viel länger). Erwin Pröll ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Er ist der Onkel des österreichischen Landwirtschaftsministers Josef Pröll.

Inhaltsverzeichnis

Politisches Wirken

In seine Amtszeit fiel die Übersiedlung der niederösterreichischen Landesregierung von Wien in das Sankt Pöltner Landhausviertel.

Pröll gilt als Verfechter der so genannten Großen Koalition mit den Partnern ÖVP und SPÖ. Im Jahr 2000 war er noch Befürworter von Schwarz-Blau, zwei Jahre später sprach er sich gegen ein neuerliches Zusammengehen mit der FPÖ aus. Erwin Pröll pflegt auch ein gutes Verhältnis zum Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ).

Prölls in Niederösterreich geplante Handy-Mastensteuer sorgte für europaweite Aufregung und Interesse. Gemeinsam mit der SPÖ beschloss die ÖVP unter Erwin Pröll zunächst den Aufbau von Mobilfunk-Sendeanlagen gesetzlich zu reglementieren - mit dem Ziel die Anzahl der Mobilfunk-Sendeanlagen in Niederösterreich deutlich zu verringern. Zur gleichen Zeit bemühte sich das Land Niederösterreich um eine landeseigene Telekommunikations-Infrastruktur mittels Funk-LANs. Als Argument für einen schrittweisen Abbau von Mobilfunk-Sendeanlagen aller bereits bestehenden Netzbetreiber wurden sowohl von Seiten der ÖVP als auch von Seiten der SPÖ und den Grünen eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch Handys und Handymasten angeführt, obwohl keine einzige Studie eine solche Gefährdung wissenschaftlich nachweisen konnte. Als weiteres Argument wurde der Preis für Handygespräche genannt, welcher nach Ansicht der Politiker durch einen Rückbau des Mobiltelefon-Netzes gesenkt werden sollte, zugleich wurden Abgaben an die Netzbetreiber beschlossen, wenn diese einem Abbau von Mobilfunk-Sendeanlagen in Niederösterreich nicht ausreichend nachkämen. Die Mobilfunkbetreiber wiesen zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass die Gesprächsgebühren in Österreich das niedrigste Niveau von ganz Europa hätten. Nachdem die Netzbetreiber eine Klage beim Verfassungsgerichtshof einbrachten, sowie ankündigten für Niederösterreich Roaming-Tarife einheben zu wollen um dem Verlust durch Abgaben für das bereits bestehende Mobilfunknetz entgegenzuwirken, wurde nach einer Einigung mit den Mobilfunkbetreibern dieses Gesetz wieder aufgehoben, die Einigung dagegen als Muster für andere Regionen herangezogen. Die Grünen stimmten ursprünglich gegen die Handymastenabgabe von Erwin Pröll, weil eine vermutete gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch Mobillfunk-Technologien nicht auch als Grund im Gesetzesentwurf verankert war.

Im ersten Halbjahr 2006 war er Gastgeber einer Subsidiaritätskonferenz von EU-Politikern.

Erwin Pröll ist Ehrenmitglied der Ö.k.a.V. Rhaeto-Danubia Wien im ÖCV und bei der K.Ö.AGR.STV. Bergland zu Wieselburg im MKV.

Literarische Details

Selbst Prölls Bekenntnis, als einziges Buch Karl Mays "Schatz im Silbersee" fertig gelesen zu haben, gewann Landesparteisekretär Strasser noch Erfreuliches ab. "Das mögen die Leut'", soll Strasser einen Skeptiker zurechtgewiesen haben, "damit wirkt der Landeshauptmann wenigstens net so obergscheit."[1]

Einzelnachweise

  1. Falter

Weblinks

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