Forseti

Dieser Artikel behandelt die Gottheit Forseti; für die gleichnamige Band, siehe Forseti (Band).

Forseti (anord. "Vorsitzender am Thing", "Vorsitzender"; isl. u. fär. "Präsident"; fries. Fosite)


Forseti ist in der nordischen Mythologie der Gott für Recht und Gesetz ("Gerechter Richter"), der Vorsitzende der Thing-Versammlung. Er ist einer der Asen, Sohn des Balder und der Nanna. Seine Residenz ist der von Gold und Silber glänzende Saal Glitnir (Glastheim), wo er als oberster Richter Asgards täglich Recht spricht unter Göttern und Menschen.

Auf der Insel Helgoland befand sich ein Heiligtum des friesischen Gottes Fosite, eine Quelle aus der schweigend geschöpft wurde. Hier weidete das heilige Vieh Fosites, das niemand schlachten durfte. Nach dem Gott hieß Helgoland damals Fositesland. Das Heiligtum wurde 785 durch den Missionar Ludger zerstört.

Durch Falschlesung alter Schriften erschien dann in Karten von Helgoland ein templum Fostae vel Phosetae, der dann latinisiert zu einem templum Vestae wurde. Daraus schöpften Romantiker und neopagane Kreise eine Göttin Fosta, die aber in alten Schriften nirgends Erwähnung findet.

Literatur

  • J. Grimm:"Deutsche Mythologie" K. W. Schütz- Verlag, Coburg. ISBN 3-87725-133-1 (Überarbeiteter Reprint der Originalausgabe von 1943 nach dem Exemplar des Verlagsarchives)
  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie, Stuttgart 1995. ISBN 3-520-36802-1


Weblinks

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