Eine Frage ist ein Satz, der eine Antwort herausfordert. Die Antwort ist ein Satz, der die Leerstelle ausfüllt, die in einer Frage stets enthalten ist. Die Begriffe Frage und Antwort bilden ein Begriffspaar.
Eine Frage kann
Es gibt Ergänzungsfragen und Entscheidungsfragen. Zur Formulierung von Ergänzungsfragen dienen Fragewörter, z.B. wer, wo und wann. Sie stehen am Satzanfang:
Die Antwort ist eine Ergänzung, die dem Fragewort entspricht.
Entscheidungsfragen, bei denen die Antwort ja oder nein lauten muss, beginnen mit der finiten (gebeugten) Verbform. Beispiele:
Entscheidungsfragen können die Form eines Aussagesatzes annehmen. Dann wird am Ende des Satzes beim Sprechen die Stimme gehoben, um ihn als Frage zu kennzeichnen:
Fragen können aussehen wie eine Entscheidungsfrage, ohne eine solche zu sein. Beispiel:
Darauf erwartet man nicht die Antwort "ja" oder "nein", sondern die Uhrzeit. Wenn man mit "nein" antwortet, erfordert das höflicherweise eine Begründung.
Das Heben der Stimme am Ende des Fragesatzes (betonen) ist nicht unbedingt notwendig, wenn die Frage bereits ausreichend durch das Fragewort oder die gebeugte Verbform am Satzanfang gekennzeichnet ist. Die Intonation kann regional unterschiedlich sein.
Direkte Fragen enden im Deutschen immer mit dem Fragezeichen ? (siehe Satzzeichen). Beispiel: „Wann wirst du morgen kommen?
Eine Frage kann auch indirekt gestellt werden, ohne die grammatische Form einer Frage zu haben. Beispiel: "Ich würde gerne wissen, wann du morgen kommst.“
Siehe auch: philosophische Aspekte der sprachlichen Anwendung.
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In der Politik steht „Frage“ oft als Schlagwort für ein komplexes Problem von großer Bedeutung, das über das Technische hinaus eine ideologische oder nationale Komponente enthält. Beispiele sind: Deutsche Frage, Schleswig-Holsteinische Frage, Römische Frage, Orientalische Frage, Armenische Frage oder auch die K-Frage.
Geübte Juristen beurteilen ihnen unterbreitete Sachverhalte des Zivilrechts sofort anhand der Frageformel: "Wer will was von wem woraus?" So wird schnellstmöglich klar,
Die klassische Nachricht beantwortet die Fragen Wer?, Was?, Wann?, Wo?, Wie? und Warum? in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit. Beispiele:
Siehe auch: W-Fragen
Interviews werden im Journalismus und in der empirischen Sozialforschung häufig gebraucht. Dort nimmt die Frage eine methodische Stellung ein. Man unterscheidet verschiedene Typen von Fragen:
Solche Fragen lassen sich in der Regel relativ kurz und eindeutig beantworten. Zum Teil sind hier Antwortkategorien vorgegeben. Man verwendet diese Form häufig in Fragebögen. Beispiel: Wie alt sind Sie?
Eine offene Frage lässt sich in der Regel nicht mit einem Wort oder einem Satz beantworten. Beispiel: Was waren die entscheidenden Ereignisse in Ihrer Kindheit?
Eine mit der Alternativtechnik gestellte Frage gibt der gefragten Person nur die Möglichkeit, zwischen zwei verschiedenen, mit der Art der Fragestellung vorgegebenen Antworten zu wählen. Sie wird deshalb gerne von Verkäufern jeglicher Waren und Dienstleistungen angeboten, um das Blickfeld suggestiv zu schmälern. Beispiel: Hätten Sie den Artikel lieber in weiß oder in schwarz?
Eine vermeintlich richtige Antwort wird bereits in der Frage vorgegeben, meist indem eine Wertung in die Frage einfließt. Beispiel: Meinen Sie nicht auch, dass die Bundesregierung wegen ihrer miserablen Politik abgewählt werden sollte?
Fragenkataloge oder Anforderungskataloge werden bei vielen Managementsystemen und in der Politik als Instrument der Beurteilung für die Zielerreichung und bei der Zertifizierung eingesetzt. Sie dienen dazu, Systeme vergleichbar zu machen bzw. die Einhaltung von Standards zu kontrollieren.
Wie im allgemeinen durch Fragen und Antworten ein Lernprozess entsteht, so wird in Expertensystemen, einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, die Frage als wichtiges Hilfsmittel benutzt, um Wissensbasen zu durchforsten, sowie neues Wissen der Wissensbasis hinzuzufügen.
Fragestellungen in der Psychologie:
- nicht alle Fragen sind wissenschaftlich beantwortbar. Eine wissenschaftliche Beantwortung der Fragen ist nur möglich, wenn sie in Frageform formuliert, einfach und präzise gestellt ist, die Beziehung zwischen den Variablen expliziert werden und die Beziehung potenziell empirisch überprüfbar ist.
Wer fragt, der führt – dies gilt auch im Bereich der Erwachsenenbildung und des Seminarwesens!
Die Qualität der Antwort bzw. des ausgelösten Nachdenkprozesses hängt wesentlich von der Formulierung der Frage ab.
Dieses Schema ist eine Art "Checkliste"-Akronymliste für Fragen im Seminarbereich:
P für persönlich A für aktivierend K für kurz K für konkret O für offen
Eine Frage soll die Angesprochenen zum Nachdenken anregen und nicht verwirren. Daher sind direkt an die Teilnehmer gerichtete Fragen kurz und in offener Form am besten für den Lernprozess geeignet.
| Wiktionary: Frage – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
Brockhaus-1911: Soziale Frage · Orientalische Frage
Kirchner-Michaelis-1907: Frage
Meyers-1905: Sein oder Nichtsein, das ist die Frage · Römische Frage · Soziale Frage · Shakespeare-Bacon-Frage · Frage · Domitianische Frage · Orientalische Frage · Harte Frage