Formikonisches Wort
Formikonisches Wort meint einen Typ von Wortbildung, der durch die Form eines Buchstabens oder sonstigen graphischen Zeichens die Bedeutung des betreffenden Wortes veranschaulicht. Er ist das graphische Pendant zu den lautmalerischen Wörtern (Onomatopoetika), die man entsprechend als lautikonisch verstehen kann.
Beispiele solcher Wörter, die oft Determinativkomposita sind und bei denen eine Konstituente ein Buchstabe ist:
- "O-Beine", "o-beinig",
- "S-Kurve",
- "T-Shirt",
- "T-Träger",
- "T-Kreuzung",
- "U-Tal",
- "V-Tal",
- "V-Ausschnitt",
- "Y-Trasse,
- "X-Beine", "x-beinig".
Brekle (1981) nennt Beispiele aus etlichen Sprachen, so dass klar ist, dass es sich um ein in vielen Sprachen verbreitetes Muster handelt.
Literatur
- F. Adolphi: V-Mann mit X-Beinen im D-Zug. In: Idioma 3, 1964, 110-111.
- Herbert Ernst Brekle: „No U-Turn“. Zur Integration eines speziellen Typs ikonischer Elemente in schriftsprachlichen Wortbildungen. L.A.U.T./ Series B/ Paper 35/ 1979.
- Herbert Ernst Brekle: Zur Integration eines speziellen Typs ikonischer Elemente in primär schriftsprachlichen Wortbildungen einiger europäischer Sprachen. In: Wolfgang Pöckel (Hrsg.), Europäische Mehrsprachigkeit. Festschrift zum 70. Geburtstag von Mario Wandruszka. Niemeyer, Tübingen 1981, S. 197-207.
- Dorothea Kobler-Trill: Das Kurzwort im Deutschen. Niemeyer, Tübingen 1994, 107f. ISBN 3-484-31149-5
- K. Krause: Die sprachlichen Abkürzungsverfahren. In: Sprachkunde 1940, 4-8.
- Yakov Malkiel: Secondary uses of letters in language. In: ders., Essais on linguistic themes. Blackwell, Oxford 1968, 357-398
Weblinks