Frankfurt-Höchst

Höchst
Stadtteil von Frankfurt am Main
Wappen Karte
Wappen Karte
Basisdaten
Fläche: 4,709 km²
Einwohner: 13.108
Bevölkerungsdichte: 2.614 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 60529, 65929, 65931
Vorwahlen: 069
Gliederung
Ortsbezirk: 6 – West
Stadtbezirke:
Website

Höchst am Main ist seit 1928 Stadtteil von Frankfurt am Main, hat etwa 13.100 Einwohner (Stand 31. Dezember 2004) und liegt rund 10 km westlich der Frankfurter Innenstadt an der Mündung der Nidda in den Main.

Höchst ist im Gegensatz zu den meisten anderen Stadtteilen eine alte Stadt (Stadtrecht seit 1355) und bis heute das wichtigste städtische Subzentrum im Frankfurter Westen. Bis 1987 war Höchst Verwaltungssitz eines eigenen Landkreises, der seit 1928 den Namen Main-Taunus-Kreis trägt. Höchst ist Zentrum des Ortsbezirks Frankfurt-West mit 120.000 Einwohnern.

Der Name Höchst wurde durch den ehemaligen Weltkonzern Hoechst AG (1863–1999) weltweit bekannt. Mit kurzer Unterbrechung (1925–1952) war Höchst Konzernsitz des Unternehmens.

Bedeutendstes Baudenkmal Höchsts ist die karolingische Justinuskirche, die in wesentlichen Teilen aus dem 9. Jahrhundert stammt. Die gut erhaltene Höchster Altstadt steht seit 1972 unter Denkmalschutz. Auf mittelalterlichem Stadtgrundriss stammen die meisten Fachwerkhäuser aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand 1586.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Mainufer mit Schlossturm, Justinuskirche und Niddamündung.
Das Mainufer mit Schlossturm, Justinuskirche und Niddamündung.

Höchst liegt im Westen des Frankfurter Stadtgebiets auf dem rechten Mainufer. Der Fluss beschreibt in Höhe der Niddamündung einen Bogen nach Norden, an dessen äußerer Seite die Höchster Altstadt liegt. Das Steilufer fällt zum Main hin rund zehn Meter ab.

Östlich der Altstadt, die von der Bolongarostraße durchzogen wird, liegt die barocke Neustadt, nördlich davon die gründerzeitliche Innenstadt. Die nördliche Begrenzung der Innenstadt bildet der breite Bahndamm, die westliche das Werksgelände des Industrieparks Höchst, der rund die Hälfte der Höchster Gemarkung einnimmt. Diese reicht im Nordosten über den Bahndamm hinaus, die dortige Bebauung des Oberfelds rund um die Kurmainzer Straße geht ohne erkennbare Begrenzung in die der Nachbarstadtteile Unterliederbach und Sossenheim über. Den nördlichsten Punkt der Gemarkung bildet der Höchster Hauptfriedhof.

Höchst grenzt an die Stadtteile Sindlingen, Zeilsheim, Unterliederbach, Sossenheim und Nied, alle auf dem nördlichen Mainufer gelegen. Nachbarn südlich des Mains sind Frankfurt-Schwanheim und die Stadt Kelsterbach.

Wirtschaft

Leerstehendes Warenhaus in der Königsteiner Straße
Leerstehendes Warenhaus in der Königsteiner Straße
Bolongarostraße
Bolongarostraße

Höchst war bis 1999 Sitz der Hoechst AG (heute Bestandteil von Sanofi-Aventis). Auf dem ehemaligen Werksgelände, heute Industriepark Höchst, sind noch zahlreiche ehemalige Tochterunternehmen der Hoechst AG ansässig. Im heute von Infraserv Höchst betriebenen Industriepark arbeiten etwa 22.000 Menschen, er ist nach dem Rhein-Main-Flughafen die zweitgrößte Arbeitsstätte in Frankfurt.

Das zweite große Industrieunternehmen waren die Mainkraftwerke (gegründet 1911, heute Süwag Energie, Tochtergesellschaft der RWE), die in direkter Nachbarschaft der Altstadt ein Kohlekraftwerk betrieben. 2004 wurde das lange Zeit stillstehende Kraftwerk nach einem Brand komplett abgerissen.

