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Frankfurt am Main

Wappen Karte
Wappen von Frankfurt
Frankfurt am Main auf der Karte von Deutschland
Frankfurt am Main
Wahlspruch: Stark im Recht
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 248,31 km²
Einwohner: 662.359
(Stand: 31. März 2007)[1]
Einwohner Metropolregion (Frankfurt / Rhein-Main): 5.894.000
(Stand: 31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte: 2.665 Einwohner je km²
Ausländeranteil: 24,8 %
(Stand: 31. März 2007)
Arbeitslosenquote: 9,6 %
(Stand: 1. Juni 2007)
Verschuldung: 1,4 Mrd. € (2138 € pro Kopf)
(Stand Juni 2006)
Höhe: 112 m ü. NN
Postleitzahlen: 60001–60599 (alt: 6000)
65901–65936 (alt: 6230)
Vorwahlen: 069
06101 (Harheim, Nieder-Erlenbach)
06109 (Bergen-Enkheim)
Geographische Lage: 50° 07' N, 8° 41' O
Kfz-Kennzeichen: F
Gemeindeschlüssel: 06 4 12 000
UN/LOCODE: DE FRA
NUTS-Region: Frankfurt am Main
(DE712)
Stadtgliederung:
16 Ortsbezirke,
46 Stadtteile,
118 Stadtbezirke
Offizielle Website: www.frankfurt.de
Politik
Oberbürgermeisterin: Petra Roth (CDU)
Bürgermeisterin: Jutta Ebeling (Grüne)
Regierende Parteien: CDU, Grüne

Goethes Geburtshaus im Großen Hirschgraben
Der Römer ist Frankfurts Rathaus und Wahrzeichen.
Der Römer ist Frankfurts Rathaus und Wahrzeichen.
Frankfurter Skyline, im Vordergrund Main und Domturm
Frankfurter Skyline, im Vordergrund Main und Domturm

Frankfurt am Main ist mit über 660.000 Einwohnern die größte Stadt Hessens und nach Berlin, Hamburg, München und Köln die fünftgrößte Stadt in Deutschland. Es ist heute eine der reichsten Großstädte Europas und eine Banken-, Literatur- und Kulturmetropole.

Frankfurt wurde 794 in einer Urkunde Karls des Großen erstmals erwähnt, bestand aber bereits Jahrhunderte vorher. Seit dem Mittelalter war es Freie Reichsstadt und bis 1806 Wahl- und Krönungsstadt deutscher Kaiser. 1816-66 war Frankfurt deutsche Bundeshauptstadt, 1848/49 tagte hier das erste frei gewählte deutsche Parlament.

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1875 den Wert von 100.000, 1928 den einer halben Million. Die städtische Bebauung reicht heute weit über die eng gezogenen Stadtgrenzen hinaus. Die engere Stadtregion hat etwa 1,8 Millionen Einwohner, die Gesamtregion Frankfurt Rhein-Main über 5 Millionen Einwohner. Sie ist nach Rhein-Ruhr die zweitgrößte deutsche Metropolregion.

Seit dem Mittelalter gehört die Stadt ohne Unterbrechung zu den bedeutendsten urbanen Zentren in Deutschland. Frankfurt ist Sitz der Europäischen Zentralbank, der wichtigste Finanzplatz Kontinentaleuropas und hat als Messestadt weltweit Bedeutung. Zudem ist es einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Europas. Die zentrale Lage in Europa trug maßgeblich zum Wachstum des Frankfurter Flughafens bei, einem der wichtigsten Passagier- und Frachtumschlagplätze Europas. Auch im Eisenbahn- und Straßenverkehr gehört Frankfurt zu den wichtigsten Knotenpunkten.

Eine Besonderheit Frankfurts ist die Skyline aus zahlreichen Wolkenkratzern, die zu den höchsten in Europa gehören.

Inhaltsverzeichnis

Name

Die Legende der Frankenfurt
Die Legende der Frankenfurt

Frankonovurd bzw. Vadum Francorum lautet der Name der Siedlung auf dem Domhügel in den beiden ersten urkundlichen Erwähnungen 794 in althochdeutscher und lateinischer Sprache. Beides bedeutet Furt der Franken, eine Felsbarriere im Untergrund des Mains, die es ermöglichte an dieser wahrscheinlich etwas oberhalb der Alten Brücke gelegenen Stelle den Fluss – der damals viel breiter war als heute – bei normalem Wasserstand gefahrlos zu überqueren. Die Furt hatte in der Römerzeit wohl noch keine strategische Bedeutung gehabt, da die von Mainz aus in das Innere Germaniens führenden Straßen den Domhügel und die sumpfige Mainniederung umgingen.

Nach dem Abzug der Römer um das Jahr 260 war der Domhügel von den Alamannen übernommen worden. Etwa um 530 lösten die Franken die Alamannen in der Herrschaft über das Untermaingebiet ab. Wahrscheinlich nutzten die neuen Herrscher die Furt nun als wichtigen Verkehrsweg, den ihre Handelspartner deshalb mit dem Namen Frankenfurt belegten.[2]

Bereits im Mittelalter erzählt der Chronist Thietmar von Merseburg eine bis heute bekannte Legende von der Gründung der Stadt durch Karl den Großen.[3] Er bringt sie in Verbindung mit den Sachsenkriegen:

„Die Herkunft dieses Ortsnamens soll dir nicht länger unklar bleiben, lieber Leser. Deshalb will ich dir jetzt erzählen, was ich von glaubwürdigen Männern darüber gehört habe. Unter der Regierung Kaiser Karls des Großen, des Sohnes König Pippins, kam es zwischen den Seinen und unseren Vorfahren (den Sachsen) zum Kriege. In diesem Kampfe wurden die Franken von den Unsrigen besiegt. Als sie nun, unkundig einer Furt, über den Main zurück mußten, ging vor ihnen eine Hirschkuh hinüber und zeigte ihnen so durch Gottes Erbarmen gleichsam den Weg. Ihr folgten sie und erreichten frohen Mutes das rettende Ufer. Danach heißt der Ort Frankfurt. Als sich der Kaiser auf diesem Feldzuge schon von den Feinden überwunden sah, wich er als erster zurück und erklärte: ‚Es ist mir lieber, daß die Leute mich schmähen und sagen, ich sei von hier geflohen, als ich sei hier gefallen. Denn so lange ich lebe, darf ich hoffen, die mir angetane schwere Schmach zu rächen.‘ “

Tatsächlich führte Karl der Große niemals in der Maingegend Krieg gegen die Sachsen. Auch der Name der Frankfurter Vorstadt Sachsenhausen, als vermeintlicher Ort der Ansiedlung gefangener Sachsen durch den siegreichen Kaiser, ist nur eine Legende. Sachsenhausen wurde wahrscheinlich nicht vor dem 12. Jahrhundert besiedelt.

