| Flughafen Lübeck-Blankensee | ||
|---|---|---|
| Kenndaten | ||
| IATA-Code | LBC | |
| ICAO-Code | EDHL | |
| Flugplatztyp | Verkehrsflughafen | |
| Koordinaten |
53° 48′ 19″ N 10° 43′ 09″ O 16 m ü. MSL
|
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| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 8 km südlich von Lübeck | |
| Straße | Autobahn A1/A20 | |
| Bahn | ||
| Nahverkehr | Bus - Linie 6 | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1917 | |
| Betreiber | Flughafen Lübeck GmbH | |
| Fläche | ||
| Terminals | 1 | |
| Passagiere | 710.788 (2005) | |
| Luftfracht | ||
| Flug- bewegungen |
20.774 (2004) | |
| Kapazität (PAX pro Jahr) |
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| Beschäftigte | ||
| Start- und Landebahn | ||
| 07/25 | 2.102 m × 60 m Asphalt | |
Der Flughafen Lübeck (IATA: LBC, ICAO: EDHL, auch Flughafen Lübeck-Blankensee oder international Hamburg Lübeck Airport) ist ein deutscher Flughafen und liegt 8 km südlich der Innenstadt von Lübeck. Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert.
Inhaltsverzeichnis |
Zu erreichen ist der Flughafen:
Am Flughafen können Rundflüge mit dem Heißluftballon oder einem "Oldtimer-Flugzeug" gebucht werden. Es gibt eine Aussichtsplattform, die jedoch zur Zeit wegen Sicherheitsvorschriften des Landesverkehrsministeriums geschlossen ist.
Ryanair: London-Stansted, Dublin, Stockholm-Skavsta, Marseille, Pisa, Mailand-Bergamo, Barcelona-Girona (ab Oktober 2007) Wizzair: Danzig
1916 wird mit dem Bau des Flugplatzes begonnen, 1917 Fertigstellung Beginn des Flugbetriebs der Fliegerschule Lübeck.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs Demilitarisierung und teilweiser Abriss der Hallen und Gebäude.
Der Dornröschen-Schlaf endet 1933 mit der Wiederaufrüstung der Nationalsozialisten: Der Flugplatz wird Fliegerhorst, umfangreiche Kasernen-Anlagen entstehen. Erste Einheit wird das StG 162 (Traditionsname Immelmann), noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs verlegt dann die I./KG 257 aus Zerbst nach Blankensee; im Mai 1939 wird sie zur I./KG 26 "Löwengeschwader". Nach Kriegsausbruch 1939 verlegt die I./KG 26 an die Fronten, ab 1940 bildet das Geschwader in der IV./KG 26 hier Nachwuchsbesatzungen aus. Die Werft in Blankensee wird ab 1940/41 Reparaturwerk für die Heinkel-Flugzeugwerke, Rostock. Ab 1944 wird es lebhafter im Fliegerhorst: Nachtjäger-Einheiten (III./NJG5, 10./NJG 11), Kampfverbände (III./KG 200, II./KG 3, III./KG 76) verlegen nach und nach hierher. Zu Kriegsende (1944/45) wird eine Start- und Landebahn angelegt, Zwangsarbeiter müssen beim Bau helfen. Letzte Flüge dann noch am 2. Mai 1945, der Besetzung Lübeck.
Nach Kriegsende kommen die Royal Air Force auf den Platz und nutzen ihn zu Übungszwecken. 1948 werden 30 DC 3 Dakota der Royal Airforce stationiert. Während der Berlin-Blockade fliegen sie im Rahmen der Luftbrücke bis zu 100 Einsätze täglich und bringen Kohle in die Hauptstadt und Flüchtlinge in den Westen.
Ab 1955 findet wieder Motorfliegerei in Blankensee statt, der Lübecker Verein für Luftfahrt veranstaltet mehrer große Flugshows bis in die 80er Jahre hinein.
1987 stürzt ein Flugzeug mit dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel an Bord in Blankensee ab. Barschel wird schwer verletzt geborgen, die Piloten kommen ums Leben [1].
