| Esperanto | ||
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| Projektautor | Ludwik Lejzer Zamenhof | |
| Jahr der Veröffentlichung | 1887 | |
| Sprecher | Muttersprache: 2000−10000 (Schätzung) Gesamt: Schätzungen variieren stark (vorsichtige Schätzungen sprechen von einigen Hunderttausend, optimistische Schätzungen reichen bis zu 20 Millionen, ein Anhaltspunkt dürfte die Zahl der Web-Sites in Esperanto geben, welche sich Anfang 2007 auf etwa eine 1 Million belief.) |
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| Linguistische Klassifikation |
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| Besonderheiten | Substantive, Adjektive, Verben und abgeleitete Adverben sind an charakteristischen Endungen erkennbar.(*) |
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| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: | eo | |
| ISO 639-2: | epo | |
| ISO 639-3 (SIL): | epo (alt ESP) | |
| Symbole | |
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| Esperantoflagge | Jubiläumssymbol |
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| Textprobe | |
| La akcento estas sur la antaŭlasta silabo. La kernon de la silabo formas vokalo. Vokaloj ludas grandan rolon en la ritmo de la parolo. Substantivoj finiĝas per -o, adjektivoj per -a. La signo de la pluralo estas -j. La pluralo de „lasta vorto“ estas „lastaj vortoj“. | |
Esperanto ist die am weitesten verbreitete internationale Plansprache. Ihr Name leitet sich von dem Pseudonym ab, unter dem Ludwik Lejzer Zamenhof (im Deutschen manchmal: Ludwig Lazarus Samenhof) 1887 die Grundlagen der Sprache veröffentlichte. Seine Absicht war es, eine leicht erlernbare, neutrale Sprache für die internationale Kommunikation zu entwickeln, die jedoch andere Sprachen nicht ersetzen sollte. Auf Initiative Zamenhofs entstand eine internationale Sprachgemeinschaft, die das Esperanto seither für viele Zwecke anwendet: vor allem für Reisen, Brieffreundschaften, internationale Treffen und kulturellen Austausch (Literatur, Musik u. a.). Bald fand diese Sprache auch Verwendung in Radiosendungen und später im Internet.
Inhaltsverzeichnis |
Hauptartikel: Esperanto (Sprachaufbau)
Esperanto lässt sich als „eine lexikalisch vorwiegend romanische, und morphologisch stark agglutinierende Sprache mit isolierenden Zügen“ charakterisieren. [1]
Die wissenschaftliche Disziplin, die das Esperanto erforscht, nennt man Esperantologie. Sie ist ein Teilbereich der Interlinguistik.
Die Schreibweise ist phonematisch, das heißt, dass jedem Schriftzeichen nur ein Phonem (Sprachlaut) zugeordnet ist. Sie verwendet Buchstaben des lateinischen Alphabets ergänzt durch Überzeichen (diakritische Zeichen). Beispielsweise entspricht ŝ dem deutschen sch und ĉ dem tsch (z. B. in ŝako - Schach und Ĉeĉenio - Tschetschenien). (Siehe auch: Esperanto-Rechtschreibung.)
Esperanto-Wörter bestehen aus unveränderlichen Wortelementen (Morphemen), die aneinander gefügt werden. So bildet man beispielsweise die Mehrzahl eines Wortes durch das Anhängen eines -j: domo (Haus), domoj (Häuser). Dieses Prinzip nennt man in der Sprachwissenschaft agglutinierend (anklebend), während z.B. im Deutschen sich auch der Stamm eines Wortes ändern kann (bei Haus fügt man nicht nur -er dazu, sondern ändert auch au zu äu.)
Darüber hinaus war der Grundleger des Esperanto um größtmögliche Regelmäßigkeit bemüht. Daher gibt es für die Deklination von Substantiven bzw. für die Konjugation von Verben nur jeweils ein Schema. Auch das in vielen Sprachen unregelmäßige Verb sein wird im Esperanto nach demselben Schema konjugiert wie alle anderen Verben: mi estas ich bin, vi estas du bist usw.
Zur besseren Erkennbarkeit haben die Wortarten bestimmte Endungen. -o beispielsweise ist die Endung für Substantive: domo Haus. -a ist die Endung für Adjektive: doma häuslich usw.