Die Königsteiner Straße, seit 1990 zwischen Dalbergplatz und Bolongarostraße Fußgängerzone, ist ein wichtiger Einzelhandelsstandort. Wichtige weitere Einkaufsstraßen sind die Hostatostraße und die Bolongarostraße. Die Einkaufsstadt Höchst leidet allerdings sehr unter der Konkurrenz des nur drei Kilometer entfernten Main-Taunus-Zentrums, eines der größten deutschen Einkaufszentren und des ersten in Deutschland gebauten.

Zum unübersehbaren Symbol der Krise wurde die Schließung des Warenhauses Hertie in der Königsteiner Straße Ende 2001. In ihm befanden sich in den letzten Jahren ausschließlich Restposten-Geschäfte und Ein-Euro-Läden. Ende 2006 wurde das Gebäude des früheren Kaufhauses Schiff verkauft. Die Investoren wollen auf dem Gelände ein kleineres Einkauszentrum errichten. Der Gebäudekomplex, dessen älteste Teile noch auf das Jahr 1928 zurückgehen, soll abgerissen werden. Das neue, kleine Einkaufszentrum soll 2008 eröffnet werden.

Zur Revitalisierung der Einkaufsstadt soll in der Höchster Innenstadt ein Business Improvement District (BID) eingerichtet werden. Dem entgegen stehen Pläne des nahegelegenen MTZ, das Erweiterungen geplant hat. Die Städte Sulzbach (Taunus) und Frankfurt (Das MTZ liegt auf Sulzbacher Stadtgebiet an der Grenze zur Stadt Frankfurt am Main), ringen um eine Entscheidung, die vor allem für Höchst sozialverträglich ist.

Medien

Die lokale Medienlandschaft in Höchst wird von den Frankfurter Tageszeitungen bestimmt. Neben der Frankfurter Rundschau, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Neuen Presse ist dies vor allem das Höchster Kreisblatt (HK). Die 1849 gegründete Zeitung berichtet traditionell aus Höchst, dem Frankfurter Westen und dem ehemaligen Landkreis Höchst. Das HK gehört seit Juli 1965 zur Zeitungsgruppe der Frankfurter Neuen Presse. Neben diesen Tageszeitungen gibt es mehrere lokale und regionale Anzeigenblätter.

Verkehr

Plan der Höchster Innenstadt
Plan der Höchster Innenstadt

Der Höchster Bahnhof ist ein Knoten im Regionalverkehr, hier halten zahlreiche Regionalexpresszüge von Frankfurt nach Wiesbaden und Limburg. Weitere wichtige Verbindungen bieten die S-Bahnen S1 (Wiesbaden-Hauptbahnhof-Rödermark-Ober-Roden) und S2 (Niedernhausen (Taunus)-Dietzenbach) sowie die Regionalbahnen 12 (früher K-Bahn) und 13 (Sodener Bahn). Mit der Regionaltangente West ist eine S-Bahn von Bad Homburg über den Höchster Bahnhof zum Frankfurter Flughafen in der Diskussion.

Seit 1952 fahren Straßenbahnen nach Höchst, zur Zeit die Linie 11 nach Fechenheim. Der Anschluss an das Frankfurter Straßenbahnnetz wurde den Höchstern im Eingemeindungsvertrag zugesagt; dort ist jedoch von einer Linie über den Höchster Bahnhof bis nach Zeilsheim die Rede. Verwirklicht wurde dies erst nach dem Zweiten Weltkrieg und nur bis zur Zuckschwerdtstraße ganz im Osten von Höchst, was nicht ganz den Vorstellungen der Einwohner entsprach. Im aktuellen Gesamtverkehrsplan der Stadt Frankfurt ist eine Verlängerung zum Höchster Bahnhof oder alternativ durch die Bolongarostraße zur Königsteiner Straße vorgesehen. Auch die Integration der Strecke in das U-Bahnnetz (Linie U5) ist im Gespräch.

Höchst besaß bereits vor der Eingemeindung ein eigenes Omnibusnetz, das es in die Ehe mit Frankfurt einbrachte. In Frankfurt gab es damals nur wenige Buslinien, die meisten Relationen bediente die Straßenbahn. Das Höchster Busnetz ist bis heute weitgehend erhalten, die relative Eigenständigkeit kommt auch durch die Liniennummern (50er-Nummern) zum Ausdruck. Die Buslinie 58 verbindet Höchst mit dem Rhein-Main-Flughafen.

