Färöer

Føroyar (färöisch)

Færøerne (dänisch)
Färöer

Färöische Flagge
Wappen der Färöer
(Details) (Details)
Amtssprache Färöisch, Dänisch
Hauptstadt Tórshavn
Staatsform Parlamentarische Monarchie mit Selbstverwaltung. „Gleichberechtigte Nation“ innerhalb des Königreichs Dänemark
Staatsoberhaupt Königin von Dänemark
Margrethe II.
Regierungschef Jóannes Eidesgaard
Fläche 1395,74[1] km²
Einwohnerzahl 48.451 (1. Mai 2007)
Bevölkerungsdichte 34,63 Einwohner pro km²
Währung Färöische Krone
entspricht der Dänischen Krone
Unabhängigkeit Autonomie seit 1948
Nationalhymne Mítt alfagra land
Zeitzone UTC
Kfz-Kennzeichen FO (ehemals FR)
Internet-TLD .fo
Telefonvorwahl +298

Die Färöer [ˈfɛːˌrøːər]/[ˈfɛːrˌøːər] – umgangssprachlich auch „Färöer-Inseln“ – (färöisch: Føroyar [ˈfœɹjaɹ]/[ˈfœrjar], poetisch auch: Føroyaland, – vermutlich: „Schafsinseln“ oder „ferne Inseln“) sind eine im Mittelalter entdeckte und besiedelte Inselgruppe im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island. Mit Ausnahme von Klein-Dimun sind alle 18 Inseln permanent bewohnt.

Die Färöer sind, wie Grönland, eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb des Königreichs Dänemark, bereits seit 1948 weitgehend autonom und haben mit dem Løgting eines der ältesten Parlamente der Welt. Zwei Abgeordnete der Färinger (wie die Einwohner des Archipels heißen) sitzen Kraft Gesetzes im dänischen Folketing. Die Färöer sind im Gegensatz zu Dänemark nicht Mitglied der Europäischen Union und gehören gemäß Art. 3 Abs. 1 ZK nicht zum Zollgebiet der Gemeinschaft, sind aber mit zwei Delegierten im Nordischen Rat vertreten. Zusammen mit Island bilden sie seit dem 1. November 2006 eine Wirtschaftsunion. Island, Grönland und die Färöer arbeiten seit 1985/1997 im Westnordischen Rat zusammen. Zu den britischen Regionen der Shetlandinseln, Orkneys und Hebriden entwickeln sich zusätzliche enge Bande der außenpolitischen Zusammenarbeit.

Wichtigster Erwerbszweig der 48.451 Färinger ist seit Ende des 19. Jahrhunderts die Fischerei und die damit zusammenhängende Wirtschaft. Vorher war es die Landwirtschaft (Export von färöischen Wollprodukten), künftig hoffen die Menschen auf Erdöl vor ihren Küsten, wobei die Probebohrungen seit Mitte der 90er Jahre allesamt erfolglos blieben. Am 17. Juli 2007 gab Chevron bekannt, dass sich acht Seemeilen vor färöischem Hoheitsgebiet nordwestlich von Shetland ein geeignetes Ölfeld befindet[2][3].

Im Februar 2007 sank die Arbeitslosigkeit auf 1,7 %, den bisher niedrigsten Stand in der Geschichte der Färöer (2000 waren es noch 5 %).[4] Diese Zahl sank jeden Monat weiter, und im Juli wurde eine Vollbeschäftigung mit nur noch 1,5 % Arbeitslosigkeit gemeldet, die geringste in ganz Europa (Island ist mit 2,0 % auf zweitem Platz)[5]


Inhaltsverzeichnis

Geographie

Hauptartikel: Geologie und Geographie der Färöer

Die Vogelfelsen Vestmannabjørgini auf Streymoy sind bis zu 645 m hoch und eines der beliebtesten Ausflugziele für Bootstouren.
Die Vogelfelsen Vestmannabjørgini auf Streymoy sind bis zu 645 m hoch und eines der beliebtesten Ausflugziele für Bootstouren.

Die Färöer liegen auf 62° nördlicher Breite und 7° westlicher Länge im Nordatlantik zwischen Schottland (mit den Hebriden im Süden, den Shetland-Inseln und der Orkney im Südosten), Norwegen im Osten und Island im Nordwesten. Weiter nördlich befindet sich die norwegische Insel Jan Mayen im Polarmeer.

Die Färöer auf einem NASA-Foto
Die Färöer auf einem NASA-Foto
Färöer und Umgebung auf einem NASA-Foto
Färöer und Umgebung auf einem NASA-Foto

Der Archipel mit seinen 18 Inseln, 11 Holmen und 750 Schären (zusammen 779 Inseln, Holme und Schären) bildet eine Fläche von 1395,74 km²[1]. Die Färöer bilden ein südlich spitz zulaufendes Dreieck und sind von Enniberg im Norden bis Sumbiarsteinur im Süden 118 Kilometer lang, und von Mykineshólmur im Westen bis Fugloy im Osten 75 Kilometer breit. Die zerklüftete und oft senkrecht aus dem Meer ragende Küstenlinie erstreckt sich über 1.289 Kilometer. Die durchschnittliche Höhe beträgt 300 Meter über dem Meer. Bei klarer Sicht kann man die Inseln vom höchsten Berg Slættaratindur (882 m) komplett überblicken. Mit Kap Enniberg besitzen die Färöer das höchste Kliff der Welt (754 m), das senkrecht aus dem Meer ragt. Es gibt auf der Erde zwar noch einige höhere Vorgebirge, aber diese sind nicht lotrecht.

Kein Punkt auf den Färöern ist mehr als 5 Kilometer vom Meer entfernt. Fast alle Orte der Färöer liegen an geschützten natürlichen Häfen, in Fjorden und Buchten. Die Fjorde sind gleichzeitig Verhängnis für die Grindwale, siehe: Grindadráp. In Tälern und auf Hochebenen ist es oft sumpfig, und das Land ist durchzogen mit vielen kleinen und größeren Bächen, die häufig als Wasserfall zu Tal oder direkt ins Meer stürzen.

Regionen

Allgemein wird zwischen sechs geographischen Regionen unterschieden. Diese sind identisch mit den so genannten sýslur (Syssel), die allerdings keine politischen Gebietskörperschaften darstellen, sondern heute nur noch die (dänischen) Polizeikreise markieren, denen jeweils ein Sýslumaður (Sysselmann) als Polizeichef vorsteht.

