| Färöisch (Føroyskt) | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Färöer | |
| Sprecher | 60 000 bis 100 000 (Muttersprachler) |
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| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in | Färöer | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: | fo | |
| ISO 639-2: | (B) fao | (T) |
| ISO 639-3 (SIL): | FAE | |
Färöisch (färöisch føroyskt [ˈføːɹɪst], dänisch: færøsk, daraus abgeleitet die deutsche Bezeichnung färöisch im Gegensatz zu veraltet färingisch) ist eine westskandinavische Sprache, die von mindestens 44.000 Menschen auf den politisch zu Dänemark gehörenden und weitreichende Autonomierechte besitzenden Färöern sowie weiteren Färingern im Ausland gesprochen wird.
Die Gesamtzahl der Muttersprachler auf der Welt ist unklar. Schätzungen reichen von 60.000 bis zu 100.000, wobei die erstere Zahl als realistisch einzuschätzen ist, während die höhere Zahl darauf spekuliert, welche Nachkommen von Muttersprachlern aktiv färöisch sprechen, was schwer belegbar ist.
Färöisch ist damit eine der kleinsten unter den lebenden germanischen Sprachen (indogermanische Sprachfamilie).
Färöisch gehört gleichzeitig zu den kleinsten Sprachen in Europa neben Saami (finno-ugrische Sprachfamilie), den beiden sorbischen Sprachen sowie Ladinisch und Rätoromanisch mit jeweils unter 100.000 nachgewiesenen Sprechern.
Das Färöische gilt als diejenige Sprache auf der Welt, in der jährlich die meisten Bücher pro Muttersprachler erscheinen (1 Buchtitel auf etwa 325 Einwohner). Von 1822 bis 2002 kamen genau 4306 Titel auf Färöisch heraus, wobei 2000 mit 170 Titeln (darunter 66 Übersetzungen aus anderen Sprachen) das bisherige Rekordjahr ist.
Nicht zuletzt durch ihren Status als Amtssprache auf den Färöern und durch die reichhaltige färöische Literatur gilt sie heute als nicht mehr gefährdet gegenüber der Dominanz des Dänischen bis in das 20. Jahrhundert hinein.
Die deutsche Sprache hat mindestens zwei Begriffe aus dem Färöischen entlehnt: Skua (Raubmöwe) und Grind(wal) (siehe dort).
Inhaltsverzeichnis |
Färöisch ist mit Isländisch in der Schriftsprache gegenseitig verständlich. Beide modernen Sprachformen gehen besonders eng auf das Altnordische zurück, welches heute in Form des Altisländischen in der Älteren Skandinavistik erforscht wird.
Die gegenseitige Verständlichkeit der gesprochenen Sprachen Färöisch und Isländisch ist hingegen eingeschränkt. Färöisch hat im Vergleich zum Isländischen mehr Zischlaute und Diphthonge, und beide Aussprachen weichen von der Schriftsprache deutlich ab. Wie sich Isländer und Färinger im Gespräch verständigen, hängt davon ab, welche weitere skandinavische Sprache der isländische Gesprächspartner beherrscht, oder ob er nur Englisch als Fremdsprache kann. Nahezu alle Färinger sprechen fließend Dänisch als Zweitsprache, und so ergibt sich oft ein interskandinavischer Sprachmix, häufig auch mit englischen Einflüssen. Anders ist es bei Färingern und Isländern, die längere Zeit im jeweils anderen Land leben. Sie lernen die Nachbarsprache in der Regel schnell.
Aus dem Altwestnordischen (Altnorwegisch) entwickelte sich mit Beginn der Wikingerzeit auf den Färöern im 9. Jahrhundert das Altfäröische. Diese Sprachform existierte als Schriftsprache bis zur Reformation nach 1538, als dänisch alleinige Schriftsprache wurde und sich endgültig durchsetzte.
Das Färöische konnte aber in den alten Balladen und der gesprochenen Alltagssprache überleben. Bis Ende des 18. Jahrhunderts liegen nur sporadische Schriftzeugnisse vor. Ältestes Dokument ist der Schafsbrief von 1298.
Der erste Pionier des geschriebenen Färöisch war der Gelehrte Jens Christian Svabo. Im Rahmen seiner Indberetninger fra en Reise i Færø 1781–82 sammelte er alte färöische Balladen und schrieb sie als erster nieder. Allerdings gelangten sie nicht zum Druck. Svabos Orthographie orientierte sich am Dialekt von Vágar, versuchte aber bereits eine Standardisierung.
