| Finnische Mark | |
|---|---|
| Land: | Finnland |
| Unterteilung: | 100 Pfennig |
| ISO-4217-Code: | FIM |
| Abkürzung: | mk oder Fmk |
| Wechselkurs: (fix) |
5,94573 FIM = 1 EUR |
Die finnische Mark (finnisch Markka, schwedisch Mark, auch Finnmark genannt) ist die ehemalige Währungseinheit Finnlands.
Untereinheit ist der Pfennig (finnisch Penni, pl. Penniä), 100 Pfennig ergeben eine Mark. Als Abkürzung gebräuchlich ist mk oder nach ISO 4217 FIM.
Inhaltsverzeichnis |
Wie Funde gezeigt haben, wurde in Finnland schon während der Römerzeit Handel getrieben und dabei kupferne römische Münzen verwendet. Im früher Mittelalter wurde, wie im übrigen Europa auch, die Silberwährung üblich. Das Geld gelangte durch Handelsbeziehungen nach Finnland. Im 13. Jahrhundert besetzten die Schweden Finnland und führten das schwedische Währungssystem ein. In Turku, der damals größten Stadt Finnlands, wurde die erste bekannte Münzstätte angelegt, die im Auftrag des schwedischen Königs Münzen für den finnischen Teil des Königreichs prägte. Es waren dies Öre-, Mark- und Talermünzen.
Nachdem Finnland infolge des russisch-schwedischen Krieges 1809 von Schweden an Russland abgetreten worden war und ein Großfürstentum unter der Herrschaft des Zaren geworden war, wurde das russische Währungssystem eingeführt. Es galt der Rubel, unterteilt in 100 Kopeken. 1811 genehmigte der Zar die Gründung der Finnischen Bank (Suomen Pankki / Finlands Bank). Eine ihrer Aufgaben war es, das umlaufende schwedische Geld einzuziehen, so dass sich bis etwa 1840 der russische Silberrubel auch im Alltag durchsetzte.
Während des Krimkriegs wurde in Russland kein Papiergeld mehr in Silber eingelöst, so dass auch Finnland eine Papiergeldinflation erlebte. Die Inflation betrug zwar nur 20 %, den Finnen war das aber zuviel. Die Finnische Bank hätte zwar ihr eigenes Papiergeld gegen Silber eintauschen können; doch sie war verpflichtet, auch das russische einzulösen. Eine Bitte der finnischen Politiker, zur Silberwährung zurückkehren zu dürfen, wurde vom Zaren nicht stattgegeben. Langenskiöld konnte den Zaren aber überzeugen, dass der Silberrubel eine zu große Einheit für ein so kleines Land wie Finnland sei, und bekam daher die Erlaubnis, eigene Viertelrubelscheine zu drucken. Diese wurden am 1. April 1860 unter der Bezeichnung "markka" in Gebrauch genommen. Snellman erreichte dann, dass diese Markka an Silber gekoppelt werden durfte. 1864 wurde mit der Münzproduktion begonnen, jetzt in dem von den Russen zur Hauptstadt ausgebauten Helsinki. Die offizielle Einführung geschah im Jahr darauf. Die Silbermark, unterteilt in 100 Penniä, wurde zur finnischen Währung, auch wenn der Silberrubel weiterhin Gültigkeit besaß. Da in Russland aber noch der Papierrubel in Gebrauch war, wurden die Silberrubel in den Spardosen gehortet, und die finnischen Münzen setzten sich im allgemeinen Zahlungsverkehr durch.
In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts rutschte der Silberpreis im Vergleich zum Gold allgemein ab, weshalb viele Staaten auf die Goldwährung umstellten. Als der Zar die Währungsänderung 1878 für Finnland genehmigte, führten die finnischen Politiker eine Goldwährung ein, die in Relation zum französischen Franc stand, während in Russland noch offiziell der Silberrubel und inoffiziell der Papierrubel genutzt wurde. Da die Währungsumstellung vom finnischen Landtag beschlossen war, konnte der Zar den gesamten Prozess nicht mehr rückgängig machen; denn alleine durfte er keine finnischen Gesetze ändern.
1886 erhielt die finnische Bank die Erlaubnis, eigene Banknoten auszugeben. Diese waren ab 1889 auch im Umlauf. 1915 wurde, wie von vielen anderen Banken Europas auch, die Umtauschgarantie der Banknoten in Gold aufgehoben.