Andere Legenden um den Namen und die Gründung Frankfurts sind heute weniger bekannt. Sie dienten vor allem in der frühen Neuzeit dazu, die Bedeutung Frankfurts mythisch zu überhöhen. Der Humanist Johannes Trithemius prägte im 15. Jahrhundert den Namen Helenopolis als Synonym für Frankfurt, das bis ins 18. Jahrhundert gelegentlich von anderen Humanisten genutzt wurde. Der Ursprung des Namens ist unklar. So soll Helenopolis eine Gründung des Helenos, eines Sohnes des Priamos, gewesen sein, der sich nach der Flucht aus Troja hier niedergelassen habe. Frankfurt hätte danach den gleichen mythischen Ursprung wie Rom, dessen legendäre Gründer Romulus und Remus Nachfahren geflohener Trojaner waren. Andere Autoren führten den Namen auf die Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins des Großen, zurück.

Nach Trithemius soll um das Jahr 130 nach Christus ein gewisser Francus, ein Herzog der Hogier, die alte Stadt Helenopolis wiederhergestellt und nach seinem Namen Franckenfurt genannt haben.[4]

Wappen

Stadtwappen ca. 1925–1936 von Hans Leistikow
Stadtwappen ca. 1925–1936 von Hans Leistikow

Blasonierung: Das Wappen zeigt in Rot einen golden gekrönten silbernen Adler, in Gold und Blau bewehrt und bezungt.

Der Frankfurter Adler geht auf den einköpfigen Reichsadler aus dem dreizehnten Jahrhundert zurück. Als Zeichen der Abhängigkeit der Reichsstadt zum Reich trägt der Adler eine Krone. Im Jahre 1841 entwarf der Bildhauer Eduard Schmidt von der Launitz die heutige Darstellung des Wappens. Allerdings sollte eine radikal vereinfachte Version des Grafikers Hans Leistikow das Wappen in den zwanziger Jahren ersetzen:[5] Oberbürgermeister Ludwig Landmann wollte sich nach dem Zeitgeist richten und setzte sich für diese expressionistische Fassung des Adlers ein. Der Bevölkerung missfiel der Vorschlag allerdings. 1936 wurde das alte Wappen wieder eingeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten erneut verschiedenen Darstellungsweisen des Adlers, bis 1952 die Hauptsatzung das Wappen von 1936 festlegte. Der Leistikow-Adler wird heute nur noch in Einzelfällen, z. B. auf der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt oder auf der Fahne des Instituts für Stadtgeschichte, verwendet.

Geographie

Frankfurt und Nachbargemeinden
Frankfurt und Nachbargemeinden

Geographische Lage

Die Stadt liegt auf beiden Seiten des Untermains südöstlich des Taunus in Südwestdeutschland zentral im wichtigsten Wirtschaftsraum Deutschlands. Im Süden verfügt Frankfurt über den größten Stadtwald Deutschlands. Ihren höchsten natürlichen Punkt hat die Stadt an der Berger Warte auf dem Berger Rücken im Stadtteil Seckbach mit 212 m ü. NN. Ihr tiefster Punkt liegt am Mainufer in Sindlingen bei 88 m ü. NN. Die Stadt liegt am nördlichsten Rand der Oberrheinischen Tiefebene, die von Basel bis ins Rhein-Main-Gebiet reicht.

Nachbargemeinden und Kreise

Frankfurt grenzt im Westen an den Main-Taunus-Kreis (Städte und Gemeinden Hattersheim am Main, Kriftel, Hofheim am Taunus, Kelkheim (Taunus), Liederbach am Taunus, Sulzbach (Taunus), Schwalbach am Taunus und Eschborn), im Nordwesten an den Hochtaunuskreis (Städte Steinbach (Taunus), Oberursel (Taunus) und Bad Homburg v.d. Höhe), im Norden an den Wetteraukreis (Städte Friedberg, Karben und Bad Vilbel), im Nordosten an den Main-Kinzig-Kreis (Gemeinde Niederdorfelden und Stadt Maintal), im Südosten an die Stadt Offenbach am Main, im Süden an den Landkreis Offenbach (Stadt Neu-Isenburg) und im Südwesten an den Kreis Groß-Gerau (Städte Mörfelden-Walldorf, Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach).

Klima

Klimadiagramm
Klimadiagramm[6]

Die ältesten Temperaturmessungen stammen aus dem Dezember 1695 und sind in der Chronik des Achilles Augustus von Lersner überliefert. Seit 1826 existieren kontinuierliche Messreihen.[7]

Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet liegen am nördlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene, die klimatisch zu den wärmsten Regionen in Deutschland zählt. Die Jahresmitteltemperatur liegt mit 9,4 °C über der anderer deutscher Metropolen (Berlin 8,9 °C, Hamburg 9,0 °C, München 7,6 °C).

Das Klima der Metropole ist deshalb insgesamt recht mild. In der Zeit von November bis Januar gibt es tagsüber nur 1–2 Sonnenstunden. Im Winter liegen die Tageshöchstwerte meist bei 4 °C, während es nachts oft leichten Frost gibt. Schnee fällt hingegen eher selten und bleibt meist auch nicht lange liegen. Nur im Taunus nordwestlich der Stadt liegt im Winter häufiger Schnee.

Der Sommer ist mit Höchstwerten um 25° C (an durchschnittlich 10 Tagen im Jahr auch über 30 °C) recht warm. Dazu ist es leicht wechselhaft mit gelegentlichen Schauern oder Gewittern, jedoch ist dies mit täglich 7–8 Stunden auch die sonnenreichste Zeit. Vor allem in der Innenstadt kann es im Sommer manchmal recht schwül werden.

Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 17,1 bis 19,4 °C und die kältesten Dezember bis Februar mit 1,6 bis 2,7 °C im Mittel. Die Extremwerte liegen bei −21,6° C im Januar 1929 und +39,2 °C im August 2003.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt im Mittel der Jahre 1971 bis 2000 10,1 °C, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 611 Millimeter. Die Messstation befindet sich am Frankfurter Flughafen. In der Innenstadt können die Temperaturen aufgrund des Mikroklimas höher ausfallen, während die Niederschläge im Lee des Taunus geringer sind als im Umland.