  1. Norðoya sýsla: Die zerklüftetsten Landschaften und meisten der höchsten Berge finden sich auf den sechs Nordinseln im Nordosten. Das sind: Kalsoy, Kunoy, Borðoy, Viðoy, Svínoy und Fugloy ganz im Osten der Färöer. Die Nordinseln-Metropole Klaksvík auf Borðoy ist die zweitgrößte Stadt und wichtigster Standort der Fischindustrie. Viðareiði auf Viðoy ist der nördlichste Ort des Landes mitten in einer einzigartigen Landschaft.
  2. Eysturoyar sýsla: Westlich der Nordinseln schließt sich Eysturoy als zweitgrößte Insel des Archipels an. Mit Streymoy zusammen bildet sie das Zentrum der Färöer. Das Ballungsgebiet um Runavík ist dort die größte urbane Siedlung, gefolgt von Fuglafjørður. Für ihre landschaftlichen Reize bekannt sind die beiden nördlichen Orte Eiði und Gjógv.
  3. Streymoyar sýsla: Die größte Insel Streymoy ist zugleich die bevölkerungsreichste mit der Hauptstadt Tórshavn als administrativem und kulturellem Zentrum und dem wichtigsten Seehafen des Landes. Die Stadt Vestmanna an der Westküste der Insel ist bekannt für die imposanten Vogelfelsen (Vestmannabjørgini) weiter nördlich. Saksun und Tjørnuvík im Norden sind ebensolche Anziehungspunkte wie Kirkjubøur im Süden. Zur Region der Hauptinsel zählen die vorgelagerten Inseln Nólsoy im Osten, und Hestur und Koltur im Westen.
  4. Vága sýsla: Westlich von Streymoy befindet sich Vágar mit dem einzigen Flughafen und dem weiter westlich vorgelagerten Vogelparadies auf der einsamen Insel Mykines, die den westlichen Außenposten des Archipels bildet.
  5. Sandoyar sýsla: Südlich von Streymoy liegt Sandoy, die ihren Namen von den relativ seltenen Sandstränden hierzulande hat. Zu dieser Region zählen die kleinen Eilande Skúvoy und Groß-Dimun.
  6. Suðuroyar sýsla: Suðuroy schließlich bildet die drittgrößte Insel des Archipels und gleichzeitig den südlichsten Teil des Landes. Hierzu wird geographisch Klein-Dimun gezählt. Die Städte Tvøroyri und Vágur sind dort die regionalen Zentren. Sumba ist die südlichste Gemeinde der Färöer. Die spektakuläre Westküste auf dem Landweg dorthin ist besonders leicht zugänglich.

Siehe auch: Liste färöischer Inseln, Liste der Kommunen auf den Färöern, Städte der Färöer, Glossar der färöischen geographischen Namen

Geologie

Basaltsäulen bei Froðba, östlich von Tvøroyri
Basaltsäulen bei Froðba, östlich von Tvøroyri

Die Färöer sind vulkanischen Ursprungs und im Tertiär entstanden. Sie sind etwa 60 Millionen Jahre alt (dreimal so alt wie Island). Die einzige Thermalquelle Varmakelda erinnert an diese Zeit. Die Inseln bestehen aus Basalt, der sich in charakteristischen Stufen mit weicheren Tuffschichten abwechselt. Zwischen der Entstehung der unteren und der mittleren Basaltschicht gab es eine lange Pause, in der sich eine reiche Vegetation ansiedelte. Dann brach die vulkanische Tätigkeit erneut aus und vernichtete diese Flora. Bei Hvalba gibt es Steinkohlevorkommen, die von diesem prähistorischen Wald zeugen. Bei Tvøroyri und auf Mykines gibt es interessante Säulenbasalte.

Während der Eiszeiten im Quartär waren die Färöer ganz von schweren Gletschern bedeckt, was zur heutigen Ausformung der Inseln mit ihren Fjorden, Sunden und Tälern führte.

Wetter und Klima

Klimadiagramm von Tórshavn
Klimadiagramm von Tórshavn
Tórshavn 1961-1990[6] Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Sonnenstunden 14 36 71 107 124 125 111 97 79 48 20 7 840
Tagestemperatur (°C) 5,3 5,5 5,9 7,2 9,2 11,4 12,6 12,8 11,2 9,3 6,6 5,8 8,6
Durchschnittstemperatur (°C) 3,4 3,6 3,8 5,0 7,0 9,1 10,3 10,5 9,1 7,4 4,6 3,7 6,5
Nachttemperatur (°C) 1,2 1,5 1,5 2,7 4,9 7,1 8,4 8,5 7,0 5,4 2,6 1,6 4,4
Niederschlag (mm) 133 95 132 88 70 61 70 83 128 155 127 142 1284
Niederschlagstage 22 17 21 16 12 12 13 13 18 22 21 22 209
Wassertemperatur (°C)[7] 5,6 5,4 5,5 6,3 7,5 9,1 10,1 10,6 10,0 8,8 7,5 6,3 7,7

Das Wetter auf den Färöern ist maritim, feucht und äußerst wechselhaft. Das bedeutet, dass am selben Tag strahlender Sonnenschein und dichtester Nebel aufeinander folgen können und dass das Wetter an verschiedenen Orten auf dem Archipel völlig unterschiedlich sein kann.

Bedingt durch die Lage am Golfstrom herrschen auf den Färöern vergleichsweise milde Temperaturen angesichts der geographischen Breite. Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt 11° C, im Winter 3° C. Die Häfen sind ganzjährig eisfrei, und gelegentlicher Schnee im Winter bleibt in den bewohnten niederen Lagen nicht lange liegen.

Die Luft ist meist klar, und es herrscht oft ein frischer Wind (meist aus Südwest). Auf Sturm und Regen muss man eingestellt sein, doch es gibt selten komplett verregnete Tage.

Vegetation

Die offizielle Nationalblume der Färöer wird derzeit noch ermittelt. Inoffiziell sagen viele, es sei die Sólja (einheimischer Name für die Sumpfdotterblume – Caltha palustris)
Die offizielle Nationalblume der Färöer wird derzeit noch ermittelt. Inoffiziell sagen viele, es sei die Sólja (einheimischer Name für die SumpfdotterblumeCaltha palustris)
Alchemilla faeroënsis, der Färöische Frauenmantel
Alchemilla faeroënsis, der Färöische Frauenmantel

Auf den Färöern gibt es hunderte wilde Pflanzenarten: Blütenpflanzen, Flechten, Moose und Pilze. Bäume hingegen kommen von Natur aus nicht vor.

Es wird angenommen, dass nur wenige arktische Pflanzenarten auf den Berggipfeln die Eiszeit überdauert haben. Im Wesentlichen fand die Neukolonisation der Färöer durch Pflanzen dann von Schottland und Norwegen aus statt.

Blütenpflanzen

Im Sommer erblühen an vielen Stellen verschiedene wilde Pflanzenarten, die den ansonsten mit Gras bewachsenen Inseln einen unübersehbaren Farbtupfer geben. Nationalblume ist die gelb blühende (Mýru) Sólja, die Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Mit der Føroyaskøra, dem Färöischen Frauenmantel (Alchemilla faeroënsis) haben die Inseln einer Pflanzenart ihren Namen gegeben.

Bäume

Die Kohleschichten auf Suðuroy unter den jüngsten Basaltschichten deuten an, dass es hier früher Wald gegeben hat. Die Färöer sind heute mit ganz wenigen Ausnahmen (Tórshavner Stadtpark und wenige Gärten) baumlos und überall dort mit Gras bewachsen, wo es die Berge zulassen. Dadurch, dass es keinen Wald auf den Färöern gibt, ist Holz ein begehrter Importartikel. Geheizt wurde früher mit Torf, denn das Treibholz war knapp und wurde für den Haus- und Bootsbau benötigt.

Kulturpflanzen

Hauptartikel: Landwirtschaft auf den Färöern

Der Anbau von Pflanzen beschränkt sich auf Getreide, Heu, Kartoffeln (seit Anfang des 18. Jahrhunderts), Rhabarber (der färöische Rhabarber hat keine Oxalsäure), und einige Gemüsesorten in Gewächshäusern. Obst muss meist importiert werden und ist entsprechend teuer.

Tierwelt

Durch die isolierte Insellage - die nächste kontinentale Küste ist 500 km weiter östlich in Norwegen - kommen bestimmte Tierarten auf den Färöern von Natur aus nicht vor: Reptilien, Kröten, Süßwasserfische und Säugetiere; letztere mit zwei Ausnahmen: Die einheimische Kegelrobbe und der sich in die Fjorde verirrende Grindwal. Andere Wale in den färöischen Gewässern meiden diese Fjorde, wie zum Beispiel der Orca.

