| Karte | |
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| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat | Deutschland |
| Erzbischof | Ludwig Schick |
| Weihbischof | Werner Radspieler |
| Emeritierte Erzbischöfe | Karl Braun Elmar Maria Kredel |
| Generalvikar | Georg Kestel |
| Fläche | 10.288 km² |
| Dekanate | 21 (2006) |
| Pfarreien | 309 (2006) |
| Einwohner | 1.953.483 (2006) |
| Katholiken | 750.545 (2006) |
| Anteil | 38,42 % |
| Diözesanpriester | 382 (2006) |
| Ordenspriester | 163 (2006) |
| Ordensbrüder | 283 (2006) |
| Ordensschwestern | 661 (2006) |
| Ständige Diakone | 33 (2006) |
| Katholiken je Priester | 1.377 |
| Kathedrale | Bamberger Dom |
| Anschrift | Domplatz 3 96049 Bamberg |
| Webpräsenz | www.erzbistum-bamberg.de |
| Suffraganbistümer | Eichstätt Speyer Würzburg |
| Kirchenprovinz | |
Das Erzbistum Bamberg (lat. Archidioecesis Bambergensis) ist eine Diözese in Bayern und umfasst große Teile der Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken sowie einen kleinen Teil der Regierungsbezirke Unterfranken (Iphofen) und Oberpfalz (Auerbach).
Inhaltsverzeichnis |
Auf der Reichssynode in Frankfurt (Main), die am 1. November 1007 begann und die von acht Erzbischöfen und 27 Bischöfen besucht war, erwirkte König Heinrich II., der 1014 die Kaiserwürde erlangte, die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen von Würzburg und Eichstätt. Noch auf der Synode wurde Eberhard, des Königs Kanzler, vom Mainzer Erzbischof Willigis zum Oberhirten des neuen Grenzlandbistums geweiht. Ebenfalls noch auf der Synode wurde dem Bistum reiche Schenkungen verbrieft, um es auf eine solide Basis zu stellen. Heinrich wollte in seiner Lieblingsstiftung Bamberg die mönchische Strenge des Hildesheimer Domstiftes - dort war er selbst erzogen worden - und den damals gefeierten Studieneifer der Kirchen von Lüttich miteinander verbunden wissen. Das Bistum war Rom unmittelbar unterstellt (exemt) und erlangte eine besondere Bedeutung bei der Christianisierung der zwischen Main und Regnitz wohnenden Slaven. Suidger, der zweite Bamberger Bischof, wurde 1046 zum Papst gewählt und nahm bei seiner Inthronisation den Namen Clemens II. an. Im Bamberger Dom wurde er beigesetzt - als einziger Papst nördlich der Alpen.
Unter Bischof Otto I., dem Heiligen, 1102-1139, erlebt die Domschule eine neue Blütezeit. Zahlreich sind die Klöster, die er gegründet oder erneuert hat; man zählt etwa 27 in sieben Diözesen von Kärnten bis Halberstadt. Mit der Einrichtung des Aegidienspitals und des Gertrudenhospitals beginnt Bischof Otto I. die karitative Tätigkeit der mittelalterlichen Kirche auch in Bamberg - noch heute in den Spitälern alter Städte erkennbar. Gottesdienste und Seelsorge, Bildung und Kultur, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Aktivitäten, Glaubensverbreitung und Friedensförderung waren Aufgaben und Ziele der Bamberger Kirche im Mittelalter.
Die Reformation hat im fränkischen Land tiefe Spuren hinterlassen: So fielen damals beispielsweise von 190 Pfarrkirchen im Laufe des 16. Jahrhunderts 105 mit den meisten Filialkirchen dem Protestantismus zu, und 1648 standen für 110 Pfarreien noch 64 Priester zur Verfügung. Die Bischöfe der Barockzeit, zugleich Landesherren des Hochstiftes mit über 200 000 Einwohnern, waren Freunde und Förderer der Künste und Wissenschaften. Die Nachwelt verdankt ihnen großartige Kirchenbauten, repräsentative Schlossanlagen, eine allgemeine kulturelle Hochblüte, was aber keinesfalls heißt, daß die pastoralen Aufgaben (Neuordnung der Pfarreien, Förderung der Klöster, Berufung der Jesuiten) von ihnen vernachlässigt worden wären. So führte Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779–1795) den barocken Lebensstil bewusst nicht weiter. Er wollte als "Fürst für das Volk" dessen Wohl. Er sorgte für die Kranken und Armen durch Gesetze und Einrichtungen, die dem modernen Sozial- und Versicherungswesen den Weg bereiteten. So schuf er das Armeninstitut, das sich in Form einer ständigen Kommission systematisch in Bamberg, Forchheim, Kronach, Lichtenfels und Weismain der Notleidenden annahm. Im Jahre 1789 errichtete er das Allgemeine Krankenhaus in Bamberg und förderte die Einführung einer Krankenkasse.