Der eigentliche wirtschaftliche Aufschwung kommt erst nach der Wiedervereinigung: Mehr und mehr Fluglinien fliegen von/nach Blankensee: 1996 fliegen Air Malta nach Malta und Sun Express nach Istanbul.
1997 wird das Ankunfts-Terminal neu gebaut.
2000 beginnt Ryanair mit Verbindungen nach London-Stansted und Blankensee entwickelte sich aufgrund seiner Nähe zur A 1/A 20 schnell zum größten Passagierflughafen in Schleswig-Holstein und zum zweiten Flughafen der Region um Hamburg neben dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel. Aufgrund der Anbindung an die Ostseeautobahn hat der Lübecker Flughafen auch zukünftig erhebliche Bedeutung für das angrenzende Westmecklenburg und das nördliche Niedersachsen.
2005 hat die Stadt Lübeck die Mehrheit der Anteile am Flughafen an die neuseeländische Gesellschaft Infratil verkauft, die den Flughafen ausbauen will. Ryanair kündigte an, hier eine zweite deutsche Basis mit Stationierung von 4 Boeing 737 zu errichten. Mit 42 Starts und Landungen am Tag wollte Ryanair ab 2006 dreizehn weitere Zielorte in Europa anfliegen. Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes vom Juli 2005 sind Ausbau und Flugplanerweiterung jedoch durch die Klage der Umweltorganisationen NABU und BUND u.a. wegen massiver Verstöße gegen EU-Recht[2] wieder in Frage gestellt. Flächen der unmittelbaren Umgebung wurden von der Landesregierung Schleswig-Holstein als FFH-Gebiet an die Europäische Union gemeldet.
2006 Der neue Mehrheitseigner Infratil legte ein neues Konzept für den Flughafenausbau vor. Hiernach soll die Landebahn nun um 120 m verlängert werden, indem ein Teil der Startabbruchstrecke mit einbezogen wird, außerdem soll am anderen Ende eine Verbreiterung der Bahn auf 90 m vorgenommen werden, so dass eine Art „Wendehammer“ entsteht, der den Flugzeugen ermöglicht, schneller zu wenden und schneller die Bahn zu verlassen. Ein Rollweg, der das sofortige Verlassen der Bahn ermöglicht hätte, würde am Naturschutzgebiet scheitern, dass durch diesen geschnitten würde. Die Parkplätze sollen um einiges vergrößert werden, auch ein Parkhaus ist denkbar, am Terminalgebäude sind ebenfalls Umbauten geplant.
2007 Ryanair kündigt eine neue Linie nach Barcelona an. Das alte Planfeststellungsverfahren - 2005 bei Gericht gescheitert - wird vom Mehrheitseigner Infratil abgeschlossen indem es aufgegeben wird. Das neue Planfeststellungsverfahren soll im Herbst 2007 beginnen und die Planungen aus 2006 beinhalten.
Der Flughafen Lübeck-Blankensee ist nicht planfestgestellt worden, was beim Bau in den 30er und 40er Jahren auch nicht nötig war. Der Flughafen beruft sich stattdessen auf eine fiktive Planfeststellung nach § 71 LuftVG; eine solche gilt aber nur für die Bau- und Erweiterungsmaßnahmen, die bis zum 1. Januar 1959 durchgeführt worden sind. Aus diesem Grunde wird im Jahr 2007 ein Planfeststellungsverfahren angestrebt, um den Betrieb und Ausbau rechtssicher machen zu können.
