| Flugplatz Altenburg-Nobitz | ||
|---|---|---|
| Kenndaten | ||
| IATA-Code | AOC | |
| ICAO-Code | EDAC | |
| Flugplatztyp | Verkehrslandeplatz | |
| Koordinaten |
50° 58′ 55″ N 12° 30′ 23″ O 195 m ü. MSL
|
|
| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 7 km | |
| Straße | B 95, B 180 | |
| Bahn | {{{Schiene}}} | |
| Nahverkehr | Buslinie 250 | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1992 | |
| Betreiber | Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH | |
| Fläche | ||
| Terminals | 1 | |
| Passagiere | 118.252 (2005) | |
| Luftfracht | 102,7 t (2005) | |
| Flug- bewegungen |
12.601 (2005) | |
| Kapazität (PAX pro Jahr) |
700.000 | |
| Beschäftigte | 61 | |
| Start- und Landebahn | ||
| 04/22 | 2.235 m × 45 m Beton | |
Der Flugplatz Altenburg-Nobitz ist ein Verkehrslandeplatz im Altenburger Land und befindet sich ost-südöstlich von Altenburg auf dem Gelände der Gemeinde Nobitz. Altenburg-Nobitz gilt als einer der ältesten Fluglandeplätze Deutschlands. Im Umkreis von 30 bis 50 km befinden sich die Großstädte Leipzig, Gera, Zwickau und Chemnitz. Zur besseren Vermarktung seiner Flüge bezeichnet Ryanair den Flugplatz mit "Altenburg (Leipzig)".
Inhaltsverzeichnis |
Von Altenburg-Nobitz bestehen Linienverbindungen zu den Flughäfen London-Stansted und Girona (Barcelona). Beide Strecken werden von der irischen Fluggesellschaft Ryanair bedient.
Mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist der Flugplatz ab dem Leipziger Hauptbahnhof mit Zwischenstopp an den Bahnhöfen in Borna und Altenburg per Buslinie in rund 80 Minuten Fahrzeit zu erreichen. Die Linie orientiert sich an den Flugzeiten von Ryanair.
Über die Bundesstraßen B 93, B 95 und B 180 kann man mit dem PKW zum Flughafen gelangen.
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Flugstützpunkt an der Leina durch Leipziger Flugzeugfabriken zur Stationierung von Flugzeugen genutzt und es fanden Flugtage auf dem Exerzierplatz statt. Die Herrichtung des Flugplatzes begann im Jahre 1916, als die Fliegerersatzabteilung nach Altenburg verlegt wurde. Ein Gelände von 110 ha wurde abgeholzt und planiert, Baracken und Flughallen errichtet, eine Kläranlage geschaffen und eine Straße nach Klausa gebaut. Eine Fliegerschule siedelte sich an. In einem neu errichteten Werftgebäude wurden Flugzeuge vom Typ Albatros, DFW, Rumpler und Fokker zusammengebaut. Nach dem 1. Weltkrieg wurden Fluggeräte, Hallen und Ausrüstung des Flughafens von den Alliierten demontiert oder zerstört. In den folgenden Jahren fanden nur Luftsportveranstaltungen, Rundflüge und Ballonfahrten statt.
Zu Beginn der dreißiger Jahre erfolgte der Neubau des Flugplatzes als Folge des Wiederaufbaus der Luftstreitkräfte. Ein Bebauungsplan für den Fliegerhorst Leinawald lag vor. Auf Befehl Görings wurde 1936 die Fliegerhorstkommandantur neu aufgestellt. Der Ausbau des Flugplatzes begann. Es entstanden Start- und Landebahnen, sieben Flugzeughallen, Werftanlagen, Prüfstände, Tankanlagen, Kontroll- und Ausbildungsgebäude, Funk-, Mess- und Wetterstation, Unterkünfte für Mannschaften und Offiziere, Casino und Sozialgebäude. Von 1942 bis 1945 wurden auf dem Flugplatz Lehrlinge im Flugzeugbau ausgebildet, eine Segelfliegerausbildung war inbegriffen. Am 14. April 1945 besetzte die 6. amerikanische Panzerarmee unter General R. W. Grow die Stadt Altenburg. Die 69. Reservekampftruppe unter Commander Lagrew erreichte den Flugplatz.
Am 1. Juli 1945 besetzte die Rote Armee den Flugplatz. Das gesamte Kriegsmaterial der Deutschen Wehrmacht wurde vernichtet. Die 1946 in Sowjetarmee umbenannten Truppen blieben bis Mai 1992. Während dieser Zeit bekam der Flugplatz ein völlig neues Bild. Die Start- und Landebahn wurde verlängert, große Waldstücke abgeholzt, Bunker, Baracken und Hangars neu gebaut. Im angrenzenden Leinawald entstand eine weitläufige Kasernenanlage sowie ausgedehnte Fahrzeughallen. Anfangs waren in Nobitz nur Transport- und Verbindungsflugzeuge stationiert, später kamen dann auch Jagdbomber vom Typ MiG 23, MiG 27 und MiG 29 sowie ein Hubschrauberregiment hinzu. Bis Mai 1992 wurde der Flugplatz Altenburg-Nobitz durch die GUS-Streitkräfte genutzt und danach der zivilen Nutzung übergeben.
Am 24. Januar 1992 wurde die Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH gegründet. Eine Umnutzung als Regionalflugplatz erfolgte. Seither erfolgte ein stetiger Ausbau der flugtechnischen Anlagen. Ein neuer Tower und ein neues Abfertigungsgebäude entstanden. Im Sommer 1996 startet zum ersten Mal eine Chartergesellschaft (Malta Air) vom Flughafen. Während jedes Jahr vom Flughafen Altenburg-Nobitz Chartermaschinen starteten, scheiterten die Bemühungen des Flughafens, Ende der 1990er Jahre einen Linienflug einzurichten. Erst 2003 fand der erste Linienflug mit der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair vom Flughafen statt.
