Europarat

Dieser Artikel behandelt den Europarat. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat oder dem Rat der Europäischen Union (Ministerrat).
Logo des Europarats
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Flagge des Europarates/Europaflagge
Flagge des Europarates/Europaflagge

Der Europarat ist eine 1949 gegründete und heute 47 Staaten umfassende europäische Internationale Organisation. Er ist ein Forum für Debatten über allgemeine europäische Fragen. Seine Satzung sieht eine allgemeine Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten zur Förderung von wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt vor. Der Sitz des Europarats ist in Straßburg im Europapalast. Am 5. Mai wird alljährlich der Europatag gefeiert.

Der Europarat ist institutionell nicht mit der Europäischen Union verbunden, auch wenn beide dieselbe Flagge und dieselbe Hymne verwenden. Der Europarat ist auch nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union (Ministerrat).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Europarat wurde am 5. Mai 1949 von Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und dem Vereinigten Königreich durch den Londoner Zehnmächtepakt in London gegründet. Er ist damit die älteste originär politische Organisation Europas.

Hervorgegangen ist der Europarat aus privaten Organisationen wie dem American Committee for a United Europe, die im April 1948 erstmals tagten. Bereits 1946 hatte sich der britische Oppositionsführer Winston Churchill für eine Art „Vereinigte Staaten von Europa“ ausgesprochen. Neben der wirtschaftlichen OEEC und der militärischen Kooperation in der NATO nahm mit dem Europarat die politische Einigung des Kontinents konkrete Formen an.

Zielsetzung

Europapalast (Palais de l'Europe)
Europapalast (Palais de l'Europe)

Der Europarat ist ein Forum für Debatten über allgemeine europäische Fragen. In seinem Rahmen werden zwischenstaatliche, völkerrechtlich verbindliche Abkommen (Europarats-Konventionen, etwa die EMRK) mit dem Ziel abgeschlossen, das gemeinsame Erbe zu bewahren und wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt zu fördern.

Seit 1993 widmet sich der Europarat verstärkt der Wahrung der demokratischen Sicherheit. Dazu zählt insbesondere:

Organe

Plenarsaal des Europarats
Plenarsaal des Europarats

Die zwei Hauptorgane des Europarats sind das Ministerkomitee, in welchem die Mitgliedstaaten durch ihren Außenminister vertreten werden, sowie die Parlamentarische Versammlung, in welche die Parlamente der Mitgliedstaaten Vertreter entsenden. Präsident der Parlamentarischen Versammlung ist derzeit der Niederländer René van der Linden. Der Kongress der Gemeinden und Regionen Europas (KGRE) bildet neben der parlamentarischen Versammlung und dem Ministerkomitee die dritte Säule des Europarates und ist beratendes Organ.

Beide Organe werden unterstützt von einem Sekretariat, das vom Generalsekretär des Europarates geleitet wird. Dieser wird von der Parlamentarischen Versammlung gewählt. Am 1. September 2004 hat der britische Parlamentarier Terry Davis dieses Amt übernommen. Er setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen den bisherigen Amtsinhaber, den Österreicher Walter Schwimmer, und die estnische Außenministerin Kristiina Ojuland durch. Seit dem 1. September 2002 ist die Niederländerin Maud de Boer-Buquicchio die Stellvertretende Generalsekretärin.

Angegliedert an den Europarat ist der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, der über die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention wacht.

Interessant ist, dass das Direktorat für Jugend und Sport des Europarates über ein einmaliges Co-Management-System verfügt. Dieses Co-Management-System ermöglicht Jugendvertreter/innen aus Europäischen Jugendorganisationen die direkte und gleichberechtigte Teilhabe an Entscheidungen der Mitgliedsländer des Europarates im Bereich Jugend und Sport.

Generalsekretäre des Europarates

  • Jaques Camille Paris (1949-1953 / Frankreich)
  • Leon Marchal (1953-1956 / Frankreich)
  • Ludovico Benvenuti (1957-1964 / Italien)
  • Peter Smithers (1964-1969 / Großritannien)
  • Lujo Tončić-Sorinj (1969-1974 / Österreich)
  • Georg Kahn-Ackermann (1974-1979 / Deutschland)
  • Franz Karasek (1979-1984 / Österreich)
  • Marcelino Oreja Aguirre (1984-1989 / Spanien)
  • Catherine Lalumiere (1989-1994 / Frankreich)
  • Daniel Tarschys (1994-1999 / Schweden)
  • Walter Schwimmer (1999-2004 / Österreich)
  • Terry Davis (2004-dato / Großbritannien)

Mitglieder

Gründungsmitglieder des Europarats
Belgien Belgien Irland Irland Niederlande Niederlande
Dänemark Dänemark Italien Italien Norwegen Norwegen
Frankreich Frankreich Luxemburg Luxemburg Schweden Schweden
Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Weitere Mitglieder des Europarats
(mit Jahr des Beitritts)
1949 Türkei Türkei 1990 Ungarn Ungarn 1995 Moldawien Moldawien
Griechenland Griechenland* 1991 Polen Polen Ukraine Ukraine
1950 Island Island 1992 Bulgarien Bulgarien 1996 Kroatien Kroatien
1951 Deutschland Deutschland 1993 Estland Estland Russland Russland
1956 Österreich Österreich Litauen Litauen 1999 Georgien Georgien
1961 Republik Zypern Zypern Rumänien Rumänien 2001 Armenien Armenien
1963 Schweiz Schweiz Slowakei Slowakei Aserbaidschan Aserbaidschan
1965 Malta Malta Slowenien Slowenien 2002 Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina
1976 Portugal Portugal Tschechien Tschechien
1977 Spanien Spanien 1994 Andorra Andorra 2003 Serbien Serbien
1978 Liechtenstein Liechtenstein 1995 Albanien Albanien 2004 Monaco Monaco
1988 San Marino San Marino Lettland Lettland 2007 Montenegro Montenegro
1989 Finnland Finnland Mazedonien Mazedonien *suspendiert 1967-74
Mitgliedstaaten des Europarates
dunkelgrün: Gründungsmitglieder
hellgrün: weitere Mitglieder
gelb: Beobachterstatus in der parlamentarischen Versammlung
orange: Beobachterstatus im Ministerkomitee
rot: Beitrittskandidaten
Beitrittskandidaten Beobachterstatus in der parlamentarischen Versammlung Beobachterstatus im Ministerkomitee
Weißrussland Weißrussland (1993) Israel Israel (1957) Vatikanstadt Vatikanstadt (1970)
Kanada Kanada (1997) Japan Japan (1996)
Mexiko Mexiko (1999) Kanada Kanada (1996)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (1996)
Mexiko Mexiko (1999)

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Quelle:
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