Die meisten Esperanto-Wörter entstammen romanischen Sprachen wie dem Latein oder Französischen. Ein ziemlich großer Anteil hingegen kommt aus germanischen Sprachen, vor allem dem Deutschen und Englischen (je nach Sprachkorpus wird dieser Anteil auf fünf bis zwanzig Prozent geschätzt). Dazu gibt es eine Reihe von Wörtern aus slawischen Sprachen, besonders Polnisch und Russisch.
Siehe Hauptartikel: Geschichte des Esperanto
Am 26. Juli 1887 (nach dem heutigen, gregorianischen Kalender) veröffentlichte Zamenhof in Warschau eine Broschüre mit den Grundlagen der neuen Sprache. 1889 folgte eine Adressenliste mit den ersten Anhängern, und eine Zeitschrift auf Esperanto wurde gegründet (La Esperantisto aus Nürnberg). Bis ungefähr 1900 machte das Esperanto nur sehr langsam Fortschritte.
1898 gründete der Franzose Louis de Beaufront eine Esperanto-Gesellschaft, die später der erste Esperanto-Landesverband wurde (für Frankreich). Dank seiner Aktivitäten wuchs 1900-1914 die Esperanto-Bewegung an, und es wurden viele der auch noch heute bestehenden Organisationen errichtet, darunter der Esperanto-Weltbund (1908). Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges gab es Verbände oder zumindest Ortsgruppen auf allen Kontinenten.
Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war von Schwierigkeiten wie Währungsschwankungen und Wirtschaftskrisen geprägt, dennoch wuchs die Sprachgemeinschaft weiter an. Allerdings kam es nun auch zu Behinderungen politischer Art, zum Beispiel in der Sowjetunion unter Stalin und in Hitler-Deutschland.
Im Kalten Krieg dauerte es längere Zeit, bis die kommunistischen Diktaturen Esperanto-Verbände wieder zuließen. Eine Ausnahme bildete Jugoslawien, wo 1953 ein Esperanto-Weltkongress stattfand. 1959 gab es in Warschau den ersten Weltkongress in einem Land des Sowjetblocks. Langsam entwickelten sich Kontakte und Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden in Ost und West. In den 1960er Jahren gründeten sich die ersten dauerhaften Landesverbände in Afrika, in den 1970er Jahren kam es zu einem Aufschwung der (schon älteren) Verbände in Lateinamerika. 1980 durfte der chinesische Landesverband dem Esperanto-Weltbund beitreten.
Das Internet bedeutete ab 1995 für die weltweite Sprachgemeinschaft große Möglichkeiten, da es nun möglich war, täglich (zumindest schriftlichen) Kontakt auf Esperanto zu haben und nicht mehr auf Briefe oder das noch teure Telefon angewiesen zu sein.
Die Sprachgemeinschaft ist vorwiegend europäisch geprägt. Zwei Drittel der Mitglieder des Esperanto-Weltbundes leben in Europa.
Bei aller Verschiedenheit teilen die Esperantisten eine Reihe spezifischer kultureller Traditionen und Aktivitäten. Viele Esperanto-Freunde treffen sich auf Kongressen, Seminaren, Kulturveranstaltungen, Festen sowie in Internetforen oder in Chaträumen. Veranstaltungsort des Esperanto-Weltkongresses, der jährlich größten Veranstaltung, war im Jahr 2006 Florenz (nach Vilnius, 2005; Peking, 2004; Göteborg, 2003 und Fortaleza, 2002). Im Jahr 2007 wird der Kongress in Yokohama stattfinden.
Ein internationaler Gastgeberdienst namens Pasporta Servo informiert über Esperantisten, die bereit sind, andere Esperanto-Sprecher kostenlos für ein paar Tage bei sich übernachten zu lassen. Ein weiteres Adressenverzeichnis von Esperanto-Sprechern ist das Amikeca Reto (Freundschaftsnetz).
Die größten Esperanto-Organisationen in Deutschland sind der Deutsche Esperanto-Bund (DEB) und die Jugendorganisation Deutsche Esperanto-Jugend (DEJ) mit ihren zahlreichen Orts-, Regional- und Landesverbänden. Der weltweite Dachverband heißt Universala Esperanto-Asocio (UEA, Esperanto-Weltbund) und hat seinen Sitz in Rotterdam. Die DEJ ist als nationaler Verband der UEA-Jugendorganisation TEJO angeschlossen.
Schwierig ist es, die Anzahl der Esperanto-Sprecher anzugeben. Die Ungewissheit ergibt sich daraus, dass die Menschen, die Esperanto sprechen, über die ganze Erde verteilt leben und nur teilweise in Vereinen organisiert sind. Die Schätzungen gehen weit auseinander und hängen auch davon ab, welches Sprachniveau vorausgesetzt wird. Gesicherte Zahlen lassen sich nur für Mitgliedschaft in Esperantoverbänden angeben. So hatte der Esperanto-Weltbund 2005 6.083 Einzelmitglieder (davon 568 aus Deutschland) und 12.253 Mitglieder über seine weltweiten Landesverbände (davon 781 über den Deutschen Esperanto-Bund).[2] [3]
Zwar kann keine verlässliche quantitative, jedoch eine Aussage qualitativer Art getroffen werden, basierend auf der Untersuchung der Sprachpraxis. Die Sprechergemeinschaft des Esperantos war und ist offenbar ausreichend groß, um die Sprache jahrzehntelang aufrechtzuerhalten. Esperanto gehört jedenfalls nicht zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen.
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Weitere Prominente haben sich positiv über Esperanto geäußert oder sich näher mit dieser Sprache befasst, waren bzw. sind jedoch keine Esperanto-Sprecher. Dazu zählen u. a. Willem Drees, Leo Tolstoj, Albert Einstein, Umberto Eco, Richard von Weizsäcker, Isabel Allende, J. R. R. Tolkien und mehrere Päpste, darunter Benedikt XVI., der wie sein Vorgänger Johannes Paul II. Esperanto auch in seinen vielsprachigen Weihnachtsglückwünschen benutzt. Der Autor Jules Verne und der Weltraum-Pionier Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski waren Ehrenmitglieder von Esperanto-Klubs.
Es gibt eine Anzahl Familien, in denen Esperanto gesprochen wird und auch die Kinder – neben einer anderen Sprache – mit Esperanto aufwachsen. Wie bei anderen Sprachen auch wird Esperanto so als Muttersprache ohne bewusste Anstrengung gelernt; normalerweise spricht ein Elternteil mit dem Kind die Nationalsprache und der andere Elternteil Esperanto. Wie bei vielen "kleineren" Sprachen ist es schwierig, einem Kind in beiden Sprachen eine gleich starke Sprachkompetenz zu vermitteln, da es zum Beispiel keinen Schulunterricht auf Esperanto gibt. Ein Ersatz sind Ferienfreizeiten, in deren Rahmen das Kind auch andere Esperanto sprechende Kinder kennenlernt.
Laut Ethnologue (2005) soll es zwischen zweihundert und zweitausend Menschen geben, die Esperanto als Muttersprache sprechen.
Hauptartikel: Esperanto-Literatur
Bei der esperantosprachigen Literatur unterscheidet man zwischen Übersetzungen und original auf Esperanto verfassten Werken.
Die ersten längeren Texte im Esperanto waren Übersetzungen von Werken der Weltliteratur, der erste Originalroman erschien 1907. Eine Blüte der originalen Literatur kam erst nach dem Ersten Weltkrieg auf.
Bekannte Autoren der heutigen Esperanto-Literaturszene sind beispielsweise der Satiriker Jorge Camacho aus Spanien, die Kroatin Spomenka Štimec und der Schwede Sten Johannsson. Als die Grande Dame der Esperanto-Literatur gilt die Engländerin Marjorie Boulton.
Bisher wurden zwei Spielfilme auf Esperanto produziert: Angoroj (1964) und Inkubo (1965, mit William Shatner). Außerdem wird Esperanto in einer Reihe von Filmen verwendet, beispielsweise für Länder, die man aus bestimmten (z. B. politischen) Gründen nicht als eine bestimmte Nation kennzeichnen wollte.