Das erste Buch auf Färöisch, Færøiske Qvæder om Sigurd Fofnersbane og hans Æt des dänischen Pfarrers Hans Christian Lyngbye von 1822, dokumentierte die Sigurdlieder, die von seinem färöischen Kollegen Johan Henrik Schrøter gesammelt wurden. Ein anderer Pionier jener Jahre war Jóannes í Króki (Johannes Clemensen), der in der Sandoyarbók (1821–1831) ebenfalls färöische Balladen sammelte. Seine Schreibweise widerspiegelte den Dialekt von Sandoy.
Johan Henrik Schrøter besorgte auch die erste Übersetzung des Matthäusevangeliums (Evangelium Sankta Matthæussa 1823), die in jeden färöischen Haushalt gelangte, sich aber in der Kirche nicht durchsetzen konnte, wo weiterhin Dänisch gepredigt wurde.
Die Zusammenstellung der Färingersaga aus altisländischen Quellen durch den dänischen Altertumsforscher Carl Christian Rafn war ein weiterer Meilenstein. Bei der Herausgabe 1833 wurde eine färöische Übersetzung mitgeliefert, die auch von Schrøter stammte. Sowohl Schrøter als auch Svabo verwendeten sehr lautnahe Orthographien. In der Färingersaga machte sich der Einfluss des dänischen Philologen Rasmus Rask bemerkbar, der Schrøter zu einer verbesserten Orthographie bewegen konnte.
Im Sommer 1845 schickte der dänische Gouverneur auf den Färöern, Christian Pløyen, die vom Lehrer Ole Jespersen gesammelten Zaubersprüche an C.C. Rafn. Neben dem färöischen Originaltext lieferte er eine dänische Übersetzung mit, bei der ihm wohl Schrøter und Jens Davidsen halfen. Rafn hielt diese Schreibweise aber für nicht geeignet, um sie zu veröffentlichten und beauftragte den isländischen Philologen und Nationalisten Jón Sigurðsson mit einer Überarbeitung. Jener vertrat einen etymologisierenden und historisierenden Ansatz, den auch der dänische Philologe Niels Matthias Petersen vertrat. Es war die Zeit der Nationalromantik, und hier besann man sich auf die altnordischen Wurzeln.
V. U. Hammershaimb gilt als der eigentliche Vater der modernen färöischen Schriftsprache. Zunächst war er, wie schon Svabo und Schrøter, ein Anhänger einer lautnahen Schreibung. Erst durch Petersens und Sigurðssons Einfluss kam es hier zum Umdenken. 1854 erschien seine Færøsk sproglære (Färöische Sprachlehre) in Rafns wissenschaftlicher Zeitschrift Annaler for nordisk Oldkyndighed og Historie.
1891 wurde Hammershaimbs Sprachlehre in seiner Færøsk Anthologi vollständig überarbeitet und hat bis heute nur wenig an Gültigkeit verloren. Hammershaimbs jüngerer Kollege Jakob Jakobsen trug hierzu maßgeblich bei, auch wenn sich seine eigenwillige Orthographie nicht durchsetzen konnte. Jakobsens Verdienst bei diesem Standardwerk war nicht nur die phonetisch exakte Umschrift und Gegenüberstellung der Dialekte anhand ausführlicher Leseproben, sondern vor allem auch ein Wörterbuch Färöisch-Dänisch mit 10.000 Stichwörtern und durchgängigen Ausspracheangaben.
N.F.S. Grundtvigs Sohn Svend Grundtvig (ein guter Freund von Hammershaimb) reiste auf die Färöer, um bei der Übersetzung vieler alter Sprachdenkmäler zu helfen. Es entstand die färöische Literatur.
Das Neufäröische wurde auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 von der sich bildenden Nationalbewegung als künftige Hauptsprache proklamiert.
Erst 1937 wurde die färöische Sprache als Schulsprache anerkannt, 1938 als Kirchensprache, und seit dem Autonomie-Statut von 1948 ist sie Hauptsprache auf der Inselgruppe. Dänisch ist offizielle Zweitsprache auf den Färöern. Die Auseinandersetzung zwischen dem Neufäröischen und Reichsdänischen ging als färöischer Sprachstreit in die Geschichte der Färöer ein.
1961 schließlich kam die erste offizielle färöische Bibel von Jákup Dahl heraus (vorher gab es schon eine baptistische Ausgabe); das Färöische wurde aber bereits vorher von der Kanzel gepredigt.