Die vorherrschende Windrichtung ist West. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit durchschnittlich 63 Millimeter, der geringste im Februar mit 38 Millimeter im Mittel.[8]

Stadtgliederung

Stadtteile und Bezirke

Eingemeindungen von Frankfurt am Main
Eingemeindungen von Frankfurt am Main

Die Stadt ist in 46 Ortsteile und diese wiederum in 118 Stadtbezirke aufgeteilt. Der flächengrößte Ortsteil ist Sachsenhausen-Süd. Die meisten Stadtteile sind eingemeindete Vororte oder auch ehemalige Städte (zum Beispiel Höchst). Einige, wie das Nordend, entstanden während des rasanten Wachstums der Stadt in der Gründerzeit. Andere wiederum entstanden aus Siedlungen, die bisher anderen Stadtteilen angehörten, wie beispielsweise Dornbusch und Frankfurter Berg.

Die 46 Ortsteile sind zu 16 Ortsbezirken zusammengefasst, die jeweils einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden haben.

Eingemeindungen

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestand das Stadtgebiet von Frankfurt am Main aus den heutigen Stadtteilen Altstadt, Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gutleutviertel, Gallusviertel, Westend, Ostend, Riederwald, Sachsenhausen und Teilen von Nordend. Ab 1877 wurden zahlreiche selbständige Gemeinden in die Stadt Frankfurt eingegliedert.

Siehe auch:

Stadtbild

Panoramaansicht vom Maintower. Die Blickrichtungen sind Osten (links), Süden (Bildmitte) und Westen (rechts).
Panoramaansicht vom Maintower. Die Blickrichtungen sind Osten (links), Süden (Bildmitte) und Westen (rechts).

Altstadt und Innenstadt

Blick auf Hauptwache und Zeil mit der Katharinenkirche
Blick auf Hauptwache und Zeil mit der Katharinenkirche

Wie bei vielen anderen deutschen Großstädten hat sich Frankfurts Stadtbild nach dem Zweiten Weltkrieg radikal geändert. Dies war bedingt durch die enormen Bombenschäden des Krieges und den darauf folgenden „modernen“ Wiederaufbau, dem die Stadt ein „autogerechtes“ Straßennetz und eine moderne, aber nicht innenstadttypische Altstadtbebauung verdankt. Von der ehemals größten zusammenhängenden Altstadt Deutschlands ist nur noch wenig übrig geblieben, von über 4.000 Fachwerkhäusern überlebte nur eines weitgehend unversehrt, das Haus Wertheym am Fahrtor. Um die vorletzte Jahrhundertwende wurden Straßendurchbrüche geschaffen (Braubachstraße) und ganze Quartiere abgerissen (Judengasse). Die Überreste der historischen Altstadt befinden sich rund um dem Römerberg, einem der bekanntesten Stadtplätze der Bundesrepublik. „Altstadt“ ist offiziell das Viertel südlich der Zeil, westlich begrenzt durch die Neue Mainzer Straße, östlich durch das Fischerfeld. In der Altstadt befinden sich auch der Frankfurter Kaiserdom und die berühmte Paulskirche. Ein Grafiker, der das alte Frankfurt des 17. Jahrhunderts detailgetreu in Stadtansichten darstellte, war Matthäus Merian.

Die heutige Innenstadt, 1333 als Neustadt gegründet, erlebte im frühen 19. Jahrhundert starke Veränderungen. Die barocke Stadtbefestigung mit ihren großen Bastionen, die seit dem 17. Jahrhundert die Alt- und die Neustadt umfassten, wurde geschleift und stattdessen die Wallanlagen als ringförmiger Park um die alte Stadt geschaffen. Das Fischerfeld (östlich der alten Stadtmauer des 12. Jahrhunderts, der so genannten Staufenmauer) wurde bebaut. Der Stadtplaner Georg Heß verfasste ein Statut, in dem geregelt wurde, wie die Neubauten aussehen sollten. Er verlangte, dass sich die Bauherren an den Stil des Klassizismus zu halten hätten. Ein Beispiel für den Frankfurter Klassizismus ist die 1820 bis 1825 entstandene und 1944 zerstörte Alte Stadtbibliothek, die als „Literaturhaus“ im Originalzustand wiederaufgebaut worden ist. In der Wallservitut wurde 1827 festgelegt, dass die in Spazierwege umgewandelten Wallanlagen nicht bebaut werden dürfen. Diese Bestimmung gilt noch heute, auch wenn die Stadt einzelne Ausnahmen zugelassen hat (Alte Oper, Schauspielhaus, Hilton-Hotel).

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Hauptwache zum Mittelpunkt der Stadt. Die Zeil wurde zur Hauptgeschäftsstraße. Die 1678–1681 am Eingang der Zeil errichtete barocke Katharinenkirche, heute die größte evangelische Kirche Frankfurts, ist eng mit der Familie Goethe verbunden.

Großbaustelle „Frankfurt HochVier“ (Juni 2007)
Großbaustelle „Frankfurt HochVier“ (Juni 2007)
Das inzwischen abgerissene Rundschau-Haus
Das inzwischen abgerissene Rundschau-Haus

Die radikalste Veränderung außerhalb des Rahmenplans vollzieht Frankfurt im Moment an der Einkaufsstraße Zeil. Dort entsteht derzeit an der Hauptwache auf Europas teuerster Baustelle ein exklusives Einkaufszentrum mit einem Hochhaus-Ensemble auf dem ehemaligen Gelände der Telekom und dem 1953 errichteten Rundschau-Haus der Frankfurter Rundschau, dessen Abriss nicht unumstritten war. „FrankfurtHochVier“ wird vom niederländischen Projektentwickler MAB vorangetrieben. Dabei soll auch das Palais Thurn und Taxis (erbaut 1727–1741, zerstört 1944) in einem dem Original ähnlichen Zustand neu errichtet und in das moderne Einkaufszentrum mit First Class-Hotel und Büro- sowie Wohnräumen eingefügt werden.

Gründerzeitliche Bezirke

Das Stadtgebiet wurde außerhalb dieses Ringes ständig erweitert und so entstanden seit etwa 1830 die Stadtteile Westend, Nordend und Ostend. Nach dem Bau des Hauptbahnhofes entstand in den 1890er Jahren auch das Bahnhofsviertel auf dem Gelände der drei zuvor direkt westlich an den Anlagenring angrenzenden Westbahnhöfe.