Regelmäßige Radiosendungen auf Esperanto kommen unter anderem aus Peking und der Vatikanstadt.
Im Internet gab es zunächst private Seiten mit Esperanto-Inhalten oder die Angebote von Esperanto-Verbänden (bereits im Juni 1993 die des Flämischen Esperanto-Bundes). Später kamen Sites und Funktionen innerhalb großer internationaler Projekte hinzu, beispielsweise im Open Directory Project dmoz oder die Esperanto-sprachige Vikipedio. Eigenständige Internetangebote sind etwa die Sprachlernsite lernu.net der Gruppe E@I (seit 2002) und die Kennenlernsite Amikumu (seit 2007). Ein reines Internet-Magazin ist Libera Folio (seit 2003).
Hauptartikel: Esperanto-Musik
Musikalisch unterscheidet sich Esperanto-Musik nicht von anderer; gemeint ist Musik mit Texten auf Esperanto. Esperanto-Musikgruppen veröffentlichen CDs bzw. treten auf Esperanto-Treffen auf, dabei sind die verschiedensten Stilrichtungen vertreten.
In über 200 Fachwörterbüchern sind Fachausdrücke von etwa fünfzig wissenschaftlichen Disziplinen erfasst. Die unter maßgeblicher Beteiligung von Esperantisten gegründete Internationale Akademie der Wissenschaften (AIS) verwendet Esperanto als eine von fünf Hauptsprachen.
Bislang wurde Esperanto nur selten von Staaten als Kommunikationsmittel eingesetzt. Meist handelt es sich dabei um touristische Informationen oder Landesbeschreibungen (in Deutschland beispielsweise: Faktoj pri Germanujo). Einige kommunistische Staaten haben auch politische Schriften auf Esperanto herausgegeben; so druckte z. B. China die Werke Maos und die Sowjetunion die Reden Gorbatschows. In China und Kuba gibt es Esperanto-Versionen von staatlichen Internet-Auftritten. In der Zeit des Nationalsozialismus haben manche deutsche Esperantisten Reden oder Artikel Hitlers übersetzt.
Ein Kuriosum ist Esperanto. The Aggressor Language, ein Handbuch der US-Armee von 1962. Bei einem Manöver gegen einen erfundenen Feind Aggressor wurde diesem Feind auch eine Sprache mitgegeben. Da Aggressor ausdrücklich ein neutrales Land sein sollte, hat man Esperanto gewählt.
Eine gewisse Bedeutung hatte Esperanto in der internationalen Arbeiterbewegung. So war bis 2003 das Häuserverzeichnis der Naturfreunde viersprachig (in Deutsch, Englisch, Französisch, Esperanto). Eine „Fachgruppe Esperanto“ gibt es aber bei den deutschen Naturfreunden noch immer, ihre Zeitschrift heißt „La Migranto“ (Der Wanderer).
Esperanto als Sprache ist keiner Religion besonders verbunden. Unter den Esperantosprechern gibt es neben Anhängern vieler unterschiedlicher Religionen auch Atheisten und Agnostiker.
Der Sprachgründer Zamenhof selbst war Jude und dachte an eine Art überkuppelnder Leitsätze (Homaranismo) auf der Grundlage der Toleranz. Seine Ideen haben allerdings auch unter den Esperantisten nie sehr viel Interesse gefunden.
Die japanische Ōmoto-Bewegung weist dem Esperanto eine besondere Rolle zu, und vor allem in Brasilien gibt es Spiritisten, die Esperanto verwenden. Die Bahai-Religion spricht von der allgemeinen Einführung einer Weltsprache neben der jeweiligen Muttersprache als eine der Voraussetzungen für die angestrebte Einheit der Menschheit. Es wird nicht festgelegt, welche Sprache das sein soll, aber manche Bahai setzen sich für Esperanto ein und gründeten die Bahai-Esperanto-Liga. Die größten religiösen Esperanto-Verbände sind allerdings die der Katholiken und der anderen Christen.[4]
Ferner wurde die Sprache zuweilen in der Kunst eingesetzt. Einige Beispiele: In Charles Chaplins Der große Diktator sind die Ladenaufschriften im jüdischen Ghetto auf Esperanto, und in Idiot's Delight mit Clark Gable wird in einer unbenannten europäischen Diktatur Esperanto gesprochen – man wollte nicht ein bestimmtes Land beschreiben und wich daher auf die neutrale Sprache aus. Ähnlich war es bei Street Fighter (1994) und Blade: Trinity (2004). Wegen des internationalen und exotischen Anklangs verwendete Michael Jackson Esperanto-Sätze auf seinem Album HIStory, und die deutsche Hip-Hop-Gruppe „Freundeskreis“ spielte ein Album mit dem Titel und zum Thema Esperanto ein.