Der Stadtteil besitzt keinen direkten Anschluss an die Autobahn. Die Anschlussstelle Höchst der BAB 66 liegt etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt im nördlich angrenzenden Frankfurt-Unterliederbach. Zur Zeit befindet sich allerdings eine Auffahrt zur Bundesstraße 40 im Bau. Die autobahnähnlich ausgebaute Schnellstraße tangiert Höchst südlich und soll in Zukunft die Höchster Altstadt vom Durchgangsverkehr befreien.

Höchst liegt außerdem an der alten Handelsstraße von Frankfurt nach Mainz. Die Bolongarostraße, die Hauptstraße der Höchster Altstadt, war Teil dieser Verbindung.

Wappen

Blasonierung: Das Höchster Wappen zeigt ein silbernes Rad mit sechs regelmäßig angeordneten, verschnörkelten Speichen auf rotem Grund. Sowohl auf dem Radkranz als auch der Nabe sitzt am Ende jeder Speiche je ein Nagel. Auf früheren Abbildungen des Wappens sind die Nägel nicht enthalten.

Beschreibung: Höchst war zwischen 790 und 1802 gut 1000 Jahre Teil des Herrschaftsgebiets des Erzbistums Mainz. Wie bei vielen Orten, die zu Kurmainz gehörten, leitet sich auch das Höchster Wappen vom Mainzer Rad ab.

Geschichte

siehe Hauptartikel Geschichte von Höchst am Main

Höchst entstand an der Kreuzung frühgeschichtlicher Verkehrswege. Unmittelbar nach der Mündung der Nidda in den Main, zweier damals schiffbarer Flüsse, schiebt sich eine Hangkante fast bis ans Flussufer heran. Das Plateau ist hochwassersicher und war gut zu verteidigen. Am Fuße des Hangs führte eine Furt durch den Main, oben verlief eine vorrömische Altstraße, die Antsanvia oder Hohe Straße, einem Vorläufer der späteren Elisabethenstraße.

Eine Besiedelung des Hochplateaus über dem Main lässt sich seit der Jungsteinzeit nachweisen. Zur Römerzeit entstand um die Zeitenwende ein römisches Kastell. Gegen 260 gaben die Römer die rechtsrheinischen Gebiete in dieser Region auf, die Siedlung fiel wüst. Es gibt keine Hinweise auf eine kontinuierliche Besiedlung nach dem römischen Abzug.

Die Justinuskirche, Keimzelle der Stadt Höchst
Die Justinuskirche, Keimzelle der Stadt Höchst
Thiotmann-Urkunde mit der Ersterwähung Höchsts
Thiotmann-Urkunde mit der Ersterwähung Höchsts
Stadtrechtsurkunde vom 12. Januar 1356 (vollständiger Urkundstext auf der Bildbeschreibungsseite)
Stadtrechtsurkunde vom 12. Januar 1356 (vollständiger Urkundstext auf der Bildbeschreibungsseite)
Höchst, frühes 17. Jh., mit Ochsenturm, Schloss, Maintor, Stadtbefestigung und Justinuskirche
Höchst, frühes 17. Jh., mit Ochsenturm, Schloss, Maintor, Stadtbefestigung und Justinuskirche
Stadtplan von Höchst aus dem jahr 1898
Stadtplan von Höchst aus dem jahr 1898

Hinweise auf eine Besiedlung der Hochfläche über der Niddamündung gibt es erst wieder aus dem 8. Jahrhundert. 790 wurde zum ersten Mal ein fränkisches Dorf Hostat (hohe Stätte) urkundlich erwähnt. Um 830, wenige Jahrzehnte nach der Ersterwähnung, wurde die bis heute weitgehend erhaltene Justinuskirche errichtet, eine der ältesten Kirchen in Deutschland. Das Dorf entwickelte sich in der Folge westlich der Justinuskirche beiderseits der alten Hauptstraße. Über 1000 Jahre gehörte Höchst zum Territorium des Erzbischofs und Kurfürsten von Mainz. Das Mainzer Rad im Wappen des Stadtteils erinnert noch heute daran.

Zur Erhebung von Zoll am Main errichtete die Mainzer Herrschaft in Höchst eine Zollburg. Um die Burg herum begann sich das Dorf langsam zu entwickeln. 1355 verlieh Kaiser Karl IV. dem Dorf Hoisten (Höchst) die Stadtrechte. In einer weiteren Urkunde bekräftigte Karl IV. 1356 die Stadterhebung und verlieh der jungen Stadt das Marktrecht. Grund für Stadterhebung war der Machtkampf zwischen Mainz und Frankfurt und die Erhebung des Höchster Mainzolls. Die in Höchst erhobenen Zölle waren für den finanzschwachen mainzischen Staat eine wichtige Einnahmequelle. Da die Handelsstadt Frankfurt durch den Mainzoll ihre wichtigste Lebensader bedroht sah, zerstörten die Frankfurter deshalb 1396 Stadt und Burg Höchst, die aber bald danach wiederaufgebaut wurden. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt zweimal erweitert.

Beim Großen Stadtbrand 1586 wurde die Hälfte der Stadt zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch Höchst in Mitleidenschaft gezogen. Am 20. Juni 1622 wurde die Schlacht bei Höchst ausgetragen, bei der die Kaiserlichen unter Tilly die Braunschweiger schlugen. 1631 besetzten die Schweden unter Gustav II. Adolf die Stadt, 1635 Bernhard von Weimar, wobei das damalige gotische Schloss zerstört wurde.

Im 18. Jahrhundert blühte in Höchst am Main der Handel. 1746 erfolgte die Gründung der Höchster Porzellanmanufaktur, die bis 1796 in Betrieb war. Die italienische Handelsfamilie Bolongaro richtete 1771 in Höchst ein Handelskontor ein und ließ den Bolongaropalast erbauen. 1768 wurde auf Dekret von Kurfürst Emmerich Josef östlich der Altstadt die Höchster Neustadt gegründet.

1803 wurde Höchst im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses Teil des Herzogtums Nassau. 1839 erhielt Höchst Anschluss an eine der ersten deutschen Eisenbahnen, die Taunusbahn. 1863 wurde das Unternehmen Theerfarbenfabrik Meister, Lucius & Co. in Höchst gegründet, es wuchs unter dem Namen Farbwerke Höchst und später als Hoechst AG zu einem der größten Chemie-Konzerne Deutschlands heran. Infolge des Deutsch-Deutschen Kriegs kam Höchst 1866 mit großen Teilen des heutigen Hessens zu Preußen. 1885 wurde die Stadt Kreisstadt des neu gegründeten Landkreises Höchst. Am 1. April 1917 wurden die Gemeinden Unterliederbach, Sindlingen und Zeilsheim in Höchst am Main eingemeindet.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Höchst 1918 bis 1930 von französischen Truppen besetzt. Am 1. April 1928, kam die Stadt Höchst am Main als Stadtteil zu Frankfurt am Main, die neuen Höchster Stadtteile sind fortan Frankfurter Stadtteile. Hauptgrund der Eingemeindung war die Vereinigung der Hoechst AG mit anderen großen Chemieunternehmen zur I.G. Farben, die ihren Sitz in Frankfurt am Main haben sollte. Aus den Restgemeinden des Landkreises Höchst und weiteren umliegenden Gemeinden wurde der Main-Taunus-Kreis gegründet, dessen Kreisverwaltung sich bis 1987 in Höchst befand.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Höchster Altstadt nur leicht beschädigt. Bei Luftangriffen im Jahr 1940 wurden vier Häuser zerstört, 13 Menschen starben dabei. Gegen Kriegsende wurde Höchst mit Frankfurt von den amerikanischen Truppen besetzt. American Forces Network (AFN) richtete sich im Höchster Schloss ein.

1957 fand zum ersten Mal das Höchster Schloßfest statt, ein kultureller Höhepunkt der Region.

1972 wurde die Höchster Altstadt unter Denkmalschutz gestellt. 1973 wurde die Abfallgrube im Wirtschaftshof des ehemaligen Antoniterklosters entdeckt. Dort machte man bedeutende Glas- und Keramikfunde aus der Zeit des 15. bis 17. Jahrhunderts.

Bevölkerung

Zahlenmäßige Entwicklung

Bevölkerungsentwicklung von Höchst
Bevölkerungsentwicklung von Höchst

Seit Ende des 17. Jahrhunderts sind regelmäßige Bevölkerungszahlen aus Höchst bekannt. Der Dreißigjährige Krieg hatte die Stadt zwar arg in Mitleidenschaft gezogen, aber bei der Bevölkerung nur geringe Einschnitte verursacht. So hatte Höchst im Jahr 1609 408 Einwohner und im Jahr 1668 waren es 450 Einwohner. Nachdem der Dreißigjährige Krieg einen wirtschaftlichen Niedergang auch für Höchst mit sich brachte, stieg durch die wirtschaftliche Blüte von Handel und Handwerk im 18. Jahrhundert die Einwohnerzahl langsam vom 537 im Jahr 1700 auf 816 neunundneunzig Jahre später an.

Erst nach dem Ende der Napoleonischen Kriege setzte eine stärkere wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung ein, so dass zwischen 1818 und 1866, als Höchst preußisch wurde, die Bevölkerung von 1617 auf 3.200 Einwohner anwuchs. Durch die Gründung und den wirtschaftlichen Aufstieg der späteren Farbwerke Höchst stieg die Einwohnerzahl sprunghaft von 6.517 im Jahr 1885 auf über 14.000 im Jahr 1905.

1914 zählte die Kernstadt Höchst ca. 17.000 Einwohner. Durch Eingemeindung Unterliederbachs, Sindlingens und Zeilsheims nach Höchst stieg die Zahl der Einwohner der neuen Stadt Groß-Höchst sogar extrem auf 32.000.

1950 verzeichnete Höchst, bedingt durch den Zuzug von Kriegsflüchtlingen, 20.000 Einwohner. Die Zahl sank in den kommenden Jahren langsam bis auf gut 11.800 im Jahr 1981. Das Frankfurter Statistische Jahrbuch meldet für das Jahr 2000 12.000 Einwohner, bis zum 31. Dezember 2004 stieg die Zahl leicht auf gut 13.100.

Bevölkerungsstruktur

Zum Jahresende 2005 weist das Frankfurter Statistische Jahrbuch[1] für Höchst 13.093 Einwohner aus, davon hatten 12.881 ihren Hauptwohnsitz dort. In Höchst lebten 6.494 Frauen und 6.599 Männer. Gut 3.900 Einwohner Höchsts waren unter 25 Jahre alt, in der Altergruppen von 25 bis 55 Jahren fanden sich ca. 6.400 Einwohner, und etwas mehr als 2.300 Höchster waren über 55 Jahre alt.

Mit 7.985 Einwohnern stellten deutsche Staatsangehörige die größte Bevölkerungsgruppe, 5.103 Einwohner waren Ausländer. Damit betrug der Anteil ausländischer Bürger an der Höchster Bevölkerung 39 %. Davon stellten die Türken mit 1.015 Einwohnern die größte Gruppe, gefolgt von 519 Italienern und 480 Serben. Die weiteren Nationalitäten, u. a. Bosnier, Griechen, Spanier und Polen, waren mit ungefähr 200 bis 300 Einwohnern je Bevölkerungsgruppe vertreten.

Politik

Höchster Bürgermeister

Bürgermeister in Höchst gab es seit der frühen Neuzeit. Nach den Chroniken waren im jährlichen Wechsel zwei Bürgermeister gleichzeitig im Amt. Zwischen 1866, als Höchst preußisch wurde, und 1887 hatte Höchst ehremamtliche Bürgermeister. Im Jahr 1888 war Eugen Gebeschus der erste hauptamtliche Bürgermeister der Stadt. Bruno Müller, der letzte Höchster Bürgermeister, wurde nach der Eingemeindung nach Frankfurt 1928 Stadtrat. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg gab es während der französischen Besatzung zeitweilig keinen Bürgermeister in Höchst. Ernst Janke war 1919 von der französischen Militärverwaltung ausgewiesen worden, die Leitung der Stadtverwaltung wurde abwechselnd von Beigeordneten wahrgenommen, bis 1922 Bruno Asch das Amt übernahm.

Liste der Höchster Bürgermeister seit 1860:

  • Andreas Adelon, Bürgermeister von 1860 bis 1869, auf seine Initiative ist die Gründung des Chemiewerks Meister, Lucius und Brüning zurückzuführen
  • Wilhelm Lina, Bürgermeister von 1869 bis 1873
  • Konrad Glatt, Bürgermeister von 1874 bis 1882
  • Peter Anton Bied († 1889), letzter ehrenamtlicher Bürgermeister von 1882 bis 1887
  • Dr. Eugen Gebeschus (* 1855; † 1936), erster hauptamtlicher Bürgermeister von 1888 bis 1893, später Bürgermeister der Stadt Hanau
  • Wilhelm Karraß, Bürgermeister von 1893 bis 1899
  • Viktor Palleske (* 1860; † 1935), Bürgermeister von 1899 bis 1911, auf seine Initiative wurde der 1908 eingeweihte Höchster Stadtpark angelegt
  • Dr. Ernst Janke (wechselnd auch als August Wilhelm Albert Janke bezeichnet), Bürgermeister von 1911 bis 1923, 1917 von Wilhelm II. zum Oberbürgermeister ernannt, während seiner Amtszeit erfolgte die Gründung Groß-Höchsts durch Eingemeindung der umliegenden Orte
  • Bruno Asch (* 1890; † 1940), seit 1920 Wirtschaftsdezernent in Höchst, Bürgermeister von 1923 bis 1925
  • Dr. Bruno Müller (* 1889), Bürgermeister von 1926 bis 1928

Bildung

Höchst hat einen Schulverbund aus drei Gymnasien,

  • das seit 1975 bestehende Friedrich-Dessauer-Gymnasium als Oberstufenschule,
  • die 1874 gegründete Helene-Lange-Schule, ehemals eine Höhere-Töchter-Schule, als Unter- und Mittelstufengymnasium und
  • die Leibnizschule, deren Anfänge als Realschule bis ins Jahr 1818 zurückreichen, ebenfalls ein Unter- und Mittelstufengymnasium.

Im alten Gebäude der Leibnizschule ist heute die Robert-Koch-Schule, eine Realschule, untergebracht. Hinzu kommen die Hostatoschule als Haupt- und Grundschule, die Robert-Blum-Schule als Grundschule sowie die Kasinoschule als Sonderschule.

Die Paul-Ehrlich-Schule ist eine technisch-wissenschaftliche Berufsschule im Stadtteil. Erwachsenenbildung wird von der Außenstelle Höchst der Volkshochschule Frankfurt angeboten, die im Gebäude des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums untergebracht ist. Dort befindet sich ebenfalls die Stadtteilbücherei Höchst der Stadtbücherei Frankfurt.

Kultur

Theater und Kino

Mit dem vom Bund für Volksbildung seit 1987 betriebenen Neuen Theater Höchst, das in einem ehemaligen Kinosaal in der Ememrich-Josef-Straße untergebracht ist, besitzt Höchst eine in Frankfurt bekannte Kleinkunstbühne. Dem Neuen Theater angeschlossen ist das Programmkino Filmforum Höchst.

Ein weiteres Programmkino ist das Filmtheater Valentin, das im Kinosaal der ehemaligen Kaserne der US-Streitkräfte an der Windhorststraße untergebracht ist.

Veranstaltungen

Ein bedeutendes kulturelles Ereignis ist das Höchster Schloßfest, das seit 1957 jährlich stattfindet. Es beginnt Mitte Juni und dauert vier Wochen. In der Zeit finden zahlreiche Veranstaltungen wie das Altstadtfest, eine Kerb am Mainufer, das Jazz-Festival im Schloss und ein großes Feuerwerk (unter anderem) statt. Das Höchster Schloßfest lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher aus der Region nach Höchst.

Der Höchster Orgelsommer ist eine Konzertreihe, die jährlich in der Justinuskirche stattfindet. Die Orgel der Justinuskirche wurde 1988 zum 125-jährigen Firmenjubiläum als Spende der Hoechst AG erneuert und ist mit 43 Registern eines der wertvollsten Instrumente in Frankfurt.

Vereine (Auswahl)

In Höchst gibt es eine große Anzahl sportlich, kulturell und sozial aktiver Vereine. Im 1954 gegründeten Vereinsring Höchst e.V. sind über sechzig Vereine organisiert. Der Vereinsring selbst richtet seit 1957 das Höchster Schloßfest aus.

  • Die seit 1971 existierende Bürgervereinigung Höchster Altstadt e.V. setzt sich für den Erhalt der Altstadt Höchst ein. Sie wurde 1977 für ihre Arbeit mit der Walter-Möller-Plakette der Stadt Frankfurt für Verdienste um das Gemeinwohl in Frankfurt am Main ausgezeichnet.
  • Die Freiwillige Feuerwehr Höchst 1852 e.V. ist eine der ältesten Feuerwehren Deutschlands. Das Feuerwehrhaus befindet sich in der Bolongarostraße. In der Einsatzabteilung der Feuerwehr sind rund 30 Mitglieder. Eine Jugendfeuerwehr wurde 1986 gegründet.
  • Der Höchster Schwimmverein wurde 1893 gegründet und zählt heute über 1.700 Mitglieder. Im Zuge der Niddaregulierung in den 1920er Jahren wurde ein Altarm der Nidda zum Strandbad ausgebaut. Am kleineren der beiden Becken befindet sich noch bis heute das Vereinsheim, während das größere Becken seit 1994 außer Betrieb ist und renaturiert wurde.
  • Die Interessengemeinschaft Handel und Handwerk Höchst e.V. (IHH) ist ein Zusammenschluss Höchster Geschäftsleute mit dem Ziel, Handel und Gewerbe in Höchst zu fördern und Gewerbetreibende im Stadtteil zu unterstützen. Sie richtet in der Jahrhunderthalle Höchst alle zwei Jahre eine Gewerbeschau aus.
  • Der Verein für Geschichte und Altertumskunde Ffm.-Höchst e.V. wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Höchster Bürgern gegründet, um das geschichtliche Erbe der Stadt Höchst zu erforschen und zu erhalten. Das Archiv des Vereins befindet sich im Zollturm am Höchster Schloßplatz. Langjähriger Vorsitzender des Vereins war der Höchster Journalist und Historiker Rudolf Schäfer.

Sehenswürdigkeiten in Höchst

Residenzschloss der Mainzer Erzbischöfe
Residenzschloss der Mainzer Erzbischöfe
Burggraben: Historische Fachwerkhäuser in Höchst
Burggraben: Historische Fachwerkhäuser in Höchst
Der Bolongaropalast
Der Bolongaropalast

Quellen

Verweise

  1. Statistisches Jahrbuch 2006 der Stadt Frankfurt, Band 2: Bevölkerung (PDF, 598 kB)

Literatur

  • Eingemeindungsvertrag zwischen der Stadtgemeinde Frankfurt am Main und der Stadtgemeinde Höchst am Main von 1928 (PDF, 88 kB)
  • Anlage zum Eingemeindungsvertrag von 1928 (PDF, 89 kB)
  • Wilhelm Frischholz: Alt-Höchst. Ein Heimatbuch in Wort und Bild. Frankfurt am Main 1926: Hauser.
  • Markus Grossbach: Frankfurt-Höchst. Geschichte 1860–1960. Bildband. Erfurt 2001: Sutton.
  • Wilhelm Grossbach: Alt Höchst auf den zweiten Blick. Impressionen aus einer alten Stadt. Frankfurt-Höchst 1980: Höchster Verlagsgesellschaft.
  • Wilhelm Grossbach: Höchst am Main. Gestern, heute, morgen. Frankfurt am Main 2006: Frankfurter Sparkasse.
  • Franz Lerner: Frankfurt am Main und seine Wirtschaft: Wiederaufbau seit 1945. Frankfurt am Main 1958: Ammelburg.
  • Wolfgang Metternich: Die städtebauliche Entwicklung von Höchst am Main. Frankfurt-Höchst 1990: Stadt Frankfurt und Verein für Geschichte und Altertumskunde.
  • Günter Moos: Rundgang durch das alte Frankfurt-Höchst. Gudensberg-Gleichen 2001: Wartberg.
  • Rudolf Schäfer: Höchst am Main. Frankfurt am Main 1981: Frankfurter Sparkasse von 1822.
  • Rudolf Schäfer: Chronik von Höchst am Main. Frankfurt am Main 1986: Waldemar Kramer.

Weblinks

Commons
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