Die Europa war ein Turbinenschiff des Norddeutschen Lloyd.
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Die „Europa“ war nach dem 1929 gebauten Schwesterschiff „Bremen“ der zweite 50.000-Tonner des Norddeutschen Lloyd, der mit beiden Schiffen die Rückkehr in die Spitzenklasse im Atlantikverkehr feiern wollte. Ein weiteres Ziel war die Rückgewinnung des Blauen Bandes von dem britischen Cunard-Liner „Mauretania“.
Das Schiff wurde in Hamburg bei Blohm & Voss gebaut. Der Stapellauf fand am 15. August 1928 statt. Im Frühjahr 1929 sollte das Schiff in Dienst gestellt werden.
Aber noch während der Ausrüstung brach in den Morgenstunden des 26. März 1929 ein Feuer an Bord aus, dem das fast fertige Schiff beinahe zum Opfer fiel. Das Feuer wütete den ganzen Tag und konnte erst am Abend unter Kontrolle gebracht werden. Es war aber so viel Löschwasser in das Schiff gelaufen, dass es auf Grund gesackt war. Die Turbinenanlage wurde schwer beschädigt und auch der Rest des Schiffes war stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach langen Gesprächen zwischen der Bauwerft und der Reederei wurde beschlossen, das Schiff zu reparieren. Innerhalb von 11 Monaten konnte das Schiff repariert werden und absolvierte am 22. Februar 1930 schließlich seine erste Probefahrt. Die Ursache des Brandes konnte nie ganz geklärt werden.
Schon auf der Jungfernfahrt nach New York, die am 19. März 1930 begann, nahm die „Europa“ ihrem Schwesterschiff „Bremen“ das Blaue Band ab, die dieses gerade erst geholt hatte. Die „Europa“ erreichte auf der Transatlantikroute von Europa nach New York eine Geschwindigkeit von 27,91 Knoten. Die Geschwindigkeit der Nordatlantik-Liner kletterten stetig weiter. Schon 1933 ging das Blaue Band an die italienische „Rex“ (28,92 Knoten), die das einzige italienische Schiff mit dieser Auszeichnung war, und danach an die „Normandie“ und die „RMS Queen Mary“.
Wie die „Bremen“ hatte auch die „Europa“ auf dem oberen Deck einen Katapult mit einem kleinen Wasserflugzeug. Diese Vorrichtung wurde aber schon nach wenigen Jahren wieder entfernt, weil es zu teuer und aufwendig war. Auf der „Europa“ wurden, wie auf der „Bremen“, die Schornsteine erhöht, um den Rauchabzug zu verbessern.
Während des Zweiten Weltkrieges wohnten ab 1939 deutsche Marinesoldaten auf dem Luxusdampfer. Die „Europa“ überstand den Zweiten Weltkrieg fast unversehrt in Bremerhaven. Nach Ende des Krieges beschlagnahmten die USA 1945 das Schiff als Truppentransporter für eigene Zwecke. Später wurde die „Europa“ als Reparationsleistung der Siegermacht Frankreich zugesprochen.
In Frankreich wurde das Schiff umgebaut und 1950 in „Liberté“ umbenannt. Bis 1961 fuhr die ehemalige „Europa“ für die französische Reederei CGT von Le Havre nach New York.
1961 wurde das Schiff außer Dienst gestellt.
| Tonnage | 49.746 BRT |
| Länge | 282,77 m |
| Breite | 30,65 m |
| Leistung | 130.000 PS |
| Dienstgeschwindigkeit | 27 kn |
| Turbine | Vier Dreifach-Expansions-Dampfturbinen |
| Kessel | 24 |
| Brenner | Ölbrenner |
| Schiffsschrauben | 4 |
| 1930 (als „Europa“) | 1950 (als „Liberté“) | ||
|---|---|---|---|
| Art der Kabine | Anzahl der Passagiere | Art der Kabine | Anzahl der Passagiere |
| 1. Klasse | 687 | 1. Klasse | 549 |
| 2. Klasse | 524 | Kabinenklasse | 562 |
| Touristenklasse | 306 | Touristenklasse | 382 |
| 3. Klasse | 507 | ||
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