Als Wohngebiete wuchsen vor allem die drei erstgenannten enorm. Die Frankfurter Bürger wollten an die frische Luft. Heute lebt gerade mal 1 % der Bevölkerung innerhalb der ehemaligen Stadtmauern. Die Bebauung erfolgte entlang breiter Ausfallstraßen wie der Eschersheimer Landstraße oder der Bockenheimer Landstraße. Üblicherweise wurden vier Stockwerke im Wilhelminischen Gründerzeit-Stil gebaut - und dabei die Gebäude des Klassizismus größtenteils abgerissen und ersetzt. Die um 1890 eingemeindeten Stadtteile wie zum Beispiel Bockenheim und Bornheim wurden in dieses Stadtbild integriert, erhielten neue Straßen und einen Anschluss an die Frankfurter Straßenbahn, konnten aber bis heute ihren eigenen Charakter bewahren. Um die neuen Grenzen der Stadt zu beschreiben, wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts ein zweiter Ring gebaut. Der Alleenring ist heute zu einer stark befahrenen Ringstraße geworden.

Neben den Wallanlagen erhielt die Stadt im 19. Jahrhundert weitere Grünanlagen. Im Stadtteil Nordend-Ost befindet sich zum Beispiel der Bethmann-Park mit seinem chinesischen Garten des Himmlischen Friedens. Im Nordend sind auch der Holzhausenpark und der Günthersburgpark gelegen. Weiter westlich im Stadtteil Westend-Nord liegt der Grüneburgpark, im Ostend der Ostpark.

Höchst und die äußeren Stadtteile

Höchster Schloßplatz
Höchster Schloßplatz

In den 1920er Jahren folgten große Wohnsiedlungen von Ernst May außerhalb des Alleenrings, die das Neue Frankfurt symbolisieren: Die Römerstadt im Norden bei Heddernheim, die große Siedlung Bornheimer Hang im Osten, die Siedlung am Riedhof und die Heimatsiedlung im Süden sind einige Beispiele.

Das Stadtgebiet wuchs 1928 durch Eingemeindungen weiter. Die Stadt Höchst am Main bereicherte Frankfurt um eine Altstadt, die noch heute sehr gut erhalten ist und seit 1972 unter Denkmalschutz steht. Das älteste Gebäude Frankfurts befindet sich ebenfalls dort, die Justinuskirche. Die spätesten Eingemeindungen fanden 1972 und 1978 im Nordosten statt. Diese Stadtteile haben nur noch wenig mit dem Frankfurter Kerngebiet gemein (Kalbach, Harheim, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach; dazu im Osten Bergen-Enkheim).

Grüngürtel

Der Frankfurter Grüngürtel umfasst mit 8000 Hektar etwa ein Drittel des Frankfurter Stadtgebiets. Er zieht sich ringförmig um den Stadtkern und ist seit 1994 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Zum Grüngürtel gehören neben dem 4800 Hektar großen Frankfurter Stadtwald im Süden auch die Schwanheimer Düne, das Niddatal, der Lohrberg, das Enkheimer Ried, der Fechenheimer Mainbogen und zahlreiche Kleingartenanlagen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Frankfurt am Main

Frankfurt am Main wurde erstmals am 22. Februar 794 in einer Urkunde Karls des Großen für das Regensburger Kloster St. Emmeram erwähnt. In dem in Latein verfassten Dokument heißt es: „...actum super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd“„gegeben (ausgestellt) am Flusse Main in einem Orte, genannt Frankfurt.“ Eine kontinuierliche Besiedlung des Domhügels ist allerdings schon seit jungsteinzeitlicher Zeit nachgewiesen. Am selben Ort entstand in der Folge ein römisches Militärlager und in merowingischer Zeit ein fränkischer Königshof. 843 wurde Frankfurt die zeitweise wichtigste königliche Pfalz der Ostfranken und Ort von Reichstagen. 1220 wurde Frankfurt freie Reichsstadt.

Die Goldene Bulle von 1356 bestätigte Frankfurt ab 1356 als ständige Wahlstadt der römischen Könige, nachdem hier schon seit 1147 die meisten Königswahlen stattgefunden hatten. Ab 1562 wurde der Kaiser auch in Frankfurt gekrönt, als letzter 1792 der Habsburger Franz II.

1806 mit dem Ende des Alten Reiches fiel Frankfurt unter die Herrschaft des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg, der es mit seinen Fürstentümern Regensburg und Aschaffenburg zu einem selbständigen Staat innerhalb des Rheinbunds vereinigte. 1810 trat Dalberg Regensburg an Bayern ab und wurde mit den Gebieten von Hanau und Fulda entschädigt. Zusammen mit der Stadt Frankfurt und dem Aschaffenburger Gebiet bildete dieser Territorialkomplex schließlich von 1810 bis 1813 das kurzlebige Großherzogtum Frankfurt.

Mit dem Zusammenbruch des napoleonischen Systems wurde Frankfurt am 14. Dezember 1813 von den siegreichen Alliierten einer provisorischen Verwaltung unter dem Präfekten Carl Wilhelm Freiherr von Günderrode unterstellt.

Die Nationalversammlung in der Paulskirche
Die Nationalversammlung in der Paulskirche

Auf dem Wiener Kongress plante das Königreich Bayern die Annexion Frankfurts, doch beschloss der Kongress am 8. Juni 1815 die Wiederherstellung Frankfurts als Freie Stadt innerhalb des Deutschen Bundes. Es war damit neben Hamburg, Bremen und Lübeck eine von vier Freien Städten, die ihre traditionelle Stadtfreiheit bis in die Zeit der Moderne behaupten konnten. Der Bundestag des Deutschen Bundes richtete sich in Frankfurt ein. 1848 kam es in den deutschen Staaten zur Märzrevolution. Die einberufene Nationalversammlung tagte in der Frankfurter Paulskirche.

Im Deutsch-Österreichischen Krieg 1866 blieb Frankfurt bundestreu. Die öffentliche Meinung stand eher auf Seiten Österreichs und des Kaisers, obwohl es auch in Frankfurt schon länger Stimmen gab, die aus wirtschaftlichen und außenpolitischen Gründen für einen freiwilligen Anschluss an Preußen plädierten. Am 18. Juli wurde die Stadt von der preußischen Rheinarmee besetzt und mit schweren Kontributionen belegt. Am 2. Oktober annektierte Preußen die Stadt, die damit endgültig ihren Status als unabhängiger Staat verlor; Frankfurt wurde dem Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau zugeordnet, die Zahlung der Kontributionen erlassen. Als versöhnendes Symbol wurde 1871 in Frankfurt der Deutsch-Französische Krieg mit dem Frankfurter Frieden offiziell beendet.

