Ferdinand III. Joseph Johann Baptist (* 6. Mai 1769 in Florenz; † 17. Juni 1824 in Florenz) war ein Großherzog von Toskana, Kurfürst von Salzburg (1803-1806), Kurfürst von Würzburg (1806) und Großherzog von Würzburg (1806-1814).
Ferdinand III. Joseph Johann Baptist stammte aus dem Haus Habsburg-Lothringen und wurde als zweiter Sohn des Großherzogs Leopold 1769 geboren. Er erhielt unter der Leitung des Marchese Manfredini eine ausgezeichnete Erziehung und wurde, als nach dem Tod Josephs II. sein Vater Kaiser wurde, am 2. Juli 1790 Großherzog.
Er förderte Handel, Künste und Wissenschaft und wusste dem Gesetz Geltung zu verschaffen.
Die französische Republik erkannte er 1792 an und bemühte sich in den Koalitionskriegen neutral zu halten, wurde aber 1793 durch Russland und die Drohungen Englands, Livorno zu bombardieren, wenn er seiner Neutralität nicht entsage, zur Koalition gegen Frankreich gezwungen. Als die Franzosen Piemont besetzten, verließ er die Koalition jedoch wieder, und schloss am 9. Februar 1795 mit Frankreich Frieden.
Erst als Frankreich die Unabhängigkeit Italiens immer mehr bedrohte, näherte er sich dem Wiener Kabinett, und wurde daher durch das Einrücken französischer Truppen in Florenz gezwungen, sich 1799 nach Wien zu flüchten.
Im Lunéviller Frieden von 1801 musste er auf die Toskana verzichten und erhielt dafür erst das durch den Vertrag von Paris am 26. Dezember 1802 neu geschaffene Herzogtum Salzburg, dann im Reichsdeputationshauptschluss auch noch das Hochstift Eichstätt.
Als dieses im Pressburger Frieden von 1805 an Österreich und Bayern kam, erhielt er Würzburg, das zum Kurfürstentum und infolge seines Beitritts zum Rheinbund zum Großherzogtum erhoben wurde. Durch den Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 erhielt er Toskana mit einigen Vergrößerungen wieder, musste jedoch noch einmal seine Residenz verlassen, als Murat 1815 in Toskana einfiel, kehrte jedoch schon am 20. April des gleichen Jahres zurück.
Ferdinand war in erster Ehe vermählt mit Maria L(o)uisa (manchmal auch: Marie L(o)uise), der Tochter des Königs beider Sizilien, Ferdinand I..
In zweiter Ehe war er seit 1821 mit der Prinzessin Maria Ferdinanda (der Schwägerin seines Sohnes Leopold II), der Tochter des Prinzen Maximilian von Sachsen vermählt.
| Vorgänger |
Großherzog der Toskana 1790-1801, 1814-1824 |
Nachfolger |
Brockhaus-1809: Selim III · Gustav III.
Brockhaus-1837: Gustav III. · Peter III. · Richard III. · Friedrich Wilhelm III. · Alfons III. · Balduin III. · Ernst III.
Brockhaus-1911: Ferdinand III. · Toskana · Johann III. Sobiëski · Kronrad III. · Karl III. · Heinrich III. · Heinrich III. [2] · Heinrich III. [3] · Lothar III. · Michael III. · Napoleon III. · Otto III. · Ludwig III. · Ludwig III. [2] · Ludwig III. [3] · Gustav III. · Friedrich August III. · Friedrich III. · Friedrich III. [2] · Eduard III. · Albrecht III. · Alexander III. Alexandrowitsch · August III. · Friedrich Wilhelm III. · Georg III. · Gerhard III. · Friedrich III. [6] · Friedrich III. [3] · Friedrich III. [4] · Friedrich III. [5]
DamenConvLex-1834: Mathilde, Markgräfin von Toskana · Eleonore, Gemahlin Kaiser Friedrichs III.
Heiligenlexikon-1858: Henricus III (75) · Gregorius III, S. (38) · Johannes III (417) · Johannes III., S. (142) · Johannes III. (431) · Alphonsus III. (41) · Alexander III. (109) · Constantinus III (18) · Ferdinandus III, S. (1) · Felix III, S. (40)