Frankfurter Hefte

Die Frankfurter Hefte wurden im Nachkriegsjahr 1946 als kulturpolitische Zeitschrift von Eugen Kogon und Walter Dirks herausgegeben. Kogon und Dirks sahen ihre Aufgabe in der aktiven Mitgestaltung einer neuen Gesellschaft. Mit ihrem Printmediuum der Frankfurter Hefte erhofften sich die linkskatholischen Herausgeber die Realisierung eines demokratischen Sozialismus.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte und politischer Hintergrund

Die Frankfurter Hefte waren eine Zeitschrift für Kultur und Politik, die monatlich erschien. Die erste Ausgabe kam im April 1946 auf den Markt, die letzte 1984. Der Preis betrug am Anfang 2 Reichsmark (RM), am Ende 9 Deutsche Mark (DM). Die Zeitschrift war mit einer "Military Government Information Control License Nummer" ausgestattet, der US-W-2010. Gründer waren die Herausgeber Eugen Kogon und Walter Dirks sowie Clemens Münster und Walter Maria Guggenheimer. Politisch war die Zeitschrift im linkskatholischen Milieu beheimatet. Die Frankfurter Hefte nahmen eine Vorreiterrolle unter den Nachkriegszeitschriften in Deutschland ein. Der Höhepunnkt der Zeitschrift lag zwischen 1946 und 1950, da sie eine Auflagenstärke von bis zu 75.000 Stück erreichte, zu Beginn waren es nur 50.000. Der Verlagsort war Frankfurt am Main.

Inhalt

Thematische Schwerpunkte waren

  • Rolle, Aufgabe und Probleme von Publizisten
  • Christentum, Kirche und Leben
  • Sozialismus und Marxismus (Vereinbarkeit von Freiheit und Christentum, Idee des christlichen Sozialismus)
  • Betrachtungen theoretischer/politischer Natur zu Russland und den USA (Modell und System)
  • Schule, Bildung, Hochschule
  • Literatur: Neubetrachtungen von Belletristik, Sachbücher, Neuerscheinungen

Die Frankfurter Hefte heute

1954 wurde die Zeitschrift "Neue Gesellschaft" als Theoriezeitschrift der Friedrich-Ebert-Stiftung gegründet. Seit 1985 heißt die Zeitschrift "Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte". Die Zeitschrift "Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte" ist eine SPD-nahe Monatszeitschrift.

Profil

Heute versteht sich die Zeitschrift nicht mehr als reines Theorieorgan, sondern als politische Kulturzeitschrift, die sowohl Zeitdiagnosen als auch Zukunftsperspektiven vermitteln möchte.

(Neue) Inhalte

Herausragende Themen waren seit dem Epochenumbruch in den 90er Jahren die Demokratisierungsprozesse in Ost- und Mitteleuropa, zivilgesellschaftliche und komunitaristische Gesellschaftsmodelle, die Tendenzen einer konservativen Intelligenz, die Auseinandersetzung mit der totalitären Vergangenheit, die Entwicklng der Neuen Medien, die Zukunft der Metropolen (Fragen der Globalisierung und Migration).

Quelle:
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