Für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu einem Industriezentrum mit raschem Bevölkerungswachstum war die Annexion vorteilhaft. Frankfurt gemeindete im Laufe der nächsten Jahrzehnte zahlreiche umliegende Orte ein und verdoppelte seine Fläche gegenüber der Zeit vor 1866. Damit wurde es schließlich sogar Anfang des 20. Jahrhunderts für kurze Zeit Deutschlands flächengrößte Stadt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 9000 Juden aus Frankfurt deportiert. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten gezielte alliierte Luftangriffe fast die komplette Alt- und Innenstadt. Das bis 1944 nahezu geschlossen mittelalterliche Stadtbild – in dieser Form bereits damals einzigartig für eine deutsche Großstadt – ging aber auch im Zuge eines modernen Wiederaufbaus verloren. Weite Teile der einstigen Altstadt werden heute von Betonbauten der 50er-Jahre geprägt, wo sich einstmals ein Gassengewirr zwischen eng beieinander stehendem Fachwerk erstreckte.

Nach Kriegsende richtete die amerikanische Besatzung in der Stadt ihren Hauptsitz ein. Anschließend wurde Frankfurt zum Verwaltungssitz der Trizone. Bei der Wahl zur Bundeshauptstadt unterlag Frankfurt nur knapp und gegen Konrad Adenauers Favoriten Bonn. Ein Parlamentsgebäude war in Frankfurt bereits gebaut worden und beherbergt heute den Hessischen Rundfunk. In der Nachkriegszeit entwickelte sich die Stadt erneut zu einer wirtschaftlichen Metropole und wurde 1999 Sitz der Europäischen Zentralbank.

Einwohnerentwicklung

Zur Entwicklung der Einwohnerzahl siehe Einwohnerentwicklung von Frankfurt am Main (Tabelle mit Diagramm).

Religionen

Hauptartikel: Religionen in Frankfurt am Main

Der Kaiserdom ist die größte Kirche der Stadt
Der Kaiserdom ist die größte Kirche der Stadt

Als multikulturelle Vielvölkerstadt verfügt Frankfurt über zahlreiche religiöse Gruppierungen, von denen längst nicht alle offiziell registriert sind.

Bereits im siebten Jahrhundert existierte an der Stelle des Domes eine kleine Kirche. Seit Ende des 12. Jahrhunderts entstanden in rascher Folge zahlreiche weitere Kirchen und Kapellen, teils als Stiftungen Frankfurter Bürger, teils als Ordensniederlassungen.

1533 führte die Freie Reichsstadt die Reformation ein. Nach dem Augsburger Interim von 1548 wurden die katholischen Stiftskirchen und Klöster in Frankfurt an die katholische Kirche zurückgegeben, um den Konflikt mit dem katholischen Kaiser zu vermeiden und die städtischen Privilegien (vor allem die Messen und die Kaiserwahlen) nicht zu gefährden. Die wenigen verbliebenen Katholiken hatten seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1552 Glaubensfreiheit, konnten jedoch bis 1806 nur in Ausnahmefällen das Bürgerrecht erwerben. Aus Frankreich kamen so genannte Réfugiés, verfolgte Hugenotten, die die erste Gemeinde von Réfugiés in Deutschland im Jahre 1554 entstehen ließen. Die Reformierte Kirche durfte in Frankfurt erst ab 1786 eigene Kirchen errichten. 1866 schloss sie sich mit der lutherischen Kirche zu einer Frankfurter Landeskirche zusammen. Durch Zuwanderung im 18., vor allem aber im 19. und 20. Jahrhundert konnten die Katholiken zahlenmäßig nahezu wieder zu den Protestanten aufschließen.

Frankfurts evangelisch-lutherische Gemeinden gehören seit 1945 zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (außer Bergen-Enkheim, das zur evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehört). Die katholischen Gemeinden gehören zum Bistum Limburg, außer Bergen-Enkheim (Bistum Fulda), sowie Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach (Bistum Mainz).

Eine Jüdische Gemeinde wird in Frankfurt erstmals 1150 erwähnt. Zweimal, 1241 und 1349, wurden die Frankfurter Juden im Mittelalter Opfer von Pogromen. Von 1462 bis 1796 mussten sie in einem Ghetto, der Judengasse, leben. Erst 1806 wurden sie den übrigen Konfessionen gleichberechtigt. 1864 gewährte Frankfurt den Juden als einer der ersten deutschen Staaten die uneingeschränkte Gleichberechtigung.

Um 1930 lebten etwa 28.000 Juden in Frankfurt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden fast alle deportiert oder vertrieben, die vier großen Synagogen während der Novemberpogrome 1938 zerstört. 11.134 Frankfurter Juden wurden während des Holocaust ermordet. Bei Kriegsende hatten nur etwa 160 in der Stadt überlebt. Bereits kurz nach Kriegsende wurde von deportierten osteuropäischen Juden eine neue jüdische Gemeinde gegründet. Sie ist heute mit ungefähr 7200 Mitgliedern eine der großen Gemeinden in der Bundesrepublik. Größte Frankfurter Synagoge ist die Westendsynagoge.

Die 1959 in Sachsenhausen erbaute Nuur-Moschee der Ahmadiyya war die erste Moschee Frankfurts und die dritte Deutschlands. Inzwischen gibt es in Frankfurt eine Reihe weiterer Moscheen verschiedener islamischer Glaubensgemeinschaften.

Politik

Hauptartikel: Politik in Frankfurt am Main

Die Satzung von Frankfurt und die Hessische Gemeindeordnung bestimmen heute den konstitutionellen Aufbau der Stadt.

Frankfurt wird zur Zeit von einer Koalition aus CDU und Grüne unter Oberbürgermeisterin Petra Roth regiert.

Aktuelle Themen, mit denen sich Magistrat und Stadtverordnete befassen, sind unter anderem der bevorstehende Ausbau des Rhein-Main-Flughafens oder der so genannte Hochhausrahmenplan.

Frankfurt ist seit der Bundestagswahl 2002 in die Wahlkreise 183 und 184 aufgeteilt. Direktmandate bekamen Gregor Amann (SPD) und Erika Steinbach (CDU). Über die Landesliste zogen Hans-Joachim Otto (FDP) und Joschka Fischer (Grüne) in den Bundestag ein.