Mit der färöischen Hörnchenschnecke (Polycera faeroensis – färöisch: Bertákna) haben die Färöer auch einer Spezies unter den Meerestieren ihren Namen gegeben.

Berühmt ist die färöische Vogelwelt mit ihren dutzenden Brutvögelarten (siehe dort). Der Nationalvogel ist der Austernfischer (Tjaldur). Sehr häufige Seevögel sind der Eissturmvogel (600.000 Brutpaare), der Papageitaucher (350.000), die Sturmschwalbe (250.000), die Dreizehenmöwe (230.000), die Trottellumme (175.000). Der Star bildet hier die Unterart Sturnus vulgaris faroensis und ist größer als alle anderen Stare. Seltene Vögel wie der Riesenalk und der Weißbunte Rabe sind ausgestorben, wobei es Letzteren nur auf den Färöern gab.

Erst der Mensch brachte Haustiere wie Schafe, Rinder, Pferde (das Färöerpony ist eine eigenständige Rasse), Hunde und Katzen mit. Die Schafe produzieren hier besonders viel Lanolin, das ihre Wolle wasserresistent macht. Es wurden auch Süßwasserfische wie Forellen und Lachse in den Seen ausgesetzt. Daneben gibt es eine wilde Vermehrung von Hasen, Ratten und Mäusen.

Auf den Färöern bleibt man von der Stechmücke verschont, die es hier nicht gibt, aber man muss auch auf einheimischen Bienenhonig verzichten, da dieses Insekt hier auch nicht existiert. Neu (Ende der 1990er eingeschleppt) ist auf den Färöern auch die Wespe. Vermutlich wurden die Wespen mit Schiffen vom europäischen Kontinent auf die Insel gebracht, als Baumaterial für das neue Fußballstadion geliefert wurde. Es wird erzählt, dass die damit unerfahrenen Insulaner allgemeine Angst vor den Wespen entwickelten. Das selbe Phänomen tauchte zeitgleich in Island auf. Dominant ist unter den Insekten der Färöer die Motte Hepialus humuli, die seit 2004 auch den neuen 200-Kronen-Schein ziert.

Bevölkerung

Färinger in färöischer Tracht.
Färinger in färöischer Tracht.
Färinger tragen ihre Trachten wieder vermehrt. Heutzutage trägt sie fast jeder Abiturient bei der Abschlussfeier (hier mit der typischen „Studentenmütze“).
Färinger tragen ihre Trachten wieder vermehrt. Heutzutage trägt sie fast jeder Abiturient bei der Abschlussfeier (hier mit der typischen „Studentenmütze“).
Der Ort Kvívík um 1900
Der Ort Kvívík um 1900
Während die Westküsten der Inseln oft steil und unzugänglich sind, fällt das Land nach Osten hin flach ab, dort in den Buchten wohnen die meisten Färinger. Blick vom Kliff Beinisvørð nach Norden.
Während die Westküsten der Inseln oft steil und unzugänglich sind, fällt das Land nach Osten hin flach ab, dort in den Buchten wohnen die meisten Färinger. Blick vom Kliff Beinisvørð nach Norden.

Von den rund 48.000 Einwohnern der Färöer (verteilt auf 17.251 Privathaushalte 2006 [8]) sind 98 % Reichsbürger, also Färinger, Dänen oder Grönländer. Vom Geburtsort her kann man folgende Herkunft der Einwohner ableiten: Auf den Färöern geboren sind 91,7 %, in Dänemark 5,8 %, und in Grönland 0,3 %. Zusammen mit einigen eingebürgerten Menschen stellen diese drei Gruppen die Reichsbürger.

Größte Gruppe an Ausländern sind die Isländer mit 0,4 %, gefolgt von Norwegern und Polen mit jeweils 0,2 %. Insgesamt leben auf den Färöern Menschen aus 77 verschiedenen Ländern der Erde, darunter 15 Deutsche (2003).

Von diesen Zahlen auf die färöischen Muttersprachler zu schließen, ist aus zwei Gründen nicht möglich: Erstens leben sehr viele färöische Muttersprachler in Dänemark, und nicht wenige sind dort geboren und kehren im Laufe des Lebens mit ihren Eltern oder als Erwachsene zurück. Zweitens gibt es alteingesessene dänische Familien auf den Färöern, die zuhause Dänisch sprechen.

Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass 80 % der männlichen Gene skandinavischen (norwegischen) Ursprungs sind und 20 % britischer Herkunft. Bei den Frauen ist dieses Verhältnis genau umgekehrt. Zu 90 % stammen ihre Gene von den Kelten, und nur zu 10 % von den Wikingern.[9]

Bevölkerungsentwicklung

Lebten die ersten Einwohner der Färöer, irische Mönche, als kleine Einsiedlergruppen, so entstand durch die Landnahme der Wikinger eine nennenswerte Population, die sich bei etwa 4.000 Einwohnern einpendelte und bis ins 18. Jahrhundert hinein nie die Zahl von 5.000 überstieg. Um 1349/50 starb etwa die Hälfte der Bevölkerung an der Pest. Eine weitere Einwanderungswelle aus Skandinavien konnte diesen Bevölkerungsschwund allmählich wieder ausgleichen. Erst mit dem Aufkommen der Hochseefischerei (und damit der Unabhängigkeit von der schwierigen Landwirtschaft) und dem allgemeinen Fortschritt im Gesundheitswesen, fand ein rasantes Bevölkerungswachstum auf den Färöern statt. Ab Ende des 18. Jahrhunderts verzehnfachte sich die Bevölkerung innerhalb von 200 Jahren. Anfang der 1990er kam es zu einer schweren Wirtschaftskrise mit spürbarer Auswanderung, die sich aber in den Folgejahren wieder zu einer Nettozuwanderung umkehrte.

Die Färöer sind eines der wenigen Länder der Erde in denen es mehr männliche als weibliche Bewohner gibt. 52 % männlichen Einwohnern stehen 48 % weibliche gegenüber (1.1.2007). In der Altersruppe der 20-39-jährigen beträgt der Unterschied 11 %. Dies ist vorallem auf die Beschäftigungssituation für junge Frauen zurück zu führen.[10]

Färingerinnen bekommen durchschnittlich 2,6 Kinder im Leben. Das ist die höchste Geburtenrate der Nordischen Länder. Gleichzeitig gibt es hier die wenigsten Scheidungen, die wenigsten Selbstmorde und die wenigsten Abtreibungen.[9]

Jahr Einwohner
1327 ca. 4.000
1350 ca. 2.000
1769 4.773
1801 5.255
1834 6.928
1840 7.314
1845 7.782
1850 8.137
1855 8.651
1880 11.220
Jahr Einwohner
1900 15.230
1911 ca. 18.800
1925 22.835
1950 31.781
1970 ca. 38.000
1975 40.441
1985 45.749
31. Dezember 1989 47.787
31. Dezember 1995 43.358
31. Dezember 1996 43.784
Jahr Einwohner
31. Dezember 1997 44.262
31. Dezember 1998 44.817
31. Dezember 1999 45.409
31. Dezember 2000 46.196
31. Dezember 2001 46.996
31. Dezember 2002 47.704
31. Dezember 2003 48.214
1. Dezember 2004 48.353
1. Januar 2005 48.371

Religion

Die neue Kirche in Gøta wurde von Königin Margrethe eingeweiht.
Die neue Kirche in Gøta wurde von Königin Margrethe eingeweiht.