Im Zuge der russischen Oktoberrevolution kam es auch in Finnland zu einem kurzen, aber heftigen Bürgerkrieg zwischen prorussischen Sympathisanten und finnischen Nationalisten, den letztere klar für sich entscheiden konnten. Aus dieser Zeit ist ein Münzsatz von 1, 5 und 10 Penniä aus Kupfer sowie 25 und 50 Penniä aus Silber mit veränderter Wappenseite bekannt. Am 6. Dezember 1917 erklärte Finnland seine Unabhängigkeit und wurde eine selbständige Republik. Durch die Unabhängigkeit änderte sich an der Währung zunächst nichts; es wurden jedoch neue Münzen ausgegeben.
Die Ålandinseln wurden nach einer Entscheidung des Völkerbundes vom 24. Juni 1921 weiterhin im finnischen Staatsgebiet belassen; Finnland musste sich jedoch verpflichten, der fast ausschließlich schwedischsprachigen Bevölkerung weitgehende Selbstverwaltungsrechte einzuräumen. Es wurde jedoch weiterhin die finnische Mark als Zahlungsmittel verwendet.
1926 wurde mit der Rückkehr der Bindung an den Goldstandard versucht, die Währung zu stabilisieren. Aufgrund der starken Preisschwankungen des Edelmetalls wurde der Versuch fünf Jahre später wieder aufgegeben. Aus dieser Zeit sind Goldmünzen von 100 und 200 Markkaa bekannt.
Im zweiten Weltkrieg gab es eine Reihe von Notmünzen aus Kupfer oder Eisen. 1947 im Frieden von Paris verlor Finnland große Gebiete an die Sowjetunion, was auch zu einem kleineren Währungsgebiet führte.
1948 trat Finnland dem Internationalen Währungsfonds (IWF, engl. IMF) und der Weltbank bei. Die finnische Mark wurde in das System der festen Wechselkurse mit Bindung an den US-Dollar und das Gold aufgenommen. Dies führte jedoch nicht zu der erhofften Stabilisierung; eher verstärkten sich die inflationären Tendenzen noch. In den späten fünfziger Jahren wurde die Währung daher wieder uneingeschränkt konvertibel. Aufgrund der sich fortsetzenden Inflation war zum 1. Januar 1963 eine Abwertung erforderlich, wobei zwei Nullen gestrichen und neues Geld ausgegeben wurde, das eine Zeitlang neben den alten Banknoten und Scheidemünzen gültig war.
Zu Beginn der 70er Jahre versuchte die Finnische Bank, den Außenwert der finnischen Währung nicht wie bisher am Wert des Goldes auszurichten, sondern wandte ein damals übliches Verfahren, das des Warenkorbindexes an, um die Schwankungen des Wechselkurses steuern zu können. Wie in Mitteleuropa auch, war jedoch eine gleichbleibend, für heutige Verhältnisse relativ hohe, Inflation zu verzeichnen.
Ab Ende der 70-er Jahre wurde erst die 1-Penni-Münze und zehn Jahre später auch die 5-Penni-Münze abgeschafft, nachdem sie noch eine Weile aus Aluminium hergestellt worden waren. Zuletzt wurden bei Einkäufen, wie sonst auch in Skandinavien, Beträge auf glatte Fünf-Penni-Summen und ab 1990 auf Zehn-Penni-Summen gerundet. 1986 wurde mit der Ausgabe fälschungssicherer Banknoten begonnen.
Auf den finnischen Ålandinseln war, aufgrund des Tourismus und des zollfreien Wareneinkaufs, auch in hohem Maße schwedisches Geld im Umlauf. Wie berichtet wurde, hatten die Kassen dort zwei Schubladen, eine für finnisches und eine für schwedisches Geld.
1991 wurde der Außenwert der finnischen Währung in Relation zum ECU definiert; 1995 wurde Finnland Mitglied der EU und trat am 14.10.1996 dem europäischen Wechselkurssystem bei. 1999 wurde der ECU durch den Euro ersetzt und zunächst als Buchwährung mit festen Wechselkursen eingeführt. Der offizielle Umrechnungskurs wurde zu 5,94573 mk = 1 € festgesetzt. Ab dem 1. Januar 2002 wurden dann auch die neuen Münzen und Banknoten ausgegeben. Die Finnische Bank tauscht die zuletzt vor der Euroeinführung in Kurs gewesenen Scheine und Münzen noch bis Ende Februar 2012 in Euro um; danach sind sie wertlos. Aufgrund eines Gesetzes sind keine 1- und 2-Cent-Münzen in Gebrauch. Sie werden nur für Sammler produziert.
Seit 1918 gab es folgende Umlaufmünzen und Banknoten:
In den zwanziger Jahren wurden 1, 5 und 10 Penniä Münzen aus Kupfer und 25 P, 50 P sowie 1 Mk Münzen aus Kupfernickel geprägt. Für 1918 ist auch ein 25 P Schein bekannt. Der Goldstandard wurde 1926 durch ein 100 und ein 200 Mk Stück dokumentiert.