Siehe auch: Liste der Stadtoberhäupter von Frankfurt am Main

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften gibt es mit folgenden Städten:

Ferner besteht zwischen dem Stadtteil Nieder-Eschbach und der Stadt Deuil-la-Barre (Frankreich) seit 1967 eine Partnerschaft.

Freundschaftsverträge gibt es mit folgenden Städten:

Stadthaushalt

Frankfurt hatte seit einer großzügigen öffentlichen Baupolitik in den 80er-Jahren unter den CDU-Oberbürgermeistern Walter Wallmann und Wolfram Brück die höchste Pro-Kopf-Verschuldung (ohne Stadtstaaten) Deutschlands (1993: 4600 Euro pro Kopf).

Aktueller Haushalt (2006): Die Verschuldung nahm allerdings in den letzten Jahren aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung kontinuierlich ab und liegt im Jahre 2006 bei nur noch rund 2100 Eur pro Kopf und damit zum Beispiel inzwischen vor München [9]. Die hohen Steuereinnahmen und eine besonnene Steuerpolitik führen allmählich zu einem konsolidierten Haushalt, was eine Seltenheit in Deutschland darstellt.

Eckdaten Haushalt 2007 [10]:

  • Gesamtvolumen: 2,54 Milliarden Euro
  • Personalkosten der Stadt: 458 Millionen Euro
  • Ausgaben insgesamt: 2,49 Milliarden Euro

Wirtschaft und Standortfaktoren

Blick über Frankfurt am Main vom Goetheturm aus
Blick über Frankfurt am Main vom Goetheturm aus

Laut einer 2001 erstellten Rangliste der Universität Liverpool kann Frankfurt als die produktivste Stadt Europas (nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf) gelten; es folgen Karlsruhe, Paris und dann München.[11] Die Stadt ist heute eine der reichsten und leistungsfähigsten Metropolen Europas. Das macht sich auch an der hohen Anzahl internationaler Unternehmensvertretungen bemerkbar.

Arbeiten in Frankfurt

Der Frankfurter Flughafen ist die größte Arbeitsstätte Deutschlands. Frankfurt hat mit 922 Arbeitsplätzen auf 1000 Einwohner die höchste Arbeitsplatzdichte Deutschlands. Die hohe Zahl von ca. 600.000 Arbeitsplätzen bei nur etwa 650.000 Einwohnern ergibt sich durch die große Zahl der Pendler, wodurch das BIP pro Kopf der ansässigen Wohnbevölkerung stark gesteigert wird. Deshalb kann man Frankfurt auch nur tagsüber (an Werktagen und Einkaufssamstagen) als Millionenstadt bezeichnen, andererseits schlägt sich der oben genannte statistische Reichtum tatsächlich in den Kassen umliegender Städte und Gemeinden des „Speckgürtels“ wie z. B. von Bad Homburg vor der Höhe, Königstein im Taunus, Kronberg im Taunus oder Bad Soden am Taunus nieder, die von überdurchschnittlichen Steuerzahlungen ihrer in Frankfurt verdienenden Pendler profitieren, aber auch Frankfurt selbst hat extrem hohe Steuereinnahmen, die höchsten in ganz Deutschland unter den 50 größten Städten. [12]

Lebensqualität

Laut einer aktuellen Studie[13] belegt Frankfurt in einer Rangliste internationaler Großstädte mit der höchsten Lebensqualität weltweit den siebten Platz. Trotzdem hatte die Stadt 2003 und 2006 die höchste Kriminalität je 100.000 Einwohner aller deutschen Städte. Diese Statistik wird jedoch dadurch verzerrt, dass Frankfurt tagsüber aufgrund der vielen Pendler eine Millionenstadt ist, die Kriminalitätsrate jedoch nur mit 660.000 Einwohnern errechnet wird. Zudem fließen sämtliche Vergehen am Flughafen (z. B. Schmuggel und Passvergehen) mit in die Statistik ein.

Kaufkraft

Die Kaufkraft in Frankfurt selbst ist zwar auch schon weit über dem Bundesdurchschnitt, jedoch finden sich in den umliegenden Gemeinden einige der Orte mit der höchsten Kaufkraft. Die Region Frankfurt/Rhein-Main hat nicht nur eine hohe Lebensqualität, sondern auch die höchste Kaufkraft einer Metropolregion innerhalb der Bundesrepublik Deutschland[14].

Ansässige Unternehmen

Konzernzentrale der Commerzbank
Konzernzentrale der Commerzbank

Entgegen einer landläufigen Meinung sind in Frankfurt nicht nur Finanzunternehmen ansässig. In kaum einer anderen deutschen Stadt gibt es so viele international führende Unternehmen aus den verschiedensten Branchen. In Frankfurt findet man unter anderem Chemiekonzerne, Werbeagenturen, Softwareunternehmen und Call-Center. Die Konzernentwicklung sowie weitere bedeutende Abteilungen der Deutschen Bahn befinden sich in der DB-Zentrale im Gallus. Frankfurt galt durch die Hoechst AG jahrelang als „Apotheke der Welt“. Der Industriepark Höchst ist einer der drei größten Standorte der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Europa. Auch finden sich hier die Deutschland-Zentralen von großen Lebensmittelkonzernen wie Nestle und Ferrero. Eine gewisse wirtschaftliche Macht ist auch dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zuzusprechen, der ebenfalls in Frankfurt seinen Sitz hat. Keine andere Stadt hat so ein breitgefächerte Wirtschaft, das schlägt sich auch im BIP und der hohen Zahl an Arbeitsplätzen nieder.

Banken

Frankfurt am Main ist aber vor allem als internationaler Finanzstandort (Bankenviertel) und Börsenplatz weltweit bekannt. In der Innenstadt befinden sich die Unternehmenszentralen drei der größten deutschen Banken. Die Deutsche Bank AG liegt an der Mainzer Landstraße in der Nähe der Taunusanlage. Wenige Straßen weiter stadteinwärts kann man die Wolkenkratzer der Commerzbank AG erkennen, von denen der höchste fast 300 Meter in die Höhe ragt. Anders als der Name vermuten lässt, wird auch die Dresdner Bank AG von Frankfurt aus geleitet. Sie gehört jedoch der Allianz SE mit Sitz in München. Ebenso findet sich die größte deutsche Direktbank, die ING-DiBa in Frankfurt. Zudem haben einige bedeutende Privatbanken ihren Hauptsitz in Frankfurt, diese sind das Bankhaus Metzler, Hauck & Aufhäuser, das zur niederländischen ABN Amro-Bank gehörende Bankhaus Delbrück Bethmann Maffei und die BHF-Bank.