Hauptartikel: Färöische Volkskirche, Färöische Holzkirchen

Die Färöer wurden ab 999 durch Sigmundur Brestisson christianisiert. Schon vorher lebten dort irische Mönche als Einsiedler. Nahezu alle Färinger sind Christen. 84 % sind Angehörige der evangelisch-lutherischen Staatskirche. Ungefähr 7-10 % sind Mitglieder der durch das Wirken des Erweckungspredigers William Gibson Sloan entstandenen Brüdergemeinden.

Typisch färöische Holzkirche von 1847 mit Grasdach und in diesem Fall diagonal angeordnetem Turm in Porkeri
Typisch färöische Holzkirche von 1847 mit Grasdach und in diesem Fall diagonal angeordnetem Turm in Porkeri

Circa 5 % gehören anderen christlichen Kirchen an: Neben den Pfingstlern mit ihren sieben Kirchen, sind die Adventisten zu nennen, die in Tórshavn eine relativ große allgemeinbildende private Schule betreiben.

Die katholische Kirche auf den Färöern zählt heute rund 130 Mitglieder. Ihre alte Franziskanerinnen-Schule wird inzwischen wieder von der Kommune Tórshavn betrieben. Es gibt darüber hinaus ca. 15 Bahai, die sich an vier verschiedenen Orten treffen. Im Gegensatz zu Island gibt es keine organisierte Ásatrú-Gemeinschaft (Neuheidentum).

Die bekanntesten Kirchenbauten sind unter anderem die Olavskirche und die unvollendete Magnuskathedrale in Kirkjubøur, die Tórshavner Domkirche, St. Marien (katholische Kirche in Tórshavn), die Christianskirkjan in Klaksvík, die Kirche von Fámjin, die achteckige Kirche in Haldarsvík und nicht zuletzt die beiden hier abgebildeten.

Die Bibelübersetzungen auf Färöisch erschienen 1948 (Victor Danielsen, Brüdergemeinden) und 1961 (Jacob Dahl und Kristian Osvald Viderø, Staatskirche).

Zum seit 1992 wieder geltenden patro- und matronymischen Namensrecht siehe auch: Färöische Personennamen

Sprache

Die aus dem Altnordischen stammende färöische Sprache ist eine der kleinsten germanischen Sprachen. Sie ist am ehesten für Sprecher des Isländischen und westnorwegischer Dialekte verständlich. Ihr nächster Verwandter war das ausgestorbene Norn der Shetlandinseln.

Sie wurde durch die Reformation um 1540 vom Dänischen in allen offiziellen Bereichen verdrängt und über Jahrhunderte nur mündlich weiter gegeben in Form der unzähligen färöischen Balladen. Pioniere wie Jens Christian Svabo und Johan Henrik Schrøter sorgten Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts für die erste Verschriftlichung ihrer Sprache. V. U. Hammershaimb und Jakob Jakobsen formten die heutige Orthographie. Das Färöische konnte sich in Folge des Sprachenstreits im 20. Jahrhundert als Hauptsprache in allen Bereichen durchsetzen, sodass Dänisch heute nur noch den Charakter einer amtlichen Verkehrssprache hat. Beispielsweise müssen färöische Gesetze immer auch auf Dänisch übersetzt werden.

Schilder und Durchsagen sind grundsätzlich auf Färöisch, und wenn eine zweite Sprache hinzugezogen wird, ist es Englisch, nicht Dänisch. Norwegisch, Schwedisch und Isländisch werden von den meisten Färingern verstanden. Wichtigste weitere Fremdsprachen sind Deutsch und Französisch.

Die von Jóhan Hendrik Winther Poulsen geprägte färöische Sprachpolitik sorgt für eine aktive Neuschöpfung von Begriffen des modernen Lebens. Sie ist ähnlich puristisch wie die auf Island und vermeidet Fremdwörter und Anglizismen.

Neben den rund 45.000 ethnischen Färingern auf den Färöern selber gibt es mindestens 15.000 weitere Muttersprachler, zumeist in Dänemark. Seit 1998 gibt es mit dem Føroysk orðabók das erste muttersprachliche Wörterbuch. An der Universität der Färöer kann Färöisch studiert werden.

Weiteres

Das färöische Wetter dominiert die gesamte Lebenshaltung des Inselvolkes. Wegen der ständigen Wetterwechsel tragen die Färöer den Beinamen Das Land von kanska (= vielleicht), den ihnen die britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg gaben: Islands of Maybe (→ Norgate, Literaturhinweise unten). Es regnet häufig und es gibt viel Nebel, der die Feuchtigkeit für das satte Grün der Gräser liefert, es ist aber kaum ein Tag komplett verregnet.

Färinger sind bekannt für ihre Liebe zum eigenen Auto. Ein Sprichwort über die eigenen Landsleute lautet heute daher:

Wozu braucht er noch einen Regenmantel? Er hat doch ein Auto!

Die Färöer haben die wenigsten Gefängnisinsassen pro Kopf auf der Welt, wie eine internationale Untersuchung 2007 ergab. Auf 100.000 Einwohner kommen hier nur 15 Gefangene (umgerechnet auf 48.000 Einwohner ergibt das ca. 7).[11]

2006 kamen die Färöer ausnahmsweise auch einmal in internationale Negativschlagzeilen durch die z.T. offene Diskriminierung ihrer homosexuellen Mitbürger. Junge Schwule und Lesben sehen sich bis heute oftmals genötigt, ins liberalere Mutterland Dänemark überzusiedeln, da es ihnen auf den Inseln nicht möglich ist, akzeptiert ihre Neigung auszuleben und entsprechende Lebensbeziehungen ohne offene Ablehnung durch die Mehrheit der Bevölkerung zu gründen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Färöer

Der Baglhólmur soll einst von irischen Mönchen bewohnt worden sein.
Der Baglhólmur soll einst von irischen Mönchen bewohnt worden sein.
Nach 1000 Jahren: Friedhofsgärtner pflegen die Grabstätte des Sigmundur auf Skúvoy.
Nach 1000 Jahren: Friedhofsgärtner pflegen die Grabstätte des Sigmundur auf Skúvoy.
Anfangsinitial des Schafsbriefs im wertvollen Lundabók von 1310, das seit dem 18. Jh. in der Universitätsbibliothek zu Lund in Schweden aufbewahrt ist (daher der Name).
Anfangsinitial des Schafsbriefs im wertvollen Lundabók von 1310, das seit dem 18. Jh. in der Universitätsbibliothek zu Lund in Schweden aufbewahrt ist (daher der Name).

Irische Mönche

Die Färöer wurden wahrscheinlich um 625 von irischen Mönchen betreten und vom Ort Sumba ausgehend besiedelt. Archäologische Zeugnisse gibt es auch in der unmittelbaren Umgebung bei Akraberg, Víkarbyrgi und etwas weiter nördlich in Porkeri. Unter anderem konnte anhand botanischer Untersuchungen auf Mykines nachgewiesen werden, dass der Hafer seit dieser Zeit dort kultiviert wird. Hierbei muss es sich aber um vergleichsweise kleine Einsiedlergruppen gehandelt haben.