Es sollte bis 1998 dauern, bis die Färinger ihr erstes muttersprachliches Wörterbuch bekamen, das Føroysk orðabók von Prof. Jóhan Hendrik Winther Poulsen und anderen.
Mehr siehe unter: Färöische Aussprache
Das färöische Alphabet hat 29 Buchstaben, die wie folgt klingen können:
| Graphem | Name | Phonem | Aussprache (lang, kurz) |
|---|---|---|---|
| A, a | fyrra a [ˈfɪɹːa ˈɛaː] („vorderes a“) | /a, æ/ | [ɛaː], (In Fremdwörtern auch: [aː]), [a] |
| Á, á | á [ɔaː] | /å/ | [ɔaː], [ɔ] |
| B, b | be [beː] | /b/ | [b], [b̥] (stimmlos) |
| D, d | de [deː] | /d/ | [d], [d̥] (stimmlos) |
| Ð, ð | edd [ɛdː] | (keins) | stumm oder Gleitvokal [j], [v], [w] zwischen bestimmten Vokalen; bei ðr als [gɹ] realisiert. |
| E, e | e [eː] | /e/ | [eː], [ɛ] |
| F, f | eff [efː] | /f/ | [f], -ft- wird meist zu [tː] |
| G, g | ge [geː] | /g/ | [g], [g̊]; im Anlaut vor i, y,e, ø und vor allen anderen Vokalen als gj-: [ʤ̥]; zwischen Vokalen wie ð, also stumm bis gleitend |
| H, h | há [hɔa] | /h/ | [h], in der Kombination hj [ʧ] und als hv [kʰv] |
| I, i | fyrra i [ˈfɪɹːa ˈiː] („vorderes i“) | /i/ | [iː], [ɪ] |
| Í, í | fyrra í [ˈfɪɹːa ˈʊi] („vorderes í“) | /ui/ | [ʊiː], [ʊi], in der Verschärfung [ɪ] |
| J, j | jodd [jɔdː] | /j/ | [j], gj bildet ein [ʤ̥], kj und hj ein [ʧ] und sj ein [ʃ] |
| K, k | ká [kɔa] | /k/ | [k], [kʰ] aspiriert, [ʰk] präaspiriert, vor hellen Vokalen meist [ʧ] (vor allen anderen Vokalen wird kj als [ʧ] realisiert). |
| L, l | ell [ɛlː] | /l/ | [l], [l̥] [ɭ]ˌ [ʎ], [ʎ̥], als ll meist [d̥l] zwischen zwei Vokalen und am Wortende. |
| M, m | emm [ɛmː] | /m/ | [m], [m̥] (stimmlos). In der Dativendung -um stets [ʊn], vor k als [ŋ̊], und vor n als [u]. |
| N, n | enn [ɛnː] | /n/ | [n], [n̥] (stimmlos), nn wird nach Diphthongen zu [d̥n]. |
| O, o | o [oː] | /o/ | [oː], [ɔ] |
| Ó, ó | ó [ɔuː] | /ou/ | [ɔuː], [œ]; auf Nólsoy [auː]; in der Verschärfung [ɛ] auf Suðuroy dann aber [ɔ] |
| P, p | pe [peː] | /p/ | [p], [pʰ] aspiriert, [ʰp] präaspiriert |
| R, r | err [ɛɹː] | /r/ | [ɹ], [ɹ̥] (Tendenz zum britischen r), rn wird meist zu [dn], rs zu [ɻ̊ʂ], rt zu [ɻ̊t], rd zu [ɻɖ̥] |
| S, s | ess [ɛsː] | /s/ | [s] immer stimmlos, zusammen als sj [ʃ], oft auch als sk(j) |
| T, t | te [teː] | /t/ | [t], [tʰ] aspiriert, [ʰt] präaspiriert, zusammen als tj [ʧ] |
| U, u | u [uː] | /u/ | [uː], [ʊ] |
| Ú, ú | ú [ʉuː] | /uu/ | [ʉuː], [ʏ], in der Verschärfung [ɪ] |
| V, v | ve [veː] | /v/ | [v] |
| Y, y | seinna i [ˈsaiːdna ˈiː] („hinteres i“) | /i, y/ | [iː], [ɪ]; in Fremdwörtern auch: [yː], [ʏ] |
| Ý, ý | seinna í [ˈsaiːdna ˈʊiː] („hinteres í“) | /ui/ (identisch mit í) | identisch mit í: [ʊiː], [ʊi] |
| Æ, æ | seinna a [ˈsaiːdna ˈɛaː] („hinteres a“) | /æ/ | [ɛaː], [a] |
| Ø, ø | ø [øː] | /ø/ | [øː], [œ] |
| Weitere Diphthonge | |||
| ey | - | /ei/ | [ɛiː], [ɛ] (wie in „hej“), auch in der Verschärfung [ɛ] |
| ei | - | /ai/ | [aiː], [ai] (wie im deutschen „ei“), in der Verschärfung [a] |
| oy | - | /oi/ | [ɔi:], [ɔi] (wie im deutschen „eu“), in der Verschärfung [ɔ] |
Anmerkungen:
im Aufbau
Das Färöische ist im Gegensatz zu anderen germanischen Sprachen wie Dänisch oder Englisch reicher an Formen. Zum Beispiel ist das Genus-System dem deutschen sehr ähnlich, es wird also bei Nomina, Pronomina, Adjektiven etc. zwischen drei Geschlechtern unterschieden. Auffallend – und unter den germanischen Sprachen alleine stehend – ist im Färöischen die Pluralform des Zahlworts und unbestimmten Artikels ein, der genauso geschrieben, gesprochen und (im Singular) verwendet wird wie im Deutschen, aber anders gebeugt wird. Hinzu kommen die distributiven Zahlwörter der färöischen Sprache für zwei und drei (siehe dort).
Charakteristisch für die nominal flektierten Wörter im Färöischen ist deren häufige Endung -ur. Dabei ist das (aus dem Kontext gerissen) keineswegs ein Indikator für eine bestimmte Wortart, noch für ein Geschlecht oder einen Numerus oder Kasus. Ebenso verhält es sich mit den typischen Endungen -ir und -ar. Wie oben bereits erwähnt, können unbetonte Silben (und das sind im Färöischen allgemein die Endsilben) keine anderen, als diese drei Vokale a, i, u tragen. Damit ist es freilich komplizierter als im Deutschen (und anderen Sprachen), wo in diesem Fall meist das e verwendet wird, falls eine Flektionsendung einen Vokal trägt. Dieses System ist auch für Muttersprachler manchmal schwer durchschaubar, zumal erschwerend hinzu kommt, dass die gesprochene Sprache bestimmte Endungsvokale anders realisiert und manchmal auch in der Rechtschreibung zwei Varianten einer Form zulässig sind.
Andererseits kann gesagt werden, dass sich sowohl bestimmte Paradigmen in der gesprochenen Sprache kaum oder gar nicht von dem altnordischen Ursprung entfernt haben als auch selbst unregelmäßige Formen in bestimmten Fällen Parallelen zum Deutschen aufweisen.
Die färöischen Nomina werden, wie im Deutschen, in drei Gruppen eingeteilt:
Stellvertretend für die drei Geschlechter seien hier zur Veranschaulichung drei häufige Klassen genannt, deren Stammvokale sich nicht ändern.
| maskulinum | femininum | neutrum | |
|---|---|---|---|
| Singular | |||
| Nominativ | træl-ur | oyggj | horn |
| Akkusativ | træl | oyggj | horn |
| Dativ | træl-i | oyggj | horn-i |
| (Genitiv) | træl-s | oyggj-ar | horn-s |
| Plural | |||
| Nominativ | træl-ir | oyggj-ar | horn |
| Akkusativ | træl-ir | oyggj-ar | horn |
| Dativ | træl-um | oyggj-um | horn-um |
| (Genitiv) | træl-a | oyggj-a | horn-a |
| Bedeutung | Sklave | Insel | Horn |
Anmerkungen:
Allgemein unterscheiden sich die skandinavischen Sprachen von den anderen germanischen Sprachen dadurch, dass der bestimmte Artikel dem Nomen angehängt wird, also ein Suffix ist. Dies ist im Färöischen nicht anders, und es bildet in dieser Hinsicht eine Gemeinsamkeit mit dem Norwegischen, und Schwedischen indem es in attributiven Stellungen eine doppelte Determination gibt – im Gegensatz zum Dänischen und Isländischen. Das heißt: Wenn ein determiniertes Substantiv durch ein Adjektiv näher beschrieben wird, taucht in dem Satz nicht nur der Artikel als einzelnes Lexem auf, sondern zusätzlich noch als Suffix an dem betreffenden Nomen.