Zu den großen Privatbanken kommen noch die DZ Bank, die Deka, die Union Investment, die Frankfurter Sparkasse, sowie die Landesbank Hessen-Thüringen (HELABA) hinzu. Die meisten der beinahe 300 weiteren Banken sind keine inländischen Unternehmen. Mit den von der Deutsche Börse AG betriebenen Handelsplattformen Frankfurter Wertpapierbörse und XETRA ist Frankfurt der zweitgrößte Aktienmarkt Europas und wickelt den Löwenanteil des deutschen Wertpapierhandels ab. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist die Deutsche Börse AG die größte Börse der Welt.

Automobilhersteller

Frankfurt ist auch Sitz zahlreicher Deutschland- und Europazentralen ausländischer Automobilkonzerne, wie Fiat (mit Alfa-Romeo und Lancia), KIA und Hyundai. Vor den Toren der Stadt residieren neben Opel in Rüsselsheim auch noch Jaguar, Kawasaki und Saab.

Industrieverbände und Normenkommisionen

Auch Verbände wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Verband der Elektrotechnik und Informationstechnik (VDE) mit der angeschlossenen elektrotechnischen Normenkommission (DKE im DIN und VDE) und der Verband der deutschen Automobilhersteller (VDA) siedelten sich in Frankfurt an. Der VDA richtet auch alle zwei Jahre die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt aus. Zudem hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der auch die Buchmesse organisiert, seinen Sitz in Frankfurt.

Gewerkschaften

Die Arbeitnehmerseite ist in Frankfurt mit dem Hauptsitz der Gewerkschaften IG Metall und der IG Bauen-Agrar-Umwelt vertreten.

Messe

Handelsmessen haben in Frankfurt eine lange Tradition. Nach neuesten Erkenntnissen war Frankfurt mit der Frankfurter Messe die erste Messestadt der Welt. Schon im Mittelalter konnten Handelsreisende hier ihre Waren anbieten. Mit Leipzig, dem zweiten großen Messestandort im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Leipziger Messe), war Frankfurt durch eine Fernstraße, die Via Regia, verbunden.

Wichtige Messen in Frankfurt sind neben der Frankfurter Buchmesse, der Internationalen Automobilausstellung (IAA) und der ACHEMA auch die Ambiente Frankfurt, die größte Konsumgütermesse der Welt.

Verkehr und Infrastruktur

Die Stadt Frankfurt am Main ist dank ihrer zentralen Lage einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Europa. Hier treffen Bahn, Straßenverkehr, Binnenschiffahrt und Luftverkehr aufeinander.

Flughafen

Die Stadt verfügt mit dem Flughafen Frankfurt, über einen der größten Flughäfen der Welt. Er hatte im Jahr 2006 52,8 Millionen Fluggäste.

Straße

Hauptartikel: Wichtige Straßen und Plätze in Frankfurt am Main

Zum einen kreuzen sich am Frankfurter Kreuz, dem meist befahrenen Autobahnkreuz Europas, die Autobahnen A 5 (Hattenbacher Dreieck–Weil am Rhein) und A 3 (ArnheimPassau).

Eisenbahn

Hauptartikel: Eisenbahnverkehr in Frankfurt am Main

Im Bahnverkehr besitzt Frankfurt mit dem Frankfurter Hauptbahnhof den nach Fahrgästen (etwa 350.000 pro Tag) zweitgrößten Personenbahnhof Deutschlands. Seit dem Jahr 2002 ist die ICE-Neubaustrecke nach Köln in Betrieb, die die Fahrzeit zwischen beiden Städten auf 1 1/4 Stunden verkürzt. Zudem existiert eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Paris im Rahmen des Rhealys-Projekts. Passagiere können innerhalb von 4 Stunden zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und dem Gare de l'Est in Paris verkehren.

Die Bedeutung im Güterverkehr auf der Schiene ist allerdings zurückgegangen: Von den zwei Rangierbahnhöfen ist nur mehr der kleinere in Betrieb (Frankfurt am Main-Ost), während der größere (Frankfurt am Main-Hauptgüterbahnhof) stillgelegt ist und sein Gelände teilweise von der Frankfurter Messe genutzt wird. Zudem soll auf dem Areal das neue „Europaviertel“ entstehen. Jedoch ist Frankfurt weiterhin ein zentraler Logistikstandort und bei der Luftfracht europäischer Marktführer.

Öffentlicher Personennahverkehr

Hauptartikel: Nahverkehr in Frankfurt am Main

Das Angebot des ÖPNV in Frankfurt und der Region besteht aus dem S-Bahn-Netz, der teilweise zur U-Bahn ausgebauten Stadtbahn, der Straßenbahn, Stadtbussen sowie mehreren Vorort- und Regionalbahnen. In der Innenstadt befahren acht S-Bahn-Linien einen sieben Stationen umfassenden Tunnel. An den Stationen Hauptbahnhof, Hauptwache, Konstablerwache und Südbahnhof bilden S- und U-Bahn gemeinsame unterirdische Schnellbahnknoten.

Das größte Verkehrsunternehmen für die lokalen Verkehrsmittel in der Stadt ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Die Lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ GmbH übernimmt die Koordination und Bestellung des lokalen Nahverkehrsangebots. Sie ist Partner des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der für die regionalen Verkehre und ein einheitliches Tarifsystem zuständig ist.

Durch zahlreiche Stadtautobahnen (teilweise als Bundesautobahn, teilweise als autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen) kann die Stadtregion als für den Individualverkehr überdurchschnittlich erschlossen betrachtet werden.

Binnenschifffahrt

Der Osthafen
Der Osthafen

Hauptartikel: Häfen in Frankfurt am Main

In der Binnenschifffahrt ist Frankfurt über den Rhein mit den wichtigen Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden und über den Main-Donau-Kanal mit dem südöstlichen Mitteleuropa verbunden. Frankfurt besitzt nach der Umwandlung des Westhafens in ein Wohn- und Büroquartier noch den Osthafen, den Flusshafen Gutleutstraße und den Hafen des Industrieparks Höchst.

Elektronische Kommunikation

Auch für das Internet stellt Frankfurt einen wichtigen Standort dar. Unter anderem befindet sich hier der größte deutsche Internet-Knoten DE-CIX und die DeNIC, die Domainregistrierungsstelle für die Top-Level-Domain „.de“.