Eine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung kommt dem Flughafen Lübeck erst seit Aufnahme der regulären Ryanair-Verbindungen zu; in den Jahren davor blieben die Passagier-Zahlen deutlich unter 100 000 pro Jahr. Gleichzeitig jedoch begannen auch die Verluste am Flughafen deutlich anzusteigen. Von offizieller Seite wird dieses begründet mit dem Vorhalten von Kapazitäten für derzeit noch wenige Abflüge am Tag. Die deutschen Wettbewerber - allen voran Air Berlin - vermuten eine versteckte Subventionierung von Ryanair und haben dagegen Klage eingelegt. Dieser Prozess ist derzeit noch am Laufen. [3]
Die in den letzten Jahren ansteigenden Verluste und weitere finanzielle Bedürfnisse des Flughafens (z.B. für den Ausbau) haben bei der Stadt Lübeck seit ca. dem Jahr 2000 zu Bemühungen um eine Privatisierung geführt. Man entschied sich für den neuseeländischen Investor Infratil. Im April wurde ein erster Vertrag zwischen Infratil und Lübeck geschlossen, der aber nach Ergehen des negativen OVG-Beschlusses am 18. Juli 2005 zu Lasten Lübecks modifiziert wurde und am 7. November 2005 von der Lübecker Bürgerschaft in seiner heute gültigen Fassung gebilligt wurde.
Erwähnenswert ist, dass sich trotz der vergleichsweise geringen Größe und geringen Verkehrsaufkommens am Lübecker Flughafen sowohl Befürworter als auch Gegner in verschiedenen Vereinen organisiert haben, deren Positionen sich teilweise deutlich unterscheiden. Schätzungsweise um die 1.000 Personen sind so in den verschiedenen Vereinen organisiert. Ein erstes Zusammentreffen der Gegner und Befürworter wird im sogenannten Flughafenbeirat stattfinden, wo der "Check-In-Lübeck" jedoch bereits im Vorfeld seine Teilnahme verweigert hat.
Der "Check-In Lübeck e.V." [4] sieht sich vornehmlich als Förderverein von Seiten der Wirtschaft und Handelskammer vor Ort und versucht von Begrüßungsaktionen über Lobbyarbeit vor allem in wirtschaftlichen und politischen Gremien den Flughafen zu fördern.
Der "Pro-Airport-Lübeck e.V." [5] sieht sich in erster Linie als Moderator zwischen den verschiedenen Interessengruppen (Befürwortern wie auch Gegnern), um Betrieb und Flughafenausbau in vernünftiger Koexistenz mit Natur und Anwohnern gewährleisten zu können. Darüber hinaus wird versucht, über Bildungsarbeit (Stichwort: "zur Kerosinlüge") und über aktive Pressearbeit Standpunkte jeglicher Coleur zu hinterfragen und die Realität herauszustellen. Dabei kann es sein, dass - wie im Fall des "Kerosin-Ablassens" - manche Argumente der Flughafengegner zerstreut werden, es kann aber auch sein, dass Argumente der Befürworter zerstreut werden, wenn diese nicht stichhaltig sind.
Die Gegner des Flughafens sind im Wesentlichen in der Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm [6] organisiert, sowie in verschiedenen örtlichen Interessengruppen. Die Flughafengegner versuchen, ihre berechtigten Interessen hinsichtlich des Lärmschutzes vornehmlich über Informationsveranstaltungen, Informationen etwa zum Tag des Lärms sowie aktive Pressearbeit zu erreichen. Der Schwerpunkt der Arbeit der Fluglärmgegener ist der Ort "Groß Grönau", von dem einige Straßen unmittelbar in der Einflugschneise liegen. Hauptziel der Fluglärmgegener ist die Verhinderung des Nachtfluges / Frachtfluges bei Nacht / Frachtfluges mit größeren Maschinen sowie die Verhinderung einer Belastung im zwei-Minuten-Takt, wie dieses an größeren Flughäfen Realität ist. Als Argumente werden Wertverluste der Grundstücke, gesundheitliche Belastungen sowie grundsätzliche Bedenken hinsichtlich Rentabilität etc. des gesamten Projektes angeführt.
Die Start- und Landebahn ist 2.102 m lang und die Startabbruchstrecke beträgt 300 m. Feuerschutz Kategorie 7, Hochleistungsbefeuerung, ILS CAT I und Flughafenfeuerwehr mit Rettungswagen sind vorhanden.
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