| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Kassel | |
| Landkreis: | Fulda | |
| Koordinaten: | 50° 25′ N, 9° 34′ O | |
| Höhe: | 280–508 m ü. NN | |
| Fläche: | 49,65 km² | |
| Einwohner: | 8755 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 176 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 36103 | |
| Vorwahlen: | 0 66 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FD | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 31 008 | |
| Gemeindegliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 36 36103 Flieden |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Winfried Kreß (SPD) | |
Das „Königreich“ Flieden ist eine Gemeinde im Süden des Landkreis Fulda in Osthessen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Flieden liegt in einer Talsenke nordwestlich des Landrückens, dem Bindeglied zwischen den Ausläufern von Vogelsberg im Nordwesten, Rhön im Nordosten und Spessart im Süden. Diese Mittelgebirgslandschaft mit Mischwäldern und Ackerflächen bietet auf den Erhöhungen Buchenrod, Oberstork oder der Steinkammer weite Ausblicke auf die umgebenden Gebirge. Der Ort Flieden wird von einem Fluss, der gleichnamigen Fliede, durchflossen, die sich mitten im Ort aus den Zuflüssen Magdloser Wasser und Kautzer Wasser bildet. Auf der Höhe von Bronzell mündet die Fliede in die Fulda.
Die Gemeinde Flieden grenzt im Norden an die Gemeinde Neuhof, im Osten an die Gemeinde Kalbach (beide im Landkreis Fulda), im Süden an die Stadt Schlüchtern und im Westen an die Stadt Steinau an der Straße (beide im Main-Kinzig-Kreis).
Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort Flieden aus den Ortsteilen Berishof, Buchenrod, Döngesmühle, Federwisch, Fuldaische Höfe, Höf und Haid, Katzenberg, Kautz, Kellerei, Keutzelbuch, Langenau, Laugendorf, Leimenhof, Magdlos, Rückers, Schweben, Stork (Ober- und Unterstork), Storker Hof, Struth und Weinberg.
Die Mark Flieden wurde im Jahre 806 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Bewohnern des heutigen Ortsteils Schweben an das Kloster Fulda erwähnt. Neun Jahre später überlässt der Bischof von Würzburg Wolfgar dem Fuldaer Abt Ratgar das Zehntrecht über die Bewohner Fliedens. Im Jahr 1000 besitzt das Kloster Fulda in Flieden 14 Liden und 23 Dreitagsfröner.
1160 wird der Ortsteil Rückers in den Gesta Marquadie Abbatis des Abtes Markward erwähnt und 1244 findet die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei statt, die sich über das gesamte Fliedetal erstreckt.
Ab 1250 gehört die Mark Flieden zu dem von Fürstabt Heinrich IV. von Erthal (1249–1261) errichteten Verwaltungsbezirk des Schlosses Neuhof. Die verkehrsgünstige Lage des Ortes an der alten Handelsstraße Via Regia von Frankfurt am Main nach Leipzig (auch Alte Heerstraße genannt), brachte sowohl Vorteile als auch Nachteile. Einerseits verdienten die Bewohner an der Versorgung der Reisenden mit Proviant und Dienstleistungen, andererseits wurden sie so ungewollt an kriegerischen Ereignissen beteiligt.
1359 wurden zum ersten Mal die Ortsteile Kautz und Höf und Haid erwähnt, 1366 Buchenrod und 1386 Magdlos.
Ein Bergwerk am östlich von Flieden liegenden Eisenküppel wurde 1465 erneut in Betrieb genomnmen.
1708 werden im Urbar gewisse Stadt- und Bürgerrechte genannt.
Flieden wird 1867 Bahnstation an der Bahnstrecke Bebra–Hanau, 1873 wird die Spitzkehre über den Landrücken fertiggstellt.
Im Jahr 1882 wird der Fliedner Darlehenskassenverein gegründet, aus dem die heutig Raiffeisenbank Flieden eG hervorgegangen ist.
In der Reichskristallnacht am 8. November 1938 wird die jüdische Synagoge verwüstet.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ziehen etwa 1000 Vertriebene aus den ehemalgen Ostgebieten nach Flieden.
1964 erhältdie Gemeinde vom hessischen Innenminister die Genehmigung zur Führung eines Wappens und einer Flagge und durch die hessische Gebietsreform werden 1972 die bisher eigenständigen Gemeinden Buchenrod, Höf und Haid, Magdlos, Rückers, Schweben und Stork nach Flieden eingegliedert.
Zur 1175-Jahr-Feier wird 1981 der 7,5 ha große Sport- und Freizeitpark Am Weiher mit Paddelteich errichtet.
