| Fränkische Saale | |
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Fränkische Saale mit Schloss Saaleck bei Hammelburg |
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| Daten | |
| Lage | Unterfranken, Bayern, Deutschland |
| Länge | 135 km |
| Quelle | im Grabfeld nahe Bad Königshofen |
| Quellhöhe | 313 m ü. NN |
| Mündung | bei Gemünden in den Main |
| Einzugsgebiet | 2700 km² |
| Mittelstädte | Bad Kissingen |
| Kleinstädte | Bad Königshofen, Bad Neustadt, Hammelburg, Gemünden |
| Rechte Nebenflüsse | Krummengraben, Milz, Streu, Brend, Kellersbach, Aschach, Thulba, Schondra, Sinn |
| Linke Nebenflüsse | Barget, Lauer |
Die Fränkische Saale ist ein rund 135 km langer, rechter bzw. nordöstlicher Zufluss des Mains in Unterfranken, Bayern (Deutschland).
Die Fränkische Saale entsteht im Grabfeld östlich bzw. südöstlich von Bad Königshofen aus zwei Quellbächen:
Ihr nördlicher Quellbach entspringt im Saalbrunnen 1,7 km östlich von Alsleben (einem Ortsteil von Trappstadt) an der Straße nach Gompertshausen unterhalb des 390 m ü. NN hohen Kapellenbergs auf 313 m ü. NN. Die erste aus Sandstein gefügte Quellfassung aus den 1940er Jahren wurde 1973 umgestaltet und erhielt 1985 ihr heutiges repräsentatives Aussehen. Eine Bronzetafel des Künstlers Erich Husemann aus Trappstadt weist seit 1987 auf die Bedeutung der Fränkischen Saale hin.
Wenige Kilometer südlich entspringt der südliche Quellbach der Fränkischen Saale nahe der Heckenmühle, die sich bei Obereßfeld (Gemeindeteil von Sulzdorf an der Lederhecke) befindet. Er trägt bis zum Zusammenfluss mit dem nördlichen Quellbach bei Bad Königshofen-Untereßfeld auch die Namen Saalegraben und Dagigbach.
Vom Zusammenfluss der beiden Quellbäche, der sich unweit südöstlich von Bad Königshofen befindet, fließt die Fränkische Saale zumeist in südwestlicher Richtung entlang des Südostrands der Rhön. Dabei fließt sie unter anderem über Bad Neustadt, Bad Bocklet, Bad Kissingen und Hammelburg nach Gemünden, wo sie von Nordosten kommend in den Main mündet.
Das Wassereinzugsgebiet der Fränkischen Saale beträgt ungefähr 2700 km2. Ihre Kilometrierung erfolgt von der Mündung in den Main (Saalekilometer 0,00, Mainkilometer 211,0) zur gefassten Quelle bei Alsleben (Saalekilometer 135,0).
Erstmals wird die Fränkische Saale im Jahr 777 unter den Namen Sala und Salu in einem Fuldaer Urkundenbuch erwähnt. Diese Begriffe als solche mit der allgemeinen Bedeutung für fließendes Gewässer lassen sich schon bei dem griechischen Geografen Strabon (etwa 63 v. Chr. bis 23 n. Chr.) belegen.
Die Fränkische Saale wurde Jahrhunderte lang von Menschen im Interesse einer intensiveren Nutzung des Saaletals umgestaltet. Der Flusslauf wurde begradigt, indem man Mäanderbögen durchstach. Die Breite des Flusses wurde auf weiten Strecken vereinheitlicht. Auwälder wurden gerodet und die Ufer befestigt, Wassermühlen, kleine Wasserkraftwerke und Stauwehre wurden errichtet, ehemalige Überschwemmungszonen bebaut.
All dies hat die ökologische Funktionsfähigkeit des Flusses stark beeinträchtigt. Uferverbau und Wehre verändern die Fließgeschwindigkeit und Durchgängigkeit, zerstören die Einheit von Fluss und Aue und begünstigen verheerende Hochwasser. Seit einigen Jahren wird im Rahmen von Projekten des Wasserwirtschaftsamts Schweinfurt versucht, durch Rückbau von Uferbefestigungen, Bachumgehungen von Wehren und Aufforstung von Auwäldern der Fränkischen Saale ihre alte ökologische Funktion zum Teil zurückzugeben.
Besonders betroffen von regelmäßigen Überschwemmungen der saalenahen Ortskerne sind Bad Kissingen, Westheim bei Hammelburg, Wolfsmünster und Gemünden, wie die Hochwassermarken an historischen Gebäuden bezeugen. Bad Kissingen erlebt nicht selten Überschwemmungen mehrmals in einem Jahr. Jedoch sind im historischen Stadtkern Flutschutzmaßnahmen durch den Bau von Wehren und Schutzplanken durchgeführt worden.
Pegelmessungen finden in Bad Kissingen (Pegel Prinzregentenbau) und Wolfsmünster (Pegel Saalebrücke) statt. Die Messstände werden durch das Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt veröffentlicht.
