Die Föderale Agentur für Regierungsfernmeldewesen und Information (FAPSI; russisch: Федеральное Агенство Правительственной Связи и Информации - ФАПСИ) entstand als eigenständiger Nachrichtendienst im Zuge der Entflechtung des sowjetischen KGB im Jahre 1991 aus Teilen der 8. und 1. Hauptverwaltung und der 16. Verwaltung.
Im Zuge der Geheimdienstreform 2003 wurde er auf Erlass des russischen Präsident Wladimir Putin aufgelöst. Die FAPSI-Abteilungen des Bereichs Informationsgewinnung wurden in den Inlandsgeheimdienst (FSB) integriert, das Regierungsfernmeldewesen unter dem Abteilungsnamen SSSI (russisch: Служба специальной связи и информации, Спецсвязь России) dem Nachrichtendienst des Präsidenten (FSO) zugeordnet.
Der russische Dienst hatte seine Zentrale in Moskau unter der Adresse 103031 Moskau, Bolschoj Kiselny Per., Haus 4. Neben der Zentrale verfügte FAPSI über ein enges Netz von Regionalniederlassungen in allen russischen Provinzen.
FAPSI orientierte sich in Aufgabenstellung und Organisation an der US-amerikanischen National Security Agency. Zu ihren Pflichten gehörten die Bereitstellung und Absicherung sensibler Telekommunikationsinfrastrukturen für Regierung, Politik, Nachrichtendienste, Rüstungsindustrie, Militär und Botschaften. Sie betrieb Auslandsspionage durch eigene Abhörstationen im In- und Ausland, war Aufsichtsbehörde für russische Internetprovider (Lizenzvergabe), entwickelte, testete und ließ Spezial-Technik für den nationalen Telekommunikationssektor zu, überwachte das russische Internet mit dem System SORM-I/II, speicherte und analysierte Daten mit dem SOUD-System (Echelon-Pendant), ent- und verschlüsselte Nachrichten, bildete Personal an eigenen Spezialschulen aus und unterstützte alle anderen russischen Nachrichtendienste in Fachfragen der funk- und funktechnischen Aufklärung.
16. Verwaltung des KGB
Föderale Agentur für Regierungsfernmeldewesen und Information
Service of Special Communications and Information (FSO)