Die Säkularisation des Jahres 1803 beendete die weltlichen Regierungsaufgaben der Kirchenfürsten: Das Hochstift Bamberg fiel an Bayern. Im Jahr 1818, bei der Neueinteilung der kirchlichen Sprengel nach der Säkularisation wird Bamberg Sitz eines Erzbischofs mit den Suffraganbistümern Eichstätt, Speyer und Würzburg.
siehe auch: Liste der Erzbischöfe von Bamberg
Im Februar 2005 gab die Bistumsleitung bekannt, dass ab sofort rigide Sparmaßnahmen notwendig seien, um das Erzbistum Bamberg vor einer Insolvenz zu bewahren. 2007 müsse ein ausgeglichener Haushalt vorliegen, sonst drohe bis zum Jahr 2010 der Bankrott. Angesichts der insolventen Bistümer Aachen und Berlin zog die Bistumsleitung (schon im Sommer 2006) ein Unternehmensberatungsinstitut heran, um alle Geschäftsbereiche des Bistums durchleuchten zu lassen.
Dramatisch rückläufige Kirchensteuermittel zwangen das Bistum immer mehr Rücklagen zu entnehmen um den Haushalt auszugleichen. Im Jahr 2010 wären die Rücklagen aufgebraucht.
Die Zahl der Priester wird immer geringer. Wenige Priesterseminaristen stehen großen Weihejahrgängen gegenüber, die ab dem Jahr 2007 in den Ruhestand gehen werden und die Zahl der Diözesanpriester fast auf die Hälfte schrumpfen lassen. Zudem sind immer mehr aktive Priester nur noch "bedingt Einsatzfähig" (aufgrund physischer und psychischer Gebrechen).
Pastorale Überlegungen aufgrund des seit 2005 geltenden Pastoralplanes haben Überlegungen und Diskussionen in Gemeinden, Sonderseelsorgsbereichen und Diözesanleitung ausgelöst, über neue Wege der "Pastoral im Netzwerk" eine postmoderne Kirche zu gestalten und dabei z. B. über die Bildung von Pfarreiverbünden oder die Fusionierung von kleinen Kirchenstiftungen nachzudenken.
Die Tatsache, dass die Katholikenzahlen insgesamt rückläufig seien, spielte eine eher untergeordnete Rolle, aber war auch ein Punkt in den Überlegungen.
Bei allen Folgen - vor allem, wenn es um Personal geht - versucht die Erzdiözese Bamberg das moralische Gesicht zu wahren. Entlassung werden kaum ausgesprochen, sondern es wird versucht Stellen umzuschichten, anstehende Ruheständler etwas früher zu pensionieren oder ein "freiwilliges" Ausscheiden aus dem kirchlichen Dienst mit einer finanziellen Abfindung aufzufangen.
Die Pfarreien mussten die größten Einschnitte hinnehmen. Bislang gewährte das Bistum einen großen Zuschuss bei Personalkosten für das so genannte "Folgepersonal" (Sekretärinnen, Hausmeister, Mesner, Organisten) und große Zuschüsse bei Renovierungs- und Baumaßnahmen. Die Konsolidierungsmaßnahmen schafften eine neue Berechnung dieser Zuschüsse: Katholikenzahl und Fläche eines Seelsorgebereichs ist jetzt ausschlaggebend für dieses Geld. Dies bedeutete für viele Pfarreien sich Gedanken über die weitere Anstellung des "Folgepersonals" zu machen, denn kaum ein Pfarreihaushalt war für die Finanzierung des Personals ausgelegt. Kündigungen und Änderungskündigungen waren die Folge.
Pastoralreferenten/innen, Gemeindereferenten/innen, Sozialpädagoge/innen im kirchlichen Dienst werden - bis auf weiteres - nicht mehr angestellt. Die Stellen sind "gedeckelt", das heißt, die Zahl der im Augenblick Angestellten bleibt erhalten (es wird erst wieder jemand angestellt, wenn ein Anderer ausscheidet). Allerdings haben sich die Planstellen, wie es Pastoralplan und der Personalplan vorsehen auch geändert. So wird eine flächendeckende Verteilung des Personals jetzt wirklichkeit.
Im Jahr 2007 lockerte die Bistumsleitung diese Regelung. Insgesamt werden acht neue Pastoral- bzw. Gemeindereferenten in zwei Jahren wieder eingestellt. Diese Lockerung ist ein Zugeständnis an die Realität, dass a) junges Personal gebraucht wird und b) nicht alle Angestellten auch tatsächlich im Dienst sind (Mutterschutz, Erziehungsurlaub, Sonderurlaub, Sabbatzeit, Auslandsaufenthalt, Krankheit etc.).