Wikinger-Landnahme

Hauptartikel: Wikingerzeit auf den Färöern (bis 1005)

Dem Wikinger-Erbe verpflichtet: Typische Drachenkopf-Verzierung an einem färöischen Ruderboot, dem traditionsreichen „Havnarbáturin“ (Tórshavn-Zehner)
Dem Wikinger-Erbe verpflichtet: Typische Drachenkopf-Verzierung an einem färöischen Ruderboot, dem traditionsreichen „Havnarbáturin“ (Tórshavn-Zehner)

Die Haupteinwanderung trat im 9. Jahrhundert durch die Wikinger ein, die von Norwegen aus gen Westen zogen. Gemäß der Färingersaga hieß der erste Siedler Grímur Kamban. Er soll in Funningur gewohnt haben. Es gab zwei große Einwanderungswellen während der nordischen Landnahme: etwa 820–860 kamen Flüchtlinge aus Norwegen, etwa 880–900 dann Wikinger aus Irland und Schottland. Ein isländischer Witz über die Färinger (die ihn aber auch selbstironisch gegenüber Fremden erzählen) sagt:

Das sind die Nachfahren derjenigen, die auf dem Weg nach Island seekrank wurden.

Und in der Tat: Island und die Färöer wurden zur gleichen Zeit besiedelt, wobei die Färöer auf der Strecke nach Island liegen. Hingegen können Färinger damit kontern, dass der Nordmann Naddoddur Island nur durch Zufall entdeckte, weil er den Weg zu den Färöern verfehlte, wo er eigentlich hinwollte.

Christianisierung

Hauptartikel: Christianisierung der Färöer

Nachdem sich der norwegische König Olav Tryggvason 994 beim englischen König Aethelred taufen ließ und im Jahr darauf Norwegen missionierte, lud er den angesehenen färöischen Häuptling Sigmundur Brestisson zu sich ein, der dann bekehrt im Jahr 999 auf den Färöern für die Annahme des Christentums durch das färöische Thing, das heutige Løgting, sorgte. Sein Grabstein auf Skúvoy gehört zu den wichtigsten Denkmälern des Archipels aus jener Zeit. Der Nachfolger Olavs, Olav II. Haraldsson von Norwegen, konnte das Christentum in Norwegen und auch auf den Färöern und in Island endgültig durchsetzen. Dafür wird er von den Insulanern heute noch an seinem Todestag, der Ólavsøka, verehrt.

Ab 1035 gehörte der Archipel politisch zu Norwegen, konnte sich aber durch die Entfernung zur Zentralmacht ein hohes Maß an Eigenständigkeit erhalten. In der Folge etablierten sich die katholischen Bischöfe in Kirkjubøur, wo sich weitere Kulturdenkmäler wie der Magnusdom (um 1300) befinden, der auf der Antragsliste zum UNESCO-Weltkulturerbe steht. 1298 erhielten die Färöer durch den Schafsbrief des norwegischen Königs ihr „Grundgesetz“, das in Teilen der Außenmarktbewirtschaftung bis heute gültig ist. (siehe dort mehr Details zur mittelalterlichen Geschichte der Färöer)

Ältestes bekanntes Schafs-Siegel von 1533
Ältestes bekanntes Schafs-Siegel von 1533

1380 gelangten die Färöer im Zuge der Personalunion Dänemarks mit Norwegen unter die dänisch-norwegische Krone. Königin Margarethe I. schaffte es, ganz Skandinavien in ihrem Großreich zu einen. Siehe auch: Kalmarer Union.

Reformation

Hauptartikel: Gabelzeit, Monopolhandel über die Färöer

1538 erreichte die Reformation die Inseln. Dadurch wurde die Vorherrschaft der dänischen Sprache verewigt. Der Sohn des ersten lutherischen Propstes Heini Havreki war der Seeheld Magnus Heinason, der 1589 in Kopenhagen wegen des Vorwurfs der Piraterie geköpft wurde und seitdem von vielen Färingern als Nationalheld verehrt wird. Als dunkelste Periode für die Färöer erwies sich die Gabelzeit im 17. Jahrhundert. An diesem Status änderte sich auch 1814 nach dem Frieden von Kiel nichts, in dessen Folge die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst wurde und Norwegen einer Personalunion mit Schweden beitreten musste, aber die Färöer zusammen mit Island und Grönland bei Dänemark blieben.

Nationale Erweckung

Hauptartikel: Weihnachtstreffen der Färöer 1888, Färöischer Sprachstreit

Sprachforscher, Theologe und Politiker im 19. Jahrhundert: V. U. Hammershaimb
Sprachforscher, Theologe und Politiker im 19. Jahrhundert: V. U. Hammershaimb

Ab 1846 entstand durch das Wirken des Sprachforschers V. U. Hammershaimb die neufäröische Schriftsprache auf etymologischer Grundlage. Bis dahin wurde das Färöische mündlich in den eigenen Balladen überliefert. Hammershaimb und seine Nachfolger begründeten die färöische Literatur und erschlossen alte Sprachdenkmäler.

Nachdem sich bereits Anfang des 19. Jahrhunderts der Nationalheld Nólsoyar Páll aufgelehnt hatte, wurde 1856 das königlich dänische Handelsmonopol über die Färöer aufgehoben. Auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 konstituierte sich die Nationalbewegung im Kampf um die eigene Sprache und nationale Unabhängigkeit. Zunächst war die Nationalbewegung eher kulturell ausgerichtet, aber nach der Gründung der ersten färöischen politischen Parteien 1906 und mit dem Sprachstreit von 1909 bis 1938 wurde sie politisch.

Zweiter Weltkrieg und Autonomie

Großbritannien besetzte die Färöer im Zweiten Weltkrieg und bezog sein Hauptquartier in der alten Festung Skansin.
Großbritannien besetzte die Färöer im Zweiten Weltkrieg und bezog sein Hauptquartier in der alten Festung Skansin.

Hauptartikel: Färöer im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Färöer aus taktischen Gründen am 12. April 1940 von Großbritannien besetzt, um Deutschland zuvorzukommen. Die Briten bauten nicht nur den Flughafen Vágar, sondern sie weiteten auch die Selbstverwaltung des Løgtings aus, so dass die Färinger 1946 zur Überwindung der Verfassungskrise eine Volksabstimmung über ihre volle Souveränität durchführten und sich bei einer Wahlbeteiligung von 66,4 % mit knapper Mehrheit (48,7 % zu 47,2 %) für eine staatliche Unabhängigkeit aussprachen. Dänemark verweigerte die Anerkennung dieses Abstimmungsergebnisses, stimmt aber der Aufnahme von Verhandlungen zu, so dass die Inseln seit dem Autonomiegesetz von 1948 eine weitgehende politische Selbständigkeit genießen.

Als Dänemark 1972 der Europäischen Gemeinschaft beitrat, vollzogen die Färöer diesen Schritt nicht mit. Die Inselgruppe gehört folgerichtig nicht zur europäischen Union.

Politik

Tinganes, die Halbinsel in der Hauptstadt Tórshavn. Hier wird seit über 1000 Jahren Landespolitik gemacht.
Tinganes, die Halbinsel in der Hauptstadt Tórshavn. Hier wird seit über 1000 Jahren Landespolitik gemacht.

Ab 1035 im Besitz von Norwegen, waren die Inseln seit 1380 durch die dänisch-norwegische Personalunion politisch mit Dänemark verbunden. Nach dem Frieden von Kiel 1814 verblieben sie dann im Königreich Dänemark und sind neben Grönland bis heute ein Teil des Reichs.

Ein hohes Maß an Selbstbestimmung innerhalb des Königreichs ist seit dem Gesetz über die Innere Selbstverwaltung am 31. März 1948 erreicht. Es gibt aber einflussreiche Gruppen, die eine vollständige Lösung von Dänemark anstreben. Das Kräfteverhältnis im färöischen Parteienspektrum zwischen separatistischen Republikanern und pro-dänischen (pragmatisch orientierten) Gruppen ist relativ ausgeglichen. Koalitionen in der färöischen Landesregierung und dem Løgting mit beiden Flügeln sind normal.

