Frankenberg/Sa.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Frankenberg/Sa.
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Frankenberg/Sa. hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Mittweida
Koordinaten: 50° 55′ N, 13° 2′ O
Höhe: 262 m ü. NN
Fläche: 65,42 km²
Einwohner: 16.521 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 253 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09669
Vorwahl: 037206
Kfz-Kennzeichen: MW
Gemeindeschlüssel: 14 1 82 120
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 15
09669 Frankenberg/Sa.
Webpräsenz:
Bürgermeister: Thomas Firmenich (CDU)

Frankenberg/Sa. ist eine Stadt an der Zschopau unweit der sächsischen Industriestadt Chemnitz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Frankenberg liegt innerhalb des Sächsischen Granulitgebirges im Erzgebirgsvorland. Das Stadtgebiet wird von der Kleinen Striegis und der Zschopau durchflossen, welche tiefe Täler in die Umgebung eingeschnitten haben.

Ortsteile

Hausdorf

Das rund 5 Kilometer südöstlich von Frankenberg entfernt liegende Dorf ist ein typisches einreihiges Waldhufendorf mit einer Lange von 3,5 km. Hausdorf ist ein Rittergutsdorf und gehörte zum Schloß Sachsenburg (Adel von Schönburg). Erstmahlig urkundlich wurde es im Jahr 1454 erwähnt. Jedoch lassen sich Aufzeichnungen bis in das Jahr 1349 zurückverfolgen. 

Die Gemeinde Hausdorf befindet sich nahe dem alten böhmischen Weg (Höhenweg), Waldheim-Hainichen-Oederan-Sayda-Brüse-Prag. 

Der höchste Punkt ist die Hausdorfer Höhe (455m). Von dort aus hat man einen guten Blick auf das Schloss Augustusburg und das erzgebirgische Berg- und Hügelland.

Der Ortsname im Laufe der Zeit

Der Ortsname Hausdorf leitet sich ab von dem 'Dorf eines Hugos'. 

1346 Hugesdorff - 1378 Hugistorf, Hugsdorff, Hugisdorff - 1445 Hußdorff - 1454 Hussdorf - 1473 Huszdorf - 1482 Hawsdorff - 1486 Hugusdorff, Haustorff - 1501 Haußdorff - 1755 Haußdorf - 1786 Haußdorff - 1791 Haußdorf - 1827 Hausdorf.

Einwohnerzahlen

Jahr Einwohner
1551 16 besitzende Mannen, 22 Inwohner
1764 15 besitzende Mannen, 18 Häusler (14 ½ Hufen)
1815 114 Bauern, 1 Mühle
1834 253 Einwohner
1845 252 Einwohner
1858 293 Einwohner
1871 285 Einwohner
1884 301 Einwohner
1890 299 Einwohner
1900 285 Einwohner
1910 284 Einwohner
1925 306 Einwohner
1939 286 Einwohner
1946 398 Einwohner
1947 402 Einwohner
1964 276 Einwohner

Zugehörigkeit

In der DDR gehörte Hausdorf zum Bezirk Karl-Marx-Stadt, Kreis Flöha. 1974 wurde die Gemeinde Hausdorf nach Mühlbach eingemeindet. Durch die Kreisreform Sachsen 1994/1996 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Frankenberg und dem Landkreis Mittweida.

Sonstiges

Die Feuerwehr Hausdorf besteht seit dem Jahr 1885 und feierte im Sommer 2005 '120-jähriges' Bestehen. 

Vor dem 2. Weltkrieg bestand die unter Oberleitung des Gemeindevorstands stehende Feuerwehr aus 6 Mann Wachmannschaften, 12 Mann Rettungsmannschaften und 23 Mann Löschmannschaften. 

Bereits 1928 waren es 50 Mann unter Oberleitung des Bürgermeisters.

Sachsenburg

Das unmittelbar nördlich von Frankenberg gelegene Sachsenburg wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch die Herren von Mildenstein als Waldhufendorf angelegt. Die Ersterwähnung erfolgte im Jahre 1197.

Am Ortsrand steht das spätgotische Schloss Sachsenburg, das in seiner heutigen Gestalt 1480–1488 unter Caspar von Schönberg errichtet wurde.

Die Dorfkirche ist mittelalterlichen Ursprungs (mit einer gotischen Holztonne), im frühen 20. Jahrhundert jedoch stark überprägt worden (u. a. Anbau einer neoromanischen Apsis). Bemerkenswert ist der außerordentlich qualitätvolle Flügelaltar eines in Mitteldeutschland tätigen, jedoch namentlich nicht bekannten süddeutschen Meisters. Er entstand um 1490. Im Bereich der Apsis wurden im frühen 20. Jahrhundert sieben mittelslawische Keramikbruchstücke gefunden, die im Zusammenhang mit einem Pollendiagramm auf eine kurzzeitige Anwesenheit von Slawen hindeuten.