Im Verwaltungsbereich wird die Kirche von Bamberg mit weniger Personal auskommen müssen. Wieviele von den rund 200 Stellen davon betroffen sind ist nicht deutlich gemacht worden.
Die Zahl der Dekanatsbüros (Volksbüros) und der dort angestellten Mitarbeiter/innen wurde von den 21 Dekanaten auf 6 (nun für die Regionen zuständig) gekürzt. Die Sonderseelsorge in Krankenhäusern, Altenheimen, JVA's und anderen Einrichtungen vermindert.
Das Bistum wird wohl schleichend wieder ein zunehmend klerikaleres Gesicht erhalten, Ansprechpersonen und nicht-ordinierte Seelsorger/innen vor Ort werden zunehmend fehlen, ohne durch Geweihte ersetzt werden zu können. Ein seelsorglicher Rückzug aus der Fläche der Diözese ist logisch zwingend.
Mit den Einsparungsmaßnahmen wurden alle Pfarreien aufgefordert Seelsorgebereiche zu bilden. Richtgröße war 8.000 Katholiken. Was in den Städten meist problemlos lief, gestaltete sich auf dem Land (was den Großteil des Bistums ausmacht) schwierig. Mit der Richtgröße 8.000 Katholiken ist die Verteilung des Personals verknüpft. Pro 4.000 Katholiken hat ein Seelsorgebereich Anspruch auf einen Priester und pro 6.400 Seelen gibt es einen hauptberuflichen Mitarbeiter (z.B. Gemeindereferenten). Die Entscheidung Pastoralreferent oder Gemeindereferent ergibt sich aus der Fläche und der Struktur des Seelsorgebereichs.
Die so entstandenden 96 Seelsorgebereiche wurden Pfingsten 2006 installiert und sollen seitdem pastoral zusammenarbeiten. Vor Ort hat sich aber vielerorts kaum etwas geändert und die Pfarreien arbeiten - jeder für sich - so weiter wie bisher. Bei Seelsorgebereichen mit bis zu einem Dutzend Kirchen (und mehr) und jahrhunderte alte Traditionen ist dies für die Menschen allerdings auch nicht leicht.
Das jeweilige Seelsorgeteam (Priester und Mitarbeiter) ist seit Pfingsten 2006 nicht mehr nur für eine Pfarrei zuständig, sondern für den gesamten Seelsorgebereich. In der Praxis beschränkt sich dies aber hauptsächlich auf die Mitarbeiter und kaum auf die Priester, die immer noch einer bestimmten Pfarrei zugeordnet sind. Ungefähr ab dem Jahr 2010 stehen faktisch für jeden Seelsorgebereich noch zwei Priester zur Verfügung. Bei der momentanen Entwicklung des Priesterstandes ist es ca. 2020/2025 noch ein Priester.
In den Konsolidierungsbeschlüssen aus dem Jahr 2005 wurde die Jugendarbeit faktisch ausgenommen. Vor allem, weil die Jugendarbeit des Erzbistums bereits in den 90ern und Anfang des neuen Jahrtausend jeweils 1 Mio. DM eingesparen musste. Allerdings wurde dringend angeraten weitere 400.000 Euro bis zum Jahr 2010 einzusparen.
Das noch umzusetzende Gebäudekonzept beleuchtet alle Gebäude auf ihre Wirtschaftlichkeit hin. Kirchen, Pfarrhäuser und Pfarrzentren werden überprüft. In Zukunft wird nur noch ein Komplex von der Diözese aus bezuschusst. Alle anderen Gebäude müssen von den Stiftungen vor Ort getragen werden. Dies ist allerdings kaum vorstellbar, wenn eine größere Investition (z.B. Dacherneuerung, Heizungsinstalltion) ansteht. Alternativ bietet die Bistumsleitung an, diese Gebäude zu vermieten, zu verpachten, umzuwidmen oder abzureißen.
So bringt die zweifellos bestehende finanzielle Krise des Erzbistums auch grundlegende kirchenpolitische Entscheidungen mit sich. Die geplanten Umstellungen werden das Gesicht des Erzbistums grundlegend verändern: Widerstände sind zu erwarten, wenn dauerhaft kein personelles Angebot vor Ort mehr vorhanden ist, und im Extremfall Kirchen, Pfarrämter, Jugend- und Bildungseinrichtungen geschlossen werden - kommt es doch nach Meinung vieler einer "zweiten Säkularisation" gleich. Eine Entlassungswelle von kirchlichen Angestellten oder Änderungskündigungen mit verringertem Stundenumfang durch die kirchlichen Arbeitgeber bringen zwar finanzielle Einsparungen, aber verändern das Bild der bis jetzt volksnah präsenten katholischen Kirche im Erzbistum Bamberg.
Siehe auch: Kirchensterben
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