Kommunalwahlen am 9. November 2004: Stimmenauszählung in Porkeri
Kommunalwahlen am 9. November 2004: Stimmenauszählung in Porkeri

Die Färöer sind, anders als Dänemark, nicht Mitglied der EU. Sie entsenden je zwei Abgeordnete in das dänische Folketing und den Nordischen Rat.

Die NATO betreibt bei Mjørkadalur eine Radar-Frühwarnstation, die zu dem Netz der Frühwarnsysteme rund um den nördlichen Polarkreis gehört. Die Färöer haben keine eigene Armee, und die Bürger unterliegen nicht der dänischen Wehrpflicht. Andererseits dienen mehrere Färinger als Berufssoldaten bei den dänischen Streitkräften. Ein junger Färinger ist beispielsweise in der Leibgarde der dänischen Königin beschäftigt.

Eigene Briefmarken seit 1976. Diese hier wurde vom Künstler Zacharias Heinesen gestaltet und zeigt die Flagge der Färöer
Eigene Briefmarken seit 1976. Diese hier wurde vom Künstler Zacharias Heinesen gestaltet und zeigt die Flagge der Färöer

Die Färöer führen eine eigene Flagge und gelten als Nation innerhalb des Königreichs Dänemark mit eigener Außen- und Sicherheitspolitik seit dem 29. März 2005. Bereits seit Januar 2002 unterhalten die Färöer eine diplomatische Vertretung in London. Formal ist dies eine Abteilung der dortigen dänischen Botschaft. Der Gesandte der Färöer in London ist gleichzeitig Vertreter bei der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, einer UN-Institution mit Sitz in London, deren assoziiertes Mitglied die Färöer sind. Seit Oktober 2006 ist der färöische Vertreter in London gleichzeitig beim Außenministerium Irlands akkreditiert und hat somit einen weiteren Sitz in der dänischen Botschaft in Dublin. Schon vorher besaßen die Färöer eigene Vertretungen in Brüssel bei der EU und in Kopenhagen beim Nordischen Rat.

Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. von Dänemark und Regierungschef der Sozialdemokrat Jóannes Eidesgaard. Der dänische Gesamtstaat wird durch die Reichsombudsschaft auf den Färöern repräsentiert.

Zur Ólavsøka 2005 verkündete Eidesgaard, dass die Färöer der European Free Trade Association beitreten wollen. Einen entsprechenden Antrag will die Autonomieregierung bereits 2006 stellen, wobei fraglich ist, ob Dänemark dem zustimmt. Die EFTA-Mitgliedschaft brächte einige Vorteile in der Fischerei, da ihr auch die Nachbarstaaten Island und Norwegen angehören.

Nichtanwendung der EU-Verfassung

Durch die Nichtmitgliedschaft der Färöer in der EU wird der im Oktober 2004 beschlossene Vertrag über die EU-Verfassung auch nach dem etwaigen Inkrafttreten für die Färöer keine Anwendung finden (Artikel IV-440, Absatz 6, Buchstabe a).

Entsprechend werden weiterhin dänische Staatsbürger, die auf den Färöern ihren Wohnsitz haben, solange keine Unionsbürger sein, bis die Färöer sich entschließen, der EU beizutreten (Protokoll 8, Artikel 7).

Bürgerinitiativen

Bedeutend ist die färöische Sektion von Amnesty International mit etwa 1.200 Mitgliedern. Sie wurde 1965 gegründet und gehört zu den ältesten Amnesty-Gruppen auf der Welt.

Verwaltungsgliederung

Die 34 färöischen Kommunen seit 1. Januar 2005
Die 34 färöischen Kommunen seit 1. Januar 2005

Die Färöer gliedern sich derzeit (seit Januar 2005) in 34 Kommunen. Eine weitere Zusammenlegung der Kommunen ist geplant, zum Beispiel die Verschmelzung von Gøta und Leirvík 2007.

Infrastruktur

Die transatlantische Luxusfähre Norröna in ihrem Heimathafen Tórshavn. Rechts dahinter die Smyril, die größte Regionalfähre des Landes
Die transatlantische Luxusfähre Norröna in ihrem Heimathafen Tórshavn. Rechts dahinter die Smyril, die größte Regionalfähre des Landes

1896 wurde mit dem Dampfschiff Smiril der erste Linienverkehr zwischen den färöischen Inseln eingerichtet. 1918 entstand die erste Straße auf den Färöern, die zwei Orte miteinander verband: Skopun und Sandur auf Sandoy.

Wichtigste internationale Drehscheibe der Färöer sind der Hafen von Tórshavn mit der Autofähre Norröna und der Flughafen Vágar mit der einheimischen Fluggesellschaft Atlantic Airways. Beide Verkehrszentren sind seit 2002 durch den Vágartunnel verbunden, der die Fahrtzeit mit dem Auto auf eine Stunde verkürzt.

Der Nationalheld Nólsoyar Páll auf dem alten 50-Kronen-Schein der Färöer. Er baute 1804 das erste eigene, seegängige Schiff der Färöer in der Neuzeit
Der Nationalheld Nólsoyar Páll auf dem alten 50-Kronen-Schein der Färöer. Er baute 1804 das erste eigene, seegängige Schiff der Färöer in der Neuzeit

Als Seefahrtnation verfügen die Färöer über sechs Leuchttürme und eine eigene Fischereiflotte. Die meisten färöischen Schiffe entstammen der heimischen Produktion, und sie führen auf den internationalen Gewässern seit 1940 die Flagge der Färöer. Die Handelsmarine hat 7 Schiffe.

Daneben ist das Färöboot ein Beispiel, wie das Wikingerschiff als kleines seetüchtiges Ruderboot vervollkommnet werden konnte.

Das Straßennetz der Färöer ist beinahe komplett asphaltiert und verbindet seit 2004 alle Regionen, die auf Inseln liegen, wo es mehr als nur einen Ort gibt. Insgesamt wurden bisher 463 Kilometer Landstraße gebaut; die längste ist die Straße 10 und führt von der Hauptstadt Tórshavn auf Streymoy nach Toftir auf Eysturoy. Hinzu kommen etwa 500 Kilometer innerhalb der Ortschaften. Autofähren verbinden diejenigen Inseln, wohin keine Dämme, Brücken oder Tunnel existieren, aber mehrere Orte mit ihrem eigenen Straßennetz liegen. Der 2006 eröffnete Norðoyatunnilin verbindet die Nordinseln mit dem Rest des Landes. Damit haben 85% der Bevölkerung eine feste Straßenverbindung untereinander.

Beliebt bei den Schafshaltern: Der Pickup als Allround-Fahrzeug
Beliebt bei den Schafshaltern: Der Pickup als Allround-Fahrzeug

Die größte Regionalfähre ist die Smyril.

2002 waren über 22.000 Kfz auf den Färöern zugelassen, darunter mehr als 16.000 PKW, was ziemlich genau einem PKW pro Haushalt entspricht.

In Tórshavn verkehren Stadtbusse, die an der roten Farbe zu erkennen sind, während die Überlandbusse blau lackiert sind. Wo weder Busse noch Fähren hinfahren, fliegt der Hubschrauber (siehe: Flughafen Vágar). Das Streckennetz der Färöer kann auf der Website des staatlichen Verkehrsunternehmens Strandfaraskip Landsins eingesehen werden.

Telekommunikation

Die Färöer sind hinter Neuseeland, Island, Schweden und Malta weltweit eines der Länder mit den meisten Internetusern. Etwa 75% der Färinger sind mindestens einmal in der Woche online. [12]

Die rund 17.000 Haushalte auf den Färöern verfügten Ende 2002 über mehr als 11.000 Internetzugänge. Ende 2004 gibt es ca. 24.000 Festnetzanschlüsse und 36.000 Mobiltelefone. Damit haben 80 % aller Einwohner ein Handy.

1905 wurde die erste Telefonleitung auf den Färöern errichtet. 1930 waren alle Orte der Färöer an das Telefonnetz angeschlossen. Nach Suðuroy bestand zunächst allerdings nur eine Funkverbindung mit dem Rest des Landes. 1953 bekam Tórshavn die Selbstwahl, die dann bis 1978 landesweit eingeführt wurde. Ab 1954 existierte eine Funkverbindung mit Dänemark. 1971 folgte das Seekabel zu den Shetland-Inseln. Heute sind die Färöer durch zwei Glasfaserkabel mit der Außenwelt verbunden.

Seit 1998 ist das Telefonnetz vollständig digitalisiert und es existiert ein flächendeckendes GSM-Netz für die Mobiltelefonie.

Wirtschaft

Der Klippfisch wird traditionell in den Dörfern an der salzhaltigen Luft getrocknet, wie zum Beispiel hier in Akrar
Der Klippfisch wird traditionell in den Dörfern an der salzhaltigen Luft getrocknet, wie zum Beispiel hier in Akrar

Wichtige Erwerbszweige sind die Fischerei, die Fischzucht (meist Lachse) und der Tourismus. Ein weiterer Faktor im Export sind die Werften und die Briefmarken des Postverk Føroya. Die Fischereiwirtschaft dominiert mit etwa 95 % Anteil am Exportvolumen. Das CD-Label Tutl und der Wollmodehersteller Sirri sind führend in ihren jeweiligen internationalen Marktnischen.

Der Import betrug 2005 3.912 Millionen Kronen. Die wichtigsten Importnationen sind Dänemark, Norwegen, Spanien und Deutschland. Importwaren sind Rohstoffe, Konsumgüter, Schiffe und Maschinen.

Der Export betrug 3.579 Millionen Kronen. Hier führen Großbritannien, Dänemark, Spanien und Frankreich die Statistik an.

Das was die Färöer für sich selber produzieren können, sind neben der Fischerei nur etwas Landwirtschaft (Schafe, Kartoffeln, usw) und Wasserkraft zur Stromerzeugung. Alles andere muss importiert werden und wird quasi mit dem Fisch bezahlt.

Fischerei

Aquakultur zur Aufzucht von Lachs vor Vestmanna
Aquakultur zur Aufzucht von Lachs vor Vestmanna

Die Fischfangzone der Färöer beträgt 200 Seemeilen. Von hier kommt der größte Anteil des färöischen Fangs. Analog ist die Situation beim Nachbarn Island in seinen Gewässern. Beide Nationen erlauben ausländischen Fischfangflotten nur begrenzte Rechte – mit gegenseitiger Ausnahme Islands und der Färöer.

Im Nordatlantik sind die Färöer die fünftgrößte Fischereination. In der Welt rangieren die Färöer auf Platz 25. 2005 betrug die Fangmenge 580.823 Tonnen.

Jährlich werden über 100.000 Tonnen Fischprodukte verkauft. 2004 waren es 135.244 Tonnen im Wert von 1,15 Milliarden Kronen. Gegenüber 1993 ist das ein Wachstum in der Menge von 90 % und im Wert von 183 %. Etwa 25 % macht dabei der Dorsch aus, gefolgt von Schellfisch und Seelachs.

Im ganzen Land gibt es Fischfabriken. Die Fischereiflotte bestand Anfang 2004 aus 186 Schiffen über 20 BRT. Etwa 3.000 Färingerinnen und Färinger sind in der Fischerei und Fischverarbeitung beschäftigt. Das sind rund 12 % der erwerbstätigen Bevölkerung. Fischereiprodukte machen etwa 95 % des färöischen Exports aus. Zählt man Dienstleistungen zum Exportvolumen hinzu, so sind es noch 82 %.

Neben der Hochseefischerei gibt es die Küstenfischerei im typischen Färöboot, wofür ein spezielles Gerät zur Leinenfischerei, die Snella verwendet wird – eine färöische High-Tech-Erfindung, die auch exportiert wird.

Erdölsuche

Im Mai 2004 fand auf den Inseln der erste internationale Geologenkongress der Färöer statt, der sich unter anderem mit der Erschließung der unter dem Meer befindlichen Ölvorkommen beschäftigte. Erdöl gilt als die große Zukunftshoffnung für die färöische Wirtschaft.

Landwirtschaft

Die traditionelle Schafzucht (70.000 Tiere) spielt im Export nur eine untergeordnete Rolle, während färöische Wollprodukte traditionell einen guten Ruf genießen. Schafsfleisch steht auf der heimischen Speisekarte weit oben, und die Hälfte muss heute importiert werden.

Neben den Schafen werden Kühe, Hühner und Gänse gehalten. Entsprechend produzieren die Färöer eigene Molkereiprodukte und Eier für den einheimischen Markt.

Walfang

Hauptartikel: Grindadráp, Statistik über den Grindwalfang auf den Färöern

Der umstrittene Grindwalfang wird von den Färingern nicht kommerziell, sondern als reine Subsistenzwirtschaft betrieben. Zwischen 2001 und 2005 wurden 41 Grindwalschulen aufgebracht und dabei insgesamt 3.359 Tiere getötet, was einer durchschnittlichen Fangmenge von 672 Grindwalen jährlich entspricht.

Tourismus

Hauptartikel: Tourismus auf den Färöern

Die Zahl der Übernachtungen in den Hotels und Gästehäusern setzte sich 2003 wie folgt zusammen: 24.405 Gäste kamen aus dem Inland (27,1 %), aus Dänemark 31.571, gefolgt von Norwegen (11.104), Island (5.253), Großbritannien und Irland (4.820) und Deutschland (4.149).

Lebensstandard

Das Wirtschaftswachstum betrug 2003 4,9 %, und die Arbeitslosigkeit lag im Dezember 2005 bei 3,8 %. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Die Färöer verfügen über einen als vorbildlich angesehenen Sozialstaat. Der durchschnittliche Lebensstandard ist ebenso hoch wie das Bildungsniveau der Einwohner. Die tariflichen Stundenlöhne 2004 waren:

  • Arbeiter 112,52 Kronen
  • Handwerker 129,93 Kronen
  • Büroangestellte 137,63 Kronen
  • Beamte 175,44 Kronen

Bis Mitte der 1980er Jahre gab es hier Vollbeschäftigung. Ende der 1980er und Anfang der 1990er erlebten die Färöer eine Wirtschaftskrise. Schwere Anschuldigungen wurden gegen den dänischen Staat erhoben, doch viele meinen, dass sich die Färöer durch ehrgeizige Bauprojekte verhoben haben.

Die Lebenshaltungskosten bewegen sich auf skandinavischem Niveau. Die Universität der Färöer empfiehlt ausländischen Studenten für 2005 ein tägliches Budget für Verpflegung von 100 Kronen (zzgl. Unterkunft), was ungefähr 16 Euro entspricht. Hierin enthalten sind allerdings keine Verkehrsmittel, Kulturveranstaltungen, Gastronomiebesuche oder Bücher, die sich vielleicht die meisten Besucher leisten möchten. Ein Tagessatz von 200 Kronen (zzgl. Unterkunft) ist daher für Touristen realistisch.

