Flugzeugreifen sind die Gummireifen am Fahrwerk eines Flugzeugs.
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Flugzeugreifen sind meist schlauchlos, aber beispielsweise bei der Boeing 747 mit einem Druck von 13 bar aufgepumpt. Ihr Profil besteht lediglich aus Längsrillen, die bei Regen Wasser zur Vermeidung von Aquaplaning ableiten sollen und den Verschleiß anzeigen. In das Reifengummi ist Gewebe eingearbeitet, damit die Lauffläche nicht durch die bei hohen Geschwindigkeiten entstehenden Fliehkräfte zerstört wird; anders als beim Autoreifen ist die Sichtbarkeit von Gewebe daher kein sicheres Zeichen für übermäßigen Verschleiß, zudem werden Flugzeugreifen aus Kostengründen grundsätzlich regelmäßig runderneuert.
Flugzeugreifen, oder auch Flugzeugräder (Reifen und Felge)genannt, werden für die Landung nicht durch Antrieb in Rotation versetzt und es kommt wegen der abrupten Beschleunigung beim Kontakt mit der Landebahn zu starkem Gummiabrieb. Der Reifenverschleiß beim Startlauf ist jedoch höher, weil das Flugzeug beim Start viel schwerer ist als bei der Landung.
Die Reifen sind aus Gründen des Brandschutzes mit Stickstoff befüllt. Insbesondere bei Notbremsungen (Startabbruch, Landung mit hohem Gewicht) werden die in der Felge angebrachten Bremsen (Carbon) extrem heiß. Der entstehende Überdruck im Reifen wird durch spezielle Ventile abgeblasen und kühlt die glühenden Bremsen. Eine Luftfüllung würde den Brand dagegen eher anfachen. Die FAA fordert seit 1990 die Benutzung von Stickstoff, da einige Fälle aufgetreten waren, in denen durch außere Hitzeeinwirkung verdampfte Reifenbestandteile sich mit der Luftfüllung der Reifen selbst entzündeten.[1]
Flugzeugreifen werden in der Fachsprache Wheels, die Hauptfahrwerksreifen Main Wheels und die Bugfahrwerkräder Nose Wheels, genannt. Die meist größeren Räder sind in der nähe des Schwerpunktes des Fluggerätes die hauptsächlich zwei Drittel des Flugzeuggewicht tragen und sich dort auch an deren Radachsen die Flugzeugbremsen sich befinden. Beim Bugfahrwerk sind die Reifendimensionen kleiner, da hier nur meist ein Drittel des Gewichtes zum Tragen kommt. Am Bugfahrwerk ist auch die Lenkung "Steering" angebracht damit man das Fluggerät am Boden lenken kann und bei Start und Landung auf der Lande- und Startbahn im Zentrum (Centerline) halten kann.
Der Reifenverschleiß wird regelmäßig geprüft. Nach jeder Landung geht der Kapitän oder Copilot generell um sein Flugzeug und begutachtet den Zustand der Reifen und Bremsen. Bei täglicher Wartung am Flugzeug entscheidet vor allem der Techniker ob der Reifen verschlissen, beschädigt oder präventiv ausgewechselt wird. Vom Hersteller sind sehr genaue Vorschriften und Limits einzuhalten.
Flugzeugreifen werden runderneuert. Das heißt nicht dass es minderwertige Reifen sind. Im Gegenteil, dies ist ein sehr aufwendiger und technisch sorgfältiger Prozess. Die Lauffäche wird abgehobelt und die verbleibende Karkasse, das Grundgerüst des Reifens, einer sorgfälgigen Kontrolle durch Sichtprüfung und Röntgen untersucht. Durch Vulkanisation wird eine neue Lauffläche aufgebracht. Diese ist dann je nach Belastung und Bodenbeschaffenheit für bis zu ca. 40-60 Landungen haltbar. Wenn das Rad gewechselt wird, kommt es in die Reifenwerkstatt, wo der Reifen und die beiden Felgenhälften demontiert werden. Der Reifen wird dem Reifenhersteller zugeschickt, die Felgenhälften werden meist in den Reifenshops der Airlines oder Wartungsbetriebe gewaschen, überprüft und mit neuen Reifen montiert.