Beispiel:
| Wikipedia, | hin | frælsa | alfrøðin |
| Wikipedia, | die | freie | Enzyklopädie-die |
Anmerkung:
Grundsätzlich gilt, dass die Nominativform des angehängten bestimmten Artikels bei männlichen und weiblichen Nomen immer -(i)n und bei sächlichen -(i)ð ist, wobei sich das in den anderen Kasus anders darstellt. Als Faustregel kann gelten, dass sich die oben aufgeführten Nominalflexionen auch im Neutrum (wie in den anderen beiden Genera) so verhalten, dass ein n zwischen Stamm und Flektionsendung tritt, und dass die Dativendung -um in diesem Fall nicht nur im Plural, sondern auch im Singular auftritt (als -num).
Der unbestimmte Artikel ein verhält sich wie folgt (identisch mit dem Zahlwort):
| maskulinum | femininum | neutrum | |
|---|---|---|---|
| Singular | |||
| Nominativ | ein | ein | eitt |
| Akkusativ | ein | ein-a | eitt |
| Dativ | ein-um | ein-i/ein-ari | ein-um |
| (Genitiv) | ein-s | ein-ar | ein-s |
| Plural | |||
| Nominativ | ein-ir | ein-ar | ein-i |
| Akkusativ | ein-ar | ein-ar | ein-i |
| Dativ | ein-um | ein-um | ein-um |
| (Genitiv) | ein-a | ein-a | ein-a |
Anmerkungen:
Wie im Deutschen gibt es bei Adjektiven (Eigenschaftswörter) eine starke und eine schwache Beugung. Er wird bei unbestimmten Artikeln (ein, kein, einige etc.) verwendet, oder wenn das Hauptwort alleine steht. In diesem Fall trägt das Hauptwort auch keinen angehängten bestimmten Artikel. Adjektive werden nach Genus, Kasus und Numerus gebeugt. Im Wörterbuch steht stets die männliche Nominativform der starken Beugung (erkennbar an der Endung -ur, die in einigen Fällen aber auch zum Wortstamm gehören kann).
In dieser Tabelle sind auch die dazugehörigen Fragewörter angegeben (hvør? = wer?, hvat? = was? usw.).
| Fall | ? | Maskulinum | ? | Femininum | ? | Neutrum |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hvør? | ein stórur bátur | hvør? | ein vøkur genta | hvat? | eitt gott barn |
| Akkusativ | hvønn? | ein stóran bát | hvørja? | eina vakra gentu | hvat? | eitt gott barn |
| Dativ | hvørjum? | einum stórum báti | hvørj(ar)i? | einari vakari gentu | hvørjum? | einum góðum barni |
| Genitiv | hvørs? | eins stórs báts | hvørjar? | einar vakrar gentu | hvørs? | eins góðs barns |
| Plural: | (2 große Boote) | (2 schöne Mädchen) | (2 gute Kinder) | |||
| Nominativ | hvørjir? | tveir stórir bátar | hvørjar? | tvær vakrar gentur | hvørji? | tvey góð børn |
| Akkusativ | hvørjar? | tveir stórar bátar | hvørjar? | tvær vakrar gentur | hvørji? | tvey góð børn |
| Dativ | hvørjum? | tveimum stórum bátum | hvørjum? | tveimum vøkrum gentum | hvørjum? | tveimum góðum børnum |
| Genitiv | hvørja? | tveggja stóra báta | hvørja? | tveggja vakra genta | hvørja? | tveggja góða barna |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | tann stóri báturin | tann vakra gentan | tað góða barnið |
| Akkusativ | tann stóra bátin | ta vøkru gentuna | tað góða barnið |
| Dativ | tí stóra bátinum | tí vøkru gentuni | tí góða barninum |
| Genitiv | tess stóra bátsins | teirrar vøkru gentunnar | tess góða barnsins |
| Plural | |||
| Nominativ | teir stóru bátarnir | tær vøkru genturnar | tey góðu børnini |
| Akkusativ | teir stóru bátarnar | tær vøkru genturnar | tey góðu børnini |
| Dativ | teimum stóru bátunum | teimum vøkru gentunum | teimum góðu børnunum |