Bis ins 14. Jahrhundert haben die Fränkische Saale und ihre Zuflüsse deutlich mehr Wasser geführt als heute, da damals die Höhen ihres Zuflussgebiets wie Rhön und Grabfeld dichter von Laubwäldern bestanden waren, und die humosen Böden Niederschlags- und Bodenwasser gleichmäßiger abgeben konnten. Der normale Wasserstand der Saale entsprach einem durchschnittlichen Hochwasser heutiger Zeit, sodass die Uferlandschaften nass bis sumpfig waren. Bis auf den üblichen Treidelpfad waren die Saaleauen- und Wiesen kaum passierbar. Es war unmöglich, mit Fuhrwerken oder gepanzerten Reitern außerhalb fester Wege zu verkehren. Erschwerend kam hinzu, dass man den Fluss nicht an beliebiger Stelle überqueren konnte. Es gab nur wenige Brücken und Furten. Dass die Fränkische Saale schon 790 schiffbar gewesen sein muss, belegt eine Eintragung Einhards in die Reichsannalen aus diesem Jahr. Wie der Schreiber Karls des Großen vermerkte, (...) fuhr der König (Karl) zu Schiff auf dem Rhein hinauf nach dem Palast, den er zu Salz in Deutschland, an der Fränkischen Saale erbaut hatte und kehrte dann wieder auf demselben Fluss zu Tal nach Worms zurück (...). Karl der Große hatte bereits 777 seinen saalfränkischen Besitz Hammelburg und die gesamte Gemarkung dem Kloster Fulda übereignet, dem es dadurch möglich war, an der Furt bei Hammelburg jeden Schiffsverkehr zwischen Orten oberhalb und unterhalb der Stadt zu unterbinden oder Zölle zu erheben.
Seit 1878 gibt es auf der Saale Dampfschiffe. Die Saaleschifffahrt GmbH besitzt heute noch zwei mundartlich Dampferle genannte Schiffe, die unter der Woche alle 40 Minuten und wochenends alle 20 Minuten in Bad Kissingen zwischen dem Rosengarten und der Saline verkehren. Die Namen der heute von Dieselmotoren angetriebenen Schiffe sind Kissingen (Baujahr 1926) und Saline (Baujahr 1964).
Bis zur Erbauung der Saalebrücke 1121 ermöglichte nur diese Furt eine Querung der Fränkischen Saale vor den Toren Hammelburgs. Die stark befestigte, zum Gebiet des Klosters Fulda gehörende Stadt kontrollierte die hier verlaufende wichtige Fernstraße von Italien über Augsburg, Schwaben, Würzburg nach Kassel, sowie in die Niederlande und zu den Nordseehäfen. In der Mitte der fünfbogigen steinernen Brücke hat als Vorposten ein Wehrturm gestanden. Ein weiteres Bollwerk, das am linken Saaleufer aufragende Schloss Saaleck, ebenfalls zu Hammelburg gehörend, schützte den Übergang von Süden her. Ohne Erfolg versuchten die Truppen des Würzburger Fürstbischofs Hermann von Lobdeburg mehrmals in den Jahren 1224–1265 Saaleck, Brücke und Stadt einzunehmen. Auch weitere Versuche seiner Nachfolger schlugen fehl. Dieser Streit ist erst nach gut zweihundert Jahren durch ein Mandat des Kaisers Maximilians und endgültig durch einen Entscheid des Reichskammergerichts von 1552 zu Gunsten Fuldas ausgegangen. Die getroffenen Regelungen hatten bis zur Eingliederung Hammelburgs in das Königreich Bayern 1816 Bestand. Danach wurde der Torturm auf der Saalebrücke geschleift.
1945, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, sprengten deutsche Pioniere Teile der romanischen Bogenbrücke. Die Schäden unterbrachen zwar den Verkehr, waren aber nicht so schwer, als dass man die Brücke nicht hätte wieder herstellen können. Stattdessen entfernte man die Reste des historischen Bauwerks und führte 1952 einen völligen Neubau in Stahlbetonbauweise aus. In elegantem Bogen schwingt sich seitdem die Nachfolgebrücke vor Hammelburg über die Saale.
Nach dem Zusammenfluss der beiden Quellbäche fließen unter anderen diese Zuflüsse in die Fränkische Saale:
Folgende Orte und Städte werden von der Fränkischen Saale durchflossen bzw. liegen an der Fränkischen Saale:
Im Saaletal liegen einige sehenswerte Schlösser und Burgen:
Wichtige Flussüberquerungen sind:
Zahlreiche Stauwehre finden sich im Lauf der Fränkischen Saale, ursprünglich gebaut, um Wassermühlen anzutreiben, heute teilweise zur Stromerzeugung genutzt. Alle Wehre sind mit Fischtreppen versehen:
Trotz der vielen Wehre ist die Fränkische Saale bei Kanufahrern als langsam fließender und verträumter Wanderfluss beliebt. Sie darf von Bad Neustadt bis Gemünden zwischen 7 und 21 Uhr von Booten bis 6 Meter Länge befahren werden. Rafting, Floßfahrten und das Zusammenkoppeln von Booten sind nicht erlaubt. Die Wehre sind bis auf wenige Ausnahmen nicht befahrbar und müssen umtragen werden.
Entlang der Fränkischen Saale verläuft am Unterlauf die Saaletalbahn genannte Bahnlinie von Bad Kissingen über Hammelburg und Gräfendorf nach Gemünden. Am Oberlauf existierte bis 1997 die Grabfeldbahn, welche Bad Neustadt mit Bad Königshofen verband.
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