Der Euronotruf ist die EU-weite Notrufnummer 112.
Unter dieser Telefonnummer ist in jedem Land der EU Hilfe zu erreichen, ganz egal ob Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr. Regional unterschiedlich wird diese Nummer zu verschiedenen Alarmzentralen weitergeleitet, die ihrerseits die jeweilig angeforderte Organisation informieren.
Der Euronotruf wurde bereits 1991 von der EU-Kommission ins Leben gerufen. Aber erst langsam wird er in den einzelnen Ländern umgesetzt. Neben dem Euronotruf haben in den einzelnen Ländern die lokalen Notrufnummern weiterhin ihre Gültigkeit. Auch in vielen Ländern in Übersee erreicht man mit 112 die Notrufzentrale.
Bei einem Mobiltelefon ist der Euronotruf auch meist ohne eingelegte SIM-Karte zu erreichen. Ebenso ist der Euronotruf auch bei aktivierter Tastensperre und ohne Eingabe des PIN-Codes wählbar. Hat man jedoch die PIN bereits eingegeben, handelt es sich nicht mehr um einen Euronotruf, sondern um einen ganz gewöhnlichen, regionalen Notruf. Die Vorteile des Euronotrufs wirken dann nicht.
Handynetze bieten mit ihren mobilen Endgeräten eine nahezu ideale Möglichkeit den Euronotruf zu verständigen. Es macht dabei keinen Unterschied, welches Netz gerade gewählt wurde, da moderne Mobilfunknetze Verbindungen automatisch Prioritäten zuweisen. Ein Notruf hat immer den höchsten Rang, was auch aus technischer Sicht erhebliche Folgen hat: Im Funkloch wird der stärkste Funkmast gewählt - egal von welchem Provider. Sind alle Verbindungen dieser Funkzelle belegt, trennt das Netz automatisch mindestens eine Verbindung mit niederer Priorität, um den Notruf zu verbinden. Dies ist zum Beispiel in der Silvesternacht sehr wichtig. Die entsprechende Leitstelle kann natürlich trotzdem belegt sein, dies hat aber mit dem Funknetz nichts zu tun.
In folgenden europäischen Ländern ist der Euronotruf 112 als Notruf eingeführt: (Stand 07/2007)
Kanada und die USA bedienen sich eines fast identischen Systems. Kosten für den Unterhalt der örtlichen 911-Systeme werden den Telefondienstgebühren hinzugefügt.