| Genitiv | teirra stóru bátanna | teirra vøkru gentunna | teirra góðu barnanna |
| Zahl | Name | Aussprache |
|---|---|---|
| 0 | null | [nʊlː] |
| 1 | ein ein eitt |
[ain] [ain] [aiʰtː] |
| 2 | tveir tvær tvey |
[tvaiɹ] [tvɛaɹ] [tvɛi] |
| 3 | tríggir tríggjar trý |
[ˈtɹʊdʒːɪɹ] [ˈtɹʊdʒːaɹ] [trʊi] |
| 4 | fýra | [ˈfʊiɹa] |
| 5 | fimm | [fɪmː] |
| 6 | seks | [sɛks] |
| 7 | sjey | [ʃɛi] |
| 8 | átta | [ˈɔtːa] |
| 9 | níggju | [ˈnʊdʒːʊ] |
| 10 | tíggju | [ˈtʊdʒːʊ] |
| 11 | ellivu | [ˈɛdlʊ] |
| 12 | tólv | [tœl] |
| 13 | trettan | ['tɹɛtːan] |
| 14 | fjúrtan | ['fjʏɹʂtan] |
| 15 | fimtan | [fɪmtan] |
| 16 | sekstan | [sɛkstan] |
| 17 | seytjan | ['sɛitʃan] |
| 18 | átjan | ['ɔtʃan] |
| 19 | nítjan | ['nʊitʃan] |
| 20 | tjúgu | [ˈtʃʉuvʊ] |
| 21 | einogtjúgu | [ˈainoˌtʃʉuvʊ] |
| 30 | tretivu | [ˈtɹɛdːvʊ] |
| 40 | fjøruti | [ˈfjœɹtɪ] |
| 50 | hálvtrýss | [ˈhɔltɹʊʃ] |
| 60 | trýss | [tɹʊʃ] |
| 70 | hálvfjerðs | [ˈhɔlfjɛʃ] |
| 80 | fýrs | [fʊʃ] |
| 90 | hálvfems | [ˈhɔlfɛms] |
| 100 | (eitt) hundrað | [aitʰ ˈhʊndɹa] |
| 101 | hundrað og ein | [ˈhʊndɹa ɔ ain] |
| 1000 | (eitt) túsund | [aitʰ ˈtʉusɪn] |
| 1100 | ellivuhundrað | [ˈɛdːlʊˌhʊndɹa] |
| 2000 | tvey túsund | [tvɛi tʉusɪn] |
| 1.000.000 | (ein) miljón | [ain miljɔun] |
| 2.000.000 | tvær mɪljónir | [tvɛaɹ ˈmɪljɔunɪɹ] |
| Färöisch | Lautschrift | Wortwörtlich (etymologisierend) | Übersetzung |
|---|---|---|---|
| Sigmundur fór at boða kristni í Føroyum. | [ˈsɪgmʊndʊɹ fɔuɹ a ˈboːa ˈkrɪstnɪ ɪ ˈfœɹjʊn.] | Sigmundur fuhr zu botschaften Christentum in Färöern. | Sigmundur sollte das Christentum auf den Färöern verkünden. |
| Tá ið nú tók at vára, kom kongur ein dag upp á mál við Sigmund og segði, at hann vildi senda hann vestur til Føroya at kristna tað fólk, sum har búði. | [tɔaj nʉu tɔuk a ˈvɔaɹa, koːm ˈkɔŋgʊɹ ai̯n dɛa ʊʰpaˈmɔal vɪ ˈsɪgmʊnd̥ oː sɛijɪ, ɛat han vɪldɪ ˈsɛnda han ˈvɛstʊɹ tɪl̥ ˈfœɹja a ˈkɹɪstna ta ˈfœl̥k, sʊm hɛaɹ ˈbʉuwɪ.] | Da es nun nahm zu Frühling-werden, kam König einen Tag auf Sprache mit Sigmund und sagte, dass er wollte senden ihn nach Westen zu Färöer zu christinianisieren das Volk, das dort wohnte.. | Als der Frühling nahte, kam der König zu Sigmund um mit ihm zu reden und sagte, dass er ihn auf die Färöer schicken wolle, um das Volk zu christianisieren, das dort wohnte. |
| Sigmundur bar seg undan hesum starvi, men játtaði tá umsíður kongi tað, ið hann vildi. | [ˈsɪgmʊndʊɹ bɛa ʂe ˈʊndan heːsʊn ˈstaɹvɪ, mɛn ˈjɔʰtːajɪ tɔa ʊm̥ˈsʊijɪɹ ˈkɔŋgɪ tɛa, ʊi han ˈvɪldɪ.] | Sigmundur trug sich weg von dieser Arbeit, aber versprach dann umseitig König das, was er wollte. | Sigmund entschuldigte sich von dieser Aufgabe, aber später versprach er dem König das, was er wollte. |
| Kongur setti hann tá til at vera valdsmaður yvir øllum oyggjunum og fekk honum prestar til at skíra fólkið og kenna teim tað fremsta í teirri kristnu trúnni. | [ˈkɔŋgʊɹ ˈsɛʰtːɪ han ˈtɔa tɪl a vɛːɹa ˈval̥smɛavʊɹ iːvɪɹ ˈœdlʊn ˈɔʤʊnʊn oː ˈfɛʰkː hɔnʊn ˈpɹɛstaɹ tɪl a ˈskʊiɹa ˈfœl̥ʧɪ o ˈʧɛnːa taim ta ˈfɹɛmsta ɪ tai̯ɹːɪ ˈkɹɪstnʊ ˈtrʏnːɪ.] | König setzte ihn dann hinzu zu sein Gewaltmann über alle Inseln-die und bekam ihm Priester hinzu zu taufen Volk-das und kennen-machen ihnen das Vorderste in dem christlichen Glauben. | Der König ernannte ihn dann zum Herrscher über alle Inseln und besorgte ihm Priester, die das Volk taufen und ihm die Grundlagen des christlichen Glaubens beibringen sollten. |