Kultur

Ausstellung färöischer Gemälde im Tanzsaal des Norðurlandahúsið
Ausstellung färöischer Gemälde im Tanzsaal des Norðurlandahúsið

Die Färöer sind eine eigenständige Kulturnation innerhalb der nordischen Welt. Durch die geringe Bevölkerungszahl auf der einen und die Erfordernisse einer Nation auf der anderen Seite, haben viele Färinger Doppel- und Dreifachfunktionen in der Gesellschaft, und sind in ihrer Freizeit Kulturschaffende.

Daher verfügen die Färöer über eine erstaunlich reiche literarische, künstlerische und musikalische Produktion und ein ebenso interessiertes Publikum an der eigenen Kultur. Bestimmendes Moment sind neben der eigenen Sprache das Erbe der Wikinger und die färöische Natur.

Kulturelles Zentrum ist die Hauptstadt Tórshavn, und dort das markante Haus des Nordens (Norðurlandahúsið) als wichtigster Veranstaltungsort des Landes, wo auch regelmäßig Kulturaustausch mit anderen Ländern (meist nordischen) stattfindet. In Tórshavn befinden sich auch das Landestheater, die Musikschule und das Kunstmuseum.

Nationalfeiertag und größtes Volksfest mit sportlichem und kulturellem Rahmenprogramm ist die Ólavsøka am 28./29. Juli. Andere Volksfeste sind die Jóansøka um den 24. Juni herum, die Varmakelda Ende Juni/Anfang Juli und die Ovastevna im August. Wie bei der Ólavsøka werden hier die färöischen Kettentänze gepflegt und die Regatten zur Meisterschaft im färöischen Rudersport abgehalten.

Kettentanz und Balladen

Der färöische Kettentanz mit den dazu vorgetragenen alten Balladen (zum Beispiel die färöischen Sigurdlieder) sind ein Kulturgut ersten Ranges und stehen in Europa alleine da. Kein anderes Land konnte mittelalterliches Brauchtum derart authentisch in die Moderne retten. Die färöische Sprache war seit der Reformation um 1540 als Schriftsprache vollständig verschwunden und konnte nur durch die Balladen bis in unsere Zeit überleben.

Jens Christian Djurhuus war ein traditioneller Skalde, der noch im 19. Jahrhundert Balladen nach altem Muster schrieb. Das bekannteste Stück überhaupt ist Ormurin Langi und stammt aus Djurhuus' Feder. Ein anderes jüngeres Beispiel ist die Grindavísan von Christian Pløyen, einem dänischen Beamten. Obwohl von einem Ausländer und auf Dänisch, gehört es zu jedem Grindadráp (Grindwalfang) dazu.

Der färöische Kettentanz findet keineswegs nur zu folkloristischen Darbietungen statt, sondern ist fester Bestandteil der Alltagskultur unserer Zeit. Das heißt, ein Kettentanz findet nicht für ein Zuschauerpublikum statt, sondern ist ein Gemeinschaftserlebnis aller Anwesenden.

Die Färöer verfügen daher auch über eine starke Tradition des gemeinsamen Gesanges. So ist es üblich, dass man zu Familienfeiern stundenlang alte und neue Lieder singt. Größtes derartiges Ereignis ist der 29. Juli (Ólavsøka) Mitternachts in Tórshavn, wenn Tausende unter freiem Himmel zusammen kommen.

Musik

Die Färöer haben ein eigenes Symphonieorchester, einen bekannten Chor (Havnarkorið) und eine sehr lebendige Musikszene in allen Sparten, wobei einige färöische Musiker auf ihr nationales Erbe der Balladen zurückgreifen und damit eigene Wege gehen können. Die bekanntesten zeitgenössischen färöischen Komponisten sind Sunleif Rasmussen, Kristian Blak, Atli Petersen, Edvard Nyholm Debess und Heðin Meitil. Jedes Jahr im Sommer findet das Festival Summartónar für zeitgenössische und klassische Musik statt. Mit „Í Óðamansgarði“ (Im Garten des Verrückten) von Sunleif Rasmussen wurde am 12. Oktober 2006 im Nordlandhaus die erste färöische Oper uraufgeführt.

Klassiker der färöischen Unterhaltungsmusik sind Annika Hoydal und Tey á Kamarinum.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich junge Talente wie Eivør Pálsdóttir, Teitur Lassen, Lena Anderssen, Guðrun Sólja Jacobsen, Høgni Lisberg und Brandur Enni.

Bekannte Rockgruppen (über die Landesgrenzen hinaus) sind u.a. 200 (Punk), Boys In A Band („Cowboy Rock“), Gestir, Makrel, Marius, Sic (Thrash Metal), Týr (Viking Metal) und die inzwischen aufgelösten Gruppen Clickhaze (Avantgarde) und Moirae. Gruppen wie Páll Finnur Páll oder Villmennir haben nur lokale Bedeutung, zeugen aber vom hohen Spaßpotential mit Texten in der Landessprache.

Große Open-Air-Festivals für Populärmusik mit internationalen und heimischen Stars sind u. a. die Jóansøka jeden Juni in abwechselnd Vágur oder Tvøroyri, das G! Festival in Gøta jeden Juli und das Summarfestivalur in Klaksvík jeden August. Der alle zwei Jahre stattfindende Prix Føroyar war bis 2005 der nationale Talentwettbewerb, aus dem schon viele Stars hervorgegangen sind, die über die Färöer hinaus bekannt wurden. Heute heißt diese Veranstaltung Atlantic Music Event und konzentriert sich mehr auf den Export färöischer Musik.

Kristian Blak gilt seit über 30 Jahren als Mentor der aufstrebenden färöischen Musikszene. Er ist Kopf des Jazz-Ensembles Yggdrasil und Gründer des selbstverwalteten Plattenlabels Tutl, bei dem die meisten oben genannten Künstler verlegt werden.

Färöische Literatur

Hauptartikel: Färöische Literatur

Bedingt durch die Schöpfung der neufäröischen Schriftsprache durch V. U. Hammershaimb und die linguistische Arbeit von Jakob Jakobsen entstand die färöische Literatur. Die Dichtung des Klassikers Janus Djurhuus wurde stilprägend für die meisten seiner Nachfolger, während sein jüngerer Bruder Hans A. Djurhuus durch seine Kinderlieder im Alltag aller heutiger Generationen weiter lebt.

Der weltweit bekannteste färöische Schriftsteller ist William Heinesen, der selber allerdings auf Dänisch schrieb. Sein gleichaltriger, sehr früh verstorbener, Cousin Jørgen-Frantz Jacobsen wurde durch den Roman Barbara auch in Deutschland bekannt. Der erste färöischsprachige Schriftsteller, der in viele Weltsprachen übersetzt wurde, war Heinesens guter Freund Heðin Brú.

Zeitgenössische Autoren sind u.a. Jens Pauli Heinesen, Rói Patursson, Toroddur Poulsen, Gunnar Hoydal, Hanus Kamban, Jógvan Isaksen und Carl Jóhan Jensen.

Súsanna Helena Patursson begründete die Frauenliteratur der Färöer. Malan Marnersdóttir ist heute die führende Literaturwissenschaftlerin des Landes. Oddvør Johansen gehört heute zu den bekanntesten weiblichen Autoren.

Färöische bildende Kunst

Hauptartikel: Färöische bildende Kunst

Zacharias Heinesen: Úr Vágum („Aus Vágar“) 2000. Briefmarke von 2001
Zacharias Heinesen: Úr Vágum („Aus Vágar“) 2000. Briefmarke von 2001

Die färö