| Flughafen Frankfurt-Hahn | ||
|---|---|---|
| Kenndaten | ||
| IATA-Code | HHN | |
| ICAO-Code | EDFH | |
| Flugplatztyp | Verkehrsflughafen | |
| Koordinaten |
49° 56′ 55″ N 7° 15′ 50″ O 503 m ü. MSL
|
|
| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 120 km westlich von Frankfurt am Main | |
| Straße | B 50, B 327 (Hunsrückhöhenstraße) | |
| Bahn | ||
| Nahverkehr | ||
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1993 | |
| Betreiber | Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH | |
| Fläche | 560 ha | |
| Terminals | 1 | |
| Passagiere | 3.704.633 (2006) | |
| Luftfracht | 266.000 t (2006) | |
| Flug- bewegungen |
39.619 (2006) | |
| Kapazität (PAX pro Jahr) |
||
| Beschäftigte | 300 | |
| Start- und Landebahn | ||
| 03/21 | 3.800 m × 45 m Asphalt | |
Der Flughafen Frankfurt-Hahn (engl.: Frankfurt Hahn Airport) ist ein militärischer Flugplatz und seit 1993 zusätzlich ein ziviler Flughafen in Rheinland-Pfalz. Es handelt sich um den viertgrößten Frachtflughafen Deutschlands. Frankfurt-Hahn gilt außerdem als der am schnellsten wachsende Flughafen Deutschlands. Im Passagierverkehr wird er vor allem von Billigfluggesellschaften bedient. Für die irische Ryanair bildet er nach London-Stansted das wichtigste europäische Luftfahrt-Drehkreuz. Betreibergesellschaft ist die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. Militärisch ist der Flughafen nach dem Abzug der United States Air Force lediglich von marginaler Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis |
Der Flughafen Frankfurt-Hahn befindet sich auf 503 m Höhe auf einer Hochfläche des Hunsrück-Hauptkamms im Dreiländereck der Landkreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück zwischen Hahn, Bärenbach, Lautzenhausen, Sohren und Büchenbeuren, überwiegend in der Gemarkung Lautzenhausen. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Trier, Koblenz und Mainz. Der Flughafen liegt etwa 120 km westlich von Frankfurt am Main zwischen den Bundesstraßen 50, 327 und 421.
Die französische Besatzungsmacht begann 1951 mit dem Bau eines Militärflughafens im Hunsrück, der später von der US-amerikanischen Luftwaffe übernommen wurde. Nach dem Ende der militärischen Nutzung übergaben die US-Streitkräfte die Airbase Hahn 1993 der zivilen Verwaltung. In den 1990er-Jahren wurde ein internationaler Flughafen geplant, der den Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt am Main entlasten soll. Gegenüber anderen Flughäfen, etwa dem in Frankfurt, besitzt der Flughafen Frankfurt-Hahn eine Nachtfluggenehmigung und ist relativ erweiterbar. Der erste zivile Flug vom Flughafen Frankfurt-Hahn, ein Charterflug nach Mallorca, fand am 22. Mai 1993 statt.
Die Bezeichnung „Hahn“ stammt aus US-amerikanischer Zeit. Üblicherweise tragen Flughäfen den Namen des Ortes, auf dessen Fläche sie gebaut sind. Im Fall des Flughafens Frankfurt-Hahn wäre dies die Ortsgemeinde Lautzenhausen. Es sind zwei Legenden zur Namensgeschichte des Flughafens im Umlauf: Der ersten nach konnten die Amerikaner den Namen „Lautzenhausen“ nur schwer aussprechen und entschieden sich daher für den Namen der Gemeinde „Hahn“, auf deren Gemarkung ein kleiner Teil der Flughafenfläche liegt. Eine zweite, plausiblere Geschichte ist folgende: Nach ersten Planungen sollte der Militärflughafen ursprünglich leicht versetzt des späteren Standorts bei Hahn und nicht bei Lautzenhausen gebaut werden. Obwohl die Planungen geändert wurden blieb man bei der ersten Bezeichnung „Hahn“. Nach gerichtlichen Entscheidungen, vor allem zwischen der Lufthansa und Ryanair, darf der Flughafen offiziell auch „Frankfurt-Hahn“ genannt werden.