| Sigmundur sigldi nú, tá ið hann var ferðabúgvin, og ferðin gekkst honum væl. | [ˈsɪgmʊndʊɹ ˈsɪldɪ ˈnʉu, tɔaj han var ˈfɛɹabɪgvɪn, oː ˈfɛrɪn ʤɛʰkst honʊn ˈvɛal.] | Sigmundur segelte nun, da es er war fahrbereit, und Fahrt-die ging ihm wohl. | Als Sigmundur fahrbereit war, segelte er los, und die Fahrt verlief gut für ihn. |
| Tá ið hann kom til Føroya, stevndi hann bóndunum til tings í Streymoy, og har kom stór mannfjøld saman. | [tɔaj han kom tɪl ˈfœɹja, ˈstɛundɪ han ˈbœndʊnʊn tɪl ˈtɪŋ̊s ɪ ˈstɹɛimɔi, oː hɛaɹ kom ˈstɔuɹ ˈmanfjœld̥ ˈsɛaman.] | Da es er kam zu Färöer, versammelte er Bauern-die zu Tings in Streymoy, und dort kam große Mannfalt zusammen. | Als er die Färöer erreichte, versammelte er die Bauern zum Ting auf Streymoy, und dort kam eine große Menschenmenge zusammen. |
Beispiel aus: W.B. Lockwood, An Introduction to Modern Faroese. Lockwood verwendet hier eine neufäröische Version der Färingersaga und zitiert den Abschnitt, wo Sigmundur Brestisson vom norwegischen König beauftragt wird, die Färöer zu christianisieren. Die Forschung geht davon aus, dass sich das entsprechende Ting im Jahre 999 auf Tinganes versammelte.
| Färöisch | Lautschrift | Wortwörtlich (etymologisierend) | Übersetzung |
|---|---|---|---|
| Leygardagin varð nýggi Smyril doyptur í San Fernando í Suðurspania. Anita Eidesgaard, løgmansfrúa, bar fram hesa yrking, tá hon doypti skipið: | ['lɛijaɹˌdɛajɪn vaɹ nʊjːɪ ˈsmiːɹɪl dɔiʰptʊɹ ɪ san fɛrnando ɪ ˌsuwuɹˈspaːnja. aˈniːta ˈaidɛsgɔaɹd, ˈlœgmansfɹʏa, bɛaɹ fɹam heːsa iɻʧɪŋg, tɔa hoːn dɔiʰptɪ ʃiːpɪ] | Samstag-den war neue Smyril getaufter in San Fernando in Südspanien. Anita Eidesgaard, Løgmannsfrau, trug vor dieses Gedicht, da sie taufte Schiff-das. | Am Samstag wurde die neue Smyril in San Fernando in Südspanien getauft. Anita Eidesgaard, die Frau des Ministerpräsidenten, trug dieses Gedicht vor, als sie das Schiff taufte. |
| Tú boðar um ljósar tíðir tú álit suðuroyinga ver ein knørrur so snøggur og fríður sum framburð til oynna ber |
[tʉu boːaɹ ʊm ljɔusaɹ tʊijɪɹ tʉu ɔalɪt ˈsuwʊɹɪŋga veːɹ ain knœɹːʊɹ soː snœgːʊɹ oː frʊijʊɹ sʊm fɹambʊɹ tɪl ɔidna beːɹ] |
Du botschaftest um lichte Zeiten Du Hoffnung der Suðuringer sei Ein Knörr so geschniegelt und schön das Fortschritt zu Insel-der trägt |
Du kündest von hellen Zeiten Du Hoffnung der Suðuroyer Ein Schiff so stolz und schön Das den Fortschritt auf die Insel bringt. |
| Má Harrin signa verkið og føra teg trygt í havn tað veri títt stavnamerki og Smyril verður títt navn |
[mɔa haɹːɪn sɪgna vɛɻʧɪ oː føɹa teː trɪgt ɪ haun tɛa veːɹɪ tʊiʰtː staunamɛɻʧɪ oː smiːɹɪl vɛɹʊɹ tʊiʰtː naun] |
Möge Herr-der segnen Werk-das Und führe dich sicher in Hafen Das sei deine Stevenmarke Und Smyril werde dein Name. |
Der Herr segne das Werk Und führe dich sicher in den Hafen Das sei dein Schriftzug an der Bordwand Und Smyril sei dein Name. |
Quelle: Pressemitteilung der Färöischen Landesregierung vom 26. September 2005 (tinganes.fo). Die neue Smyril ist eine hochmoderne Autofähre, die die Fahrtzeit von Suðuroy nach Tórshavn erheblich verkürzt und insbesondere für die Bewohner der Südinsel von immenser Bedeutung ist.