1995 wurde das Gewerbegebiet Flieden Süd an der B 40 eröffnet.
Zur Entstehung des auch überregional bekannten Beinamens „Königreich“ gibt es zwei Anekdoten:
Zur Zeit der Befreiungskriege gegen Napoléon Bonaparte meldeten sich junge Männer aus ganz Deutschland zum Kriegsdienst. Ein General fragte seine Truppe, die aus allen Landesteilen kam, nach Namen und Herkunft und die Soldaten nannten dabei jeweils ihre Herkunftsländer Königreich Sachsen, Königreich Westfalen, Königreich Preußen und andere. Unter diesen Soldaten befand sich auch ein Fliedener, der aufgrund der zur damaligen Zeit häufig wechselnden Zugehörigkeiten in Osthessen nicht wusste, zu welchem Land sein Heimatdorf gerade gehörte. Nach kurzem Überlegen soll er gesagt haben: „Johann Adam Klug, Königreich Flieden!“
Die zweite Anekdote handelt von den Bauhandwerkern aus den Dörfern des oberen Fliedetals, die im 19. Jahrhundert in Frankfurt am Main arbeiteten und „halb Frankfurt“ aufgebaut haben sollen. Weil diese für die Heimreise an den Wochenenden am Frankfurter Hauptbahnhof übermäßig viele Fahrkarten nach Flieden gelöst haben, soll ein Schalterbeamte gesagt haben: „Flieden muss ja ein ganzes Königreich sein!“
Die Krone des Königreiches ist wegen der großen lokalgeschichlichen Bedeutung ins Fliedener Wappen eingegangen, siehe Wappen.
Seit 1995 wird alle zwei Jahre ein König gekürt, der sich im Rahmen des Königreichfestes durch spielerische Aufgaben, Jurybewertung und Publikumswahl gegen Beweber aus anderen Ortsteilen durchsetzen muss. Zu den Aufgaben des Königs gehört es, Flieden nach innen und außen zu repräsentieren, wobei er einen ähnlichen Status wie Weinköniginnen und andere Majestäten innehat.
| Jahr | König |
|---|---|
| 1995 | Bruno Stupp |
| 1997 | Thorsten Bischof |
| 1999 | Pascal Beßler |
| 2001 | Thomas Wolf |
| 2003 | Peter Klug |
| 2006 | Simon Müller |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1000 | 14 Liden und 23 Dreitagsfröner | |
| 1512 | 3 Siedler | |
| 1516 | 93 Nachbarn | |
| 1708 | 596 | |
| 1791 | 2943 | heutige Großgemeinde |
| 1983 | 7846 | ab hier Großgemeinde |
| 2004 | 8811 | |
| 2005 | 8840 | |
| 2006 | 8755 |
Die katholische Pfarrei Sankt Goar in Flieden gehört organisatorisch zum Pastoralverbund Christus-Erlöser Flieden/Hauswurz. Zur Pfarrei gehören außerdem die Filialkirchen Heilige Familie Döngesmühle und Judas Thaddäus Schweben. Derzeitiger Pfarrer ist seit September 2006 der ehemalige Jugend- und Schulpfarrer des Bistums, Thomas Maleja. Unterstützt wird er von Kaplan Dirk Gärtner und seinem Vorgänger, Pfarrer im Ruhestand Gerhard Benzing, der nach 33 Jahren als Pfarrer in der Pfarrei geblieben ist.
Die katholische Pfarrei Mariä Himmelfahrt Rückers gehört ebenfalls zur Großgemeinde und zum Pfarrverbund. Als Pfarrer ist hier Dechant Klaus-Peter Jung tätig.
Die katholische Pfarrei Sankt Josef Magdlos mit Pfarrer Heinrich Matthias Schild befindet sich ebenfalls in der Großgemeinde und gehört zum Pastoralverbund.
Die evangelische Pfarrei der Nachbargemeinde Neuhof unter Pfarrer Martin Beinhauer hat in Flieden eine Filialkirche.
Die Gemeindevertretung Flieden besteht aus 25 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab folgende Stimm- und Sitzverteilung bei 54,4 Prozent Wahlbeteiligung:
| Parteien und Wählergemeinschaften | 2006 | 2001 | ||
|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | % | Sitze | |
| Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) | 55,1 | 14 | 58,4 | 18 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 36,6 | 9 | 41,6 | 13 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 2,3 | 1 | – | – |
| Bürger für Flieden (BfF) | 6,0 | 1 | – | – |
| gesamt | 100,0 | 25 | 100,0 | 31 |
| Wahlbeteiligung | 54,4 % | 66,9 % | ||
Bei der letzten Bürgermeisterdirektwahl am 29. Januar 2006 setzte sich der als unabhängiger Kandidat angetretene Winfried Kress (SPD) mit rund 66 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Thomas Wenig (CDU) durch.
Fliedens Wappen zeigt seit dem 20. November 1969 auf schlichtem, grünen Grund von links unten nach rechts oben die heraldische Darstellung der Fliede. Links oben ist eine Krone abgebildet, die durch die Geschichte der Gemeinde als „Königreich Flieden“ begründet ist. Trotz fehlender stichhaltiger, wissenschaftlich historischen Erklärungen hat der hessische Innenminister auf Empfehlung des Staatsarchivs Marburg die Abbildung einer Krone im Gemeindewappen erlaubt um ein für Flieden charakteristisches Merkmal auszudrücken.
Beim Ortsteil Rückers befindet sich die „Steinkammer“, ein botanisch und geologisch sehr ansprechendes Gebiet. Es ist zu einem Naherholungsgebiet ausgebaut und lädt zu interessanten und erholsamen Spaziergängen und Wanderungen ein.
Im Ortsteil Rückers gibt es den DRK Spielmanns- und Fanfarenzug Rückers. Der Verein ist weit über die Grenzen der Gemeinde Flieden durch sein Musikshow-Programm bekannt. Er hatte schon Auftritte beim Münchner Oktoberfest, dem Blumenkorso in Bad Ems, dem Wormser Backfischfest, dem Brezelfest in Speyer und dem Grenzlandfest in Zwiesel. International konnte er sich schon in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden präsentieren.
In Flieden gibt es vier Sportvereine, den SV Buchonia Flieden mit den Sportarten Tennis, Tischtennis und Fußball und den TV Flieden unter anderem mit den Sportarten Handball, Volleyball und Judo. Die Handballer spielen seit letzter Saison in der Landesliga Nord und konnten den Klassenerhalt knapp sichern. Die Fussballmannschaft des SV spielt in der Oberliga Hessen und belegte in der Saison 2005/06 den vierten Platz. Außerdem gibt es den Schützenverein Schützengilde Flieden und den Reitverein Flieden.
In Flieden gibt es eine Grundschule mit Förderstufe, die Fliedetalschule.
Flieden war vom Trassenbau 1868 bis zur Eröffnung des Distelrasen-Tunnels 1914 ein wichtiger Bahnhof für die Nord-Süd-Strecke, da hier für den steilen Anstieg nach Elm schwere Güterzüge in Richtung Frankfurt am Main eine zusätzliche Vorspannlok erhielten.
Heute dient Flieden nur noch als Durchgangsbahnhof aus Fulda in Richtung Gemünden und Frankfurt. Bis zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 wurde die Bahnstrecke Flieden–Gemünden im Zweistundentakt von RegionalBahnen bedient. Nun geht der Zuglauf von Schlüchtern aus über Elm nach Gemünden. Von Flieden aus wird die Bahnstrecke Flieden–Gemünden nur mehr von Güterzügen benutzt.
Auf der Kinzigtalbahn Fulda–Flieden–Hanau–Frankfurt am Main wird Flieden im Stundentakt durch RegionalExpress-Züge bedient. Somit besteht ein schneller Anschluss nach Fulda, mit einer Fahrtzeit von 13 Minuten, sowie in das Rhein-Main-Gebiet, wo viele Fliedener Pendler arbeiten.
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| Schlüchtern | Kinzigtalbahn (KBS 615) |
Neuhof | ||
Die Gemeinde Flieden ist einerseits landwirtschaftlich und handwerklich geprägt, mit weitläufigen Feldern und Wiesen rund um die Ortschaften. Mit den Gewerbegebieten Flieden Süd, Im Weiher und Rückers sowie dem neu entstehenden Gewerbegebiet Flieden Ost bietet Flieden auch anderen Branchen günstige Ansiedlungsbedingungen. So entstanden eine Musterhaussiedung und eine Logistikzentrale des Pharmalogisters Grieshaber Logistics im neuen Gewerbegebiert Flieden Süd. Die Firma Kelterei Elm GmbH ist für ihre rhöner Produkte überregional bekannt.
Einige Unternehmen in Flieden sind im IT-Bereich tätig. Der Elektronikmarkt Elektro-Atzert GmbH betreibteine große, deutschlandweite Versandabteilung. Die Firma G5 GmbH arbeitet weltweit in fünf Kontinenten als Projektmanager, Gutachter und Generalübernehmer. Außerdem gibt es IT-Berater und die international agierenden Firmen Service-Solution und Phobis Gruppe Deutschland, die das Rechenzentrum Flieden Mitte betreiben, sowie das Unternehmen Borlabs.
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