Ferdinand Werner

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem NSDAP-Politiker Ferdinand Werner. Für eine Beschreibung des gleichnamigen Historikers Karl Ferdinand Werner siehe Karl Ferdinand Werner (Historiker).

Ferdinand Friedrich Karl Werner (* 27. Oktober 1876 in Weidenhausen; † 5. März 1961 in Gießen) war der erste nationalsozialistische Staatspräsident Hessens.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ferdinand Werner gehörte als Student der „Landsmannschaft Chattia Gießen“ an und war schon im Wilhelminischen Reich ein radikaler Antisemit. Von 1910 bis 1933 arbeitete er als Lehrer an der Weidigschule in Butzbach. 1923 wurde er Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei im Darmstädter Landtag. Mit seinem Wechsel zur NSDAP wurde er 1933 deren Fraktionsvorsitzender im Darmstädter Landtag und am 13. März 1933 zum ersten nationalsozialistischen Staatspräsidenten Hessens gewählt und am 15. Mai 1933 von Reichsstatthalter Jakob Sprenger zum Ministerpräsidenten ernannt. Er löste damit Bernhard Adelung (SPD) ab. Seine Amtszeit endete am 20. September 1933. Sein Nachfolger wurde Philipp Wilhelm Jung. Das Amt des Führers des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine behielt Werner jedoch inne.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Werner führendes Mitglied der Darmstädter Historischen Kommission. Später wurde er hessischer Landeshistoriker. Noch 1961 schilderte ihn der Leiter des Staatsarchivs Darmstadt als einen „idealistischen Vorkämpfer des Nationalsozialismus“.

Wie viele seiner Kollegen distanzierte sich auch Werner nie offen vom Nationalsozialismus in der hessischen Landesgeschichte.

Ehrungen

Werke

  • Königtum und Lehnswesen im französischen Nationalepos, Univ. Diss. Gießen 1907
  • Geschichte der französischen Literatur, Berlin 1907
  • Ein öffentliches Heinedenkmal auf deutschem Boden?, Leipzig 1913
  • Der Wahrheit eine Gasse! Eine Abrechnung mit dem Judentum und seinen Helfern, München 1919
  • Otrang, das versunkene römische Schloss bei Bitburg (Bez. Trier), Heinen 1934
  • In Sturm und Stille, Mainz 1935
  • (Bearb.) Englands Krieg gegen Deutschland, Gießen 1940

Herausgebertätigkeit

  • Großmeister deutscher Lyrik. Eine Auslese edelsten deutschen Gedankengutes, Leipzig 1934
  • Fröhliches Deutschland. Eine Sammlung heiterer Mundart, 1938

Literatur

  • J.-P. Jatho, Dr. Ferdinand Werner. Eine biographische Skizze zur Verstrickung eines völkischen Antisemiten in den Nationalsozialismus, in: Wetterauer Geschichtsblätter 34. 1985, 181-224.

Weblinks

Quelle:
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