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Ethnonym

Ein Ethnonym (von grch. éthnos "Volk, Volksgruppe" und ónoma "Name") ist der Name eines Volkes oder einer ethnischen Gruppe. Das Ethnonym ist einer der wesentlichen Bestandteile der Identität einer Volksgruppe und daher ein Grundpfeiler der Ethnizitätsforschung. Synonyme sind ethnischer Name, Volksname und Stammesbezeichnung. Mehrere Hierarchien können nebeneinander existieren.

Als Kriterien der Benennung gelten vor allem die gemeinsame Sprache oder gemeinsames Siedlungsgebiet. Insofern ist die Trennung zwischen Ethnonym und Glottonym oft schwierig. Weiterhin muss zwischen Eigenbezeichnung und Fremdbezeichnung unterschieden werden. Während Eigenbezeichnungen eher positiv gewertet werden oder allgemeinen Charakter haben: die Deutschen sind etymologisch "das Volk" sind Fremdbezeichnungen oft abwertend. Bekanntes Beispiel sind die Barbaren für die nichtgriechschen Völker. Ähnlich der polnische Begriff nemiec "Deutscher" das eigentlich "Unverständiger" bedeutet, also jemanden nennt, der kein Polnisch kann. Ein übliches Phänomen ist die Benennung eines Volkes nach einer Untergruppe dessen. Z.B. estnisch sakslane "Deutscher" nach den Sachsen.

Ein anderes Beispiel ist der Begriff Skipetaren, der als Ethnonym für die Albaner verwendet wird.

Kurios ist das Entstehen des Ethnonyms Tadschike: Er bezog sich in Afghanistan zunächst auf Menschen, die man keiner bestimmten Ethnie zuordnen konnte, war also das genaue Gegenteil einer Ethnie. Gleichwohl wird heute häufig von "den Tadschiken" als einer ethnischen Gruppe gesprochen, obwohl sie keine gemeinsame Identität entwickelt haben (siehe auch Tadschikische Sprache).

Literatur

  • Markus Wolf: Žid - Kritik einer Wortverbannung. Imagologie Israels zwischen staatspolitischem Kalkül und künstlerischer Verfremdung. Kubon und Sagner, München 2005 (Peter Rehder (Hrsg.): Sagners Slavistische Sammlung 30) ISBN 3-87690-905-8. (Enthält neue Theorie zur Genese von Ethnonymen und grenzt diese ab zu anderen Sozionymen die allesamt entweder aus (Politonymen, Ethnonymen und Religionymen) bestehen.

Siehe auch

Quelle:
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