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Fitzroy Somerset, 1. Baron Raglan

Feldmarschall Raglan
Feldmarschall Raglan

Fitzroy James Henry Somerset, 1. Baron Raglan GCB, PC(* 30. September 1788 in Badminton, Gloucestershire; † 28. Juni 1855 bei Sewastopol) war ein britischer Feldmarschall und Oberbefehlshaber im Krimkrieg.

Leben

Somerset war der jüngste Sohn von Henry Somerset, dem 5. Herzog von Beaufort. Er trat 1804 in die britische Armee ein. Er diente als Hauptmann im Krieg auf der Iberischen Halbinsel unter Wellington. Dieser holte ihn 1809 zunächst als Aide-de-camp, später als Chef der Kriegskanzlei in seine unmittelbare Nähe. In dieser Zeit erhielt er mehrere Auszeichnungen. In der Schlacht von Busaco wurde Somerset verwundet. Beim Sturm auf Badajoz war er der erste, der die Bresche erstieg. In der Schlacht bei Waterloo 1815 verlor er seinen rechten Arm.

Nach Ende der Kriege übernahm Somerset zunächst die Stelle eine Sekretärs an der britischen Botschaft in Paris, die er bereits in der kurzen Zeit der Bourbonenherrschaft 1814/15 innegehabt hatte. In dieser Zeit heiratete er einen Nichte von Wellington, mit der er zwei Söhne hatte.

1830 wurde er zum Oberst befördert, folgte Wellington nach Paris und auf dessen Gesandtschaftsreisen nach Wien, Verona und Sankt Petersburg. Inzwischen war er zum Mitglied des Unterhauses gewählt worden und hatte 1818 die Stelle eines Sekretärs beim Generalzeugamt erhalten.

Lord Raglan auf der Krim, Portrait von Roger Fenton, ca. 1855
Lord Raglan auf der Krim, Portrait von Roger Fenton, ca. 1855

Raglan wurde 1835 Generalmajor, 1838 Generalleutnant und nach Wellingtons Tod 1852 Generalfeldzeugmeister. Gleichzeitig wurde er als Baron Raglan zum Peer erhoben.

Krimkrieg

Im Februar 1854, nachdem er zum General befördert worden war, übernahm er den Befehl über die britische Armee im Krimkrieg. Grund hierfür waren insbesondere die diplomatischen Erfahrungen von Somerset. Als Truppenkommandeur war er mit der Aufgabe allerdings deutlich überfordert.

Im Juni landete Somerset mit seinen Truppen bei Varna, als der Rückzug der Russen hinter die Donau bereits begonnen hatte. Am 8. September schiffte er sich deshalb wieder ein, um die Krim anzugreifen.

Am 14. September 1854 waren die verbündeten Briten und Franzosen nördlich von Sewastopol, in der Bucht von Jewpatorija auf der Krim gelandet. Sechs Tage später marschierten die Alliierten landeinwärts, wo sie am Fluss Alma von den Russen erwartet wurden. Nach Schwierigkeiten bei der Koordination des Angriffs der Alliierten zwischen den Oberbefehlshabern Marschall Arnaud und Somerset konnten die Alliierten in der Schlacht an der Alma den ersten Sieg erringen.

Am 9. Oktober begannen die Alliierten mit der Einschließung Sewastopols. Ein Versuch der Russen, die Belagerung zu beenden, führte am 25. Oktober 1854 zur Schlacht von Balaklawa. In dieser Schlacht führten Verwirrungen bei der Befehlsübermittlung zum Todesritt der Leichten Brigade (engl. Charge of the Light Brigade). Diese Attacke, in ein Tal welches von drei Seiten von russischer Artillerie eingeschlossen wurde, erlangte auf Grund ihrer großen Verluste eine tragische Berühmtheit. Die Schlacht endete unentschieden und führte nicht zur Aufhebung der Belagerung.

Die Versorgung der britischen Truppen im harten Winter auf der Krim war außerordentlich mangelhaft. Ursache hierfür waren neben der ungenügenden Unterstützung aus der Heimat auch die Inkompetenz und die beschönigenden Berichte von Somerset und seinem Stab. Dieser weigerte sich auch, Nachschubgüter, insbesondere Holz, in der Türkei zu kaufen. Durch die mangelhafte Versorgung und die deshalb ausgebrochenen Seuchen kam es zu weit mehr Todesfällen unter den Truppen als durch die Kampfhandlungen selbst.

Am 5. November 1854 versuchten die eingeschlossenen Russen einen Ausfall gegen die britischen Truppen, der zur Schlacht von Inkerman führte. Somersets Truppen verteidigten sich gegen rund dreifach überlegene russische Truppen in erbitterten Kämpfen. Dann griffen französische Zuaven und Fremdenlegionäre die Russen wiederum in der Flanke an und zwangen diese zum Rückzug. Für diesen Sieg wurde Somerset zum Feldmarschall ernannt, obgleich er sowohl in dieser Schlacht als auch bereits in der Schlacht bei Balaklava erhebliche taktische Fehler gemacht hatte, die zu erheblichen Opfern unter den eingesetzten Truppen geführt hatten.

Während die Belagerung von Sewastopol andauerte, erkrankte Baron Raglan, der selbst nun an den Folgen der schlechten Versorgung litt, an der Ruhr. Am 28. Juni 1855 starb er an den Folgen seiner Erkrankung und wurde damit selbst zum Opfer seiner Versäumnisse. Sein Leichnam wurde in die Heimat zurückgebracht und in Badminton begraben.

Trivia

Nach Lord Raglan ist auch der Raglanärmel benannt. Für den Einarmigen wurde der Ärmel seines Mantels mit einer Naht eingesetzt, die nicht Senkrecht zur Schulternaht verlief, sondern schräg von der Achsel zum Hals.

Vorgänger:
Titel neu geschaffen
Baron Raglan
1852-1855
Nachfolger:
Richard Somerset
Quelle:
Artikel Fitzroy Somerset, 1. Baron Raglan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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