Eine „schwere Störung“ ereignete sich am 16. Oktober 2006. Ein Tornado der Luftwaffe kam einer Ryanair-Passagiermaschine so gefährlich nahe, dass diese den bereits eingeleiteten Bodenanflug abbrechen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Beide Flugzeuge landeten dennoch kurz darauf sicher; die Passagiermaschine auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, der Tornado im nordrhein-westfälischen Nörvenich im Kreis Düren. Es handelte sich um ein Ereignis, bei dem sich „beinahe ein Unfall ereignet hätte“, so die Bundesstelle für Fluguntersuchung.[1] Der Ryanair-Pilot äußerte sich nach der Landung dementsprechend wütend: Der Bundeswehrtornado habe die Passagiermaschine als „Target“ gebraucht.[2] Das Ereignis löste eine Diskussion über die Sicherheit im Luftraum aus. [3]
Eine Verlängerung der Start- und Landebahn von 3.040 m auf 3.800 m nach Westen ist bereits fertiggestellt, um für Langstrecken-Frachtflugzeuge geeignet zu sein. Deshalb soll auch die Hunsrückhöhenstraße nochmals verlegt werden. Bereits beim ersten Bau wurde sie verlegt. Gegen den Ausbau wurde von Naturschutzbund und BUND geklagt, da die geschützte Mopsfledermaus im Rodungsgebiet gefunden wurde. Die Klage des Naturschutzbundes wurde mittlerweile zurückgezogen, nachdem sich die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH bereit erklärte, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Ausbaus vorzunehmen.
Am 26. Januar 2006 entschied das Oberlandesgericht Koblenz in einem Eilantrag, dass die bisher verlängerte Landebahn Richtung Nordosten auf einer Länge von 3.500 m benutzt werden darf, unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Rodungen notwendig sind. Inzwischen wurde der Streit zwischen Flughafen und BUND außergerichtlich beigelegt. Die Betreibergesellschaft verzichtet auf einige Rodungen, die Start- und Landebahn kann aber dennoch voraussichtlich noch 2006 (nach Abschluss der restlichen Rodungen sowie Überprüfung durch die Flugsicherung) genutzt werden.
Ende 2005 kündigte die Betreibergesellschaft an, in den nächsten Jahren weiter in den Flughafenausbau investieren zu wollen. Es soll unter anderem ein neues Abfertigungsgebäude errichtet werden. Ryanair möchte sich mit der Hälfte an den Baukosten beteiligen. Die Betreibergesellschaft ist zurzeit auf der Suche nach einer weiteren größeren Fluggesellschaft neben Ryanair.
Die stillgelegte Hunsrückquerbahn soll mittelfristig von Bingen bis Morbach reaktiviert werden. Damit würde insbesondere die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet verbessert. Der Flughafen ist bisher nicht per Bahn zu erreichen. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering veröffentlichte Ende November 2006 außerdem Überlegungen, die Flughäfen Frankfurt-Hahn, Saarbrücken und Zweibrücken in ein gemeinsames System einzubinden.
Eine neue 440 Meter lange Cargo-Zufahrtsstraße wurde am 15. Januar 2007 eröffnet; von ihr aus gehen insgesamt drei Stichstraßen mit einer Länge von 265 Metern aus, die die Frachthallen mit dem Vorfeld verbinden.
Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und die umliegenden Unternehmen zählen zu den bedeutendsten Arbeitgebern der strukturschwachen Hunsrückregion. Im Umfeld des Flughafens konnten bis heute mehr als 2900 Arbeitsplätze eingerichtet werden, welche aber in ihrer Gesamtheit eine eher geringe Einkommenstruktur abbilden. Davon knapp 300 Anstellungen als geringfügig Beschäftigte (400-Euro-Job). Rund 500 neue Jobs wurden zuletzt zwischen September 2005 und Dezember 2006 geschaffen. Die Flughafenbetreibergesellschaft geht bis 2012 von insgesamt 10.000 neuen Arbeitsplätzen aus. Dies sei besonders auf den Ausbau zum großen Ryanair-Standort und die wachsende Präsenz neuer Dienstleistungsunternehmen im Flughafengewerbe zurückzuführen. Einen großen Teil der bisher vorhandenen Arbeitsplätze machen Bürojobs bei der Betreibergesellschaft und den umliegenden Unternehmen (443) aus. Darüber hinaus umfasst die Palette der vorhandenen Arbeitsplätze Flugzeugabfertiger (190) und Lkw-/Taxifahrer (115) über Beamte bei Zoll und Bundespolizei (244) bis zu Lagerarbeitern (123) und Piloten (87). Etwa 60 Prozent der Beschäftigten kommen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, 13 Prozent aus dem Landkreis Birkenfeld, zehn Prozent aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich und zwei Prozent aus den übrigen Landkreisen der Region Trier.[4]
Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist der elftgrößte Passagierflughafen Deutschlands. Ryanair ist die größte Passagierfluglinie auf dem Flughafen Hahn. Das irische Unternehmen kündigte im November 2005 an, die Zahl der auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn stationierten Flugzeuge bis 2012 auf 18 aufzustocken und ihn damit zum zweitgrößten Drehkreuz ihrer Fluggesellschaft nach London-Stansted zu machen. Bisher sind zehn Ryanair-Boeing 737-800 in Frankfurt-Hahn stationiert. Die Zahl der Ryanair-Passagiere im Hunsrück soll damit bis 2012 auf jährlich 8 Millionen (von 2,7 Millionen im Jahre 2004) steigen.
Hahn ist der viertgrößte Frachtflughafen Deutschlands (hinter Frankfurt, Köln/Bonn und München). Insbesondere Aeroflot bedient den Flughafen mehrmals täglich. Das russische Unternehmen hat sechs Frachtmaschinen vom Typ DC-10F fest am Flughafen stationiert. Frachtflüge starten vor allem nach Russland, Asien, Afrika und Europa. Frachtflüge in die Vereinigten Staaten wurden bereits aufgenommen, befinden sich aber zu großen Teilen noch in Konzeption. Freshline, ein Lowcost-Cargo-Carrier für verderbliche Lebensmittel (Perishables), will in Frankfurt-Hahn eine Basis errichten.
Im März des Jahres 2006 konnte der Bereich Fracht am Flughafen Frankfurt-Hahn im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent zulegen. Der Ausbau dieses Segmentes wird weiter vorangetrieben. 2006 sollen zwei große Frachthallen entstehen.
Personen- und Frachttransporte für das US-amerikanische Militär werden von Omni Air International, Evergreen International Airlines, American Airlines und Ryan International Airlines durchgeführt. Der Flughafen-Betreibergesellschaft wird vorgeworfen, mit Hilfe dieser Militärtransporte ihre Passagierbilanz aufzubessern. Für den Juli 2006 registrierte eine Bürgerinitiative insgesamt 78 zivile Militärflüge vom und in den Nahen Osten, obwohl zuvor maximal sechs derartige Flüge pro Woche angekündigt wurden. Durchschnittlich 13.100 Soldaten waren in den Monaten Mai und Juni 2006 offiziell auf dem Flughafen gelandet, um nach kurzem Tankstopp weiterzufliegen.[5] Die Bundeswehr versandte bis 2006 mehrmals wöchentlich Fracht aus dem Materialdepot Mechernich nach Afghanistan. Hierzu wurden Tupolew Tu-154 verschiedener Gesellschaften gechartert. Seit 2007 finden diese Flüge vom Flughafen Neubrandenburg aus statt.
Die Landespolizeischule Rheinland-Pfalz liegt heute auf dem Gelände der früheren Family Housing Hahn der United States Air Force.
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