Am 17. Dezember 2004 wurde der Flughafen, auf Veranlassung des Thüringer Verkehrsministerium, für Maschinen über 14 Tonnen gesperrt. Der Grund waren zu hohe Bäume in der Anflugschneise. Diese Bäume standen laut Thüringer Verkehrsministeriums auf sächsischer Seite in einem Naturschutzgebiet und durften daher nicht gefällt werden. Daraufhin mussten die Ryanairflüge zum Flughafen Erfurt umgeleitet werden. Diese Sperrung veranlasste die Mitarbeiter des Flughafens zu einer Demonstration und Unterschriften-Aktion, welche den weiteren Flugverkehr in Altenburg sicherstellen soll. Nach einer neuen Vermessung im Januar 2005 stellte man fest, dass die Bäume auf Thüringer Seite stehen. Kurz darauf begann man mit dem Fällen der Bäume. Am 11. Januar wurde der Flugplatz wieder für Großflugzeuge freigegeben. Der Bund der Steuerzahler listete diese Sperrung in seinem Schwarzbuch 2005 auf, weil durch die vermeidbare Sperrung unnötige Kosten, wie zum Beispiel der Bustransfer der Fluggäste nach Erfurt, entstanden sind. Im März 2005 wurde das Flughafenmuseum eröffnet. Im Jahr 2006 entfiel auch die Möglichkeit, PKW kostenlos zu parken. Die Parkgebühren richten sich mittlerweile an übliche Gebühren für Flughäfenparkplätze.
Mehrheitsgesellschafter des Flughafens ist der Landkreis Altenburger Land mit 60 Prozent. Weitere Gesellschafter sind die Stadtwerke Altenburg, die Gemeinde Nobitz, die Stadt Meerane, sowie Unternehmen des Altenburger Landes.
Der Landeplatz setzte bis zum August 2006 einen Trabant als Follow-Me-Car ein. Danach wurde dieser an Volkswagen Sachsen übergeben, um das Fahrzeug aufzuarbeiten und anschließend in einem Museum auszustellen.
| Jahr | Flugbewegungen | Fluggastaufkommen (Linienflug) |
Fluggastaufkommen (Gesamt) |
Luftfracht (in t) |
|---|---|---|---|---|
| 1992 | 920 | 0 | 1.983 | 0 |
| 1995 | 18.462 | 0 | 19.788 | 0 |
| 1998 | 17.720 | 0 | 27.016 | 180,2 |
| 1999 | 17.693 | 0 | 30.044 | 66,2 |
| 2000 | 17.997 | 0 | 27.764 | 131,9 |
| 2001 | 16.127 | 0 | 26.868 | 27,9 |
| 2002 | 19.543 | 0 | 26.811 | 32,1 |
| 2003 | 16.116 | 51.419 | 71.124 | 20,7 |
| 2004 | 13.978 | 76.606 | 93.870 | 12,4 |
| 2005 | 12.601 | 100.956 | 118.252 | 102,7 |
Im März 2005 wurde unter der Bezeichnung Flugwelt Altenburg-Nobitz vom gleichnamigen Verein ein kleine Ausstellung zur Geschichte des Flughafens eröffnet. Zu sehen sind viele Fotos vom Flughafen, Ausrüstungsgegenstände sowie Modelle von Flugzeugen, die auf dem Flughafen stationiert waren. Als Highlight der Ausstellung gilt die MiG-21 SPS, die man auf dem Freigelände besichtigen kann. Sie stand bis zur Wende im Dienste der NVA und befand sich danach 15 Jahre auf einem Parkplatz in Zwickau. Ein weitere bereits restaurierte MiG-21, vom Typ SMT, ist im Besitz des Flughafens. Diese MiG wurde von der Sowjetischen Armee eingesetzt und war auf dem Flughafen Altenburg-Nobitz stationiert. Sie befindet sich in einem Bunker und kann nur zu bestimmten Anlässen (und bei schönem Wetter) besichtigt werden.
Am 11.April 2007 wurde dem Museum von der Deutschen Marine ein Langstrecken-Seeaufklärer vom Typ Breguet Atlantic übergeben. Am 7. Juli 2007 wurde die Breguet Atlantic in einer rund 10-stündigen, durch Spenden finanzierten Aktion auf das Museumsgelände transportiert. Der Museumsverein plant, in naher Zukunft das Flugzeug auch für kleine Gruppen begehbar zu machen.
| Commons: Flugplatz Altenburg-Nobitz – Bilder, Videos und Audiodateien |
Brockhaus-1837: Sachsen-Altenburg
Brockhaus-1911: Sachsen-Altenburg · Ungarisch-Altenburg · Altenburg [3] · Altenburg · Altenburg [2]
DamenConvLex-1834: Amalie Therese, Erbprinz. v. Sachsen-Altenburg · Altenburg
Herder-1854: Deutsch, Altenburg · Sachsen-Altenburg · Ungarisch Altenburg · Altenburg [4] · Altenburg [1] · Altenburg [2] · Altenburg [3]
Meyers-1905: Sachsen-Altenburg · Ungarisch-Altenburg · Altenburg · Deutsch-Altenburg
Pataky-1898: Sachsen-Altenburg, Agnes Herzogin von
Pierer-1857: Sachsen-Altenburg [1] · Sachsen-Altenburg [2] · Ungarisch-Altenburg · Deutsch-Altenburg · Altenburg [1] · Altenburg [2] · Altenburg [3]