Überregional bedeutend sind die mittelalterlichen Bergbaureste auf dem Treppenhauer – die Reste der umwallten Bergstadt Bleiberg, die in Quellen des 14. Jh. zweimal erwähnt wurde und als Bodendenkmal geschützt ist. Hier wurden von um 1250 bis um 1350 in großem Umfang silberhaltige Erze abgebaut. Die Bergleute wohnten mit ihren Familien vor Ort. Auf dem Treppenhauer fanden von 1977 bis 1996 umfangreiche archäologische Ausgrabungen durch Wolfgang Schwabenicky (zunächst als Lehrer, seit 1985 als Leiter der „Kreisarbeitsstelle für Bodendenkmalpflege Mittweida“) statt, die bedeutsame Ergebnisse zum mittelalterlichen Bergbau in Mitteleuropa erbrachten. Die bis dahin erzielten Erkenntnisse wurden im Jahre 1991 in einer ungedruckten Berliner Dissertation Schwabenickys und zahlreichen weiteren Aufsätzen vor allem in der archäologischen Fachliteratur dargestellt. Ein von der VW-Stiftung gefördertes Projekt 1992/94 intensivierte die Forschungen noch einmal. Seit 2005 versucht die Universität Bamberg mit kleinen Grabungskampagnen an diese Ausgrabungen anzuknüpfen und an den Ergebnissen der langjährigen Forschungen zu partizipieren.

Geschichte Frankenbergs

Frankenberg um 1650
Frankenberg um 1650

Frankenberg wurde am Ende des 12. Jahrhunderts von fränkischen Siedlern als Waldhufendorf angelegt. Die Ersterwähnung erfolgte im Jahr 1282 als Stadt.

Neben dem damals dominierenden Bergbau entwickelte sich Frankenberg schon seit altersher zu einer Weberstadt. Neben dem Leinewebereien (später Baumwollwebereien), gab es Zeug- und Tuchmacher, später dann Kattundruckereien, Färbereien und Bleichereien. Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine umfangreiche Textilindustrie. Seit 1842 kam noch die Zigarrenfabrikation hinzu. Bekannt wurde Frankenberg auch durch die Fahrzeugmarke Framo (Frankenberger Motorenwerke), die hier gegründet wurde.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche

Das Wahrzeichen des Ortes ist die Stadtkirche St. Aegidien mit ihrem auch von der Autobahn sichtbaren Turm, dessen unterer Teil von 1499 stammt. Bereits mit der Besiedlung in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts muss eine Kirche angelegt worden sein. In der Spätgotik wurde wahrscheinlich ein völliger Neubau einer Hallenkirche mit polygonalem Chor und dem Westturm errichtet. Nach Bauschäden – Teile des Chorgewölbes waren herab gestürzt – wurde von 1740 bis 1744 ein neues Kirchenschiff nach den Plänen des Freiberger Ratszimmermeisters Johann Gottlieb Ohndorff errichtet. Den Altar schufen der Maler Christian Friedrich Krafft und der in Hainichen ansässige Johann Gottfried Stecher 1744, die Kanzel wurde aus der Vorgängerkirche übernommen. Im 19. Jahrhundert ist der Kircheninnenraum historistisch überprägt worden, wobei der barocke Emporensaal weitgehend erhalten blieb, die Ausstattung des 18. Jh. wurde größtenteils zerstört.

In der Nähe des Ortes gab es die Alberthöhe, auch „Emilientempel“ genannt, eine Holzlaube mit Kuppel auf einem Felsvorsprung.

Museen

Freilichtmuseum „Mittelalterliche Bergstadt Bleiberg“ e. V. am Treppenhauer in Sachsenburg

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Frankenberg/Sa., inmitten des „Sachsendreieckes“ Chemnitz (Entfernung ca. 10 km) – Dresden (Entfernung ca. 55 km) – Leipzig (Entfernung ca. 80 km), ist mit einer eigenen Anschlussstelle an die Bundesautobahn 4 (Eisenach–Dresden) angebunden. Durch den Ort verlaufen die Bundesstraßen B 169 und B 180. Der Frankenberger Bahnhof ist Haltstelle an der Eisenbahnstrecke Chemnitz–Hainichen. Die nächsten größeren Flughäfen sind mit 60 km Entfernung (Dresden/Klotzsche) und 90 km (Leipzig/Schkeuditz) innerhalb kurzer Zeit zu erreichen

Ansässige Unternehmen

  • OZF Oberflächenbeschichtungszentrum GmbH & Co.
  • Polytechnik Frankenberg GmbH (siehe auch Polylux)
  • SWAP eco future systems
  • FMA Frankenberger Maschinen und Anlagen GmbH
  • Color Textil
  • Andreas Junghans – Anlagenbau und Edelstahlbearbeitung

Bildung

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Theodor Körner (1791–1813), zu seinen Ehren errichteten die Bürger von Frankenberg auf dem nahen Haustein (Harrasfelsen) bei Braunsdorf (siehe Sprungsage) am 20. Juni 1864 das Körnerkreuz
  • Heiner Müller (1929–1995), Schriftsteller und Dramatiker, lebte nach dem 2. Weltkrieg einige Jahre in Frankenberg)
  • Arn Bischof von Würzburg wurde am 13. Juli 892 in der Nähe der Stadt während eines Feldzuges gegen die Sorben erschlagen.

Literatur

  • Günter Großer: Frankenberg/Sa., Gestern und heute – Eine Gegenüberstellung. Wartberg Verlag, ISBN 3-86134-827-6

Weblinks

Quelle:
Artikel Frankenberg/Sa. aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren