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| Wappen | Karte | ||
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| Basisdaten | |||
| Fläche: | 0,525 km² | ||
| Einwohner: | 2.505 | ||
| Bevölkerungsdichte: | 4.771 Einwohner/km² | ||
| Postleitzahlen: | 60329 | ||
| Vorwahlen: | 069 | ||
| Gliederung | |||
| Ortsbezirk: | 1 – Innenstadt I | ||
| Stadtbezirke: |
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| Website | |||
Das Bahnhofsviertel ist ein Stadtteil von Frankfurt am Main. Er entstand 1891 bis 1915 auf dem Gelände der ehemaligen Frankfurter Westbahnhöfe.
Inhaltsverzeichnis |
Das Bahnhofsviertel ist mit knapp 0,5 km² nach der Altstadt der zweitkleinste Stadtteil von Frankfurt am Main. Die längste Grenzlinie ist gerade einmal knapp 1 km lang. Fast trapezförmig liegt das Viertel zwischen dem Frankfurter Alleenring im Westen, der Mainzer Landstraße im Norden und dem Anlagenring im Osten. Im Süden bildet der Main die natürliche Grenze. Benachbarte Stadtteile sind im Westen das Gutleutviertel und das Gallus mit dem Hauptbahnhof, im Norden das Westend-Süd, im Osten die Frankfurter Innenstadt und im Süden auf der gegenüberliegenden Mainseite Sachsenhausen-Nord. Der Stadtteil liegt zentral im Frankfurter Innenstadtbezirk.
Das Gebiet zwischen der Frankfurter Stadtmauer und dem Galgenfeld war noch im frühen 19. Jahrhundert kaum bebaut. Auf dem Gebiet lagen nur Gutshöfe. Die Nähe zum städtischen Galgen und die ungeschützte Lage außerhalb der Stadtmauern ließen lange Zeit keine Bebauung zu. Als mit der Industrialisierung Stadtmauer und Galgen abgerissen wurden, entstanden erste Villen mit großen Gärten. Der technische Fortschritt machte sich hier besonders bemerkbar. Als 1839 die Taunusbahn in die damals noch nassauische Stadt Höchst am Main in Betrieb genommen wurde, entstand am Anlagenring der erste Bahnhof der Stadt. Das Gleisvorfeld des Taunusbahnhofs verlief mitten durch das Gebiet des heutigen Bahnhofsviertels. Später kamen noch die Bahnhöfe der Main-Neckar-Bahn und der Main-Weser-Bahn hinzu. Die Westbahnhöfe waren bis 1888 in Betrieb, dann wurden sie durch den neuen Centralbahnhof Frankfurt ersetzt, der sich etwa 500 m weiter westlich befand. Dadurch wurden auch die Gleisanlagen überflüssig, und 1889 konnte mit der Parzellierung des Gebietes begonnen werden. 1891, als noch kaum Wohnbebauung existierte, wurde das Bahnhofsviertel zum Ausstellungsgelände der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung, die Oskar von Miller leitete. Die großbürgerliche Bebauung im Stil der Gründerzeit wurde inzwischen unter Denkmalschutz gestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Viertel zwar nicht so stark wie die Innenstadt getroffen, trotzdem wurden vor allem im Norden viele Gebäude zertrümmert. In der Zeit der Besatzung durch die amerikanischen Streitkräfte entwickelte sich ein aktives Nachtleben.
Durch seine zentrale Lage ist das Bahnhofsviertel sehr gut an das Verkehrsnetz angebunden. Der Hauptbahnhof, der selbst nicht mehr zum Stadtteil gehört, bietet eine Anbindung an den Regional- und Fernverkehr. Im Nahverkehr ist das Bahnhofsviertel durch eine Straßenbahnstrecke auf der Münchner Straße an die Linien 11 und 12 (siehe Nahverkehr in Frankfurt am Main) angebunden. Der U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz und die S-Bahn-Station Taunusanlage sind ebenfalls gut erreichbar. Im Straßenverkehr hat die berühmte Kaiserstraße an Bedeutung verloren, durch den Kaisersack ist die Einfahrt aus Richtung Alleenring/Hauptbahnhof nicht mehr möglich. Stattdessen ist die Hauptverkehrsader heute die Gutleutstraße, die in den Theatertunnel mündet und eine Verbindung zur Altstadt bietet. Die schachbrettartig angeordneten Straßen ermöglichen eine leichte Orientierung. Die breiten Ost-West-Straßen sind als Boulevards ausgebaut und vermitteln Großstadtcharme. Zahlreiche Gründerzeitgebäude haben den Zweiten Weltkrieg überdauert, sie werden durch schlichtere Wohnhäuser der 50er und 60er Jahre und mehrere Hochhäuser ergänzt. Die bekanntesten davon sind der Silvertower und das Gallileo am Jürgen-Ponto-Platz (benannt nach dem ermordeten Vorstandsvorsitzenden der Dresdner Bank, Jürgen Ponto), der Skyper und das Gewerkschaftshaus in der Wilhelm-Leuschner-Straße. Das letztgenannte wurde 1931 gebaut, Architekt war Max Taut, und war das erste größere Hochhaus der Stadt. Das bekannteste der vielen Hotels im Bahnhofsviertel ist das InterContinental, ebenfalls in der Wilhelm-Leuschner-Straße.
In dem kleinen Stadtteil gibt es keine großen, zentralen Parks wie in den anderen Frankfurter Stadtteilen, aber im Süden des Stadtteils liegt am Mainufer eine der beliebtesten Grünanlagen von Frankfurt. 1860 wurde ein verlandeter Nebenarm des Mains, der Kleine Main, zugeschüttet und die vorgelagerte Insel Mainlust mit dem Ufer verbunden. Auf dem Gelände legte der Stadtgärtner Sebastian Rinz eine Grünanlage mit mediterraner Vegetation an, die vom Frankfurter Volksmund bald Nizza genannt wurde. Bereits seit dem 17. Jahrhundert hatten die Frankfurter Familien Guaita und Loën in dem klimatisch begünstigten Gebiet am Flußlauf westlich der alten Stadtmauern große Landschaftsgärten besessen.
Entgegen landläufiger Meinung besetzt das Rotlichtgewerbe nur einen kleinen Teil des Bahnhofsviertels, es konzentriert sich hauptsächlich entlang der Taunusstraße und in Teilen ihrer Querstraßen. Die berüchtigte Drogenszene konnte durch die Einrichtung von Druckräumen und anderen sozialen Auffangeinrichtungen eingedämmt werden, daher sind fixende Drogenabhängige überwiegend aus dem Straßenbild verschwunden.
Das Straßenbild im Bahnhofsviertel ist multikulturell: Neben zahlreichen ausländischen Restaurants, Imbissen, Lebensmittel- und anderen Geschäften existiert z.B. auch ein islamisches Kulturzentrum mit Moschee.
Das ZDF berichtete 2004 in der vierteiligen Doku-Soap „Das Bahnhofsviertel“ über das Leben in und mit dem Bahnhofsviertel. Die Autoren Ulli Rothaus und Bodo Witzke begleiteten Bewohner des Stadtteils über sechs Monate.
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