Kanalisation

Das Rohrsystem der Frankfurter Kanalisation verläuft rund 1.600 Kilometer lang unter den Straßen. 1877 wurden die ersten Abwasserkanäle an der Alten Oper verlegt, bereits 1897 ging die erste Kläranlage in Betrieb. Frankfurt und Hamburg waren die beiden ersten Städte auf dem Kontinent, die so versuchten die latente Seuchengefahr zu bekämpfen.

Die Investitionen, die vergraben unter der Straßendecke allen zugute kommen, entsprechen einem Buchwert von etwa einer halben Milliarde Euro.

Staatliche Einrichtungen und Organisationen

Frankfurt am Main ist eine Bankenmetropole, auch in Bezug auf staatliche Banken. Neben der Deutschen Bundesbank und der KfW Bankengruppe haben auch die Europäische Zentralbank und das deutsche IFC-Büro (die International Finance Corporation ist Teil der Weltbankgruppe) ihren Sitz in Frankfurt.

Außerdem ist Frankfurt Sitz der Deutschen Nationalbibliothek, des Hessischen Oberlandesgerichts sowie des Hessischen Landesarbeitsgerichtes und hat ein eigenes Polizeipräsidium. Die aus einer 1874 gegründeten Berufsfeuerwehr und 28 Freiwilligen Feuerwehren bestehende Feuerwehr Frankfurt betreibt acht Feuerwachen. Bis zur Auflösung Ende 2003 war Frankfurt zudem Sitz des Bundesdisziplinargerichts.

Frankfurt ist zudem Sitz von 88 Konsulaten. Nur New York und Hamburg haben mehr ausländische Vertretungen, ohne dabei Hauptstadt eines Staates zu sein. China und Russland haben gerade Generalkonsulate in Frankfurt eröffnet. Das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Eckenheim ist das größte US-amerikanische Konsulat der Welt.

Medienstandort

Zeitungen und andere Printmedien

Frankfurt, eine der ältesten Zeitungsstädte der Welt, ist Sitz von zwei überregionalen Tageszeitungen. Die liberal-konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung unterhält Redaktion und Verlagshaus an der Mainzer Landstraße im Gallusviertel. Die linksliberale Frankfurter Rundschau hat beides seit Juli 2005 in Sachsenhausen. Zudem erscheint in Frankfurt noch eine bedeutende (konservative) Regionalzeitung, die Frankfurter Neue Presse, im Verlag der Frankfurter Societät in direkter Nachbarschaft zur F.A.Z..

Neben den Tageszeitungen gibt es in der Frankfurter Medienlandschaft noch einige interessante Magazine. Das Journal Frankfurt ist wohl die bekannteste Zeitschrift der Stadt für Veranstaltungen, Feste und so genannte Insidertipps. Wie auch die F.A.Z. und die FNP hat das Journal Frankfurt seine Redaktion im Frankfurter Gallusviertel. Auf „ökologische Zeitschriften“ hat sich der Öko-Test Verlag in der „Grünen-Hochburg“ Bockenheim spezialisiert. Am bekanntesten ist darunter wohl die gleichnamige Testzeitschrift. Ebenfalls in Bockenheim befindet sich die Redaktion der Satire-Zeitschrift Titanic.

Radio und Fernsehen

Frankfurts ältester Rundfunksender war die 1924 gegründete private Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG. Heute ist das Nachfolgeunternehmen, der öffentlich-rechtliche Hessische Rundfunk mit seinem „Funkhaus am Dornbusch“ eines der wichtigsten Medienunternehmen für Hörfunk und Fernsehen. Hier befinden sich auch die ARD-Sternpunkte, die die Gemeinschaftsprogramme (beispielsweise Das Erste) über ein Hochleistungsnetzwerk auf die einzelnen Sendeanstalten verteilen.Auch der US-amerikanische Soldatensender AFN hatte von August 1945 an sein Hauptquartier in Frankfurt. Im Rahmen der Truppenreduzierung wurde aber auch der AFN-Standort Frankfurt aufgegeben: Seit Oktober 2004 sendet das American Forces' Network sein Europa-Programm aus Mannheim. Der US-amerikanische Medienkonzern Bloomberg TV hat in der Neuen Mainzer Straße in Frankfurts Innenstadt sein Deutschlandstudio. Hinzu kommt noch das Regionalstudio der RTL Group. Auch reine Radiosender senden von Frankfurt aus, etwa Main FM. Ein weiterer privater aber nicht kommerzieller Radiosender ist Radio X. Sein Studio ist unweit der Konstablerwache. Der älteste und größte private Radiosender der Region, Hit Radio FFH, wurde 1989 in Frankfurt gegründet. Seit 2001 hat er seinen Sitz in der an Frankfurt angrenzenden Stadt Bad Vilbel. Desweiteren befindet sich in Frankfurt die Sendezentrale von dem Jugendszene und Musiksender IM1-TV.

Ebenfalls in Frankfurt beheimatet ist die Nachrichtenagentur Reuters Deutschland. Sie hat ihre Büros im repräsentativen Messeturm.

Onlinemedien

Seit Oktober 2006 befindet sich die Geschäftsstelle der Wikimedia Deutschland in der Bolongarostraße im Stadtteil Höchst.

Bildung und Forschung

I.G.-Farben-Haus, heute Teil der Goethe-Universität
I.G.-Farben-Haus, heute Teil der Goethe-Universität

In Frankfurt am Main befinden sich zwei Universitäten sowie mehrere Fachhochschulen. Die bekannteste und älteste Universität der Stadt ist die 1914 gegründete Johann Wolfgang Goethe-Universität mit ihren vier Standorten Bockenheim, Westend, Riedberg und Uni-Klinik Niederrad. Daneben gibt es die Frankfurt School of Finance & Management, (hervorgegangen aus der Bankakademie und der Hochschule für Bankwirtschaft (HfB)) mit ihrem Campus im Frankfurter Ostend, seit 2001 ein Studienzentrum der Fachhochschule für Oekonomie & Management (FOM) und seit 2002 die private Fachhochschule Provadis School of International Management and Technology.

Im künstlerischen Bereich verfügt Frankfurt zum einen über die Staatliche Hochschule für bildende Künste (Städelschule), gegründet 1817 von Johann Friedrich Städel, die später in Besitz der Stadt gelangte und 1942 zur staatlichen Kunsthochschule der freien bildenden Künste erhoben wurde. Die andere bekannte Kunsthochschule ist die aus der 1878 gegründeten privaten Stiftung „<