Das Ferghanatal (usbek. Fargʻona vodiysi, kirgis. Фергана өрөөнү/Fergana öröönü, tadschik. водии Фaрғонa/wodii Farghona; russ. Ферганская долина/Ferganskaja dolina) ist eine dichtbesiedelte Senke zwischen dem Tienschan- und dem Alai-Gebirge in Zentralasien, an dem Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan Anteil haben. Mehr als zehn Millionen Menschen leben in dem 300 Kilometer langen und 70 Kilometer breiten Tal. Das Ferghanatal wird vom Fluss Syrdarja durchflossen.
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Die Bevölkerung des Ferghanatals ist sehr heterogen und umfasst Usbeken, Kirgisen, Tadschiken, Tataren und kleinere Minderheiten. Es kam immer wieder zu Konflikten, die auch Todesopfer forderten. Zuletzt war dies Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre der Fall.
Das Ferghanatal hat eine lange Geschichte. Die ersten Siedlungsspuren aus der Ferghana datieren in die mittlere Bronzezeit. Besonders aus dem nordwestlichen Bereich sind viele Siedlungsreste und Nekropolen bekannt. Die Bewohner dieser Siedlungen betrieben offenbar Viehzucht sowie Metallurgie. Um 1500 v. Chr. wurde die mittelbronzezeitliche Andronovo-Tazabag'jab-Kultur von der spätbronzezeitlichen Tschust-Kultur abgelöst, deren Träger wohl bereits Ackerbau betrieben. Um 900 v. Chr. entstand die Ejlatan-Kultur, benannt nach der befestigten Stadt Ejlatan.
In der jüngeren Eisenzeit bestand in der Ferghana das Reich Dayuan, das für seine hoch entwickelte Landwirtschaft und seine Pferdezucht bekannt war. Bedeutende Siedlungen dieser Zeit sind Schurabaschat und das jüngere Marchamat. Um 329 v. Chr. eroberte Alexander der Große das Ferghanatal, im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde es dann Teil des Gräko-Baktrischen Reiches. In der Folgezeit wurde das Ferghanatal wechselnd von verschiedenen Völkern beherrscht, bis es im 6. Jahrhundert vom Reich der Göktürken erobert wurde.
Von hier aus brach Babur, Nachkomme Timurs zur Eroberung Indiens und der Begründung der Moguldynastie auf.
Ab dem 18. Jh. ist es Zentrum des Khanates von Kokand mit Herrschaftssitz in Kokand. Dieses Khanat wird später im 19. Jh. zu einem bedeutenden Flächenstaat, der in direkter Nachbarschaft zum Emirat von Buchara lag und dessen schärfster Konkurrent wurde.
Hauptwirtschaftszweige sind die Bewässerungswirtschaft (Großer, Südlicher und Nördlicher Ferghanakanal; Baumwolle, Reis, Obst, Wein); Bergbau (besonders Brennstoffe), Leicht- und Schwerindustrie. Durch die eigenwillige Grenzziehung zwischen den damaligen Sowjetrepubliken unter Stalin sind im Ferghanatal heute wichtige Verkehrsverbindungen durch Staatsgrenzen unterbrochen.
Siehe auch: Ferghana (Fargʻona), Basmatschi