Aufgrund der Geldentwertung verzichtete man ab 1924 auf die 1 P Münze. In den dreissiger Jahren wurde die 5 und 10 P Münze in Kupfer, die 25 P, 50 P und 1 Mk Münzen in Kupfernickel in gleicher Art weiter geprägt. Zusätzlich gab es ab 1928 neue 5 und 10 Mk und ab 1931 eine zusätzliche 20 Mk Münze aus einer Aluminiumbronzelegierung.
In den vierziger Jahren sind die Folgen des Zweiten Weltkrieges deutlich zu spüren. Das 5 P Stück wird bis 1943 noch in Kupfer geprägt und danach eingestellt. Die 10 P, 25 P und 50 P Stücke werden bis 1943 in Kupfer, danach in Eisen hergestellt. Das 1Mk Stück findet sich in diesen Jahren in wechselnden Ausführungen sowohl in Kupfer als auch in Eisen, das 5 Mk Stück wird in Messing ausgeprägt. An Banknoten sind 10, 20 und 50 Mk Scheine von 1939 bekannt.
Bis 1953 ist die Inflation soweit fortgeschritten, dass die Markka-Werte die Funktion der Penniä-Münzen übernommen haben und in der gleichen Größe wie diese ausgemünzt werden. Die 1 und 5 Mk. Münznen werden aus mit Nickel plattiertem Eisen, die 10, 20 und 50 Mk Münznen aus Aluminiumbronze hergestellt. Das 20 Mk Stück übernimmt dabei die Funktion des 25 P Stückes. Außerdem werden von 1956 bis 1959 bzw. 1960 silberhaltige 100 bzw. 200 Mk Münzen hergestellt. An Banknoten sind folgende Werte im Umlauf: 100, 500, 1.000, 5.000 und 10.000 Mk.
Nach der Währungsumstellung 1963 werden dann die neuen 1 und 5 P Münzen wieder in Kupfer, die 10, 20 und 50 P Münznen in Aluminiumbronze und das 1 Mk Stück in einer gering silberhaltigen Legierung geprägt. Die größen entsprechen genau denen der Mk Stücke vor er Umstellung, sodass die Münzen fast problemlos nebeneinander verwendet werden konnten. 1967 wird eine Sondermünze aus Silber aufgelegt.
In den siebziger Jahren wird das 1 P Stück aus Aluminium, das 5 P Stück wie bisher aus Kupfer, die 10, 20 und 50 P Stücke wie bisher aus Aluminiumbronze hergestellt. Das 1 Mk Stück wird jetzt aus Kupfernickel gefertigt. Ergänzt wird ein 5 Mk Stück aus Aluminiumbronze. Seit 1970 gibt es weitere Sondermünzen aus Silber.
In den achtziger Jahren wird auf die 1 P Münze erneut verzichtet. Die 5 und 10 P Münzen als kleinste Nominale werden jetzt aus Aluminium hergestellt, die 20 und 50P Stücke unverändert aus Aluminiumbronze und das 1 Mk Stück ebenfalls unverändert aus Kupfernickel. Das 5 Mk Stück wird in anderer Zeichnung aber gleicher Legierung weiter geprägt. 1986 werden neue Banknoten zu 10, 50, 100, 500 und 1.000 Mk ausgegeben.
In den neunziger Jahren wird auch auf das 5 P Stück verzichtet und das 10 P Stück als kleinste Nominale in Kupfernickel geprägt. Auch die Herstellung des 20 P Stücks wird eingestellt. Ein 50 P Stück wird in neuer Zeichnung, das 1 Mk Stück wird ab 1993 mit neuer Zeichnung aus Aluminiumbronze geprägt. Ein neues 5 Mk und ein zusätzliches 10 Mk werden ausgegeben. Die Banknotenserie wird 1993 durch einen 20 Mk Schein ergänzt.
Ab 2002 wird der Euro in den Nominalen zu 1, 2, 5ct in kupferplattiertem Eisen, zu 10, 20 und 50 ct in Aluminiumbronze, sowie als 1 und 2 € Stück als zweifarbige Münzen in Nickel und Messing ausgegeben. An Banknoten gibt es 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 € Scheine. Die 1 und 2 ct Münzen, die wertmäßig den 5 und 10 P Münzen entsprechen, wurden noch im gleichen Jahr per Gesetz wieder abgeschafft.
(Seit 1986)
(Seit 1993)
(1990–1993)
Siehe auch: Mark
Quellen zur Einführung: *http://suomenhirvi.piranho.com/examensseiten/autonomes_finnland/AutFinnzPolitikAlexII.htm#c
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