In der von Nick-TV in Deutschland am 10. Mai 2006 ausgestrahlten Folge „Der Staatsfeind-Geist“ der US-amerikanischen Zeichentrickserie Danny Phantom trat ein Wolfsgeist in Erscheinung, der ausschließlich Esperanto sprach. Dannys Freund, Tucker, wechselt mit einem Bekannten auf dem Schulhof zur Demonstration ebenfalls ein paar Sätze in Esperanto und bezeichnet es als „eine Sprache für Geeks“.
In der Science-Fiction-Literatur wird Esperanto auch oftmals als die Einheitssprache einer fernen Zukunft genutzt, beispielsweise im preisgekrönten Flusswelt-Zyklus von Philip José Farmer. Auch im Stahlrattenzyklus des SF-Autors Harry Harrison spielt Esperanto die Rolle einer intergalaktischen Verkehrssprache. Teilweise sind Orte und Personen mit Esperantoworten benannt. Um diesen Verfremdungseffekt bei der Übersetzung der Werke nach Esperanto beizubehalten, wichen die Übersetzer in diesen Fällen auf Volapük aus.
Unter dem Decknamen Entrenationo wird Esperanto in Graham Greenes Roman „The Confidential Agent“ erwähnt: Der Held des Romans besucht das Entrenationo-Schulzentrum in der Stadtmitte Londons. Dass Entrenationo Esperanto parodiert, hört sich leicht aus den Sprachfetzen heraus, die durch das Buch verteilt sind („Me tray joyass“ - Mi tre ĝojas, ich freue mich sehr. etc.). Durch die Person des Schulleiters äußert sich Greene ironisch, aber nicht ohne gewisse Sympathie über die Ideologie von Entrenationo/Esperanto.
Metaphorisch gebraucht man das Wort Esperanto manchmal auch, um etwas Internationales, Vermittelndes oder Gemischtes anzudeuten - so wurden beispielsweise Java als das „Esperanto der Programmiersprachen“ und BASICODE als „Esperanto für Computer“ bezeichnet.
Dies kann häufig auch irreführend sein. Ein Beispiel stellt der Ausdruck Esperanto-Währung für den Euro dar: Der Euro wurde geschaffen, um andere Währungen abzuschaffen; die meisten Esperantisten hingegen wollen nicht die bestehenden Nationalsprachen beseitigen.
Siehe Hauptartikel: Esperanto: Kritik und Apologetik
Bezüglich Esperanto - und anderen Plansprachen - sind viele Argumente "dafür" und "dagegen" ausgetauscht worden. Eine allgemeinere Kritik zielt erstens auf nichtsprachliche Aspekte: Wegen der Dominanz des Englischen (früher des Französischen) habe eine neue Sprache keine Chance, diese Dominanz zu durchbrechen bzw. zu übernehmen; das Problem der Dominanz einer Sprache stelle sich beim Esperanto nicht völlig anders. Sprachliche Kritik behauptet, eine "künstlich" erschaffene Sprache könne nicht praktisch angewandt werden, und auch schöngeistige Literatur sei in ihr nicht möglich.
Spezieller zum Esperanto wurde eingewandt, dass es nicht so einfach sei, wie eine Plansprache theoretisch sein könne, oder dass es zu europäisch (heutzutage seltener auch: nicht europäisch genug) sei. Desweiteren werden auch Einzelpunkte kritisiert, wie die so genannten Dachbuchstaben und der Akkusativ, oder gar einzelne Wörter. Außerdem spreche nicht jeder Esperanto-Anhänger perfekt Esperanto.
| Wiktionary: Esperanto – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
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