Als den Fordismus bezeichnen vor allem Neomarxisten eine nach dem Ersten Weltkrieg etablierte Form der Warenproduktion. Geprägt wurde der Begriff von Antonio Gramsci.
Benannt ist es nach dem Industriellen Henry Ford, dessen Organisation von Arbeit und Kapital als typisch für die gesamte Epoche angesehen wird. Mit der Theorie des Fordismus soll ausgehend von marxistischen Grundsätzen erklärt werden, wie es zur Entwicklung des Sozialstaats anstelle des eigentlich zu erwartenden krisenhaften Zusammenbruchs des Kapitalismus kam.
Fordismus basiert auf stark standardisierter Massenproduktion und -konsumption von Konsumgütern, mit Fließbandfertigung mit Hilfe hoch spezialisierter, monofunktionaler Maschinen, dem Taylorismus, einer gewissen Partnerschaft zwischen Arbeiter und Unternehmer sowie einer Lohnentwicklung in Höhe von Produktivitäts-Fortschritt plus Inflations-Rate. Die fordistische Lohnentwicklung wurde seit Ende der 60er Jahre zu einem Hemmschuh der kapitalistischen Entwicklung. Folglich begann im Postfordismus die Lohnquote als Anteil des BIP in den meisten Industrieländern zu sinken.
Sie beruht nur auf den Entwicklungen des New Deals: sozialen Sicherungssystemen, lebenslanger Anstellung bei einem Arbeitgeber und einer weitgehenden Vollbeschäftigung. Die Entwicklungen des Sozialstaats werden als Abkommen zwischen Arbeitern und Kapital verstanden: die Arbeiter werden am Wohlstand beteiligt, Frauen leisten die notwendige Reproduktionsarbeit, durch beides steigt der Absatz und die kapitalistische Akkumulation kann sich fortsetzen.
Die Krise des Fordismus begann in den späten 1960er Jahren und wurde durch die Verschärfung sozialer Konflikte vorangetrieben. Auch konnte die standardisierte Produktpalette die zunehmend individualisierte Nachfrage nicht zufriedenstellen. Nicht zuletzt auf Grund der Ölkrise 1973 ging die Güternachfrage in weiten Teilen der Industrie zurück. Die starre fordistische Massenproduktion nahm diese Entwicklung zu spät wahr, was zu Überproduktion und letztlich sinkenden Gewinnen führte. In vielen Ländern wollte der Staat durch deficit spending dieser Entwicklung entgegenwirken. Die Folge waren inflationäre Entwicklungen und eine steigende Verschuldung vieler Staaten (vor allem in Westeuropa und den USA) in den 1970er Jahren. Dem Fordismus folgten Entwicklungen, die man als Toyotismus oder Postfordismus bezeichnet. Die Krise des Fordismus führte allerdings nicht zur kompletten Aufgabe aller seiner Elemente.
Die dystopische Zukunftsvision im Roman „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley baut auf dem Fordismus auf.