| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Oberhavel | |
| Koordinaten: | 53° 11′ N, 13° 9′ O | |
| Höhe: | 53 m ü. NN | |
| Fläche: | 212,61 km² | |
| Einwohner: | 6623 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 31 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 16798 | |
| Vorwahl: | 033093 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OHV | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 65 084 | |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 16798 Fürstenberg/Havel |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Robert Philipp (parteilos) | |
| Lage der Stadt Fürstenberg/Havel im Landkreis Oberhavel | ||
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Fürstenberg/Havel ist eine Stadt im Landkreis Oberhavel im Norden des Landes Brandenburg.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt am südlichen Rand der Mecklenburgischen Seenplatte und wird vom Baalensee, Röblinsee und Schwedtsee umschlossen. Die Havel durchfließt die Stadt in vier (früher drei) Läufen. Der südliche Schifffahrtskanal und der Iserdiek genannte nördliche Havellauf begrenzen das Große Werder, eine zentrale Insel, auf der die ursprüngliche Stadtsiedlung entstand.
Fürstenberg besteht aus dem eigentlichen Stadtgebiet und acht Ortsteilen:
Slawische Funde im Stadtgebiet sowie südöstlich der Stadt auf dem Siggelkamp verweisen auf eine vordeutsche, slawische Besiedlung dieses siedlungstopographisch außerordentlich günstigen Geländes. Fürstenberg selbst wurde 1278 erstmals in Zusammenhang mit einer Stiftung für die Kirche und 1318 als Stadt erwähnt. Der askanischen Markgrafen von Brandenburg nahm in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Fürstenberger Gebiet in Besitz. Er ließ eine Burg, die 1333 zum ersten Mal erwähnt wurde, als vorgeschobenen Stützpunkt errichten. In deren Schutz entstand eine deutsche Ansiedlung, die 1305 den Namen Vorstenberge und 1318 Vorstenberch erhielt. Die mittelniederdeutsche Form vörste/vürste bedeutet nicht nur Fürst im heutigen Sinne, sondern allgemein Herrscher, aber auch vorderste. Insofern ist der vorgeschobene Stützpunkt die vorderste Burg.
Mit dieser siedlungsgeographisch günstig am schiffbaren Oberlauf der Havel gelegenen Siedlung schlossen die askanischen Markgrafen zum einen die geographische Lücke zwischen ihren am Anfang des 12. Jh. erworbenen Ländern Stargard und Barnim, die sie gleichzeitig mit einer Nord-Süd gerichteten Straße verbanden und fassten dabei zum anderen im ursprünglich slawisch besiedelten Fürstenberg Fuß. Die Entstehungszeit der Burg mit Grenzschutzfunktion ist bis dato ebenso wenig geklärt wie die Entstehungszeit der Stadt oder die Anlage der Stadtbefestigung. Die Stadtbefestigung umschließt dabei die Siedlung am Fuß der am Nordausgang der Stadt gelegenen Burg und zieht mit kreisförmigem Grundriss – etwa 400 m Durchmesser – entlang einer Nord-Süd gerichteten Hauptstraße; das übliche Gitterschema der Kolonisationsstädte ist dabei nicht streng eingehalten. Die Lage der im 19. Jahrhundert beräumten Stadtmauer ist dabei noch in den Flurbezeichnungen In den Wällen, Wallstraße und Wallgasse bezeugt. Die ursprünglichen zwei Stadteingänge, das Strelitzer Tor im Norden und das Zehdenicker oder Berliner Tor im Süden sind nicht mehr erhalten. Die militärtopographisch günstige Lage der Stadt – an drei Seiten von Seen und der Havel umgeben – erlaubte die Absicherung im Westen lediglich über einen Zaun (Palisade), der in Höhe der Bahnhofstraße mit einem Schlagbaum – Mühlentor – versehen war. Gesicherte archäologische Erkenntnisse zur Stadtbefestigung wie deren Bebauungsumfeld liegen bisher nicht vor. Bei den beiden Toren – dem Strelitzer und dem Zehdenicker Tor - handelt es sich um in Fachwerkbauweise mit Überhaus gefertigte Tore, die u.a. als Zollstation dienten.