Weitere Beispiele in den Artikeln
In den folgenden Artikeln werden einzelne färöische Begriffe erklärt:
Es gibt in der deutschen Sprache zwei echte Lehnwörter aus dem Färöischen: Grindwal und Skua (Raubmöwe).
Trotz der relativ geringen Bevölkerung und Fläche der Färöer gibt es überraschend große Dialektunterschiede (im Gegensatz zum viel weitläufigeren Island). Die wichtigste Isoglosse bildet der Skopunarfjørður als Wasserstraße zwischen Sandoy und Streymoy (durch die rote Isoglosse auf der Abb. illustriert). Er teilt das Färöische in die Hauptgruppen:
Die Dialektgruppe nordfjords zerfällt in:
Diese können auch in zwei Gruppen zusammengefasst werden: Tórshavn-Vágar und Eysturoy-Nordinseln (durch die grüne Isoglosse auf der Abb. illustriert).
Die Dialektgruppe südfjords zerfällt in:
Als „standardsprachlich“ gelten die Dialekte von Vágar oder Tórshavn. Sprecher sowohl des Nordinseln- als auch des Suðuroy-Dialekts kann man am deutlichsten davon unterscheiden. Daher erscheint es sinnvoll, von drei Hauptgruppen zu sprechen:
Hierbei bilden 1. und 2. wiederum eine Gruppe, die deutlich von 3. unterschieden werden kann. Der Skopunarfjørður hat daher also eine ähnliche Bedeutung für das Färöische, wie die Benrather Linie für das Deutsche.
(im Aufbau)
Im Färöischen finden sich Beispiele für einen Englisch-Dänischen Slang in der Jugendsprache. Zum Beispiel:
„men anyways SF ruwlaði simpelthen so nógv“
Das bedeutet übersetzt: „Aber anyway rulte das SF (Summarfestivalur) simpelthen so viel.“
Die Aussage meint also: „Jedenfalls war das Sommerfestival ganz einfach toll.“
Das Standardwörterbuch ist seit 1998 das einsprachige Føroysk orðabók, das seit 2007 auch im Internet verfügbar ist (siehe Weblinks). Es wurde unter der Leitung von Prof. Jóhan Hendrik Winther Poulsen erstellt.
Das erste Färöisch-Deutsche Wörterbuch soll 2007 erscheinen, wahrscheinlich unter diesem Titel:
Die beiden hier aufgeführten Titel sind färöisch-dänische bzw. dänisch-färöische Wörterbücher. Das Føroysk-Donsk Orðabók erschließt einen großen Teil des färöischen Wortschatzes, während das Donsk-Føroysk Orðabók wichtige Rückschlüsse auf den färöischen Umgang mit Internationalismen, Anglizismen und niederdeutschen Lehnwörtern gestattet, die im Dänischen häufig sind und in der färöischen Schriftsprache meist vermieden werden.
Das 2004 erschienene Buch Faroese. An Overview and Reference Grammar (s.o.) stellt die Sprachgeschichte des Färöischen in einem eigenen Kapitel äußerst detailliert dar.
| Wikipedia auf Färöisch |
| Wiktionary auf Färöisch – ein freies Wörterbuch |
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