Esquerra Republicana de Catalunya

Die Esquerra Republicana de Catalunya (ERC), auf Deutsch in etwa Republikanische Linke Kataloniens, ist eine katalanische Regionalpartei, die sich selbst als „links von der Mitte“ bezeichnet. Sie tritt für ein von Spanien unabhängiges Katalonien ein, das neben der Autonomen Region Katalonien ebenfalls die Region Valencia, die Balearen, Teile von Aragonien, Andorra sowie das in Südfrankreich gelegene Roussillon umfasst.

Die Partei ist momentan drittstärkste Kraft im katalanischen Parlament und Teil der Koalition aus der Partit dels Socialistes de Catalunya (PSC) und der Iniciativa per Catalunya Verds (ICV).

Geschichte

Die ERC entstand bereits 1931 aus einem Zusammenschluss der Parteien Partit Republicà Català, L'Opinió und Estat Català. Noch im selben Jahr gewann sie die katalanischen Wahlen, und ihr Vorsitzender Francesc Macià rief eine unabhängige katalanische Republik aus. Allerdings mussten sich die Katalanen mit einem Autonomiestatut begnügen, und als Maciàs Nachfolger Lluís Companys nur drei Jahre später erneut versuchte, die Unabhängigkeit zu erklären, wurde die katalanische Regierung abgesetzt und Companys vorerst verhaftet.

Bei den landesweiten Wahlen von 1936 unterstützte die ERC den Frente Popular. In Katalonien gewann sie wiederum die Wahlen und Companys wurde erneut katalanischer Präsident.

Nach dem Spanischen Bürgerkrieg wurde die ERC durch Franco verboten. Companys floh zum Ende des Bürgerkrieges nach Frankreich, wurde aber von der deutschen Besatzungsmacht gefangen genommen und ausgeliefert und Anfang 1940 hingerichtet. Die ERC wurde erst nach Francos Tod im Zuge der Demokratisierung Spaniens wieder zugelassen.

Politische Erfolge heute

Die Popularität der ERC scheint in den letzten Jahren zuzunehmen. Erreichte die Partei 1999 bei den Regionalwahlen 12 Sitze (8,7 %) im katalanischen Parlament, so wurde sie 2003 mit 23 Sitzen (16,5 %) drittstärkste Kraft und beteiligte sich an der Drei-Parteien-Koalition mit dem Partit dels Socialistes de Catalunya und der Iniciativa per Catalunya Verds unter Ministerpräsident Pasqual Maragall (PSC). Seitdem wurde die ERC mehrmals Auslöser polemischer Diskussionen in Spanien - etwa durch ein Treffen des Parteivorsitzenden Josep-Lluís Carod-Rovira mit Mitgliedern der baskischen Terrororganisation ETA Anfang 2004 oder durch die Weigerung Carod-Roviras, auf einer Israel-Reise der katalanischen Regionalregierung im Mai 2005 an einer Gedenkfeier für Jitzchak Rabin in Jerusalem teilzunehmen, da dort nur die spanische, nicht die katalanische Fahne gehisst war. Die Reform des katalanischen Autonomiestatuts, durch die der Regionalregierung neue Kompetenzen übertragen wurden, wurde im September 2005 von der ERC zunächst mit beschlossen, später aber als nicht weitgehend genug abgelehnt (unter anderem aufgrund der Streichung des Begriffs "Nation" zur Definition Kataloniens). Dies führte im Mai 2006 zu einer Krise, in deren Folge die ERC die Regionalregierung verließ, woraufhin Neuwahlen ausgerufen wurden. Bei den Wahlen im November 2006 musste die ERC leichte Einbußen hinnehmen und erreichte 21 Sitze (14,1 %). Unter dem neuen katalanischen Ministerpräsidenten José Montilla (PSC) wurde die Drei-Parteien-Koalition daraufhin fortgesetzt.

Im spanischen Parlament ist die ERC seit der Parlamentswahl 2004 mit acht Sitzen vertreten und stützt die Minderheitsregierung des PSOE unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero.

Die Partei ist Mitglied der Europäischen Freien Allianz im Europäischen Parlament und ist derzeit durch Bernat Joan mit einem Abgeordneten vertreten.

Weblinks

Quelle:
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