Im Jahr 1938 wurde im Ortsteil Ravensbrück von der SS ein Frauen-Konzentrationslager (KZ Ravensbrück) errichtet. Später kamen ein Mädchenlager (KZ Uckermark) und ein Männerlager hinzu. Bis zur Befreiung am 30. April 1945 kamen hier etwa 20.000 bis 30.000 Menschen ums Leben.
1945 wurde Fürstenberg von der Roten Armee eingenommen und gehörte fortan zur sowjetischen Besatzungszone und seit 1949 zur Deutschen Demokratische Republik.
1950 wurden Fürstenberg und einige umliegende Dörfer im Zuge einer Gebietsbereinigung zugunsten des Landes Brandenburg von Mecklenburg abgetrennt. Seit der Verwaltungsreform von 1952 gehörte die Stadt zum Kreis Gransee im Bezirk Potsdam. Fürstenberg war Standort der 2. Garde-Panzerarmee der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. 1958 stationierte die Sowjetunion hier für kurze Zeit zwei Abschussrampen mit sechs nuklearen Mittelstreckenraketen des Typs R-5. Seit der Neubildung der Länder in der DDR 1990 gehört Fürstenberg wieder zum Land Brandenburg und ist seit 1993 Teil des neugebildeten Landkreises Oberhavel. Die nunmehr russischen Militäreinheiten wurden 1994 in ihre Heimat abgezogen. 2003 wurde das Amt Fürstenberg aufgelöst und die acht umliegenden Gemeinden Altthymen, Barsdorf, Blumenow, Bredereiche, Himmelpfort, Steinförde, Tornow und Zootzen in die Stadt eingemeindet.
Die Stadtverordnetenversammlung hat 18 Mitglieder (Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003):
Durch Fürstenberg führt in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 96. Der Bau einer Ortsumfahrung wird vom Bund zum vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan gezählt. Bisher hat das Land Brandenburg dafür aber nicht die Planungsmittel freigegeben.
Die Stadt liegt an der Oberen-Havel-Wasserstraße. Als "Tor zur Mecklenburger Seenplatte" bietet sie zahlreiche Ausflugmöglichkeiten auf der Havelwasserstraße durch zahlreiche Seen.
Fürstenberg ist Haltebahnhof an der Hauptstrecke Berlin–Stralsund und Rostock (Preußische Nordbahn). Der Regionalexpress der Linie RE 5 verkehrt hier im Stundentakt ganztägig von und nach Berlin. Die Fahrzeit wurde seit Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes der Hauptstadt Berlin 2006 auf etwa eine Stunde verkürzt.
Die 1996 von der Deutschen Bahn AG stillgelegte Nebenbahn nach Templin wird als Fahrraddraisinenstrecke genutzt.
Der Radfernweg Berlin-Kopenhagen durchquert die Stadt auf der Strecke Bredereiche–Himmelpfort–Ravensbrück–Fürstenberg–Steinförde.
In Fürstenberg und seiner seen- und waldreichen Umgebung spielt der Tourismus seit über 100 Jahren eine wichtige Rolle. Seine Entwicklung setzte vor allem durch den Bau der Preußischen Nordbahn Ende des 19. Jahrhunderts ein, wodurch viele Berliner Sommerfrischler den Weg in die Gegend fanden.
Von erheblicher Bedeutung für den Besucherverkehr ist die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. In den während des NS-Regimes von den KZ-Aufseherinnen bewohnten Gebäuden wurden eine Jugendbegegnungsstätte und eine Jugendherberge eingerichtet.
| Commons: Fürstenberg/Havel – Bilder, Videos und Audiodateien |
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Brockhaus-1911: Fürstenberg [3] · Fürstenberg [2] · Fürstenberg
Heiligenlexikon-1858: Irmengard von Fürstenberg
Herder-1854: Fürstenberg [3] · Fürstenberg [4] · Fürstenberg [1] · Fürstenberg [2]
Meyers-1905: Fürstenberg [3] · Fürstenberg, Moritz · Fürstenberg [1] · Fürstenberg [2]
Pataky-1898: Fürstenberg, Reichsfreiin Else von
Pierer-1857: Fürstenberg [3] · Westphalen zu Fürstenberg · Fürstenberg [1] · Fürstenberg [2]